Jobs-Center. (Achtung, leider hat das Video am Anfang zwei kleine Wiederholungsaussetzer. Lohnt sich aber trotzdem sehr. Innerhalb des weltweiten digitalen Lebens ist das vielleicht der wichtigste historische Moment.)  Zu sehen ist hier einer der legendären Vorträge des noch legendäreren damaligen Apple-CEO Steve Jobs, (der am 5. Oktober 2011 gestorben war). Wie immer ging es in der Veranstaltung um viel Eigenlob und quasireligiöse Hingabe an die Segnungen der Technik. Der perfekt organisierte Vortrags-Event stellte nicht nur das iPhone vor sondern transportierte unter permanenter Selbst-Belobigung die komplette Apple-Philosophie und alle ihre Leistungen. Aus der Luft gegriffen ist das alles jedoch nicht – erste grafische Benutzeroberfläche für den Massenmarkt, Erfindung des Desktop-Publishing, erster PC mit Maussteuerung, der iPod mit Trackwheel und weitere Design- und Benutzerinnovationen, man denke nur an das Transparent-Design des damaligen iMac, der das Produktdesign weltweit revolutionierte oder überhaupt an die All-in-One-Produktlinie dieses edlen Desktop-Computers bis zum heutigen Tage. 2007 also hat Jobs in San Francisco das erste iPhone vorstellt. Damit sollte er die digitale Welt noch einmal viel mehr als vorher umkrempeln. Bis dahin waren Smartphones mit recht kleinen Bildschirmen und physikalischen Tastaturen vorhanden, ein Klapphandy von Nokia z.B. vor allem aber der Black Berry. Jobs stellte das erste ausgereifte Smartphone mit Gestensteuerung vor, mit einem großen formatfüllenden Bildschirm, mit virtueller Tastatur und mit ganz neuen kommunikativen Möglichkeiten. In der Präsentation verkauft Jobs das iPhone als Dreifachgerät: Als Telefon, als Widescreen-iPod und als Internet Kommunikationsmaschine. Vor allem wurde damit das App-Konzept eingeführt, das softwaremäßig alles verändern sollte und in gewisser Weise heute das ganze Internet umgekrempelt hat. Das Smartphone ist inzwischen das weltweit weit verbreitsteste Kommunikationsmaschinchen und Vorläufer der Tablets. Es dient als universeller Taschencomputer der den persönlichen Freiheiten genauso dient wie der persönlichen Permanentüberwachung. Das Smartphone hat ganz neue ökonomische Modelle möglich gemacht und viele alte enden lassen. Es ist der Inbegriff der orwellschen Überwachung und übertrifft diese bei weitem und es hat den Menschen bezüglich der Erweiterung seiner Möglichkeiten noch enger mit der Technologie verschmolzen. Mal sehen, wer am Ende übrig bleibt. Kommentieren.