Deadpool ist in aller Munde. Der Film, der mit einem vergleichsweise geringen 58-Millionen-Dollar-Budget 780 Millionen Dollar eingespielt hat und dabei verschiedene Zuschauerzahl-Rekorde gebrochen hat, erscheint wie ein Befreiungsschlag in der pathetischen Superhelden-Film-Suppe. Vor allem die postmoderne Selbstironie toppt alles bisher dagewesene. Nichts wird mehr ernst genommen, weder Schauspielerkollegen wie Hugh Jackman noch Ryan Reynolds selbst, der Deadpool verkörpert und Witze über sich macht.
Wie immer ist der eigentliche Deadpool in den irrwitzigen Actionsequenzen oft ein Computerprodukt – Actionsequenzen, die ansonsten kaum zu drehen wären. Das kann man hier im Special-Efects-Video beispielhaft sehen.
Der Deadpool-Film ist durchsetzt mit Referenzen, Anspielungen und Zitaten aus anderen Filmen. Man kann ihn so auf der sprachlichen Ebene als eine Art Hypertext-Film ansehen. Hol‘ sie dir, Tiger! sagt ursprünglich in Spiderman Kirsten Dunst zu Tobey Maguire. Ein Angebot, das ihr nicht ablehnen könnt gemahnt an Marlon Brando in Der Pate, der dort gesagt hat: Ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. (Gemeint ist, dass er danach jemandem, den er umstimmen will, den abgeschnittenen Kopf seines Pferdes ins Bett legt.) Ich bin nur ein Junge, der vor einem Mädchen steht stammt aus dem Film Nottinghill und wird dort von Julia Roberts zu Hugh Grant gesagt. Der freundliche Pool aus der Nachbarschaft ist wieder ein Zitat aus Spiderman, als dort Tobey Maguire Die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft sagt. Mit einer Anspielung auf Hugh Jackman sagt Deadpool alias Ryan Reynolds über sich selbst, dass er dem Sexiest man alive … die Eier kraulen mußte, um einen eigenen Film zu bekommen. Hugh Jackman kommt an anderer Stelle im Film übrigens auch visuell als karikierte Zeichnung vor.