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	<title>Kommentare zu: Marmor Mental</title>
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	<description>Die schräge Welt</description>
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		<title>Von: Manfred Ganswindt</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2009/12/26/marmor-mental/comment-page-1/#comment-1165</link>
		<dc:creator>Manfred Ganswindt</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Jan 2010 16:45:54 +0000</pubDate>
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		<description>@Ruhri
Kann dich gerne mit einer bekanntmachen. Du kannst aber auch &quot;Wahrsagerin&quot; und deinen Ortsnamen bei google eingeben, um etwas in deiner Nähe zu finden. Es gibt übrigens nicht nur Frauen, es gibt sogar hellsichtige Männer, wie diesen hier:

Ein anderer Wahrsager war Pfarrer und musste sich geißeln, wollte er einen Blick in die Zukunft werfen. Das Geißeln blieb nicht unbemerkt und so machte er schnell Karriere. Zuerst Bischof, dann Kardinal. 
Auf den oberen Karrieresprossen brachte ihn die Selbstgeißelung nicht weiter. Hier musst er lernen, Seilschaften zu bilden und Verrat zu begehen. Das gelang ihm vorzüglich und so heilte sein wundgegeißelter Rücken alsbald völlig aus.
Wie er so gar nicht mehr in die Zukunft sah, entging ihm eine Verschwörung, die von seinen Verbündeten gegen ihn ausgeheckt wurde.
Seitdem scheut er die Öffentlichkeit und tut Buße in einem zurückgezogenen Bergkloster.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Ruhri<br />
Kann dich gerne mit einer bekanntmachen. Du kannst aber auch &#8220;Wahrsagerin&#8221; und deinen Ortsnamen bei google eingeben, um etwas in deiner Nähe zu finden. Es gibt übrigens nicht nur Frauen, es gibt sogar hellsichtige Männer, wie diesen hier:</p>
<p>Ein anderer Wahrsager war Pfarrer und musste sich geißeln, wollte er einen Blick in die Zukunft werfen. Das Geißeln blieb nicht unbemerkt und so machte er schnell Karriere. Zuerst Bischof, dann Kardinal.<br />
Auf den oberen Karrieresprossen brachte ihn die Selbstgeißelung nicht weiter. Hier musst er lernen, Seilschaften zu bilden und Verrat zu begehen. Das gelang ihm vorzüglich und so heilte sein wundgegeißelter Rücken alsbald völlig aus.<br />
Wie er so gar nicht mehr in die Zukunft sah, entging ihm eine Verschwörung, die von seinen Verbündeten gegen ihn ausgeheckt wurde.<br />
Seitdem scheut er die Öffentlichkeit und tut Buße in einem zurückgezogenen Bergkloster.</p>
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	<item>
		<title>Von: Ruhri</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2009/12/26/marmor-mental/comment-page-1/#comment-1159</link>
		<dc:creator>Ruhri</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Jan 2010 18:27:52 +0000</pubDate>
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		<description>Nö, ich kenn keine :-(
Vielleicht könnt Ihr mir mal eine vorstellen...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nö, ich kenn keine <img src='http://www.endoplast.de/wp-includes/images/smilies/icon_sad.gif' alt=':-(' class='wp-smiley' /><br />
Vielleicht könnt Ihr mir mal eine vorstellen&#8230;</p>
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	<item>
		<title>Von: Manfred Ganswindt</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2009/12/26/marmor-mental/comment-page-1/#comment-1155</link>
		<dc:creator>Manfred Ganswindt</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Jan 2010 13:41:24 +0000</pubDate>
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		<description>Natürlich. Du kennst doch bestimmt auch eine? Erzähl uns von ihr.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Natürlich. Du kennst doch bestimmt auch eine? Erzähl uns von ihr.</p>
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	<item>
		<title>Von: Ruhri</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2009/12/26/marmor-mental/comment-page-1/#comment-1141</link>
		<dc:creator>Ruhri</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jan 2010 11:08:58 +0000</pubDate>
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		<description>Boey, kennt ihr aber viele Wahrsagerinnen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Boey, kennt ihr aber viele Wahrsagerinnen.</p>
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	<item>
		<title>Von: Manfred Ganswindt</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2009/12/26/marmor-mental/comment-page-1/#comment-1124</link>
		<dc:creator>Manfred Ganswindt</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 22:56:40 +0000</pubDate>
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		<description>Ein Beispiel für eine Wahrsagerin, die Suratis Einwand ernst nahm, soll hier nicht fehlen:

Eine junge Wahrsagerin diagnostizierte die Zukunft aus frisch gepresstem Karottensaft. Sie war ein optimistisches Wesen und wollte nur frohe Botschaften anbieten. Deshalb verschwieg sie alles Leid, das sie sah und schmückte das Gute, von dem es in allen Zukunften immer weniger gab als vom Schlechten, blumig aus.
Als sie einem griesgrämigen Mann, dem in seinem Leben alles schiefgegangen war, wahrsagen sollte, konnte sie nicht das kleinste Schöne in seiner Zukunft finden, das sich mittels ihrer Ausschmückungen in eine motivierende Botschaft verwandeln lies. Seine Zukunft war so furchtbar, dass sie nicht hinschauen mochte. Dieses Schlechte wollte sie ihm niemals erzählen, denn er war schon geschlagen genug.
Der griesgrämige Mann war hartnäckig und bestand, denn er hatte nichts mehr zu verlieren, auf seiner Vorhersage. Er schwor, ihren Tisch nicht zu verlassen, bis sie ihm die Wahrheit über seine Zukunft sagte. Da sie dass nicht über sich brachte, hockten die beiden sich fortan im Wohnzimmer der Wahrsagerin gegenüber und schwiegen sich an, bis ihre Lebensmittel verbraucht waren. Dann ging es langsam mit beiden zu Ende.
&quot;Das habe ich nicht vorhergesehen&quot;, war der letzte Satz der Wahrsagerin.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beispiel für eine Wahrsagerin, die Suratis Einwand ernst nahm, soll hier nicht fehlen:</p>
<p>Eine junge Wahrsagerin diagnostizierte die Zukunft aus frisch gepresstem Karottensaft. Sie war ein optimistisches Wesen und wollte nur frohe Botschaften anbieten. Deshalb verschwieg sie alles Leid, das sie sah und schmückte das Gute, von dem es in allen Zukunften immer weniger gab als vom Schlechten, blumig aus.<br />
Als sie einem griesgrämigen Mann, dem in seinem Leben alles schiefgegangen war, wahrsagen sollte, konnte sie nicht das kleinste Schöne in seiner Zukunft finden, das sich mittels ihrer Ausschmückungen in eine motivierende Botschaft verwandeln lies. Seine Zukunft war so furchtbar, dass sie nicht hinschauen mochte. Dieses Schlechte wollte sie ihm niemals erzählen, denn er war schon geschlagen genug.<br />
Der griesgrämige Mann war hartnäckig und bestand, denn er hatte nichts mehr zu verlieren, auf seiner Vorhersage. Er schwor, ihren Tisch nicht zu verlassen, bis sie ihm die Wahrheit über seine Zukunft sagte. Da sie dass nicht über sich brachte, hockten die beiden sich fortan im Wohnzimmer der Wahrsagerin gegenüber und schwiegen sich an, bis ihre Lebensmittel verbraucht waren. Dann ging es langsam mit beiden zu Ende.<br />
&#8220;Das habe ich nicht vorhergesehen&#8221;, war der letzte Satz der Wahrsagerin.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Manfred Ganswindt</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2009/12/26/marmor-mental/comment-page-1/#comment-1123</link>
		<dc:creator>Manfred Ganswindt</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 22:51:59 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.endoplast.de/?p=4708#comment-1123</guid>
		<description>Wirklich, nicht jeder braucht Wahrsagereien.

Mein Schwager berichtete mir glaubhaft von einer Wahrsagerin, die auf den Halligen praktizierte. Dort lebten überschaubar wenige Menschen, die, jeder für sich, so wenig Zukunft hatten, dass die Wahrsagerin verarmte und Sozialhilfe beantragen musste.
In der Geschichte der Halligen, die traditionell auf Familienzusammenhalt und Nachbarschaftshilfe setzten, war sie die erste. Bis dahin bestand das Sozialamt, um formellen Anforderungen zu genügen, lediglich aus einem verwaisten Postfach. Für die Wahrsagerin hätte man nun ein eigenes Amt bauen müssen. Ein Gebäude errichten (oder kaufen oder enteignen), einen Beamten abstellen (die Abwesenheit von Beamten war aber der einzige vernünftige Grund, überhaupt auf den Halligen zu leben), bürokratische Hindernisse erfinden(wozu ein zweiter tüchtiger Beamter als Vorausgesetzter des ersten notwendig wurde). Darüber hinaus hätten die Einheimischen herauskriegen müssen, wo die ganzen Steuergelder eigentlich lagerten. Das war den Einheimischen zu viel.
In einem konspirativen Akt der Selbstjustiz konfiszierten sie der Wahrsagerin, als sie unbedacht unterwegs war, ihren Wohnungsschlüssel. Das nächste reguläre Landunter spülte die Wahrsagerin, die sich in kein Haus retten konnte, hinweg. Heute will sich niemand daran erinnern können, dass sie jemals dort gelebt hätte.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wirklich, nicht jeder braucht Wahrsagereien.</p>
<p>Mein Schwager berichtete mir glaubhaft von einer Wahrsagerin, die auf den Halligen praktizierte. Dort lebten überschaubar wenige Menschen, die, jeder für sich, so wenig Zukunft hatten, dass die Wahrsagerin verarmte und Sozialhilfe beantragen musste.<br />
In der Geschichte der Halligen, die traditionell auf Familienzusammenhalt und Nachbarschaftshilfe setzten, war sie die erste. Bis dahin bestand das Sozialamt, um formellen Anforderungen zu genügen, lediglich aus einem verwaisten Postfach. Für die Wahrsagerin hätte man nun ein eigenes Amt bauen müssen. Ein Gebäude errichten (oder kaufen oder enteignen), einen Beamten abstellen (die Abwesenheit von Beamten war aber der einzige vernünftige Grund, überhaupt auf den Halligen zu leben), bürokratische Hindernisse erfinden(wozu ein zweiter tüchtiger Beamter als Vorausgesetzter des ersten notwendig wurde). Darüber hinaus hätten die Einheimischen herauskriegen müssen, wo die ganzen Steuergelder eigentlich lagerten. Das war den Einheimischen zu viel.<br />
In einem konspirativen Akt der Selbstjustiz konfiszierten sie der Wahrsagerin, als sie unbedacht unterwegs war, ihren Wohnungsschlüssel. Das nächste reguläre Landunter spülte die Wahrsagerin, die sich in kein Haus retten konnte, hinweg. Heute will sich niemand daran erinnern können, dass sie jemals dort gelebt hätte.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Ralf Wasselowski</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2009/12/26/marmor-mental/comment-page-1/#comment-1122</link>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 21:40:06 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.endoplast.de/?p=4708#comment-1122</guid>
		<description>Da hast Du Recht. Daran zeigt sich generell die Krux an Vorhersagen. Sind sie positiv, beflügeln sie, sind sie negativ, können sie verhindern oder demotivieren.

Am besten, man kennt die Zukunft nicht. So besteht immer Hoffnung. Eine kluge Wahrsagerin ist vermutlich sowieso eher intuitive Einfühlerin und Psychologin...?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Da hast Du Recht. Daran zeigt sich generell die Krux an Vorhersagen. Sind sie positiv, beflügeln sie, sind sie negativ, können sie verhindern oder demotivieren.</p>
<p>Am besten, man kennt die Zukunft nicht. So besteht immer Hoffnung. Eine kluge Wahrsagerin ist vermutlich sowieso eher intuitive Einfühlerin und Psychologin&#8230;?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Surati</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2009/12/26/marmor-mental/comment-page-1/#comment-1120</link>
		<dc:creator>Surati</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 19:45:16 +0000</pubDate>
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		<description>Ich kannte einmal eine Wahrseherin, die hat sich gefragt, wer denn was davon hat, wenn sie ihm die Wahrheit sagt. Wer will denn die Wahrheit wissen? Ihr etwa? Klar, wenn sie sagt, &quot;super was du machst&quot;, stört sie das nicht, aber was, wenn sie sagt: &quot;du wirst das, was du willst, nicht kriegen&quot;. Gbst du es dann auf? Und wenn ja, hast Du es dann wirklich gewollt? Wer sagt schließlich, dass sie die Wahrheit sagt? Oder wie bei den alten Griechen: &quot;Du wirst Deinen Vater umbringen&quot;. Bekanntlich war der Versuch dem auszuweichen, tödlich für Papa. Deshalb hat sie ihre Wahrheit für sich behalten und starb verarmt. :)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kannte einmal eine Wahrseherin, die hat sich gefragt, wer denn was davon hat, wenn sie ihm die Wahrheit sagt. Wer will denn die Wahrheit wissen? Ihr etwa? Klar, wenn sie sagt, &#8220;super was du machst&#8221;, stört sie das nicht, aber was, wenn sie sagt: &#8220;du wirst das, was du willst, nicht kriegen&#8221;. Gbst du es dann auf? Und wenn ja, hast Du es dann wirklich gewollt? Wer sagt schließlich, dass sie die Wahrheit sagt? Oder wie bei den alten Griechen: &#8220;Du wirst Deinen Vater umbringen&#8221;. Bekanntlich war der Versuch dem auszuweichen, tödlich für Papa. Deshalb hat sie ihre Wahrheit für sich behalten und starb verarmt. <img src='http://www.endoplast.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Ralf Wasselowski</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2009/12/26/marmor-mental/comment-page-1/#comment-1117</link>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 19:09:16 +0000</pubDate>
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		<description>Ich bin sehr froh, dass diese letzte Wendung ohne Verarmung auskommt.

Das Mechanikpüppchen ist ein Minikuckuck, der aus einer Kucksuhr herausfährt, zu jeder vollen Stunde, also leider nur 24 mal am Tag.

Mir ist noch eingefallen, dass ich tatsächlich mal eine Hellseherin kannte, die arbeitete bei Bonn. Sie las ebenfalls die Zukunft aus Eis oder Schnee, war organisatorisch nach einer Anlaufphase auch nicht das Problem. Das Problem war, dass sie nicht sicher war, ob ihre Vorhersagen eintrafen. Jedesmal nach einer Sitzung war sie bis in ihre Grundfesten zutiefst verunsicht und darüber, dass sie so verunsichert war, zutiefst erschüttert, was sie in Umtrünken in der Eckkneipe &quot;Zur Boje&quot; wegtrank.

Dann, eines Tages - sie war im Urlaub in Spanien - saß sie alleine an einem Sanstrand und ließ den Sand durch die Finger rieseln. Da bemerkte sie, dass hinter dem rieselnden Sand diffuse Bilder auftauchten. Wenn der Sand zuende gerieselt war, waren auch die Bilder weg. Sie widerholte dies immer und immer wieder und bemerkte, dass die Bilder die Zukunft dessen zeigten, an den sie gerade gedacht hatte. Dies stärkte ihr Selbstbewußtsein ins schier Unermessliche.

Nach ihrem Urlaub, war die Umstellung von Eis auf Sand für ihre Kundschaft ein Kulturschock, der vielerorts therapeuthisch aufzufangen war. Auch geriet sie, die Jahre lang behauptet hatte, nur das Eis sei der Weggefährte der Wahrheit, in Erklärungsnot. Dies war eine absurde Situation, denn nun sah sioe die Zukunft tatsächlich und war sich dessen auch sicher, aber die Kunden glaubten ihr nicht mehr. Die Feindseligkeit ihrer Kundschaft machte sie depressiv, die Visionen des rieselnden Sandes blieben aus.

Auf dem Tiefpunkt griff sie ein letztes Mal in ihre Sandschatulle und ließ den Sand für ihre eigene Zukunft rieseln. Darin wurde sie gewahr, dass sie in der nächsten Woche, um sich abzusichern, all ihr schlecht verzinstes Geld von ihren Sparbüchern und Festgeldkonten abheben würde, um es in hochverzinsliche aber risikobehaftete Wertpapiere zu stecken. Sie sah durch den Sand hindurch eine Weltwirtschaftskrise heraufziehen, sah sich ihr gesamtes Vermögen verlieren und vollends dem Alkoholismus verfallen.

Da sprang sie auf, kaufte für ihr gesamtes Vermögen Gold, fuhr damit zu einer Goldscheideanstalt, ließ alles Gold einschmelzen und in einem geheimen Spezialverfahren aus dem gesamten Goldbestand Garn knüpfen. Aus diesem Garn knüpfte sie sich eine Matratze. Sie hatte in einer weiteren Vorhersage gesehen, dass ein Einbrecher in ihre Wohnung gelangen und unter der Matratze nach Geld suchen, nicht aber bemerken würde, dass die Matzatze selbst ihr Reichtum war.

Immmer wenn sie Geld brauchte, zog sie an einem Faden, spulte ihn auf eine Rolle und verkaufte sie. So lebte sie bis an ihr Lebensende wohlhabend und abstinent.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin sehr froh, dass diese letzte Wendung ohne Verarmung auskommt.</p>
<p>Das Mechanikpüppchen ist ein Minikuckuck, der aus einer Kucksuhr herausfährt, zu jeder vollen Stunde, also leider nur 24 mal am Tag.</p>
<p>Mir ist noch eingefallen, dass ich tatsächlich mal eine Hellseherin kannte, die arbeitete bei Bonn. Sie las ebenfalls die Zukunft aus Eis oder Schnee, war organisatorisch nach einer Anlaufphase auch nicht das Problem. Das Problem war, dass sie nicht sicher war, ob ihre Vorhersagen eintrafen. Jedesmal nach einer Sitzung war sie bis in ihre Grundfesten zutiefst verunsicht und darüber, dass sie so verunsichert war, zutiefst erschüttert, was sie in Umtrünken in der Eckkneipe &#8220;Zur Boje&#8221; wegtrank.</p>
<p>Dann, eines Tages &#8211; sie war im Urlaub in Spanien &#8211; saß sie alleine an einem Sanstrand und ließ den Sand durch die Finger rieseln. Da bemerkte sie, dass hinter dem rieselnden Sand diffuse Bilder auftauchten. Wenn der Sand zuende gerieselt war, waren auch die Bilder weg. Sie widerholte dies immer und immer wieder und bemerkte, dass die Bilder die Zukunft dessen zeigten, an den sie gerade gedacht hatte. Dies stärkte ihr Selbstbewußtsein ins schier Unermessliche.</p>
<p>Nach ihrem Urlaub, war die Umstellung von Eis auf Sand für ihre Kundschaft ein Kulturschock, der vielerorts therapeuthisch aufzufangen war. Auch geriet sie, die Jahre lang behauptet hatte, nur das Eis sei der Weggefährte der Wahrheit, in Erklärungsnot. Dies war eine absurde Situation, denn nun sah sioe die Zukunft tatsächlich und war sich dessen auch sicher, aber die Kunden glaubten ihr nicht mehr. Die Feindseligkeit ihrer Kundschaft machte sie depressiv, die Visionen des rieselnden Sandes blieben aus.</p>
<p>Auf dem Tiefpunkt griff sie ein letztes Mal in ihre Sandschatulle und ließ den Sand für ihre eigene Zukunft rieseln. Darin wurde sie gewahr, dass sie in der nächsten Woche, um sich abzusichern, all ihr schlecht verzinstes Geld von ihren Sparbüchern und Festgeldkonten abheben würde, um es in hochverzinsliche aber risikobehaftete Wertpapiere zu stecken. Sie sah durch den Sand hindurch eine Weltwirtschaftskrise heraufziehen, sah sich ihr gesamtes Vermögen verlieren und vollends dem Alkoholismus verfallen.</p>
<p>Da sprang sie auf, kaufte für ihr gesamtes Vermögen Gold, fuhr damit zu einer Goldscheideanstalt, ließ alles Gold einschmelzen und in einem geheimen Spezialverfahren aus dem gesamten Goldbestand Garn knüpfen. Aus diesem Garn knüpfte sie sich eine Matratze. Sie hatte in einer weiteren Vorhersage gesehen, dass ein Einbrecher in ihre Wohnung gelangen und unter der Matratze nach Geld suchen, nicht aber bemerken würde, dass die Matzatze selbst ihr Reichtum war.</p>
<p>Immmer wenn sie Geld brauchte, zog sie an einem Faden, spulte ihn auf eine Rolle und verkaufte sie. So lebte sie bis an ihr Lebensende wohlhabend und abstinent.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Manfred Ganswindt</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2009/12/26/marmor-mental/comment-page-1/#comment-1110</link>
		<dc:creator>Manfred Ganswindt</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 15:40:19 +0000</pubDate>
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		<description>Und von den Männern konnte auch nur jeweils einer in die Zukunft (oder Vergangenheit?) sehen. So selten ist das nicht, wie folgende Anekdote bestätigt:

Eine Hellseherin, die ich mal gut kannte, las aus dem frisch gefallenen Schnee. Ursprünglich war das ein gutes Konzept. Im Winter hart arbeiten, im Sommer ausspannen. Da einerseits immer seltener Schnee in unseren Breitengraden zu liegen kam und andererseits ihre Klienten es vorzogen, es in gut beheizten Räumen geweissagt zu bekommen, floh sie nach Alaska.

Dort wurde sie, durchfroren und ohne Proviant, von Eskimos gerettet und in einem Iglo aufgenommen. Zuerst lernte sie, mit blossen Fingern Fische aus ins Eis geschlagenen Löchern zu schnappen. Dann, Fische auszunehmen. Dann, Fische zu garen ohne dass das Iglo schmolz. Schließlich erfuhr sie, wie man in den Grätenresten der Mahlzeit die Zukunft fand. So wurde das in jedem Iglo betrieben. Für sie aber war die folkloristische Verbreitung der Weissagungskompetenz so eine Enttäuschung, dass sie die Hellseherei aufgab. Sie zog dort wieder weg und redetet nur noch schlecht über Eskimos, weswegen sie für Schrullig gehalten wurde. Aus diesem Grund flog sie schnell aus jedem Job, egal ob als Würstchenverkäuferin oder Maniküre.

Heute soll sie als böse Hexe im Schongauer Märchenwald arbeiten. Dort ersetzt sie ein in die Jahre gekommenes Mechanikpüpchen und spricht dreißig mal am Tag den selben Satz. Ich weiß nicht, ob das stimmt, war selbst noch nicht dort.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Und von den Männern konnte auch nur jeweils einer in die Zukunft (oder Vergangenheit?) sehen. So selten ist das nicht, wie folgende Anekdote bestätigt:</p>
<p>Eine Hellseherin, die ich mal gut kannte, las aus dem frisch gefallenen Schnee. Ursprünglich war das ein gutes Konzept. Im Winter hart arbeiten, im Sommer ausspannen. Da einerseits immer seltener Schnee in unseren Breitengraden zu liegen kam und andererseits ihre Klienten es vorzogen, es in gut beheizten Räumen geweissagt zu bekommen, floh sie nach Alaska.</p>
<p>Dort wurde sie, durchfroren und ohne Proviant, von Eskimos gerettet und in einem Iglo aufgenommen. Zuerst lernte sie, mit blossen Fingern Fische aus ins Eis geschlagenen Löchern zu schnappen. Dann, Fische auszunehmen. Dann, Fische zu garen ohne dass das Iglo schmolz. Schließlich erfuhr sie, wie man in den Grätenresten der Mahlzeit die Zukunft fand. So wurde das in jedem Iglo betrieben. Für sie aber war die folkloristische Verbreitung der Weissagungskompetenz so eine Enttäuschung, dass sie die Hellseherei aufgab. Sie zog dort wieder weg und redetet nur noch schlecht über Eskimos, weswegen sie für Schrullig gehalten wurde. Aus diesem Grund flog sie schnell aus jedem Job, egal ob als Würstchenverkäuferin oder Maniküre.</p>
<p>Heute soll sie als böse Hexe im Schongauer Märchenwald arbeiten. Dort ersetzt sie ein in die Jahre gekommenes Mechanikpüpchen und spricht dreißig mal am Tag den selben Satz. Ich weiß nicht, ob das stimmt, war selbst noch nicht dort.</p>
]]></content:encoded>
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