Ein Grund zur Freude für Finanzmenschen oder Kunstkenner: A Da Vinci is born.

Ein Grund zur Freude für Finanzmenschen oder Kunstkenner: A Da Vinci is born.

Eigentlich ist die Sache nur eine Kurznachricht wert: Eine Zeichnung ist aufgetaucht, die man erst falsch eingeschätzt hatte. Urheber hätte ein Deutscher Künstler auf Italienurlaub gewesen sein können.

Ein Sammler hat sich die Zeichnung gesichert, bis eine Heerschar an Forensikern, Spezialfotografen und Gutachtern zu dem Schluß kam, dass nicht nur ein alter Fingerabdruck, den man schon auf einem anderen Da Vinci-Werk gefunden hatte, ein ziemlich klares Indiz ist, sondern zum Beispiel auch die Linkshänderschaft des Urhebers.

Da Vinci: Der alte Mann und das Mehr
Alles zwar kein harter Beweis dafür, dass Da Vinci das gezeichnet hat, aber viele Indizien sprechen eine Sprache, die der Kunstmarkt jetzt besonders gut versteht, ja geradezu hören will: Ein Wunder ist geschehen. Aus knapp 13.000,- EUR könnten so vielleicht 100 Millionen werden – welch stattliche Rendite. Wer weiß, vielleicht hat einfach ein Schüler Da Vincis das Werk gezeichnet? Wir werden es nie erfahren.

Was soll man jetzt über den Kunstmarkt denken?
In all den Jahrzehnten und Jahrhunderten wurde Kunst geklaut, was das Zeug hält. Es wurde gefälscht und es wurde zugeschrieben. Immer wieder und immer mehr sind vermeintlich Werke berühmter Künstler aufgetaucht. So wird zum Beispiel über Rembrand gefrotzelt, er habe 700 Gemälde gemalt und 3.000 davon seien noch erhalten. Bei alledem bleibt ein zwiespältiges Gefühl zurück. Es zeigt sich: Kaufinteressen müssen befriedigt, gierige Märkte gesättigt werden. Über die Kunst freut man sich da nur noch nebenbei.