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	<title>endoplast.de &#187; Event</title>
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	<description>Die schräge Welt</description>
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		<title>Steve Jobs redet</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Dec 2011 10:23:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
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		<description><![CDATA[iSpeach. Apple-Gründer Steve Jobs, der nie zu ende studiert hat, an der Stanford University. Kommentieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/b1ozBKH4KKQ" frameborder="0" width="350" height="227"></iframe></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>iSpeach.</strong></span> Apple-Gründer Steve Jobs, der nie zu ende studiert hat, an der Stanford University. <a title="Klicken und kommentieren" href="http://www.endoplast.de/2011/12/26/steve-jobs-redet/" target="_blank">Kommentieren.</a></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F12%2F26%2Fsteve-jobs-redet%2F&amp;title=Steve%20Jobs%20redet" id="wpa2a_2"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Oktoberfest: Ein Selbstversuch im Dirndl</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 13:15:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Ward</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den 90er Jahren gab es eine TV-Serie mit dem klangvollen Namen „Zwei Münchner in Hamburg“. Uschi Glas und Elmar Wepper sorgten für Wohlfühlfernsehen, das bis heute unerreicht ist. So ähnlich stellte ich mir meinen Selbstversuch vor: „Eine Kölnerin auf dem Oktoberfest“. Von wegen Wohlfühlfernsehen&#8230; Als Wahlkölnerin sind mir tagelange Sauffeste mit schlechter Musik und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_oktoberfest_1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-19709" title="endoplast_oktoberfest_1" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_oktoberfest_1.jpg" alt="Oktoberfest München 2011" width="553" height="312" /></a><br />
</strong></p>
<p><span style="color: #800080;"><strong>In den 90er Jahren gab es eine TV-Serie mit dem klangvollen Namen „Zwei Münchner in Hamburg“. Uschi Glas und Elmar Wepper<span id="more-19708"></span> sorgten für Wohlfühlfernsehen, das bis heute unerreicht ist. So ähnlich stellte ich mir meinen Selbstversuch vor: „Eine Kölnerin auf dem Oktoberfest“. Von wegen Wohlfühlfernsehen&#8230;</strong></span></p>
<p>Als Wahlkölnerin sind mir tagelange Sauffeste mit schlechter Musik und sinnlosen Kostümen durchaus geläufig. Ich kann da eine Menge Spaß haben. Der Spaß vergeht beim Oktoberfest aber schon beim Anziehen. Ich kann zwar nicht sagen, ob so eine Lederhos’n juckt und kneift, aber in einem Dirndl bekommt der Begriff „Atemfreiheit“ noch mal eine ganz neue Dimension. Spätestens nach 15 Minuten Dirndl hat das Gehirn einen Zustand erreicht, den ich als Ungeübte für einen kostenlosen LSD-Trip halte.</p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/2011/09/29/oktoberfest-ein-selbstversuch-im-dirndl/endoplast_oktoberfest_2/" rel="attachment wp-att-19710"><img class="alignnone size-full wp-image-19710" title="endoplast_oktoberfest_2" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_oktoberfest_2.jpg" alt="Bayern's Oktoberfest" width="553" height="312" /></a></p>
<p>Für alle, deren Wissen über die bayrische Kultur ebenso fortgeschritten ist wie meines: Das Oktoberfest ist eigentlich nichts anderes als eine große Kirmes, angeblich die größte der Welt. Daher gibt es sogenannte Fahrgeschäfte. Im Oktoberfest-Jargon meint man damit Achterbahnen, Kettenkarussels und deren Millenium-Versionen. Gerade bei letzteren stockt einem dank einer Belastung von bis zu 3G sowieso in den meisten Fällen der Atem. Ein Dirndl ist daher eigentlich genau die richtige Kampfausrüstung für diese Höllentrips. Wer die überlebt und immer noch lächelt, bekommt zur Belohnung ein Lebkuchenherz umgehängt. Eine schöne Tradition, aber alles wenig karnevalesk.</p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/2011/09/29/oktoberfest-ein-selbstversuch-im-dirndl/endoplast_oktoberfest_3/" rel="attachment wp-att-19711"><img class="alignnone size-full wp-image-19711" title="endoplast_oktoberfest_3" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_oktoberfest_3.jpg" alt="Das Münchner Oktoberfest" width="553" height="312" /></a></p>
<p>Für Exil-Karnevals-Jecken sind die Zelte schon eher etwas &#8211; so könnte man meinen. Die Zelte sind berühmt: Bei Käfer und im Hippodrom treffen sich die Promis zum Bussi-Bussi machen. Das kennt man aus der Bildzeitung. In den übrigen Zelten, zu denen ich im 1-2-3-meins-Dirndl Zutritt hatte, stehen das gemeine bayrische Volk und alle Touristen, die sich als solches verkleiden, auf Bänken und versuchen zu tanzen. Und zwar alle. Wer keinen Platz auf der Bank abbekommt, steht dumm rum und muss sich damit abfinden, den Rest des Abends auf Bauchnabel zu gucken.</p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/2011/09/29/oktoberfest-ein-selbstversuch-im-dirndl/endoplast_oktoberfest_4/" rel="attachment wp-att-19712"><img class="alignnone size-full wp-image-19712" title="endoplast_oktoberfest_4" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_oktoberfest_4.jpg" alt="Kirmes Oktoberfest" width="553" height="312" /></a></p>
<p>Das Bänketanzen funktioniert bei den Bayern erstaunlich lange, aber speziell nach mehreren Litern Starkbier doch nicht mehr allzu gut. Stramme Damen knallen dann regelmäßig mit dem Hinterkopf auf die angrenzende Tischkante und vom Bier beseelte bayrische Buben landen in den dazugehörigen ausladenden Dekolletés. Das kann als Betrachter durchaus Unterhaltungswert haben, aber dafür bräuchte es schon einige Maß, und die kann man als Rheinländer eigentlich nicht in ausreichendem Maße trinken. Immerhin entspricht eine Maß gleich fünf Kölsch.</p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/2011/09/29/oktoberfest-ein-selbstversuch-im-dirndl/endoplast_oktoberfest_5/" rel="attachment wp-att-19713"><img class="alignnone size-full wp-image-19713" title="endoplast_oktoberfest_5" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_oktoberfest_5.jpg" alt="Feiern auf dem Münchener Oktoberfest" width="553" height="312" /></a></p>
<p>Trotzdem gibt es einige Wiedererkennungsmerkmale, die dafür sorgen, das Profi-Jecken automatisch auf Karnevalsmodus schalten: Das Schunkeln beispielsweise. So schunkelte ich recht entspannt, auf meinen 28cm² Bank, als zu meiner Freude bekannte Töne erklangen: „Da simma dabei, dat is priiiimaaaa.“ Großartig! Karneval im Spätsommer. Wer muss schon atmen? Und das mit dem Bier kriegen wir auch noch hin. „Viiiiivaaaaaa Bavaaaariaaaa.“</p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/2011/09/29/oktoberfest-ein-selbstversuch-im-dirndl/endoplast_oktoberfest_6/" rel="attachment wp-att-19715"><img class="alignnone size-full wp-image-19715" title="endoplast_oktoberfest_6" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_oktoberfest_6.jpg" alt="Dirnd'l und Lederkracher in München" width="553" height="312" /></a></p>
<p>Okay, also soweit geht es dann doch nicht mit der Völkerverständigung. Ich bin raus.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F09%2F29%2Foktoberfest-ein-selbstversuch-im-dirndl%2F&amp;title=Oktoberfest%3A%20Ein%20Selbstversuch%20im%20Dirndl" id="wpa2a_4"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Taubertal Festival: Vom Zauber an der Tauber</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 16:11:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Ward</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Der kommt aus Dachau, der wird eh bald verbrannt“. Es folgt ein dröhnendes Lachen. Ich sitz im Bus und kann’s nicht fassen. Aber ja, der Busfahrer hat es tatsächlich genauso gesagt. Und zwar mit einer ungewöhnlich guten Laune, wenn man bedenkt, dass er einen vollgepropften Bus nach Bier und Schweiß stinkender Festival-Besucher anhalten muss, nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/taubertal_festival_1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-19421" title="taubertal_festival_1" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/taubertal_festival_1.jpg" alt="taubertal an der tauber" width="553" height="312" /></a></p>
<p><span style="color: #800080;"><strong>„Der kommt aus Dachau, der wird eh bald verbrannt“. Es folgt ein dröhnendes Lachen. Ich sitz im Bus und kann’s nicht fassen.<span id="more-19419"></span> Aber ja, der Busfahrer hat es tatsächlich genauso gesagt. Und zwar mit einer ungewöhnlich guten Laune, wenn man bedenkt, dass er einen vollgepropften Bus nach Bier und Schweiß stinkender Festival-Besucher anhalten muss, nur weil der Dachauer Wagen vor ihm auf dem Feldweg spontan das Camping-Geschirr neu sortiert.</strong></span></p>
<p>Normalerweise wäre meine gute Laune bei so einem Kommentar ins Bodenlose gefallen. Stattdessen folge ich mental meinem Busnachbarn und hake es unter „mangelnde Auseinandersetzung mit dem Thema“ ab. Im Taubertal herrscht nämlich ein Zauber der Gelassenheit, dem ich mich nicht entziehen kann.</p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/2011/08/16/taubertal-festival-vom-zauber-an-der-tauber/taubertal_festival_2/" rel="attachment wp-att-19422"><img class="alignnone size-full wp-image-19422" title="taubertal_festival_2" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/taubertal_festival_2.jpg" alt="Musikfestival" width="553" height="312" /></a></p>
<p>18.000 Besucher feierten an diesem Wochenende zum 16. Mal in der pittoresken Umgebung entlang der Tauber. Zelte, die man vermutlich nur in Embryonalstellung als Schlafstatt nutzen kann, und stattliche Partyburgen mit 50.000 Watt stehen einträglich nebeneinander. Auch das Line-Up ist mehr als gemischt: Musik-Urgestein Iggy &amp; the Stooges ist ebenso dabei wie die angesagten Acts Bullet for my Valentine oder Pendulum. Die Thirty-Somethings, die sich unter das eher in den 80ern geborene Publikum mischen, sind dankbar für den vertrauten 90er Sound der Fantastischen Vier und Blumentopf. So sind alle irgendwie zufrieden und es herrscht eine generationenübergreifende Wohlfühl-Athmo, wie sie wohl nur noch auf wenigen Independent-Festivals zu erleben ist.</p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/2011/08/16/taubertal-festival-vom-zauber-an-der-tauber/taubertal_festival_3/" rel="attachment wp-att-19423"><img class="alignnone size-full wp-image-19423" title="taubertal_festival_3" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/taubertal_festival_3.jpg" alt="" width="553" height="312" /></a></p>
<p>Im Festival-Gateway Rothenburg ob der Tauber scheint man sich über die Jahre auch gut auf die wilde Horde eingerichtet zu haben. Der Shuttle-Bus fährt zwar planmäßig außerplanmäßig, dafür aber strategische Ziele an: Zuerst das Freibad, dann erst den Bahnhof. Auf diese Art kommen die durchzechten Partygäste frisch geföhnt in der historischen Altstadt an, und versauen den Japanern nicht die Fotos. In Fernost hat das hübsche Städtchen nämlich seit jeher einen festen Platz in der 3tägigen Europa-Tour.</p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/2011/08/16/taubertal-festival-vom-zauber-an-der-tauber/taubertal_festival_4/" rel="attachment wp-att-19424"><img class="alignnone size-full wp-image-19424" title="taubertal_festival_4" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/taubertal_festival_4.jpg" alt="" width="553" height="312" /></a></p>
<p>Sogar von der an diesem Wochenende grassierenden Schlechtwetterfront blieb das Taubertal weitestgehend verschont. „Ein Mix aus Sonne und Wolken“ verspricht der Wettergott leichtfertig im Autoradio und genau diese sorgt für ein wenig Flüchtlings-Camp-Stimmung.</p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/2011/08/16/taubertal-festival-vom-zauber-an-der-tauber/taubertal_festival_5/" rel="attachment wp-att-19425"><img class="alignnone size-full wp-image-19425" title="taubertal_festival_5" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/taubertal_festival_5.jpg" alt="" width="553" height="312" /></a></p>
<p>Erst am frühen Sonntagabend, als die meisten Besucher schon Ihre Zelte abgebrochen haben, plästert es auch auf das Taubertal herab. Fortan gehen der Boden auf dem Stoppelfeld und Turnschuhträger aus dem südlichen Bundesgebiet eine dauerhafte Bindung ein, die nur durch beherztes Tanzgehabe in einer der riesigen Pfützen auf dem Konzertgelände gelöst werden kann. Das Kollektiv nimmt es gelassen, und in der Not schützen sich sogar Bayern-Fans mit Regen-Capes, die der St. Pauli-Merchandising-Stand wie warme Semmeln für 1,50 verkauft.</p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/2011/08/16/taubertal-festival-vom-zauber-an-der-tauber/taubertal_festival_6/" rel="attachment wp-att-19426"><img class="alignnone size-full wp-image-19426" title="taubertal_festival_6" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/taubertal_festival_6.jpg" alt="" width="553" height="312" /></a></p>
<p>Im Zwielicht wirkt die Weite der Zeltstadt mit den leuchtturmartigen Dixi-Klos zeitweise fast apokalyptisch. Glücklicherweise holen mich die Cowboy-Hüte in der Toiletten-Schlange vor mir wieder in die Realität zurück – oder zumindest so etwas ähnliches. Das mir angebotene Franziskaner und eine Sprachmischung aus Mainfränkisch und Bayrisch ist eigentlich nicht meine Realität. Aber man tunt sich ein… auf zauberhafte Art und Weise.</p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/2011/08/16/taubertal-festival-vom-zauber-an-der-tauber/taubertal_festival_7/" rel="attachment wp-att-19427"><img class="alignnone size-full wp-image-19427" title="taubertal_festival_7" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/taubertal_festival_7.jpg" alt="" width="553" height="312" /></a></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F08%2F16%2Ftaubertal-festival-vom-zauber-an-der-tauber%2F&amp;title=Taubertal%20Festival%3A%20Vom%20Zauber%20an%20der%20Tauber" id="wpa2a_6"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Op-Art Evoke 2011</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Aug 2011 15:36:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Evoks. Erinnert an „Star Wars“ ist aber was ganz anderes. Richtig geschrieben „Evoke“ ist eine Party, die heute in Köln-Kalk zuende geht. Dort treffen sich angesichts der „GamesCom“, die vom 17.-21. August stattfindet, ein paar Hundert Computer-Versierte, hören Musik, schauen sich audiovisuell aufgehübschte Projekt-Präsentationen an – die Demo-„Compos“, die auch vom Publikum bewertet werden – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/fUawxurEQJU" frameborder="0" width="350" height="350"></iframe></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Evoks.</strong></span> Erinnert an „Star Wars“ ist aber was ganz anderes. Richtig geschrieben <a title="Hier geht's zur Home-Page" href="http://www.evoke.eu/2011/" target="_blank">„Evoke“</a> ist eine Party, die heute in Köln-Kalk zuende geht. Dort treffen sich angesichts der <a title="Homepage der Spielemesse" href="http://www.gamescom.de/de/gamescom/home/index.php" target="_blank">„GamesCom“,</a> die vom 17.-21. August stattfindet, ein paar Hundert Computer-Versierte, hören Musik, schauen sich audiovisuell aufgehübschte Projekt-Präsentationen an – die <a title="Die Teilnahmebedingungen bzw. technischen Voraussetzungen für eine Demo-Compo" href="http://www.evoke.eu/2011/compos/demo-competitions/" target="_blank">Demo-„Compos“,</a> die auch vom Publikum bewertet werden – und reden ein bißchen über <a title="Hier geht's zum Flashgame &quot;Cockroach&quot;. Viel Spaß." href="http://www.gamedesign.jp/flash/cockroach/cockroach.html" target="_blank">Game-Design</a> und -Programmieren. Pate für die preisgekrönte <a title="Die Seite des Machers des Präsentations-Intros" href="http://pouet.net/prod.php?which=57514" target="_blank">Präsentation</a>, die hier zu sehen ist, stand der weltberühmte ungarisch-französische Op-Artist <a title="Eines seiner Bilder, die fast immer optische Illusionen oder Spielereien mit Farbflächen waren." href="http://www.museum.hu/photo/pecs/vasarely/images/0152_intro01_maxi.jpg" target="_blank">Victor Vasarely</a> (1908-1997). Wow, dafür hat er sogar Credits bekommen. Die unterlegte Musik wäre vermutlich aber nicht seine Sache gewesen. [via +Markus Hündgen] <a title="Klicken und kommentieren" href="http://www.endoplast.de/2011/08/14/op-art-evoke-2011/" target="_blank">Kommentieren.</a></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F08%2F14%2Fop-art-evoke-2011%2F&amp;title=Op-Art%20Evoke%202011" id="wpa2a_8"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Loveparade-Mahnmal</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jul 2011 06:20:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Barbara Streisand-Effekt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Geburtstags-Trauer. In 2 Tagen jährt sich die Katastrophe in Duisburg, bei der 21 Menschen ums Leben kamen, 500 verletzt und Tausende traumatisiert wurden. Neben dem Skandal, dass es soweit kommen konnte, schwelt seitdem ein  politischer Skandal: Ober-Bürgermeister Adolf Sauerland klammerte sich an seinen Posten, niemand wollte verantwortlich sein. Dabei wurde schnell klar, dass die Großmanns-Sucht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe width="350" height="230" src="http://www.youtube.com/embed/lumOz6rbAWI" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Geburtstags-Trauer.</strong></span> In 2 Tagen jährt sich die Katastrophe in Duisburg, bei der 21 Menschen ums Leben kamen, 500 verletzt und Tausende traumatisiert wurden. Neben dem Skandal, dass es soweit kommen konnte, schwelt seitdem ein  politischer Skandal: Ober-Bürgermeister Adolf Sauerland klammerte sich an seinen Posten, niemand wollte verantwortlich sein. Dabei wurde schnell klar, dass die Großmanns-Sucht innerhalb einer Stadt im Kultur-Hauptstadtjahr mit dazu beigetragen hatte, dass bewilligt wurde, was nicht hätte bewilligt werden dürfen. Nun hat die Staatsanwaltschaft diverse Menschen, auch aus der Stadtverwaltung, im Visier – nicht aber den Ober-Bürgermeister, gegen den nun ein Volksbegehren läuft. Das Mahnmal, das im Film zu sehen ist und das der Opfer der Loveparade gedenkt, wurde ebenfalls nicht von der Stadt initiiert sondern von einer Bürgerinitiative. <a title="Klicken und kommentieren." href="http://www.endoplast.de/2011/07/22/loveparade-mahnmal-in-duisburg/" target="_blank">Kommentieren.</a></p>
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		<title>Traumzeit 2011</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2011/07/04/traumzeit-2011/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 18:04:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manfred Ganswindt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Event]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Bunter Musikmix auf dem Festival am Hochofen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fotos, wenn nicht anders angegeben: Markus Meiser</p>
<p>In einer der spannendsten Spielstätte, die Duisburg zu bieten hat, dem <a href="http://www.landschaftspark.de/startseite" target="_blank">Landschaftspark Nord</a>, fand vom 1. bis 3. Juli das 15. Traumzeitfestival statt. Der Landschaftspark Nord ist ein stillgelegtes Hüttenwerk, das von Jonathan Park 1996 mittels Lichtinstallationen in den Stand eines gigantischen Kunstobjekts erhoben wurde. Schon die Namen der einzelnen Hallen und Bühnen verweisen auf die ursprüngliche Funktion der Anlage: Kraftzentrale, Pumpenhalle, Gebläsehalle, Giesshalle, Bühne am Gasometer.</p>
<p>Auf den vielen Bühnen erklingt so viel aufregende Musik, dass es unmöglich ist, alles zu sehen. Man muss auswählen. Konzerte laufen parallel, überschneiden sich. Ein Festival, auf das man gut vorbereitet gehen sollte, um das Optimum an Vergnügen heraus zu holen. Dank des weltweiten Netzes ist Festivalvorbereitung heute kein Problem mehr.</p>
<h2>Marketingschlappe</h2>
<p>Das Festival hat seit Jahren das selbe Problem: Die vielfältigen, herausragenden musikalischen Angebote werden nicht ausreichend kommuniziert. Stars der Jazzszene spielen vor nicht ausverkauftem Haus. Wo es ihnen doch anderswo mit Leichtigkeit gelingt, Säle zu füllen.</p>
<p>Verantwortlich für das Marketing ist die <a href="http://www.duisburg-marketing.de/de/home/index.html" target="_blank">Duisburg Marketing GmbH</a>, hundertprozentige Tochter der Stadt Duisburg.</p>
<p>Andere (Jazz-)Festivals kümmern sich um ihr Marketing selbst oder überlassen es Enthusiasten, die sich mit dem Festival identifizieren können. Macher Leiter eines Festivals ist schon selbst auf anderen Veranstaltungen gesichtet worden &#8211; mit einem Packen Flyer unter dem Arm, um sein Ding zu bewerben.</p>
<p>In Duisburg hat man sich für ein Konstrukt entschieden, dem verschiedene Baustellen aufgebürdet werden und das darüber hinaus als Versorgungsinstitution für altgediente Sozialdemokraten zu dienen hat. Viel Bürokratie, wenig Phantasie.</p>
<p>Dieses Jahr hielt die Duisburg Marketing GmbH es für weise, die Liste der akkreditierungswürdigen Journalisten und Fotografen auszudünnen. Was heißt, das besonders elektronische Medien, Blogger, herausflogen. Vielleicht in der irrigen Annahme, die Schnorrer von Bloggern würden sich in Scharren Tickets kaufen und so das Loch in der Kasse stopfen. Vielleicht hat die Duisburg Marketing GmbH aber auch als Instrumentalisierungs-Maßnahme einen Nützlichkeitskoeffizienten für die Presse erarbeitet. Geholfen hat es bisher nicht.</p>
<p>Ist das Traumzeitfestival schon längst nicht jedem Duisburger ein Begriff, so ist es bereits in den Nachbarstädten nahezu unbekannt. Das ist schade, denn ausser einem funktionierenden Marketing hat die Traumzeit alles, was man sich von einem Festival nur wünschen kann.</p>
<div id="attachment_19139" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><a href="http://www.endoplast.de/2011/07/04/traumzeit-2011/dsc_0013/" rel="attachment wp-att-19139"><img class="size-full wp-image-19139  " title="DSC_0013" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/07/DSC_0013.jpg" alt="" width="540" height="357" /></a><p class="wp-caption-text">Unerlaubtes Foto Nr. 1</p></div>
<h2>Freitag</h2>
<p><a href="http://www.mikestern.org/" target="_blank">Mike Stern</a>, neben Branford Maralis der bekannteste und etablierteste Künstler dieses Jahr, spielt vor nicht ganz gefülltem Haus. Es waren noch Sitzplätze frei.</p>
<p>Stern hat eine beachtliche Karriere als Fusion-Gitarrist hinter sich, die zurückreicht in die Tage, als diese Variante des Jazz gerade erfunden wurde. Damals als Mitglied der aufregenden Band &#8220;Blood Sweat &amp; Tears&#8221;. Anfang der Achtziger spielte Stern in der Band von Miles Davis und erreichte dort seinen musikalischen Zenit. So energiegeladen und aufregend sollte er nie wieder aufspielen. Stern war nun bekannt genug, um mit eigener Band seinen persönlichen Sound zu kultivieren, dem er bis heute treu ist. Seine Spielweise ist unverkennbar, allerdings eingepackt in einen mittels Chorus-Effekte weichgemachten, auf Dauer nervigen Gitarrensound. Seit Mitte der Achtziger wünsche ich mir, Sterns Gitarre wenigstens einmal wieder rau und direkt &#8211; hautnah &#8211; erleben zu können, doch auch in den &#8220;wildesten&#8221; Momenten behütet eine Weichheit seinen Gitarrensound vor allzu direktem Kontakt mit des Publikums Ohren.</p>
<p>Nichtsdestotrotz, Stern hat einiges erreicht und bleibt sich treu. Sein Gast, der elektrische Geiger <a href="http://www.didierlockwood.com/" target="_blank">Didier Lockwood</a> teilt seinen Hang, das Instrument durch elektronische Effekte schön zu färben. Auch bei ihm nervt es, ist aber ebenfalls irgendwie schön.</p>
<p>Sterns Rhythmusgruppe, der Schlagzeugstar <a href="http://www.daveweckl.com/" target="_blank">Dave Weckl</a> und der Bassist <a href="http://www.tomkennedymusic.com/" target="_blank">Tom Kennedy</a> entschädigen für alles. Überaus solide, auch in den virtuosen Passagen sicher die Band tragend, spielen sie ihre Musik, Fusion, frisch und lebendig. So kann man leicht vergessen, das Fusion eine schon Mitte der Neunziger abgeschlossene Musikepoche ist, die seitdem viel zu oft leblos kopiert und wiederholt wird.</p>
<h2>Myanmar</h2>
<p>Weltmusikalischer Schwerpunkt des Festivals ist <a href="http://www.myanmar-guide.de/" target="_blank">Myanmar</a>, das frühere Birma. Als erstes spielt das Hsaing Waing Ensemble Hein Tint auf. Das sind sechs Musiker, die hinter einem goldenen Zaun spielen, über den nur ihre Köpfe hinaus ragen. In der birmaischen Tradition wird Musizieren als Arbeit verstanden. Wenn man feiert, schaut man anderen nicht bei der Arbeit zu. So verstecken sich die Musikarbeiter dort hinter besagtem goldenen Zaun.</p>
<p>Um dem moralisch weniger gefestigten Festivalpublikum dennoch einen Einblick zu gewähren, filmt eine Kamera das Geschehen von hinten. Das Bild wird live auf eine große Leinwand über den Musikern projiziert.</p>
<p>Es werden diatonisch gestimmte Trommelkreise, chromatisch gestimmte Gongkreise und weitere Trommel irgendwie hin und her gespielt. Dazu spielt Htun do die hne, die burmesische Oboe. Das Instrument hat einen Klangcharakter, wie er in der westlichen Welt gerne für aufdringlich witzige Einlagen innerhalb belangloser Filmmusik verwendet wird. Ich halte drei Stücke durch und gebe dann mit schlechtem Gewissen auf. Gerne hätte ich mich für weltgewandt und musikalisch aufgeschlossen gehalten, aber mit dieser Band werde ich nicht warm.</p>
<h2>Mogwai</h2>
<div id="attachment_19142" class="wp-caption aligncenter" style="width: 490px"><a href="http://www.endoplast.de/2011/07/04/traumzeit-2011/tomfotograf/" rel="attachment wp-att-19142"><img class="size-full wp-image-19142 " title="tomfotograf" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/07/tomfotograf.jpg" alt="Vom Fotografieren der Fotografen. Während Mogwai aufspielt. Foto: Thomas Meiser" width="480" height="640" /></a><p class="wp-caption-text">Vom Fotografieren der Fotografen. Während Mogwai aufspielt. So sehen erlaubte Fotos aus. Foto: Thomas Meiser</p></div>
<p>Der Tag klingt aus mit den Soundgemälden der schottischen Band <a href="http://www.mogwai.co.uk/" target="_blank">Mogwai</a>. Wie heißt es im Programm: &#8220;Hier geht es um Sound, Stimmung und Atmosphäre.&#8221; Genau.</p>
<p>Ich habe keinen Alkohol getrunken, nicht <a title="Cannabis als Rauschmittel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cannabis_als_Rauschmittel" target="_blank">gekifft</a> und höre dieser Band zu. Das hätte man mit richtiger Plannung auch anders angehen können.</p>
<h2>Samstag</h2>
<p>Der Samstag startet auf der Open Air Bühne (am Gasometer) mit <a href="http://devotchka.net/" target="_blank">Devotchka</a>. Devotchka stammen aus USA und vermischen verschiedene Stilelemente wie Bolero, Mariachi-Musik oder Folk zu einer Art Hinterwäldler-Rock&#8217;n'Roll. Das ist ganz nett und wäre tatsächlich der Soundtrack zu einer langen, einsamen Autofahrt auf irgendeinem dieser unendlichen Highways in den Staaten. Ich aber muss erst einmal frühstücken, es ist schließlich schon nach 16:00 Uhr.</p>
<h2>Myanmar, die Zweite</h2>
<p>Ich gebe mir die zweite Gruppe aus Ex-Birma. Ein Trio namens Myanmar Hmu Gitameit, bestehend aus einem 81-jährigen Slide-Gitarristen (die Gitarre als solche wurde wohl mal von seefahrenden Portugiesen eingeschleppt), einem Piano (von den Engländern ins Land gebracht) und patala (Bambusxylophon) spielenden jungen Mann und einer Sängern, die zudem eine Art Kastagnetten spielt.</p>
<p>Ihre Musik ist ausdrucksstark, wunderschön und hypnotisierend. Und viel zu schnell zu Ende.</p>
<h2>Krach? Noise? Krach!</h2>
<p>Anschliessend geht es schnell in die Pumpenhalle zu <a href="http://www.myspace.com/zuband" target="_blank">Zu</a>. Da die Konzerte sich in ihren Zeiten überschneiden, verpasse ich die ersten 20 Minuten. Die drei Italiener scheinen noch ihr erstes Stück zu spielen. Im Katalog wird die Musik von Zu als komplexe Mischung aus Metal, No-Wave, Free Jazz und Noise, Punk und Jazz beschrieben. Ich würde sie so beschreiben: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ger%C3%A4usch" target="_blank">Krach</a>. Wunderbarer Krach.</p>
<p>Der Bassist Massimo Pupillo spielt meistens Akkorde über alle vier Seiten, vorzugsweise in der obersten Lage, dort wo das Griffbrett seines 80iger-Jahre-Hi-Fi-Basses gleich zu Ende ist. Das Signal wird von jeder Menge Elektronik bearbeitet. Verzerrung noch und noch. Es hört sich an wie eine Wand aus dutzenden kreischender Gitarren.</p>
<p>Luca T Mai am Bartonsaxophon bläst durchgehend mit unbändiger Power. Auch sein Ton durchläuft einen ganzen Haufen Effekte, die in Form von Bodenpedalen den Bühnenoden vor ihm zupflastern.</p>
<p>Jacopo Battaglia liefert mit seinen Drums harte Rhythmen und damit so was wie Struktur. Er verfremdet seinen Ton durch allerlei Bleche, die er auf die Trommeln legt.</p>
<p>Wie es kommt, dass wir, das Publikum, uns diesem Krach hingeben, weiß ich nicht. Manche musikalischen Erlebnisse lassen sich nun mal nicht vernünftig erklären. Es bleibt Magie.</p>
<h2>Securitygerempel um illegale Fotografen</h2>
<div id="attachment_19140" class="wp-caption aligncenter" style="width: 570px"><a href="http://www.endoplast.de/2011/07/04/traumzeit-2011/dsc_0021/" rel="attachment wp-att-19140"><img class="size-full wp-image-19140" title="DSC_0021" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/07/DSC_0021.jpg" alt="Unerlaubtes Foto Nr. 2" width="560" height="370" /></a><p class="wp-caption-text">Unerlaubtes Foto Nr. 2</p></div>
<p>Jetzt folgen <a href="http://www.branfordmarsalis.net/" target="_blank">Branford Marsalis</a> und sein langjähriger Pianist Joey Calderazzo im Duo. Größer könnte der Kontrast zu Zu nicht sein. Gepflegter Jazz vom Feinsten. Die beiden Könner spielen sich, wie von Marsalis gewohnt, ausgelassen durch verschiedene Stilepochen des Jazz und machen aus allem etwas eigenes, etwas, das wie aus einem Guss wirkt. Schöne Melodien, ausdrucksstarke Improvisationen. Zwei Meister bei der Arbeit.</p>
<p>Fotografieren verboten. Marsalis soll angedroht haben, das Konzert abzubrechen, würde mit Blitzlicht fotografiert werden. Also wurde allenthalben heimlich fotografiert. Die digitalen Knipskisten zeigten in den abgedunkelten Zuschauerreihen ihre Aktivität durch aufleuchtende Lämpchen an.</p>
<p>Zwangsläufig poltert Sicherheitspersonal durch die Reihen, um dem Einhalt zu gebieten. Das allerdings stört den Musikgenuss beträchtlich. Lästigerweise werde ich von einem Bouncer zu unrecht des heimlichen Fotografierens verdächtigt. Obwohl meine Unschuld beteuernd, muss ich mir eine ewig lange Gardinenpredigt anhören. Ich werde beauftragt, jedem Knipser dem ich habhaft werden kann, ins Gewissen zu reden. Das allerdings beeinträchtigt des Genuss gediegener Musik tatsächlich. Nachdem die Musikindustrie den Kampf gegen den Musikklau verloren hat, versuchen die Musiker scheinbar, die Kontrolle über die von ihnen gemachten Fotos und damit über ihr Image zu vergrößern. Die Hoffotografen des Festivals waren nämlich sehr wohl zugelassen.</p>
<p>Nächstens bekommen wir, sofern wir überhaupt noch eingeladen werden, auch noch unsere Texte vorgeschrieben. Das wäre der kommende logische Schritt.</p>
<p>Wir jedenfalls haben beschlossen, hier ausschließlich die illegal geknipsten, unvollkommenen Bilder aus diesem Konzert zu Illustration dieses Berichtes zu verwenden. Unerlaubte, unperfekte Fotos, von Markus mutig unter dem Risiko des Rauswurfs geknipst. So, Herr Marsalis, sieht die digitale Gegenwart aus. Es wäre doch so einfach gewesen, schöne Fotos zu machen. Hätten wir gekonnt.</p>
<h2>Die Überfliegerin</h2>
<p>Es geht gepflegt weiter mit Anne Paceo Triphase aus Frankreich. Der Pianist Leonardo Montana und der Bassist Joan Eche Puig spielen stilsicheren, melodischen Jazz. Eine Sensation ist jedoch die Schlagzeugerin <a href="http://www.annepaceo.com/paceo/hello.html" target="_blank">Anne Paceo</a>, die das Jazz-Schlagzeug-Spiel auf eine neue Stufe stellt.</p>
<p>Mehrfach ändert sie den Charakter eines Stückes drastisch, ohne das die Melodieinstrumente ihr Spiel änderten, und behält dabei den Puls bei. Wie sehr sie auch variiert, immer swingt ihr Spiel.</p>
<p>Ihre musikalische Auffassung, ihre Gestaltungsmöglichkeit, ihre ihre Virtuosität vergessen machende Leichtigkeit heben sie in eine Sphäre weit über jeden anderen Musiker dieses Festivals hinaus.</p>
<p>Es ist ein großes und seltenes Glück, eine Musikerin auf dieser Schaffenshöhe live erleben zu dürfen. Wenn Ihr die Chance habt, Anne Paceo live zu erleben &#8211; geht hin!</p>
<h2>Beinahe Kurioses</h2>
<p>Im diesjährigen Programm finden sich zwei Programmpunkte, die das Zeug haben, den Kuriositätsbonus zu bekommen. Ein Doris-Day-Tribute und ein Blockflötentrio.</p>
<p>Zunächst <a href="http://www.franziskadannheim.de/" target="_blank">Franziska Dannheim</a> mit ihrem Projekt Que Sera Sera. Songdienlich begleitet von Serge Corteyn an der Archtop-Jazzgitarre und Volker Kamp am Kontrabass präsentiert sie Lieder der Heldin ihrer Kindheit, die dank einer Audiokassette ihre Gesangskarriere begründete: <a href="http://www.dorisday.com/" target="_blank">Doris Day</a>. Dazwischen kurze Anekdoten über das Leben der Ikone. Es macht Spaß, Lieder aus einer Zeit zu hören, als Komponisten sich der Melodiebildung noch besonders verpflichtet fühlten. Schlagermusik at its best, halt. Franziska Dannheim trägt die Lieder gekonnt und mit (keineswegs biederem) Charme vor.</p>
<p>Für einen Abzug in der B-Note sorgt der Bassist Volker Kamp. In Kleidung und Körperhaltung &#8211; graue Jacke, hellgrauer Schall, unbestimmte Frisur, geduckte Haltung &#8211; ganz der Bohemien, trägt er doch tatsächlich Turnschuhe. Ein Fauxpas, auch wenn er seine Füße gekonnt hinter seinem Kontrabass versteckt. Das wollen wir beim nächsten Mal so nicht mehr sehen.</p>
<h2>Blockflöten</h2>
<p>Que Sera Sera bringt den unschuldigen Spaß, den es verspricht und ist nicht annähernd kurios. Also verpflichte ich mich, das Blockflötentrio aus Amsterdam zu sehen. Junge Frauen sind es, aber nicht so jung, wie man es vermittels ihrer Instrumente annehmen würde. Auf den Sitzplätzen findet sich ein Blatt mit den Stücken, die hier ihrer Aufführung harren. Es steht uns ein richtiges klassisches Avantgarde Konzert bevor. Verstärkt wird das <a href="http://trioaxolot.com/" target="_blank">Trio aXolot</a> heute durch Dorothée Hahne an der Live-Elektronik. Fotografieren verboten.</p>
<p>Tatsächlich entlocken die Drei ihren Instrumenten Töne, die man nicht blind der Blockflöte hätte zuordnen können. Für ihr drittes Stück, &#8220;TREE-study VII für Blockflötentrio und 6 Kanal Elektronik (2010)&#8221; entwickelte die Komponistin Aliona Yurtsevich eine neue Notationsweise, da mit dem üblichen westlichen Notationssystem die zu spielenden Klänge nicht darzustellen waren. Das neue System besteht, das musikalische Thema Baum und das Material der eingesetzten Instrumente würdigend, aus gezeichneten Ästen, denen die Musikerinnen so diszipliniert folgen, wie sonst den üblichen Punkten und Fähnchen des Standard-Notationssystems.</p>
<p>Neben modernen Komponisten stehen auch Arrangements spätmittelalterlicher Stücke auf dem Programm. aXolot bedient sich verschiedenster Blockflöten, auch solcher, die man zuvor wahrscheinlich noch nie gesehen hat. Ca. ein Meter hoch und quadratisch und im Sitzen zu spielen.</p>
<h2>Nightsession</h2>
<p>Während in der Pumpenhalle und den anschließenden Räumen DJs der vier Duisburger Clubs (<a href="http://www.goldengrün.de/" target="_blank">Goldengrün</a>, <a href="http://www.djaezz.de/" target="_blank">Djäzz</a>, <a href="http://www.babasu.de/" target="_blank">babaSU</a> und <a href="http://www.cafe-steinbruch.net/" target="_blank">Steinbruch</a>) auf vier Dancefloors für das junge Publikum auflegten, fand auf der Open Air Bühne eine europäisch-myanmaische Session statt. Festivalmusiker improvisieren zu mal mehr myanmaischer, mal mehr europäisch jazzig geprägten Klängen. Die noch am Freitag von mir verschmähten Musiker des Hsaing Waing Ensemble Hein Tint öffnen sich, bringen sich ein und bereichern die Session aufs feinste. Die Woche vor dem Festival haben die Musiker sich getroffen und ein gemeinsames Konzert vorbereitet, das für Sonntag Abend angesetzt ist. Die Session macht schon mal Lust darauf.</p>
<div id="attachment_19141" class="wp-caption aligncenter" style="width: 570px"><a href="http://www.endoplast.de/2011/07/04/traumzeit-2011/dsc_0024/" rel="attachment wp-att-19141"><img class="size-full wp-image-19141 " title="DSC_0024" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/07/DSC_0024.jpg" alt="" width="560" height="370" /></a><p class="wp-caption-text">Unerlaubtes Foto Nr. 3</p></div>
<h2>Sonntag</h2>
<p><a href="http://igmarthomas.blogspot.com/" target="_blank">I</a><a href="http://igmarthomas.blogspot.com/" target="_blank">gmar Thomas &amp; The Cypher</a> bieten eine natürliche Mischung der Musik, mit der sie aufgewachsen sind: Jazz, Hip Hop. Der Sänger Raydar Ellis rappt in einigen Stücken. Vor allem bemüht er sich darum, das Publikum zu animieren. Hände rauf, Hände runter. Immer wieder. Für mich als altmodischen Jazz-Hörer etwas mehr Animation als ich gewohnt bin.</p>
<p>Ich habe die Band, ohne Ellis, schon in Moers gesehen und das dazu gesagte gilt immer noch, <a title="Moers Festival 2011" href="http://www.endoplast.de/2011/06/16/moersdammerung/" target="_self">hier</a> nachzulesen.</p>
<p>Die Sängerin und Kontrabassistin <a href="http://www.esperanzaspalding.com/" target="_blank">Esperanza Spalding</a> (ihr beeindruckender Afro ist ein echter Hingucker) hat ihre Chamber Music Society ganz auf sich zugeschnitten. Violine, Bratsche, Cello begleiten sie nach Noten, dazu Klavier, Schlagzeug und gelegentlich eine zweite Gesangsstimme. Instrumentale Improvisation kommt hauptsächlich vom Bass. Alles sauber und gediegen. Schöne, unaufgeregte Musik.</p>
<p>Fotos dürfen nur während der ersten beiden Stücke gemacht werden. Natürlich ohne Blitzlicht, aber das versteht sich eh von selbst. Während der ersten beiden Stücke ist die Bühne bis auf die Notenpultbeleuchtung der Streicher fast ganz abgedunkelt. Wer ohne Stativ und geeignetem Objektiv angereist ist, kann sich seine Fotos verkneifen. Was zum Teufel haben Musiker auf einmal gegen Fotografen?</p>
<h2>Plapperpopper</h2>
<p>Als Abschluss gebe ich mir die als Tipp gehandelten <a href="http://www.patrickwolf.com/house-splash/" target="_blank">Patrick Wolf</a> &amp; <a href="http://www.alec-empire.com/" target="_blank">Alec Empire</a>, die im Duo &#8211; die meiste Arbeit macht eh der Computer &#8211; eine Mischung aus 80er Disco-Pop und elektronischem Geschrammel bieten. Als ich reinkomme stehen schon einige Mädchen um die Bühne herum. Die sind bestimmt von der Band so aufgestellt worden. Tatsächlich scheinen hauptsächlich diese wenigen Mädchen ganz vorne Spaß zu haben. Jedenfalls bewegen sie sich disco-light-mässig. Einen Großteil des Publikums treibt es allerdings nach und nach wieder raus.</p>
<p>Kühler 80er Pop war schon in den 80ern nicht mein Ding. Das ganze unmotiviert mit Elektronik &#8211; Achtung, wir sind experimentell &#8211; vermurkst und ohne das Hitpotential der Originalwerke nervt lediglich. Positiv: Die Jungs sehen wenigstens adrett aus. Frisur, Outfit und Gestus stimmen. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Popper_%28Jugendkultur%29" target="_blank">Popper</a> eben. Ist dann doch eher was für die ganz jungen Mädchen.</p>
<h2>Fazit: Absolut gelungen</h2>
<p>Macht nichts, war ein prima Festival, dem mehr Akzeptanz zu wünschen wäre. Musikalisch breit gefächert und auf hohem Niveau. Dieses Jahr sogar mit einem Shuttle-Bus zwischen Hauptbahnhof und Festivalgelände, während der Partynacht durchgehend. Der letzte echte Wunsch ist in Erfüllung gegangen.</p>
<p>Wenn jetzt noch die verschlafene Marketingbehörde aufwacht kann das nächste Festival ganz wunderbar werden.</p>
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		<title>Moersdämmerung?</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2011/06/16/moersdammerung/</link>
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		<pubDate>Thu, 16 Jun 2011 17:25:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manfred Ganswindt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Event]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[Moers festival]]></category>

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		<description><![CDATA[DAS Jazz Festival in Moers - Musik hui, Politik pfui]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fotos: Markus Meiser</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.endoplast.de/?attachment_id=18900"><img class="aligncenter size-full wp-image-18900" title="DSC_0023" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/DSC_0023.jpg" alt="Fotos: Markus Meiser" width="553" height="366" /></a></p>
<p>Das Moers Festival, Jazzfestival, das sich selbst schon lange nicht mehr Jazzfestival nennt, aber in seinem Kern weiterhin um den weitest denkbaren Begriff des Jazz kreist, fand an Pfingsten in seiner 40sten Ausgabe statt. Es versteht sich als Speerspitze einer musikalischen Avantgarde, als Ort besonderer Musik für ein interessiertes Spartenpublikum. Das macht es seit jeher so gut, dass der Name des kleinen Städtchens am Niederrhein unter Jazzfreunden in aller Welt einen guten Klang hat.</p>
<p>Den Moersern selbst, die ihren kollektiven Zusammenhalt lieber aus der Strahlkraft des 2005 verstorbenen Hans-Dieter Hüsch beziehen, ist das Festival seit jeher verhasst. Ein Sodom und Gomorrha vernichtet alljährlich zu Pfingsten ihren Freizeitpark. Hippies, Säufer und Haschischraucher bevölkern die Wiesen. Und das, obwohl ihnen nicht zuzutrauen ist, die marode Wirtschaft der Stadt für diese drei Tage in ein Plus zu zechen. Frechheit. So wundert es nicht, dass das Festival seit ehedem um seinen Bestand fürchten musste, nicht erst, seitdem die Stadt Moers für ihre Misswirtschaft unter die Haushaltssicherung des Landes fiel.</p>
<p>Dieses Jahr musste schmerzhaft ein ganzer Tag abgegeben werden. Immerhin, der avisierte Ersatz für den Montag &#8211; Helge Schneiders Heimatabend &#8211; versprach, ein echtes Trostpflästerchen zu werden. Doch <a href="http://www.derwesten.de/kultur/Helge-Schneider-unterbricht-Tournee-wegen-Erschoepfung-id4741538.html" target="_blank">Helge Schneider kollabierte</a> letze Woche und der Montag entfiel ganz.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-18911" href="http://www.endoplast.de/2011/06/16/moersdammerung/reid/"><img class="aligncenter size-full wp-image-18911" title="reid" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/reid.jpg" alt="" width="366" height="553" /></a></p>
<p>Die Existenz des Festivals stand schon oft auf auf dem Spiel. Doch noch nie wurde von den Verantwortlichen so wenig &#8211; genaugenommen gar nicht &#8211; über die Finanzierung und die Zukunft des Festivals gesprochen. Auf der Pressekonferenz Lobreden über das &#8220;Drehkreuz Moers&#8221;, die superattraktive Kulturstadt. Sylvia Löhrmann, die stellvertretende Ministerpräsidentin in NRW, nutze das Forum schamlos, themenfremd ihre Schulpolitik zu belobhudeln, auch wenn ihr Redenschreiber einen guten Übergang textete. Aber bei allen Protagonisten eisernes Schweigen über die Finanzierung, dass einem Angst und Bange werden kann. Das Festival steht auf der Kippe und niemand wagt, das auch nur zu erwähnen. Geschweige denn, offen für seinen Erhalt einzutreten. Selbstbeweihräucherung und Schönreden des Provinzstädtchens Moers ändern nichts an dem alten Schwebezustand: Das Festival könnte jederzeit zu Grabe getragen werden.</p>
<h2>Existenzrechtfertigung</h2>
<p>Wie bei anderen nicht gewinnorientierten Kulturereignissen, in die öffentliche Gelder fliessen &#8211; wahnsinnig teure Opernhäuser ausgenommen &#8211; führt der Finanzdruck zu einem andauernden Rechtfertigungszwang. Von einem kulturellen Bildungsauftrag ist gerne die Rede, doch ist der Jazz der Politik wohl nicht tot und abgehangen genug, um die geldwürdigen Weihen der Hochkultur zu erlangen. Das Moers Festival eignet sich sich nicht für einen feinen Auftritt im Smoking.</p>
<p>Ein anderes Argument lautet, hier finde die Zukunft der Musik statt. Man erhasche einen Blick voraus durch die Zeit. Jungen Musikern mit neuen Ideen müsse ein Forum geboten werden. Doch hat wohl schon jeder gemerkt, dass das Angebot des Festivals zu extravagant ist, um jemals in die seichten Gewässern des Mainstreams zu münden.</p>
<p>Selbst unter Jazzfans kursiert seit Jahre die These, musikalische Innovation finde ausschliesslich jenseits des Jazz statt. In den 90ern zum Beispiel in den Wohnzimmern von Kids, die ihren auf Flohmärkten erworbenen Drummachines ganz neue Musikstile entlockten. Menschen ohne Ausbildung an richtigen Instrumenten beherrschten eine ganze Szene. Die Szene, in der sich junge Leute, das Nachwuchspublikum jeglicher Musiker und Festivals, heimisch fühlten.</p>
<h2>Grenzgänger</h2>
<p>Etliche Jazzer versuchten sich &#8211; nachdem abzusehen war, dass der Wahnsinn der Maschinenmusik anhalten würde &#8211; als Grenzgänger, bastelten an Computerbeats oder fraternisierten mit Hiphop-Musikern. Das sollte die jungen Leute anlocken. Oft kam es so nur zu einem Nebeneinander, zu einer Anbiederung an das junge Publikum, bei dem alberne Gesten und prollige Ausdrucksweise herusreissen sollten, was an musikalischem Einfall fehlte.</p>
<p>Um so erfreulicher dieses Jahr Ingmar Thomas &amp; The Cypher, die Hiphop-Elemente in angenehmer Dosis organisch mit eigenem Jazz verschmelzen, so dass mehr als nur die Teile des Einzelnen entstehen. Es handelt sich nicht um die Anbiederung an ein dem Jazz fortlaufendes Publikum sondern um eine neue, zwangloses Synthese. Ingmar Thomas, der den von der Gitarre Jimi Hendrix&#8217; bekannten Wah-Wah-Effekt mit seiner Trompete einsetzt, als sei eine Trompete nie anders gespielt worden, ist mit Jazz und Hiphop gleichermassen aufgewachsen. Sein Umgang mit innovativen Formen ist abgeklärt und selbstverständlich.</p>
<h2>Jenseits von Moers: Innovation Metall</h2>
<p>Auch die in Moers und im Jazz weitgehend ignorierte Metall-Musik mit all ihren Subgenres hat mittlerweile Freundschaft mit dem Jazz geschlossen. Wenn auch, soweit ich übersehen kann, nur in Form der Band <a href="http://www.youtube.com/watch?v=yZVet_49sOg" target="_blank">Panzerballett</a>, die es bisher nicht nach Moers geschafft hat, aber sowohl vor (reinem) Jazz-Publikum als auch vor (reinem) Metall-Publikum mit Erfolg spielt.</p>
<p>Der Jazz, zumal der der Grenzgänger in Moers, besitzt noch Innovationskraft, auch wenn die großen  Überraschungen ausblieben. Die dieses Jahr in Moers präsentierte Musik erneuert sich nicht radikal, doch sie bewegt sich und bleibt frisch. Das fällt besonders bei den Veteranen des Festivals auf.</p>
<h2>Frische Veteranen</h2>
<p><a rel="attachment wp-att-18907" href="http://www.endoplast.de/2011/06/16/moersdammerung/ibrahim/"><img class="aligncenter size-full wp-image-18907" title="ibrahim" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/ibrahim.jpg" alt="" width="553" height="366" /></a></p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Abdullah_Ibrahim" target="_blank">Abdullah Ibrahim</a>, ehemals Dollar Brand, spielte ein Klavier-Solokonzert, dem ein volles Zelt konzentriert lauschte, obwohl Gewitterregen brutal laut auf das Zeltdach niederprasselte. Ibrahim spielte ohne abzusetzen seine Stunde durch. Seine Musik bedarf nicht der Rechtfertigung durch eine traditionelle Struktur, in der Melodieteil und Improvisation einander abwechseln. Während sein rechte Hand virtuose, durchweg spannende Improvisationen bot, sorgte seine Linke immer wieder für einfache, abwechslungsreiche Muster und strukturiert so ein langes Stück, dem man gebahnt bis zum Ende lauschte.</p>
<p>Auch Nils Petter Molvaer, im Trio mit dem Gitarristen Stian Westerhus und dem Schlagzeuger Erland Dahlen spielte ohne Pause seine soundgewaltige Musik die ihm zugestandene Bühnenzeit durch und zog das Publikum in seinen Bahn. Molvaers Trio reichert seine Instrumente mit elektronischen Effekten und Loops aus dem Computer an und verführt in einen Kosmos aus aufgetürmten Klängen, in dem man sich gerne länger aufgehalten hätte.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-18908" href="http://www.endoplast.de/2011/06/16/moersdammerung/molvaer/"><img class="aligncenter size-full wp-image-18908" title="molvaer" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/molvaer.jpg" alt="" width="366" height="553" /></a></p>
<p>Überhaupt sind lange Stücke der dieses Jahr zu entdeckende Trend. In Moers einen Trend zu entdecken war schon immer ein Zeichen dafür, dass das Festival ganz nah am Geschehen agiert.</p>
<h2>Blasmuskeln</h2>
<p>Der Saxophonist Jon Irabagon blies mit seinem ersten Stück 40 Minuten lang energetisch ins Publikum. Dabei vermischte er Sonny-Rollins-Zitate mit seinem eigenen, kraftvollen Stil, wie es vor ihm wohl noch keiner getan hat. Kein Epigonentum sondern sinnvolle Weiterverarbeitung. Er koppelt einen schönen Sax-Ansatz mit viel Energie. Um so lange Zeit so kräftig zu blasen, muss der Musiker vorher ausdauernd in der Muckibude für Saxophonisten trainiert haben. Auch das möglicherweise ein Trend, der vor zwei Jahren mit dem Bass-Saxophonisten <a href="http://colinstetson.com/" target="_blank">Colin Stetson</a> in Moers begann. Mit seinem zweiten Stück an Samstag Nachmittag gelingt Irabagon dann doch noch die Verbeugung vor dem Saxophongiganten Sonny Rollins.</p>
<p>Andere Moers-Veteranen, die mit musikalischer Frische und wiederum ausdauernden Stücken überzeugten, waren der Drummer Ronald Shannon Jackson, der Gitarrist Vernon Reid und der Bassist Melvin Gibbs, auf die viele Festivalbesucher sich lange im Voraus gefreut hatten. Der Auftritt stand auf der Kippe, Jackson lag im Krankenhaus. Erst kurz vor ihrem Auftritt wurde Entwarnung gegeben. Jackson spielte. Er spielte großartig, von Schwäche keine Spur. Reid huschte rasant übers Griffbrett seiner Gitarre, die mal rockig, mal jazzig klingen durfte. Melvin Gibbs holte Erstaunliches aus seinem Bass heraus, das über die gewohnte Begleitfunktion hinaus ging. Er spielte teilweise sitzend, um mit beiden Füssen gleichzeitig die vor ihm auf dem Boden verteilten Effektpedale bedienen zu können.</p>
<h2>Überraschungskonzert</h2>
<p><a rel="attachment wp-att-18901" href="http://www.endoplast.de/2011/06/16/moersdammerung/coleman/"><img class="aligncenter size-full wp-image-18901" title="coleman" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/coleman.jpg" alt="" width="401" height="607" /></a></p>
<p>Zu einem Überraschungskonzert am Sonntag Abend betrat Ornette Coleman mit seinem Quartett die Bühne. Als einer der Väter des Free Jazz hat er sich längst weiter entwickelt und einen eigenen, unverkennbaren Sound geprägt. Coleman ist alt geworden. Auf der Bühne bewegt er sich langsam, fast unsicher. Sein Bassist Al MacDowell musste ihm die Noten umblättern. Doch sobald er in sein Saxophon blies, war er mit Leidenschaft und Musikalität präsent. Einer der Höhepunkte des Festivals.</p>
<p>Unter den deutschen Musikern taten sich The Dorf hervor. Eine nach Verfügbarkeit aus einem Pool von Musikern zusammengetretene Big Band, die sich einiges traut, jazzt und rockt und alles jenseits dessen, was man mit dem Begriff Big Band sonst in Verbindung bringt.</p>
<p>Aus Japan überraschte Michiyo Yagi mit ihrem Double Trio, zwei Schlagzeugern und zwei Bassisten. Sie holte aus ihrem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Koto" target="_blank">Koto</a> traditionelle wie neue Sound heraus und chanierte zwanglos  zwischen traditionell und experimentell.</p>
<p>Das Moers Festival ist auch im vierzigsten Jahr seinem Anspruch gerecht geworden. Es stellte innovative Musiker vor und zeigte Trends auf. Aber braucht ein Festival diese Rechtfertigungen wirklich? Denn letztlich waren es drei Tage voller erstaunlicher Musik, wie es sie ihresgleichen an keinem anderen Ort gibt. Das Publikum, so war allerorten Gesprächen zu entnehmen, war hoch zufrieden.</p>
<p>Warum reicht es nicht, dass ein Festival mit seiner Musik begeistert? Zwischen der Welt der <a href="http://www.ruhrbarone.de/moers-2011-kulturell-uberhaupt-ganz-weit-vorne/" target="_blank">politischen Lippenbekenntnisse</a> und dem Ereignis selbst klafft eine seltsame Lücke. Das bequeme Aussitzen der Politik verursacht große Sorgen, die musikalische Darbietung begeistert restlos. Hoffen wir auf ein Moers Festival 2012.</p>
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		<title>Lothar Matthäus Passion</title>
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		<pubDate>Tue, 03 May 2011 21:56:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rolf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Änglisch-Lesson. Lothar Matthäus, Fußball-Experte und jüngst tatsächlich von Franz Beckenbauer als Trainer für den FC Bayern München ins Spiel gebracht, moderiert auch Fußball-Spiele auf dem TV-Sender des arabischen TV-Ablegers von Al Dschasira. Dort lief eines Tages eine Kamera weiter, als er nicht auf Sendung war. Fucking great. Kommentieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe width="350" height="255" src="http://www.youtube.com/embed/0q_llvkg01c" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Änglisch-Lesson.</strong></span> Lothar <a title="Loddar und die Ereignisse auf Welt Online" href="http://www.welt.de/sport/article13333187/Matthaeus-rastet-bei-al-Dschasira-auf-Englisch-aus.html" target="_blank">Matthäus,</a> Fußball-Experte und jüngst tatsächlich von <a title="Franzl ist für Manuel Neuer, koste, was es wolle." href="http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5g1XghFbL2Dgcb7QJNCBmnxr-H80g?docId=CNG.417b00605c5568e6857a9cf4a79f0cde.2e1" target="_blank">Franz Beckenbauer</a> als <a title="Ein Twitter-Tweet von Kaiser-Schmarrn als Beweis" href="http://twitter.com/#!/Kaiser_Schmarrn/status/57396258893070336" target="_blank">Trainer für den FC Bayern München</a> ins Spiel gebracht, moderiert auch Fußball-Spiele auf dem TV-Sender des arabischen TV-Ablegers von <a title="Infos über den Sender auf Tagesschau.de" href="http://www.tagesschau.de/ausland/aldschasira102.html" target="_blank">Al Dschasira.</a> Dort lief eines Tages eine Kamera weiter, als er nicht auf Sendung war. Fucking great. <a title="Klicken und kommentieren." href="http://www.endoplast.de/2011/05/03/lothar-matthaus-passion/" target="_blank">Kommentieren.</a></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F05%2F03%2Flothar-matthaus-passion%2F&amp;title=Lothar%20Matth%C3%A4us%20Passion" id="wpa2a_12"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Märchen-Stunde: Die Wa(h)re Liebe von Kate Middleton und Prinz William als Medien-Abziehbild</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Apr 2011 00:07:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Barbara Streisand-Effekt</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Katastrophe]]></category>
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		<description><![CDATA[Schätzungsweise 2 Milliarden Menschen haben die Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton gesehen. Kein Wunder, die BBC hat ihre Sende-Rechte in 32 Länder verkauft. Bedenkt man, dass die Erdbevölkerung nur aus 5 Milliarden Menschen mehr besteht, ist dies ein unvorstellbarer Anteil an Fernsehzuschauern. Die Hochzeit von Prinz Charles und Lady Diana 1981 hatten 750 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_18149" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/04/endoplast_kate_william_wasselowski.gif"><img class="size-full wp-image-18149 " title="endoplast_kate_william_wasselowski" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/04/endoplast_kate_william_wasselowski.gif" alt="Kate Middleton und Prinz William" width="553" height="312" /></a><p class="wp-caption-text">Höchst persönlicher Kuß bei der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton: 2 Milliarden guckten höchst interessiert zu</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Schätzungsweise 2 Milliarden Menschen haben die Hochzeit von Prinz William und Kate<span id="more-18146"></span> Middleton gesehen. Kein Wunder, die BBC hat ihre Sende-Rechte in 32 Länder verkauft. Bedenkt man, dass die Erdbevölkerung nur aus 5 Milliarden Menschen mehr besteht, ist dies ein unvorstellbarer Anteil an Fernsehzuschauern. </strong></span></p>
<p>Die Hochzeit von Prinz Charles und Lady Diana 1981 hatten 750 Millionen Menschen verfolgt. Zum Vergleich: Das 2010er Fußball-WM-Endspiel war von ca. 330 Millionen „live“ am Bildschirm verfolgt worden und weitere 700 Millionen wohnten medial der Nachberichterstattung bei. Das britische Königshaus ist halt etwas Besonderes: <a title="Süddeutsche Zeitung Online mit &quot;Lang schwebe der König&quot;" href="http://www.sueddeutsche.de/leben/william-und-kate-lang-schwebe-der-koenig-1.1090276" target="_blank">Als weltweite Premium-Marken-Dynastie</a> genießt sie nicht nur in der Yellow-Press eine große Beachtung, sondern liefert permanent Futter für alle möglichen Medien.</p>
<h2>Image-Transfer: Von den Werten eines Königshauses zum Super-Eiland</h2>
<p>Das Königshaus formt auch bildmäßig das traditionsbewußte Image Englands, verankert dabei angestammte Klischees und bietet für jedermann Identifikations-Möglichkeiten auf <a title="Die Bunte und der Eskapismus" href="http://www.bunte.de/royals/prinz-william-kate-middleton-royale-traumhochzeit/" target="_blank">spiegelblanken Projektions-Flächen.</a> Die Unterhaltungs-Presse interpretiert das Leben und Sterben der „Royals“ zur Seifenoper um, spürt den Skandalen nach, lauscht ihren Seitensprüngen, ergötzt sich an Liebesflüstern und Ausrutschern gleichermaßen. Die Königs-Familie zelebriert in der Öffentlichkeit ihre Traditionen und bietet damit religionsgleiche Mechanismen an: In einer Welt, die immer weniger Orientierung bietet, weil der Informationsfluß die Wahrnehmung der Menschheit verstopft, bieten simple, rückwärts gewandte Chiffren der Beständigkeit Klarheit – Millionen und Millarden Medien-Süchtigen danken es ihnen. Dabei kommt es nach Kriterien der Wahrscheinlichkeit auf das richtige Verhältnis zwischen der Erfüllung von Erwartungen und dem Anteil an unvorhersehbaren Überraschungen an. Die richtige Mischung macht&#8217;s!</p>
<h2>Medien-Ereignis „Hochzeit“ als Soap-Opera</h2>
<p>So ergötzt sich die Tag und Nacht tuckernde Medien-Maschinerie <a title="Sandy99-Blog über die Hochzeit" href="http://sandy99blog.wordpress.com/2011/04/29/william-kate/" target="_blank">bei der Hochzeit von Kate Middleton und Prinz William</a> an jedem Detail – angefangen beim Gewicht der Braut, das minutiös nachgehalten wird und bis zur Hochzeit auf ein Minus von 7 Kilogramm kommt bis hin zur spannenden Dramatisierung der Entscheidung für eines von drei Hochzeitskleidern. Wie sind sie angezogen? Was sagen sie? Wie gucken sie? Was fühlen sie? Jeder Teilaspekt des augenscheinlich vorhandenen Lebens der royalen Protagonisten wird zum zielgruppenaktivierenden Kürzel für Lebens-Aspekte jener Menschen, die das Märchen- und Traumhaften in der Medien-Berichterstattung suchen. Scheinbar echtes Leben – medial gefiltert und gebrochen – als Soap. Tatsächlich verschwimmen Fernseh-Soaps und medial zelebrierte Leben immer mehr. Realität und Fiktion sind inzwischen unentwirrbar miteinander verflochten. Tatsächlich müssen die audiovisuellen Medien mit immer größeren und durchschlagenderen Geschützen aufwarten, oder in Ermangelung derselben in die Mikro-Aspekte ihres Themas eintauchen, um die Infotainment-Sucht der Konsumenten noch befriedigen zu können. So wie im Schweizerischen Cern in einem Teilchenbeschleuniger die kleinsten Bestandteile der Materie in immer kleinere zersprengt werden, so fördert das heuschreckengleich eingeflogene Kompetenz-Team der internationalen Journallie zwischen Braut-Wimpernschlag und Wimmelfaktor königlicher Hunderudel jedes noch so unwichtige Detail zu Tage und gibt ihm eine Wichtigkeit, die der Abstumpfung immer weiter Vorschub leistet.</p>
<h2>Superlative verschütten die zarte Liebe</h2>
<p>Die Royals haben das jedoch eigentlich gar nicht nötig. Da sie als Celebrity-Marke ein einmaliges Unikat sind, das keinen Vergleich zu scheuen braucht, sind sie medial nicht ersetzbar. Sie sind ein Content, den die Medien benötigen, quasi einer der blutverdünnenden, den Herzschlag bescheunigenden Faktoren im Medien-Körper. Doch die Medien sind ständig hungrig und gieren nach immer neuen Superlativen. Denn Superlative sind der unverrückbare Beweis dafür, dass etwas wirklich wichtig ist: Fast 60 Millionen Euro kostet die Hochzeitsfete mit all ihren Banketts. 5.000 Polizisten und 1.300 Soldaten sorgten für Sicherheit. Weitere 1.000 Soldaten stehen nach der Hochzeits-Zeremonie als lebender Weges-Saum stramm. 1.900 Gäste sorgen dafür, dass nicht zu viel vom Bufett übrig bleibt. Allein 10.000 Canapés wollten beim Hochzeitsempfang verschluckt werden. Eine ganze Million Hochzeits-Touristen sollen nach England gereist sein und hoffentlich über eine halbe Milliarde Euro für Bewirtung dort gelassen haben. Landesweit wurden <a title="Ganz München Blog feiert mit" href="http://ganzmuenchen.blogspot.com/2011/04/william-kate-royal-wedding-hochzeit.html" target="_blank">5.500 Feste zu Ehren des Hochzeits-Paares</a> angemeldet. Die Dunkelziffer mag erheblich höher liegen. 8.500 Journalisten leben buchstäblich wie die Made im Speck, weshalb Tages-Zeitungen und Sender bei Auflagen und Einschalt-Quoten boomen. Kein Wunder also, dass 1.000.000 Menschen für das Hochzeitspaar auf die Straße gegangen sind und dabei 140 Tonnen Unrat hinterlassen haben. Zu allem Überfluß wird der Hochzeitstag von Kate Middleton und Prinz William zum Feiertag erklärt, wodurch dem Staat ca. 230 Millionen Euro Minder-Einnahmen entstehen.</p>
<h2>Die Medien-Monarchie: Die nächste Staffel</h2>
<p>Diese und <a title="Kate und William als PEZ-Spender - das Management-Blog liefert einen der originellsten Beiträge zur Hochzeit." href="http://www.wiwo.de/blogs/management/2011/04/01/black-marketing-prinz-william-kate-als-bonbonspender/" target="_blank">andere Superlative</a> – ob sie nun stimmen oder nicht – zementieren die royale Medien-Monarchie, potenzieren ihre Wirkung und liefern die Eckdaten für die trivial-hysterische Berichterstattung, deren Plot einem billigen Fürsten-Roman zu entstammen scheint. Dies merkt aber niemand, weil die Welt der Medien und die vermeintlich reale Welt zu einem feinmaschigen, wechselseitig rückbezüglichen Informations-Gewebe verschmolzen sind, auch weil es die Protagonisten in ihrem Sein verändert und beeinflußt. So hat nichts mehr Natürlichkeit, alles ist Gehabe und die kleine, <a title="Annette weber Blog zur Hochzeit" href="http://annette-weber.blogspot.com/2011/04/william-und-kate.html" target="_blank">unscheinbare Liebe zweier Menschen</a> – sollte sie vorhanden sein – wird zum Multi-Milliarden-Event, der die Handelnden in ihrem Tun bestätigt, sie süchtig macht nach Massen-Aufmerksamkeit und sie vergessen läßt, dass die Keimzelle einer möglichen Liebe zwei Menschen sind – und nicht zwei Milliarden.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F04%2F30%2Fmarchen-stunde-die-wahre-liebe-von-kate-middleton-und-prinz-william-als-medien-abziehbild%2F&amp;title=M%C3%A4rchen-Stunde%3A%20Die%20Wa%28h%29re%20Liebe%20von%20Kate%20Middleton%20und%20Prinz%20William%20als%20Medien-Abziehbild" id="wpa2a_14"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hochzeits-Katastrophe</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Apr 2011 23:02:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hoch-Zeit. Was kann alles schief gehen bei einer Hochzeit? Hier ist es zu sehen. Kommentieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object style='width:350px;height:290px;' width='350' height='290'><param name='movie' value='http://www.myvideo.de/movie/1378144'></param><param name='AllowFullscreen' value='true'></param><param name='AllowScriptAccess' value='always'></param><embed src='http://www.myvideo.de/movie/1378144' width='350' height='290' type='application/x-shockwave-flash' allowscriptaccess='always' allowfullscreen='true'></embed></object><br/><a href='http://www.myvideo.de/watch/1378144/Die_Geilsten_Hochzeit_Pannen' title='Die Geilsten Hochzeit Pannen - MyVideo'></a></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Hoch-Zeit.</strong></span> Was kann alles schief gehen bei einer Hochzeit? Hier ist es zu sehen. <a title="Klicken und kommentieren." href="http://www.endoplast.de/2011/04/30/hochzeits-katastrophe/" target="_blank">Kommentieren.</a></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F04%2F30%2Fhochzeits-katastrophe%2F&amp;title=Hochzeits-Katastrophe" id="wpa2a_16"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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