Archive | Juli, 2009

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31. Juli: Kleine Wunden tun manchmal ganz schön weh…

Posted on 31 Juli 2009 by Rolf

Doppelt hält besser: Redundanz ist das Gebot der Stunde.

Doppelt hält besser: Redundanz ist das Gebot der Stunde.

Kleine Wunden, große Folgen. Ein Kratzer genügt: Meine Tochter ist radikal. Was soll ich tun? Neues Pflaster kaufen. Vielleicht Endoplast?

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David gegen Goliath: Hannelore Kraft und die Ruhrbarone

Posted on 31 Juli 2009 by Rolf

Hannelore Kraft, Kandidatin der SPD für das Amt der Ministerräsidentin in NRW, streitet sich mit Bloggern. Ob ihr das gut tut?

Hannelore Kraft, Kandidatin der SPD für das Amt der Ministerräsidentin in NRW, streitet sich mit Bloggern. Ob ihr das gut tut?

“David” das ist in diesem Fall tatsächlich einer, der David heißt: David Schraven, Journalist und Blogger bei Deutschlands größtem Regionalblog “Ruhrbarone”. Nachdem Silvana Koch-Mehrin einen Disput mit ihm und den Ruhrbaronen hatte, weil er über ihre mangelnde Anwesenheit im europäischen Parlament berichtet hatte, ging es mit Hannelore Kraft von der SPD in die nächste Runde.

Es drohten anstatt sachlicher Auseinandersetzung auch erst wieder die Rechtsanwälte. Doch die Welt des Bloggens ist eine runde Sache: Will man an einer Stelle jemandem den Mund verbieten, tönt es an anderer Stelle doppelt so laut.

Stein des Anstoßes war, dass Kraft die langjährige berufliche Zugehörigkeit zur Firma Zenit GmbH, die in einen Skandal um Fördermittel verwickelt gewesen war, aus ihrem Lebenslauf im Internet getilgt hatte. Ansich keine große Sache und unter dem Blickwinkel des Wahlkampfes unter Umständen erklärbar – wenn auch u.U. nicht sehr ehrlich. Doch man wird doch drüber schreiben dürfen, dass das so geschehen ist.

Politiker jedoch ticken anders: Ein Journalist ist für Kraft offenbar grundsätzlich kein objektiver Berichterstatter sondern ein Agitator und Angreifer.

Will aber er die Wahrheit ans Licht bringen, muß er die Sachlage schildern dürfen. Die Wahrheit ist hart und tut weh, speziell im Wahlkampf. Dass Parteien nicht die sachliche Auseinandersetzung suchen und Argumente sprechen lassen, scheint sich dummerweise parteienübergreifend eingeschlichen zu haben: Als die Ruhrbarone die Grünen kritisiert hatten, dass die freien Bloggern für deren Berichterstattung Hotelzimmer und Anreise bezahlen, sahen sie sich unsachlichen Anfeindungen gegenüber.

Kritische Berichterstattung wird von Parteien in diesem Zusammenhang immer als Angriff gegen die Partei verstanden. Es wird Einflußnahme anderer Parteien gegen die eigene vermutet und unterstellt. Sind die etablierten Parteien nicht mehr kritikfähig? Findet die Auseinandersetzung mit Kritik nur noch über Rechtsanwälte statt? Es spricht auch in einem viel größeren Zusammenhang Bände über den Zustand der politischen Kultur, wenn Entscheidungen, die die Politik herbeiführen müßte, immer öfter beim Bundesverfassungsgericht landen.

Jedenfalls sind Blogger offensichtlich eine verlässliche Bastion der Demokratie: Ihre Meinung läßt sich nicht unterdrücken. Im Gegenteil: Mit der Höhe des Drucks, der in solchen Fällen erzeugt wird, steigt der Widerstand in der Blogerszene, die in der Mediengesellschaft aufgrund dieser Authentizität zusehends an Einfluß auf die Meinungsbildung gewinnt. Gut so.

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“Inherent Vice”: Thomas Pynchon strikes again

Posted on 31 Juli 2009 by Rolf

Er ist der große Unbekannte, der B. Traven der Litaratur: Thomas Pynchon. Außer Michael Naumann weiß niemand wie er aussieht und was er eigentlich tut, außer babysitten.

Der Schweiger spricht schon wieder. Er ist der große Unbekannte, der B. Traven der Litaratur: Thomas Pynchon. Außer Michael Naumann weiß niemand wie er aussieht und was er eigentlich tut, außer babysitten.

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Thomas Pynchon, exzentrischer, notorisch öffentlichkeitsscheuer Autor, legt nach “Gegen den Tag” mit “Inherent Vice” bereits den nächsten Roman vor – und das nach nur 3 Jahren.

Die Gerüchteküche brodelt – wie immer wenn es um Thomas Pynchon geht. So soll sein neuer Roman so zugänglich geschrieben sein, nachdem die letzten beiden “Mason & Dixon” und “Gegen den Tag” dermaßen schwergewichtig und langatmig daherkamen, dass sie als praktisch unverdaulich galten. Eine Verfilmung von Inherent Vice werde geprüft. Von Pynchon aber hatte man inzwischen alles andere als Zugänglichkeit und Kompromisse erwartet.

Der Mann ist ein Mysterium, weil ihn niemand kennt. Die Öffentlichkeit weiß nicht, wie er aussieht, wo er wohnt, wer er ist. Man kennt nur seine Bücher. Die aber sind bekannt. Unter den großen Autoren des postmodernen, intellektuellen Romans ist er eigentlich der einzige, der nichts zu befürchten hat. Er ist eine eigene Kategorie für sich. Unvergleichlich, unnahbar. Die Kritiker haben vor allem seinen letzten Roman teils abgestraft. Es geht trotzdem nie darum, ob er mit einem Werk gescheitert ist, es geht nur darum, inwiefern er seinen eigenen Ansprüchen, die aber niemand kennt und über die  eher Vermutungen anstellt werden, gerecht wird.

Dabei wechselt  der Autor von “Die Enden der Parabel” – das vielen Kritikern als Inbegriff des intellektuellen Komplexitäts-Romanes gilt – zwischen herkömmlicher, verständlicher Darstellung (wie in den Romanen “Die Versteigerung von Nr. 49″ und “Vineland”) und schwer verständlichen Szenarien. Dies wird aber bereits in seinen Kurzgeschichten deutlich, die ebenfalls im Spannungsfeld zwischen herkömmlicher Darstellung und postmodernen Experimenten schwanken.

Auch wenn es bereits einen Versuch von Robert Bramkamp gab, sich auf “Die Enden der Parabel” filmisch zu beziehen – sogar mit Genehmigung Pynchons – wäre eine Verfilmung des psychedelisch angehauchten Detektivstoffes aus “Inherent Vice” eine kleine Sensation. Angeblich sind ja die Filmrechte schon verkauft. Thomas Pynchon ist jetzt 72, wird er am Ende altersmilde?

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2001-Verlag: 40 Jahre aus der Reihe tanzen

Posted on 31 Juli 2009 by Rolf

Verlegerische Großtaten, niedrige Preise, ein gut geschütteltes und gerührtes Verlagsprogramm - vierzig Jahre lang. Wenn das nichts ist...

Verlegerische Großtaten, niedrige Preise, ein gut geschütteltes und gerührtes Verlagsprogramm - vierzig Jahre lang. Wenn das nichts ist...

1969 war 2001 für jemanden, der sich selbstständig macht, die unvorstellbar weit entfernte Zukunft. Den Kubrick-Film im Kopf war die Jahreszahl reinste Science-Fiction – vor allem wenn man als kleiner, quasi noch nicht existenter Verlag und Versandhändler seine Päckchen “in der Kantine von Bärmeier & Nikel” packt.

“Bärmeier & Nikel”, das war der Verlag, der die Satirezeitschrift “Pardon” herausgebracht hatte – und im Grunde so etwas wie der Vorläufer von “Titanic”, auch mit personeller Kontinuität. Lutz Reinecke (der sich später nach seiner Heirat in Lutz Kroth umbenannte) war Assistent des Pardon-Chefs Nikel und gründete zunächst einen Versandhandel, aus dem später ein richtiger Verlag wurde: der 2001-Verlag.

Der sorgte für Furore durch günstigste Preise vor allem für LPs, heute für CDs, DVDs und Hörbücher. Aber auch für “normale” Bücher. Bis heute kauft 2001 von renommierten Verlagen Restposten auf und verhökert die günstig. Ebensovertreiben Haffmanns und Rogner & Bernhard ihre Bücher nicht mehr über den Buchhandel sondern exklusiv über 2001. Der Verlag hat darüber hinaus ein eigenes Programm. Er druckt Klassiker in oppulenten dicken Paperbacks nach aber hat sich in den Jahrzehnten auch hervorgetan durch verlegerische Großtaten vor allem im Bereich der hohen Literatur.

So hat er William Gaddis mit seinem Roman “Die Fälschung der Welt” zum seltsamen und späten Durchbruch verholfen. William Gaddis war bis dahin eine eher traurige Figur. Als junger Mann hatte er bereits 1955 den komplexen Roman veröffentlicht, der aber von der Kritik verrissen worden war. Offenbar spielte dabei auch eine Rolle, dass er eine persönliche Fehde mit Anatole Broyard, dem später einflußreichen Kritiker der New York Times, ausfocht. In seinem Buch “Die Fälschung der Welt” spielte er offensichtlich auf Broyard als Person an, der Zeit seines Lebens seinen afroamerikanischen familiären Hintergrund verheimlicht hatte. Jedenfalls war die Publikation ders 1.000-Seiten-Werkes ein verlegerischer Paukenschlag, der Gaddis als Autor über Umwege in der Folge sogar international rehabilitierte.

(Vergleichbar waren das damalige Medienecho und die positiven Reaktionen des Feuilletons eigentlich nur mit Ereignissen wie der Publikation von Jonathan Littels “Die Wohlgesinnten”, das im letzten Jahr im Berlin-Verlag erschienen war und gerade eben wieder als “verbilligte Studienausgabe” in den Buchhandel gelangt ist. Immerhin hatte sich hierbei die FAZ stark gemacht mit einer ausführlichen Berichterstattung und einem eigenen Themenblog.)

Jedenfalls war Gaddis’ “Die Fälschung der Welt” nicht nur ein literarischer Erfolg und das literarische Ereignis des Jahres 1998 sondern 2001 machte aus einem Werk der Hochliteratur, wie es kaum ein zweites gibt, natürlich auch einen Verkaufserfolg. Schon “JR”, zwei Jahre vorher publiziert, war erfolgreich gewesen. Wieder ein über 1.000 Seiten umfangreiches Werk. Übrigens ist “JR” vermutlich das Buch, das uns die augenblickliche ökonomische Krise aus einer zutiefst menschlichen Perspektive am besten nahe bringen kann.

Der Verlag hatte mit kleverem Marketing und einem Mix aus Hoch- und Unterhaltungskultur ein geschicktes Händchen dafür, schier Unverkäufliches einer Alt-68er-Hippy-und-Lehrer-Käuferschicht schmackhaft zu machen.

Als weitere mutige verlegerische Tat gilt die Publikation von Moby Dick in der Übersetzung von Friedhelm Rathjen. Der hatte jahrelang im Auftrag des Hanser-Verlages an einer amibitionierten, ungeschliffenen Neuübersetzung des Schlüsselwerks der Weltliteratur gearbeitet. Dem Verlag war das Ergebnis aber offensichtlich zu extrem. Er lehnte ab und beauftragte Matthias Jendis mit einer Überarbeitung der rauen Übersetzung. Der Vorwurf stand im Raum, es gehe dem Verlag nicht mehr um eine möglichst werkgetreue Übersetzung. Norbert Wehr nahm sich des Falles in seinem Schreibheft an und veröffentlichte dort Auszüge der Übersetzung von Rathjen und Gegenüberstellungen der Übersetzungsvarianten. Bis der 2001-Verlag das Werk in der Rathjen-Übersetung, in einer auf 3.400 Exemplare angelegten Auflage 2004 veröffentlichte – versehen mit den 269 Illustrationen der Originalausgabe von Rockwell Kent, zudem in bibliophiler Ausstattung, nummeriert und im Schuber.

Viele weitere Beispiele wären zu nennen. Dem bibliophilen Bücherfreund treiben einige Werkreihen Freudentränen in die Augen: Ob die vierbändige William S. Burroughs-Edition oder die nicht zuende geführte Werkausgabe Nelson Algrens – beide Reihen wurden gestaltet von Franz Greno, viele Jahre bevor er “Die Andere Bibliothek” realisierte. Übrigens können die beiden genannten Reihen zusammen mit den Skizzenbüchern von Robert Crumb als dessen gestalterische unf produktionstechnische Blütezeit gelten. Zu nennen wäre darüber hinaus die Werkkomplettausgabe von Boris Vian, mit Titelillustrationen von Art Spiegelman. Unvergesslich auch “Das Leben – Gebrauchsanweisung” von Georges Perec, geliefert mit beigelegtem Puzzle und Marginalienband in einer Pappschatulle. Oder die vollständige Edition der Werke Max Herrmann Neißes Viele weitere Projekte ließen sich nennen, in denen der Verlag, der ursprünglich mit Undergroundcomix und Tonträgern groß geworden war, literarischen und verlegerischen Wagemut bewiesen hat.

Als letztes Beispiel mag Arno Schmidt taugen. Der 2001-Verlag hielt dem Avantgardisten jahrzehntelang die Stange mit bibliophilen teils unglaublich aufwändig produzierten Bänden wie z.B “Julia”.

Inzwischen ist Lutz Kroth, der für das ambitionierte Verlagsprogramm verantwortlich zeichnete, im Ruhestand. Sein Nachfolger Till Tolkemitt setzt einen anderen Schwerpunkt: Auf Multimedia und DVDs. Da schliesst sich der Kreis: Der Versandhandel hatte von 4 Jahrzehnten damit begonnen, Computer zu verkaufen – was aber nicht von Erfolg gekrönt gewesen war.

In diesem Jahr hat der Verlag als kleine Festschrift ein Taschenbuch zum 40jährigen vorgelegt: “Zweitausendeins. Der Versand. 40 Jahre danach”. Es ist mit 3,90 EUR zwar unverschämt teuer, erfreulicher wären z.B. 99 Cent gewesen und hätten auch zum witzigen Image des Verlages viel besser gepasst. In diesem Büchlein wird von Mathias Bröckers aufs Wesentliche konzentriert herausgearbeitet, was den Verlag ausmacht. Darin enthalten ist auch ein (seltenes) Interview mit Lutz Kroth. Empfehlenswert.

Der Verlag wird sich vermutlich nach dem Ausscheiden Kroths anders ausrichten. Ob die Literatur den Stellenwert vergangener Tage bei 2001 auch zukünftig einnehmen wird, ist zu bezweifeln. Wir werden es sehen. Bis dahin empfehlen wir aber noch aus dem aktuellen Programm “Finnegans Wehg”: Der definitiv unlesbarste Roman, von James Joyce, als Paperback mit 1.256 Seiten für sagenhafte 7,99. Das Werk als Paperback zu publizieren ist auch schon wieder eine dieser guten und witzigen Ideen.

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Helden: Michael Jackson aus Neverwhere

Posted on 30 Juli 2009 by Rolf

Michael-Jackson-Übermensch: War er der einzige, der gemacht hat, was Schoppenhauer wollte?

Michael-Jackson-Übermensch: War er der einzige, der gemacht hat, was Schoppenhauer wollte?

Ich liege im Bett und schlafe sehr fest. Das weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Aber hinterher.

Eine Stimme spricht zu mir:
„Ralf…?“
„ja…?“
„Bist Du wach?“
„Ich glaube ja. Wer spricht denn da?“
„Ich bin’s, Michael.“
„Michael Jackson?“
„Ja.“
„Ich denke, Du bist tot?“
„Ja. Aber ich lebe in Euren Köpfen weiter.“
„Stimmt…“

Er ging durch die Hölle, um uns zu unterhalten.

Er ging durch die Hölle, um uns zu unterhalten.

„Ich habe mich sozusagen geopfert, habe all den Schmerz auf mich genommen…“
„Aber nicht bewußt…?“
„Nein, nicht bewußt.“
„Wie meinst Du das mit dem Schmerz?“
„Die Welt gebiert Menschen, die berühmt werden. Die leben so, wie es die Leute in ihren Träumen haben wollen. Michael Jackson gab es gar nicht in der Form. Die Leute dachten, ich wäre viel mehr als ein normaler Mensch. In Eurem deutschen Spiegel-Magazin stand nach meinem Tod, ich wäre ein Solitär. Ein Solitär ist immer allein, und das schmerzt.“
„Du warst so weit oben, da war kein anderer mehr.“
„Genau.“

Mensch, Künstler, Sozialwesen: Wo ist er gescheitert?

Mensch, Künstler, Sozialwesen: Wo ist er gescheitert?

„Bist Du ein zweiter Jesus?“
„Ich weiß nicht, ob man das so sagen kann. Erich Fromm, der große Sozialphilosoph, hat mal in einem Interview gesagt, er sei der Meinung, dass irgendwann wieder ein Messias auf die Welt kommen würde. Einer, der all das verkörpert, was die Leute sich wünschen (aber nicht zu sagen und zu leben trauen). Einer, der die Massen anzieht und lenkt. Danach würden sich die Menschen sehnen. So einer war ich, glaube ich, eine Zeit lang.“
„Ich finde es traurig, dass Du trotz Deiner Begabung kein gutes Leben mehr führen konntest.“
„Was weißt Du darüber? Aber meine Begabung kam aus meinem Schmerz. Ich konnte nur so gut werden, weil ich gut werden mußte. Sonst wäre ich vielleicht viel früher gestorben.“
„Aber es hat Dich eingeholt.“
„Ja.“

Ein Künstler im Abseits: Der Glanz der alten Tage war der Dunkelheit gewichen.

Ein Künstler im Abseits: Der Glanz der alten Tage war der Dunkelheit gewichen.

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Rennsport: Michael Schumacher und die Geschichte einer ungewöhnlichen Rekonvaleszenz

Posted on 30 Juli 2009 by Rolf

Die Dreifaltigkeit des Rennsports: Ruheständler, Driving-Class-Hero, Pistensau. Er steigt tatsächlich wieder in den Ring: Michael Schumacher wird seinem Bruder Ralf Schumacher ein weiteres mal zeigen, wie es geht.

Die Dreifaltigkeit des Rennsports: Ruheständler, Driving-Class-Hero, Pistensau. Er steigt tatsächlich wieder in den Ring: Michael Schumacher wird seinem Bruder Ralf Schumacher ein weiteres mal zeigen, wie es geht.

Zwei Themen beherrschen zur Zeit den Automobil-Rennsport. Was wollt ihr hören? Die gute oder die schlechte Nachricht zuerst?

Ok! Erst die schlechte: Michael Schumacher, 40 Jahre jung, aber gemessen an seinen pubertierenden Konkurrenten eher ein grauer Greis, kehrt als Ersatzfahrer für den ledierten (und sedierten) Massa, für den Rest der Saison zurück auf die Piste. Was wird passieren? Ich wette, er läßt ab dem 3. Rennen das Feld hinter sich. Wer nimmt die Wette an?

Aber bestimmt ist die Nachricht gar nicht so schlecht für die Formel I, dass ein Rentner mitmacht. David Coulthard hat ja auch bis zuletzt ausgehalten. Jedenfalls wird es jetzt wieder spannend. Eine ungewöhnliche Wendung, mit der keiner gerechnet hätte.

Die gute Nachricht: Felipe Massa ist offenbar wieder einigermaßen auf dem Damm. Doch man lese sich mal eine Sammlung der gegoogelten News-Ergebnisse durch. Irgendwie skuril… Folgendes:

- Unfall-Analyse: 800 Gramm-Feder trifft Massa am Helm

- Brawn liefert Details zum Massa-Unfall

- Nach dem Unfall: Ferrari-Pilot Massa kann sich an nichts erinnern

- Anzeichen bei Massa “positiv”

- Ferrari-Pilot Massa geht es besser

- Massa hat Gallenblasenentzündung, Zustand aber besser

- Massa kann bald den Heimweg antreten

- Vater: Massa fragt zum ersten Mal nach Essen

- Leibarzt: Massa sieht auf linkem Auge

- Arzt: Massa sieht durch verletztes Auge

Und was ist der Grund dafür, dass der Helm so gut war – was ihm das Leben gerettet hat? Der Schumacher, Michael, und seine Verbesserungsvorschläge und die Ossis nadürlich: Magdeburger Firma Schuberth will Massa-Helm weiterentwickeln.

Motorsport:
Unfallopfer Massa: “Ich will heimgehen”,
vielleicht hierhin: Das massa-haus?

Gutes Zeichen: Massa denkt, er könnte fahren.

Eine weitere Nachricht erschüttert die F1-Anhänger:
Schumacher muss vor Gericht

No panic, es ist ein anderer dieses schillernden Namens, nämlich der
Ex-Infineon-Chef. Puuuh!

“Frauen und Autos verleiht man nicht” – lautet das Chauvi-Sprichwort. “Man weiß nie, wie man sie zurück bekommt.” Das denkt wohl auch Felipe Massa zur Zeit. Er will einfach sein Auto nicht hergeben.

Für Freunde des Motorsports hier noch die Mutter aller Massa-Seiten.

Nun ein kleines aktuelles Filmchen, in dem Michael Schumacher sich bei Massa blicken läßt. Man achte auf den Namen des Hospitals in Großaufnahme:  “Központ”. ist das die ungarische übersetzung der deutsch-englischen Bezeichnung “Kotzpoint”? Und was sagt das über die Qualität des Krankenhauses aus?

Aber wagen wir noch einen Blick zurück in die unmittelbare Vergangenheit:

Schwere Erschütterungen im Formel1-Gefüge. Massas Unfall hatte eine Kette von Ereignissen ausgelöst – wenn nicht in der Realität, dann zumindest in der Medienlandschaft, durch die wir so gerne spazieren gehen, wie durch einen deutschen Wald: In den nachfolgenden Headlines manifestiert sich der sich überschlagende Wahnwitz. Alles fängt zunächst verhältnismäßig “harmlos” an. Wir erinnern uns an die übliche Gerüchteküche:
Formel 1 sucht Massa-Ersatzmann
Schumacher, ein anderer Deutscher oder Alonso?

und:
Diese Spanier: Gerüchte über Alonso als Massa-Ersatz

Wer hat’s in die Welt gesetzt? Die Spanier! Wer genau?
Sportzeitung ‘AS’ (mal wieder)
Eine Ösi-Sportzeitung mutmaßt sogar (aber wir wissen ja, was wir von unseren unbedarften Nachbarn zu halten haben…):
Ferraris gewagter Plan: Erst Alonso, dann Schumi

Möglich wäre dies, denn beim nächsten Rennen hat Alonso bei Renault Urlaub:
Harte Strafe
Alonso darf in Valencia nicht starten

Weil:
Rad weg! Alonso gesperrt

Unsere Spanier geben aber nicht so schnell auf:
Valencia hofft auf Gnade für Alonso

Oder vielleicht doch erst Schumacher, dann Alonso, denn:
Alonso angeblich 2010 bei Ferarri

Natürlich wird – wie bei jedem guten Gerücht – auch kräftig dementiert:
Renault-Chef: Alonso nicht zu Ferrari

Dahinter steckt des Rennfahrers frommer Wunsch:
Alonso: “Ich will unbedingt wieder gewinnen”

Wir alle wissen, so kann’s nicht weitergehen:
Triumph der Knöpfchendrücker
Weltmeister Lewis Hamilton nutzt die neue Kers-Technik zu seinem ersten Sieg in dieser Saison

Aber unser trauriger Held hat seine eigenen Vorstellungen vom Siegen:

Formel 1: Alonso will spätetens 2011 eigenes Radteam

Na endlich innovative Lösungen, das wäre doch die Rettung der Formel 1!
Kein Gemecker mehr über Umweltverschmutzung und Benzinvergeudung!
Alonso der F1-Revoluzzer!
Und er legt noch einen drauf:
Alonso will Team mit Contador gründen

Dann hätte auch die Formel 1 bald ihren eigenen Dopingskandal – wetten?!

Zum guten Schluss:
Torres spricht sich gegen Alonso-Verkauf aus

…aber das ist ein anderer Alonso…

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Karel Gott: Das posthum(an)e Bild-Musik-Crossover?

Posted on 30 Juli 2009 by Rolf

Karel Gott ist 70 geworden. Wußte er, dass ein berühmter Künstler ihn eventuell gemalt hat?

Karel Gott ist 70 geworden. Wußte er, dass ein berühmter Künstler ihn eventuell portraitiert hat?

Überraschend ist – fast pünktlich zum 70. Geburtstag des Musikers Karel Gott – ein Kunstwerk aufgetaucht, das von Andy Warhol stammen könnte. Es bildet Gott ab.

Die Existenz des Werkes verwundert die Fachwelt. Seine Authenzität wird zur Zeit geprüft, da es weder zu Lebzeiten katalogisiert worden noch im Nachlaß Warhols aufgetaucht war. Wollte Gott das Bild nach dem Tode Warhols aus Bescheidenheit nicht der Öffentlichkeit präsentieren? Das Endoplasmatische Reticulum  wird weiter darüber berichten.
Dem Vernehmen nach wurde heute Nacht bei den Kollegen von den Ruhrbaronen ebenfalls etwas über Karel Gott gebracht, ohne auf das Bild einzugehen.
Karel Gott, ein Gigant der deutschen Volksmusik – und einer der wenigen, die Kontinuität bewiesen haben – hat bereits am 14. Juli seinen 70. Geburtstag gefeiert. Als Vertreter einer breiten kulturellen Strömung hat er nahezu ein halbes Jahrhundert dazu beigetragen, Menschen zu unterhalten. Aber kennt er auch Neil Postmans „Wir amüsieren uns zu Tode“?

Einer der weiß, wie moderne Volksmusik klingen muß!

Einer, der unsere Sinne betört. Einer, der weiß, wie moderne Volksmusik klingen muß. Und einer, der in jungen Jahren aussah wie Elvis.
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