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	<title>Kommentare zu: William Gaines: Der Larry Flint der Sprechblasen</title>
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	<description>Die schräge Welt</description>
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		<title>Von: Ralf Wasselowski</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2010/06/20/william-gaines-der-larry-flint-der-sprechblasen/comment-page-1/#comment-2608</link>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 07:45:23 +0000</pubDate>
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		<description>Es gibt Trivialromane in Form von Heftchen, so genannte Groschenromane. Vom Medium her ist das blöd-verdummend. Niemand würde auf die Idee kommen zu sagen, &quot;Die meisten Groschenromane sind infantil&quot;, weil die natürlich komplett blöde sind.
Bei Comics ist das so ähnlich, zumindest bei den Comicheften. Wenn Du Dir mal vor Augen führst, dass ein ganzes Verlagsprogramm aus Horror und Superhelden besteht, dann kann es einem nur grausen. Und jetzt kommt&#039;s: Die Superheldencomics haben nun die Filmindustrie nahhaltig infiziert. Vorher gab es nur hin und wieder mal einen schlecht gemachten Superheldenfilm, nun gibt es die zuhauf.
Ich will sagen: Es gibt beträchtliche Unterschiede zwischen Film, Comic und BUch. Auch Qualitäts-Unterswchiede. Das kann man nicht über einen Kamm scheren. Sicher ist das meiste in Massenmärkten vollidiotisch. Aber bei den Comics ist es ganz besonders schlimm.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Trivialromane in Form von Heftchen, so genannte Groschenromane. Vom Medium her ist das blöd-verdummend. Niemand würde auf die Idee kommen zu sagen, &#8220;Die meisten Groschenromane sind infantil&#8221;, weil die natürlich komplett blöde sind.<br />
Bei Comics ist das so ähnlich, zumindest bei den Comicheften. Wenn Du Dir mal vor Augen führst, dass ein ganzes Verlagsprogramm aus Horror und Superhelden besteht, dann kann es einem nur grausen. Und jetzt kommt&#8217;s: Die Superheldencomics haben nun die Filmindustrie nahhaltig infiziert. Vorher gab es nur hin und wieder mal einen schlecht gemachten Superheldenfilm, nun gibt es die zuhauf.<br />
Ich will sagen: Es gibt beträchtliche Unterschiede zwischen Film, Comic und BUch. Auch Qualitäts-Unterswchiede. Das kann man nicht über einen Kamm scheren. Sicher ist das meiste in Massenmärkten vollidiotisch. Aber bei den Comics ist es ganz besonders schlimm.</p>
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		<title>Von: Christopher Dröge</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2010/06/20/william-gaines-der-larry-flint-der-sprechblasen/comment-page-1/#comment-2605</link>
		<dc:creator>Christopher Dröge</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 12:13:56 +0000</pubDate>
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		<description>Die Idee für den Film gehört tatsächlich zu denen, die bereits seit Jahren durch den Äther schwirren und nicht darüber hinaus kommen. Allerdings scheint John Landis die Sache recht stur zu verfolgen, was mich vorsichtig optimistisch sein läßt.
Was Gaines angeht, so ist  &quot;ehrenwert&quot; wohl keine passende Umschreibung, das hätte ich vielleicht noch etwas deutlicher machen können. Ich hab ihn eben als Protagonist eines fiktiven Films beschrieben, da nimmt man ja auch automatisch eine Perspektive ein.  Der historische Gaines ist sicher etwas ambivalenter zu sehen. Natürlich war er Geschäftsmann (und kein Künstler) der in erster Linie Geld verdienen wollte, und auch sein Widerstand gegen die Zensur war dem Umstand geschuldet, dass er das auch weiterhin tun wollte. Aber genau das finde ich faszinierend, dass er sich aus eigennützigen Motiven für eine Sache einsetzte, die darüber hinausging. Das macht seine Ambivalenz für mich aus und die müsste auch in einer möglichen Verfilmung raus kommen.
Und natürlich ist es richtig, dass die meisten Comics infantiler, kommerzieller Mist sind. Das sind die meisten Filme aber auch. Und, das verdrängt man gerne, die meisten Bücher auch (man muss sich nur mal in den großen Buchläden die Massen von Twilight-Plagiaten, Fließband-Krimis und VOLLIDIOT-Fortsetzungen ansehen). Überall ist es so, dass Schund die Qualität überwiegt. Comics haben sich möglicherweise noch nicht so weit von ihren Wurzeln als kommerzielles Massenprodukt entwickelt wie andere Kunstformen, auch weil diese Entwicklung noch nicht so lang ist. Trotzdem denke ich, dass &quot;Comic&quot; ebenso wie Literatur und Film ein künstlerisches Medium ist, das für sich genommen wertneutral betrachtet werden sollte.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Idee für den Film gehört tatsächlich zu denen, die bereits seit Jahren durch den Äther schwirren und nicht darüber hinaus kommen. Allerdings scheint John Landis die Sache recht stur zu verfolgen, was mich vorsichtig optimistisch sein läßt.<br />
Was Gaines angeht, so ist  &#8220;ehrenwert&#8221; wohl keine passende Umschreibung, das hätte ich vielleicht noch etwas deutlicher machen können. Ich hab ihn eben als Protagonist eines fiktiven Films beschrieben, da nimmt man ja auch automatisch eine Perspektive ein.  Der historische Gaines ist sicher etwas ambivalenter zu sehen. Natürlich war er Geschäftsmann (und kein Künstler) der in erster Linie Geld verdienen wollte, und auch sein Widerstand gegen die Zensur war dem Umstand geschuldet, dass er das auch weiterhin tun wollte. Aber genau das finde ich faszinierend, dass er sich aus eigennützigen Motiven für eine Sache einsetzte, die darüber hinausging. Das macht seine Ambivalenz für mich aus und die müsste auch in einer möglichen Verfilmung raus kommen.<br />
Und natürlich ist es richtig, dass die meisten Comics infantiler, kommerzieller Mist sind. Das sind die meisten Filme aber auch. Und, das verdrängt man gerne, die meisten Bücher auch (man muss sich nur mal in den großen Buchläden die Massen von Twilight-Plagiaten, Fließband-Krimis und VOLLIDIOT-Fortsetzungen ansehen). Überall ist es so, dass Schund die Qualität überwiegt. Comics haben sich möglicherweise noch nicht so weit von ihren Wurzeln als kommerzielles Massenprodukt entwickelt wie andere Kunstformen, auch weil diese Entwicklung noch nicht so lang ist. Trotzdem denke ich, dass &#8220;Comic&#8221; ebenso wie Literatur und Film ein künstlerisches Medium ist, das für sich genommen wertneutral betrachtet werden sollte.</p>
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		<title>Von: Ralf Wasselowski</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2010/06/20/william-gaines-der-larry-flint-der-sprechblasen/comment-page-1/#comment-2594</link>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 10:45:49 +0000</pubDate>
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		<description>Ein interessantes Thema, das gut in die augenblickliche Entwicklung passt, bei der Comics das Futter der Filmindustrie geworden sind. Und sehr bemerkenswert geschrieben!

Ist die Frage, ob es diesen Film tatsächlich bald geben wird. Viele Ideen für Drehbücher wandern ja Jahrzehnte durch die Filmindustrie und werden nichts. Allerdings ist, wie Du ja sagst, die Zeit langsam reif für den Comicmacher als Kulturschaffenden. Und das Leben Gaines&#039; gibt ja einiges her.

Es gibt ein Buch von Michael Chabon (&quot;Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier und Clay&quot;), das 2002 erschienen ist und auch ganz gut die Gründerzeit der Comics beleuchtet. Es geht darin, soweit ich mich entsinnen kann, um Jack Kirby und Will Eisner und deren Anfänge.

Zu Comics als ernstzunehmendem Gegenstand: Die meisten Comics sind Kinderkram. Man darf nicht vergessen, dass viele Comics davon leben, mit plumper Gewaltverherrlichung Kasse zu machen. Ich bin dagegen, Comics zu glorifizieren. Gaines wollte ebenfalls Kasse machen. Dafür hat er trotz aller innovativer Herangehensweisen und trotz des Umstandes, dass für ihn hervorragende Leute gearbeitet haben, die üblichen Trivialisierungsschalter gedrückt. Larry Flint ist diesbezüglich eine Potenzierung, mit Mist Geld zu machen. Man muß den ehrenwerten Anspruch, den Gaines hatte, seine Modernität und seine fortschrittlichen politischen Ansichten davon trennen, dass er als Unternehmer z.T. Schund produziert hat, um Kasse zu machen.

Comics als Kulturform sind inzwischen zwar erwachsen geworden aber sie bewegen sich mehrheitlich natürlich immer noch in einem infantilen Kommerzstrudel, der Besseres auf breiter Front verhindert. Das schadet ihrem Image und läßt sie weiterhin kulturell minderwertig erscheinen. Leider ist an den Vorurteilen über Comics etwas Wahres dran. Wolfgang J. Fuchs hat in seinem Buch &quot;Comics&quot; festgestellt, dass es wohl unheimlich schwierig ist, Anspruchsvolles für Kinder zu produzieren, ich erweitere das um &quot;anspruchsvolle Unterhaltung&quot; - auch für ältere Leser. Der Markt ist andererseits überschwemmt mit so genannten Erwachsenencomics, die einen elitär-künstlerischen Anspruch haben, der zum Teil auch wieder lächlich ist, weil da manchmal &quot;Langeweile&quot; mit &quot;Anspruch&quot; verwechselt wird.

Gaines war irgendwie einer der Wegbereiter anspruchsvoller Unterhaltung, andererseits war er Geschäftsmann, der Gewaltdarstellungen genutzt hat, um sein Portemonnaie aufzufüllen. Ist das ehrenwert?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ein interessantes Thema, das gut in die augenblickliche Entwicklung passt, bei der Comics das Futter der Filmindustrie geworden sind. Und sehr bemerkenswert geschrieben!</p>
<p>Ist die Frage, ob es diesen Film tatsächlich bald geben wird. Viele Ideen für Drehbücher wandern ja Jahrzehnte durch die Filmindustrie und werden nichts. Allerdings ist, wie Du ja sagst, die Zeit langsam reif für den Comicmacher als Kulturschaffenden. Und das Leben Gaines&#8217; gibt ja einiges her.</p>
<p>Es gibt ein Buch von Michael Chabon (&#8220;Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier und Clay&#8221;), das 2002 erschienen ist und auch ganz gut die Gründerzeit der Comics beleuchtet. Es geht darin, soweit ich mich entsinnen kann, um Jack Kirby und Will Eisner und deren Anfänge.</p>
<p>Zu Comics als ernstzunehmendem Gegenstand: Die meisten Comics sind Kinderkram. Man darf nicht vergessen, dass viele Comics davon leben, mit plumper Gewaltverherrlichung Kasse zu machen. Ich bin dagegen, Comics zu glorifizieren. Gaines wollte ebenfalls Kasse machen. Dafür hat er trotz aller innovativer Herangehensweisen und trotz des Umstandes, dass für ihn hervorragende Leute gearbeitet haben, die üblichen Trivialisierungsschalter gedrückt. Larry Flint ist diesbezüglich eine Potenzierung, mit Mist Geld zu machen. Man muß den ehrenwerten Anspruch, den Gaines hatte, seine Modernität und seine fortschrittlichen politischen Ansichten davon trennen, dass er als Unternehmer z.T. Schund produziert hat, um Kasse zu machen.</p>
<p>Comics als Kulturform sind inzwischen zwar erwachsen geworden aber sie bewegen sich mehrheitlich natürlich immer noch in einem infantilen Kommerzstrudel, der Besseres auf breiter Front verhindert. Das schadet ihrem Image und läßt sie weiterhin kulturell minderwertig erscheinen. Leider ist an den Vorurteilen über Comics etwas Wahres dran. Wolfgang J. Fuchs hat in seinem Buch &#8220;Comics&#8221; festgestellt, dass es wohl unheimlich schwierig ist, Anspruchsvolles für Kinder zu produzieren, ich erweitere das um &#8220;anspruchsvolle Unterhaltung&#8221; &#8211; auch für ältere Leser. Der Markt ist andererseits überschwemmt mit so genannten Erwachsenencomics, die einen elitär-künstlerischen Anspruch haben, der zum Teil auch wieder lächlich ist, weil da manchmal &#8220;Langeweile&#8221; mit &#8220;Anspruch&#8221; verwechselt wird.</p>
<p>Gaines war irgendwie einer der Wegbereiter anspruchsvoller Unterhaltung, andererseits war er Geschäftsmann, der Gewaltdarstellungen genutzt hat, um sein Portemonnaie aufzufüllen. Ist das ehrenwert?</p>
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