Hand-Werk. Lindsey Buckingham, der „Musical Director“ der inzwischen 43 Jahre alten Rockband „Fleetwood Mac“, äußerst fingerfertig beim „Gitarren-Test“ für den Hersteller Gibson. Zu hören ist der Band-Song „Big Love“ auf einer Gibson „Les Paul“. Man sieht, wie virtuos der Gitarist ist. Darüber hinaus hat er Fleetwood Mac als Songschreiber, Produzent, Arrangeur und Sänger mit geprägt. Wird es bald ein neues Fleetwood-Studio-Album geben? Und falls ja, würde es endlich wieder ein gutes Album werden? Weitere Videos von Fleetwood Mac auf Endoplast: /1/2/3/4/5/Kommentieren.
Mainstream-Krankheiten. Hier ist nur der Gesang von „Go Your Own Way“ zu hören. Dabei tritt hervor wie ausdrucksstark Lindsey Buckingham vorträgt und wie der Backing-Chor arrangiert ist. 1982 erschien mit einem Abstand von drei Jahren auf „Tusk“ das Album „Mirage“, das wieder auf Platz 1 der US-Album-Charts landete. Nach weiteren 5 Jahren, 1987 erschien „Tango In The Night“. Beiden Alben fehlen Kraft, Esprit und daher der Wille zur Weiterentwicklung. Auch die Song-Ideen und das Song-Writing sind nicht mehr zwingend, auch wenn „Tango In The Night“ mit „Big Love“ einen veritablen Hit mit exquisitem Gitarrenspiel enthielt. Anstatt dessen waren die LP’s perfekt und überproduziert. Anstelle der emphatischen Kraft der Gefühle trat eine glatte Oberfläche. Es zeigte sich langsam die dunkle Seite des Mainstream. Danach verließ Mastermind Lindsey Buckingham die Band und wurde durch zwei neue Mitglieder ersetzt. Doch das Album „Behind The Mask“ von 1990 war nur noch flach und völlig uninspiriert. Fünf Jahre später kam das letzte Album „Time“ in der Besetzung und scheiterte auch in den Hitparaden. Buckingham und Nicks kehrten zurück, es erschien 2003 das Album „Say You Will“, das es bis auf Platz 3 der Billboard-Charts in den USA schaffte. Fleetwood Mac gehen nach wie vor auf Tour. Die Band-Geschichte scheint noch nicht beendet. Weitere Videos von Fleetwood Mac auf Endoplast: /1/2/3/4/6/Kommentieren.
Erfolgs-Geschichten. Zu sehen sind zwei Auftritte von Stevie Nicks und Lindsey Buckingham 1998 in der David Letterman-Show mit den Stücken „Big Love“ und „Landslide“ in einer akustischen Version. Fleetwood Mac war 1975 von Stevie Nicks und Lindsey Buckingham, dem jungen und vorher monetär nicht sehr erfolgreichen Paar, zum heißesten Mainstream-Act befördert worden. 1977 kam als zweites Fleetwood-Mac-Album unter ihrer Ägide „Rumours“ auf den Markt. Das Album wurde zum damaligen Zeitpunkt zur meistverkauften Rock-LP aller Zeiten (bis 2003 19 Millionen Exemplare in den USA, bis heute weltweit über 40 Millionen Exemplare. Das Vorgängeralbum hatte 4,5 Millionen verkauft). Dies wurde im übrigen durch einen nie gekannten Werbeaufwand möglich aber auch durch die Singles „Don’t Stop“, geschrieben von Christine McVie, und „Go Your Own Way“ von Lindsey Buckingham. Obwohl Christine McVie und Stevie Nicks die Haupt-Songschreiber waren, schuf Lindsey Buckingham mit „Go Your Own Way“ die Hymne des Albums. Beide Paare – Christine und John McVie sowie Stevie Nicks und Lindsey Buckingham – trennten sich. Wegen den im Musik-Business üblichen Drogen-Problemen, den Auswüchsen des Medien-Hypes und dem Erfolgs-Druck wurde die Zusammenarbeit immer schwieriger. Dem zum Trotz erschien 1979 das Doppelalbum „Tusk“, das viele für das beste der Triologie halten. Es experimentierte sowohl mit längeren Songformaten als auch mit den Sounds und wurde in den USA zunächst „nur“ 2 Millionen Mal verkauft, war dafür aber in Europa erfolgreicher. Lindsey Buckingham schrieb fast die Hälfte des Materials und avancierte spätestens mit diesem Album zum westcoastorientierten Meister des Mainstream-Rock. Das Songwriting blieb auf dem gleichen hohen Niveau wie die Vorgänger-Alben. Während vor allem „Rumours“ noch schnelle Stücke mit viel Kraft hatte, wurde „Tusk“ ruhiger, epischer und balladenlastiger. Tusk war ungewöhnlich aufwendig und perfekt produziert, eine Tendenz, die Fleetwood Mac in Zukunft noch Probleme bereiten würde. Kommerziell hatten Fleetwood Mac offenbar ihren Zenit überschritten, nicht aber als kreative Kraft. Doch nach „Tusk“ begann ein ganz anderes Kapitel in der wechselvollen Geschichte der Band. Weitere Videos von Fleetwood Mac auf Endoplast: /1/2/3/5/6/Kommentieren.
Leistungs-Schau. Zu sehen ist hier eine zweite Version des von Lindsey Buckingham geschriebenen und gesungenen Hits „Go Your Own Way“ von 1977. Auf der großen Erfolgswelle begannen „Fleetwood Mac“ bereits 1975 zu reiten. Das Album „Fleetwood Mac“ wurde zur Nummer 1 in den amerikanischen Charts und alle drei Singles waren hoch platziert. Einer, „Over My Head“, wurde von Christine McVie geschrieben, die beiden anderen „Say You Love Me“ und „Landslide“ von Stevie Nicks. Für die damalige Zeit waren zwei Frauen als die kreativen Köpfe einer Band ein absolutes Novum. Als dritter Songschreiber hatte Lindsey Buckingham ebenfalls paritätisch Lieder zum Album beigesteuert. Während in der Folgezeit Femme Fatale Stevie Nicks immer mehr zur Frontfrau in der öffentlichen Wahrnehmung avancierte (mit Mick Fleetwood zusammen zierte sie elfengleich manches Plattencover oder Promofoto), rückte Christine McVie auch bezüglich der Bühnenpräsenz in den Hintergrund und Buckingham avancierte nach und nach zum musikalischen Mastermind, der schrieb, arrangierte, produzierte und zusammen mit seinem unverwechselbaren Gesang und Gitarrenspiel den Sound der Band bestimmte. Dennoch: Kaum eine Band in der Rockgeschichte leistete sich drei eigene Komponisten und drei Stimmen parallel. Die Vielfalt und interne Konkurrenz um den besten Song trugen aber Früchte und schlugen sich in der musikalischen Qualität nieder. Indes waren Fleetwood Mac mit dem gleichnamigen Album im Mainstream angekommen und leisteten sich nicht mehr musikalischen Experimente wie mit Bob Welch. Das Album „Fleetwood Mac“ wurde ein Millionen-Seller und bildete doch nur den Auftakt innerhalb einer Reihe dreier bemerkenswerter Alben. Weitere Videos von Fleetwood Mac auf Endoplast: /1/2/4/5/6/Kommentieren.
Super-Group. Ende der 60er Jahre waren Fleetwood Mac ein Top-Act der bluesinspirierten Rock-Musik gewesen. Nach dem Weggang von Bandleader Peter Green blieb die Band 1971 mit dem Album „Kiln House“ noch beim Blues-Rock und Verwandtem. Dann stieß Bob Welch als neues Bandmitglied zur Gruppe. Welch, der viel später zwei Alben lang mit der Gruppe „Paris“ für Furore sorgen und danach eine künstlerisch erfolgreiche Solokariere starten sollte, wurde bis 1974 (oder: fünf Alben lang) als Gitarrist und Songschreiber eine prägende Kraft des Fleetwood Mac-Sounds. Zeitgleich war Christine McView als Sängerin und Komponistin zur Band gestoßen. Etwas, was ab da zum Markenzeichen der Band wurde, manifestiete sich zu dieser Zeit: Fleetwood Mac war nicht mehr die Band eines einzelnen Musikers, der die Kreativ-Geschicke alleine beeinflußte, sondern hatte ab da mehrere Sänger und Komponisten. Bob Welch führte Fleetwood Mac mit eigenwilligen Kompositionen und komplexen Arrangements in Richtung des Progressive-Rock,Christine McVie schuf gradlinige und eingängige Melodien. Mit „Penguin“, dem letzten Album, an dem Bob Welch beteiligt war, kehrten Fleetwood Mac in teils neuer Besetzung noch einmal zum blusigen Rock zurück. 1975 begann dann die kommerziell erfolgreichste neue Phase. Gitarrist und Sänger Lindsey Buckingham und Sängerin Stevie Nicks, beide hervorragende Songschreiber, wurden – nachdem sie ein gutes aber kommerziell erfolgloses Album als Duo eingespielt hatten – von Mick Fleetwood angeheuert und leiteten eine leichtere und poppigere Phase ein, die zunächst bis 1987 andauern sollte. „Go Your Own Way“ wurde 1977 zur Hymne. Weitere Videos von Fleetwood Mac auf Endoplast: /1/3/4/5/6/Kommentieren.
Oh Well. Kaum eine Band hat so eine vielgestaltige Geschichte hinter sich wie „Fleetwood Mac“. Die Band um den Zwei-Meter-Mann und Drummer Mick Fleetwood und den Bassisten John McVie, die in den wechselnden Besetzungen die einzigen Konstanten bleiben sollten, hat sich während ihres langen Wirkens gleich mehrfach selbst erfunden, dabei sogar die Genres gewechselt und stets Besonderes geschaffen. Angefangen hatte es 1967, wie hier im Video von 1969 zu sehen, mit dem Gitaristen Peter Green, der vorher bei Blueslegende John Mayall Gitarre gespielt hatte und mit Fleetwood Mac zu einem spannungsreichen und schweren Blues-Rock fand. Das gipfelte in der 4. LP „Then Play On“, die Klassiker wie „Oh Well“ oder „Albatross“ enthielt. Auch „Black Magic Woman“, mit dem Carlos Santana später weltberümt werden sollte, stammte aus der Feder von Green und war zuerst auf der Platte von „Fleetwood Mac“ zu finden. Peter Green klinkte sich danach aus dem Business für fast ein Jahrzehnt vollständig aus. Er war – damals eine mitunter auftretende Zeiterscheinung – nicht mehr von einem LSD-Trip heruntergekommen und hatte psychische Probleme bekommen. Vorher hatte er jedoch noch 1970 das Soloalbum „The End of the Game“ aufgenommen. 1979 folgte „In the Skies“, danach viele weitere Alben bis heute. „Then Play On“ wurde ein Klassiker der ausklingenden Sixties-Rockmusik, Peter Green als ehemals genialischer Gitarrist und tragische Figur zur lebenden Legende. Weitere Videos von Fleetwood Mac auf Endoplast: /2/3/4/5/6/Kommentieren.
Bootslegs. Frauen und Schuhe, eine verhängnisvolle Affäre? „These Boots are made for Walkin’“ – einer der Pop-Klassiker der Sechziger Jahre, komponiert von Lee Hazlewood. Kommentieren.
Street Credibility.New Folk der Underdogs. Die amerikanische Band gibt’s vier Jahre. Sie hat Erfolg, weil sie ursprünglich ist. Der Musik hört man die Straße an. Nicht nur im Auto. Kommentieren.
Akustik-Bilder. „Tool“ gelten nicht nur als progressive Rock-Band. Bestandteil ihres Wirkens ist aber nicht nur die musikalische sondern auch die visuelle Seite. Tool-Gitarist Adam Jones ist ein versierter CGI-(Computer Generated Imagery)Spezialist, der beruflich eigentlich Special-Effects-Spezialist beim Film war. Gelernt hat er bei Stan Winston, der für Effekte und Kreaturen bei „Terminator“, „Jurassic Park“ oder „Predator“ verantwortlich zeichnete. Erstellt ist das Tool-Video in der Stop-Motion-Technik, bei der Figuren aus Knete oder anderen Materialien Bild für Bild bewegt werden – eine aufwendige und sehr langatmige Arbeit. Zugleich ist es eine Kooperation mit dem Künstler Alex Grey. Das letzte Album „10.000 Days“ bot darüber hinaus ein nie gesehenes, kunstverdächtiges Grafik-Design. Kommentieren.