Endoplast-Weihnachtsfeier: Burroughs’ “Junkys Christmas”

Posted on 19 Dezember 2009 by Ralf Wasselowski

Autor William S. Burroughs als freundlicher Weihnachtsgeschichtenerzähler von nebenan.

Autor William S. Burroughs als freundlicher Weihnachtsgeschichtenerzähler von nebenan.

Vielleicht liegt zu Weihnachten ein Buch von William S. Burroughs auf unserem Gabentisch. Es könnte eine Übersetzung von „Junkie“ sein. Ansonsten kann der geneigte Surfer mit einem Kurzfilm nach einer Geschichte von William S. Burroughs vorlieb nehmen: „Junkys Christmas“.

Der Autor war wie bereits  beschrieben, einer der Hauptprotagonisten der Beat-Literatur. Während Leute wie Jack Kerouac mehr die prollige Anti-Literatur verkörperten oder sich Allen Ginsberg ins abgedreht Poetische hineinsteigerte, war Burroughs der intellektuelle Schwarz-Humorist mit deutlich surrealen Anklängen.

Cross-Over und Neukombination
Mit seinen Sprachexperimenten war er zugleich der einflußreiche Avantgardist unter den Autoren seiner Generation. Ein wegweisendes Musik-Album wie David Bowies „Heros“ ist sowohl textlich als auch musikalisch reinstes Cut-up gemäß Burroughschen Vorgaben der zufälligen Neukombination von Text- und hier auch Musikschnipseln.

William S. Burroughs, der literarische Cut-Up-DJ
Burroughs kann gesamtkulturell als Einfluß auf künstlerische Crossover-Konzepte gesehen werden, auch für Mixing- und DJ-Kombinationskunst. Sicher stehen andere musikalische Werke wie David Byrnes „My life in the Bush of Ghosts“, das als eines der ersten konsequent durchgängig aus Geräusch- und Musikschnipseln bestand, oder Sachen von Jaki Liebezeit in dieser Tradition.

Weiter zur Weihnachtsfeier
Zu Weihnachten ein kleiner Gedenkgottesdienst für den begnadeten Autor. „Der Pate“-Macher Francis Ford Coppola präsentiert das ganze. Fröhliche Weihnachten, liebe Endoplast-Leser! Burroughs selbst tritt übrigens im Film als Erzähler bzw. Vorleser auf.

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1 Kommentar(e) zu diesem Beitrag

  1. Thomas schreibt:

    Ja.

    Aber man darf auch nicht vergessen, daß das musikalische Konzept von Laurie Andersons Home Of The Brave (1986), vor allem der Song Language Is A Virus, auf der Viraltheorie von William S. Burroughs beruht, wie sie in Naked Lunch und fortfolgenden Werken von ihm ausgeformt wurde.

    Burroughs wird auf Andersons Tonträger und wurde auf der dazu stattfindenden Tornee ja auch eingesampelt.

    http://www.youtube.com/watch?v=DZkjoXyexKk

    Ich hatte das Glück, seinerzeit ein Konzi von Laurie in der Bochumer Zeche erleben zu dürfen.

2 Trackbacks für diesen Beitrag

  1. Cut-Up-David-Bowie | endoplast.de schreibt:

    [...] seinen Gesang kombiniert, und auch musikalisch gings in diese Richtung. Wo sowas herkommt, kann man hier nachlesen. [...]

  2. DE-Lebenskunst | endoplast.de schreibt:

    [...] Alles immer richtig zu machen? Ein Frühwerk von Gus van Sant nach einer Geschichte von William S. Burroughs erklärt es uns ganz anschaulich. [...]

Kommentare zu diesem Beitrag

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