Die zwei haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam, außer ihrem Tod: Robert Enke, der deutsche Fußballer, und David Foster Wallace, der amerikanische Schriftsteller, haben den Freitod gewählt.
Merkwürdig: Heute haben erst die Süddeutsche Zeitung und dann Die Welt online über Parallelen zwischen beiden nachgedacht. Die Süddeutsche bezieht sich auf Wallace Begriff der “mitfühlenden Gesellschaft” und kommt zu dem Schluß, dass es daran ermangele. Die Welt zitiert aus Wallace’ Werk über die Hölle der Depression. Während Enke an einer Belastungs-Depression litt, war die Depression von Wallace permanent vorhanden.
Lernen von den Alten: Die undurchschaubare Postmoderne
Hier noch ein Artikel der Welt online, in der es um die Relevanz von Literatur geht und in dem auch Wallace als Beispiel angeführt wird. Bereits im letzten Monat konnte man dort im Zusammenhang mit Richard Powers eine sinnige Definition bestaunen, bei der auch Wallace eine Rolle spielt: Autor Wieland Freund sieht in Thomas Pynchon, William Gaddis und Don DeLillo in den 80ern eine Rückbesinnung weg vom Raymond Carver-Purismus und hin zu den 60ern und 70ern und nennt das die “rekonstruktive Phase der Postmoderne”, was man auch mit “postpostmodern” oder “postironisch” gleichsetzen könne. Weitere Protagonisten seien dann Jonathan Franzen, Jeffrey Eugenides, David Foster Wallace und Richard Powers.
Postmodern: Über alles kann man lachen
Oh-oh, jetzt wird es noch komplizierter. Sind Ironie und andere Formen des hintergründigen bzw. doppeldeutigen Humors nicht sowieso Bestandteil der Postmoderne? Und muß man jetzt Angst haben, dass irgendwann die Postpostpostpostpost-Moderne antanzt und den Leser vollends verblüfft? Jedenfalls, um wieder zum anfänglichen Thema zu kommen, ein Satz scheint neben alledem zu stimmen: Im Leid und im Tod werden alle Menschen gleich.
David Foster Wallace bei Endoplast:
- Über den Roman “Infinite Jest”.
- Über die Rezeption dieses Romans in Deutschland.
- Über Sekundärliteratur zum Roman.
- Eine Lesung des Autors.









November 15th, 2009 at 18:27
Hier gibt’s auch noch einen guten Beitrag zum Thema Wallace/Enke zu lesen:
http://nunchic.blogspot.com/2009/11/sinn-finden-egal-wie-es-ausgeht.html