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Ausstellung „Tim Burton“ im Museum of Modern Art New York

Posted on 08 März 2010 by Ralf Wasselowski

Tim Burton im Museum und im Film: Wer ist irrer? Er selbst oder seine Figuren?

Tim Burton im Museum und im Film: Wer ist irrer? Er selbst oder seine Figuren?

Ein Mann, viele Aktivitäten: Der 3D-Film „Alice im Wunderland“ des amerikanischen Regisseurs Tim Burton Continue Reading

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Die häßliche Fratze der Fortpflanzung

Posted on 07 März 2010 by Nelly Kratt

endoplast_liebesgedicht_fratze_fortpflanzung_wasselowski

ich denke es ist liebe
ich ciao dich an
du bist die summen meines lebens
doch scheint’s als sein’s nur triebe

du bist sehr weit entfernt
ich zupf an deinem rock
dich zu gefuehlen zu bewegen
doch gefuehlsgebaeude sind erlernt

jetzt mach ich mir gedanken
wie es weiter geht
beim weiten weg ins herz hinein
weist evolution mich in die schranken

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Schneewarnung NRW

Posted on 06 März 2010 by Der Barbara Streisand-Effekt

endoplast_winter_wetter_nrw_sturmwarnung_wasselowski
Der Winter…
sag’ mal: spinnt der?

Jetzt ist er wieder da.
Der Schnee – mein Freund er früher war.

Ein Riesen-Schneemann ist gebaut.
Jetzt frag’ ich Yoda: what’s all about?

Der schüttelt weiß den Kopf.
„Wir häng’n am Wintertropf.“

Ich blick’ zum Schneegott weit hinauf.
Am Winterstrand ich bald ersauf’.

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Ausstellung “Walton Ford: Bestiarium” im Museum für Gegenwart Berlin

Posted on 04 März 2010 by Ralf Wasselowski

Das Tier in verwandschaftlicher Beziehung zum Menschen: Walton Ford bringt uns näher, was wir darüber wissen müssen.

Das Tier in verwandschaftlicher Beziehung zum Menschen: Walton Ford bringt uns näher, was wir darüber wissen müssen.

Kunst als gesellschaftlicher Erkenntnisprozess mutet mitunter an wie ein seltsames Pingpongspiel: Continue Reading

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Pynchon’s “Inherent Vice” auf Deutsch im Literaturhaus Stuttgart

Posted on 02 März 2010 by Ralf Wasselowski

Thomas Pynchon läßt sich nicht gern in die Karten gucken, dafür sind seine Bücher um so umfangreicher. Doch diesmal hat er eine Ausnahme gemacht.

Thomas Pynchon läßt sich nicht gern in die Karten gucken, dafür sind seine Bücher um so umfangreicher. Doch diesmal hat er eine Ausnahme gemacht.

Nach dem Tod von D. J. Salinger hat die Welt des Literatur-Groupie-ismus nur noch einen Heiligen, Thomas-„He’s not there“-Pynchon. Der hat im August letzten Jahres quasi als Schnellschuß und Lockerungsübung in nur dreijähriger Bearbeitungszeit einen neuen Roman vorgelegt. Nun gibt’s bereits ein Häppchen aus der deutschen Übersetzung.

Am Donnerstag, dem 4. März, veranstaltet das Literaturhaus Stuttgart um 20.00 Uhr eine Lesung aus dem neuen Roman Inherent Vice, dessen Titel David Foster Wallace’ „Infinite Jest” persifliert und der lustigste und mit 384 Seiten Umfang der schmalste Pynchon sein soll. Pynchon versteckt sich ja erfolgreich seit Jahrzehnten, womit ein Simpsons-Filmchen spielt:

Aber die Sache ist ernst. Der Mann ist wirklich nicht greifbar, worauf ein Gutteil seines Erfolges zurückzuführen sein mag. Eine kleine Story, die man immer wieder gerne hört, kommt hier – es geht um eine Preisverleihung, zu der Pynchon, anstatt selbst hinzugehen, einen Schauspieler geschickt hatte, der ihn vorm Auditorium verkörpert hat:

Wer den großen Unbekannten jetzt neu und vielleicht auch zum ersten Mal kennenlernen möchte, für den ist die Schwelle der Eingängigkeit diesmal unerwartet tief gelegt.

Der Übersetzer erzählt aus dem Nähkästchen
Übersetzer Nikolaus Stingl, der schon „Mason & Dixon“ preisgekrönt übersetzt hat, trifft auf den Stuttgarter Literaturwissenschaftler Wolfgang Holtkamp und spricht mit ihm darüber, welche Bürde es ist, Pynchon zu übersetzen. Ähnliches hörten und lasen wir ja schon von Ulrich Blumenbach in Bezug auf seinen Wallaceschen Übersetzungsmarathon. Stingl liest aber vor allem Auszüge aus der deutschen Übersetzung von „Inherent Vice“, die gerade in Arbeit ist. Friedrich Kittler, der erst angekündigt war, kann leider nicht kommen.

Worum geht es in „Inherent Vice“?
Inhaltlich geht es im Kriminalroman um die ausklingenden 60er-Jahre im Surffieber-Zentrum Kalifornien inklusive freier Liebe, Manson-Morden und Drogen-Räuschen. Handelnder ist ein klassischer Detektiv als Hippieinterpretation. Ein Kritiker bemerkte, der Plot gemahne an die von verschrobenen Figuren durchdrungenen Filme der Coen-Brüder und an ihren „The Big Lebowski“. Das deckt sich irgendwie mit einem Kommentar zu nachfolgendem YouTube-Video, in dem Pynchon aus dem Vorgängerziegel „Gegen den Tag“ liest, und in dem auch angemerkt wird, Pynchon’s Original-Stimme höre sich an wie der Dude. Stimmt aber auch wirklich:

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Robert Mapplethorpe-Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf: Skandalös oder nur noch klassisch?

Posted on 26 Februar 2010 by Ralf Wasselowski

Image und Leben des Fotografen Robert Mapplethorpe: Werkzyklen von Körpern, Blumen und Gesichtern als Suche nach der schönsten Form und dem oberflächligsten Inhalt. Was verbirgt sich hinter dieser krass-deutlichen aber auch feinsinnigen 80er-Jahre-Bildwelt?

Image und Leben des Fotografen Robert Mapplethorpe: Werkzyklen von Körpern, Blumen und Gesichtern als Suche nach der schönsten Form und der wirkungsvollsten Provokation. Was verbirgt sich hinter dieser krass-deutlichen aber auch feinsinnigen 80er-Jahre-Bildwelt?

Jedes Kunstwerk existiert in zwei zeitlichen Dimensionen: Einmal in der Zeit, in der es entstanden ist, in der dem Betrachter Bezüge zur Gegenwart klar werden konnten, zum anderen in der Zukunft, in der das Kunstwerk, seines Bezugsrahmens beraubt, darum ringt, in einen aktuellen zeitlichen Kontext eingeordnet werden zu können. Wenn nun eine Foto-Austellung des jung verstorbenen New Yorker Fotografen Robert Mapplethorpe in Deutschland – Jahrzehnte, nachdem das Werk für Skandale und viel Aufmerksamkeit gesorgt hat, ausgestellt und immer noch als „gefährlich“ bezeichnet wird – hat es dann tatsächlich noch diese Wirkung? Bleibt dieses Werk provokativ oder hat es seiner Sprengkraft beraubt den Status eines eher langweiligen Klassikers?

Betrachtet man diese Fotografien mit Gänsehaut und ambivalenten Gefühlen oder blickt man distanziert und kopfgesteuert durch eine museal bedampfte Brille? Wenn es so wäre, wie zuletzt geschildert, wäre Robert Mapplethorpe, der die zeitgenössische Fotografie in mehrfacher Hinsicht bereichert hat, einer der Letzten, die das verdient hätten.

Gott Phallus als visueller Wegweiser
Der Fotograf war schwerpunktmäßig in den 1980er-Jahren ein Akteur der puren Provokation, in deren Mittelpunkt die Huldigung des männlichen Körpers stand – inklusive expliziter Darstellungen des Phallus. Das offensiv Homoerotische war die Botschaft der zahlreichen überwiegend schwarzweißen Fotografien. Auf dieser Ebene hatten Mapplethorpe’s Bilder eine politisch-soziale Bedeutung. Außerdem unterwarfen sich seine Motive größter grafischer Strenge, sie waren bezüglich der Flächenaufteilung mustergültig gestaltet, nutzten innerhalb des meist ruhigen quadratischen Formates die Proportionen des goldenen Schnitts, ließen jedes überflüssige Beiwerk weg, um die Grundformen des Hauptmotives zu verdichten. Spontanität, Beiläufigkeit oder Unschärfen gab es bei Mapplethorpe im Wesentlichen nicht. Was er zeigen wollte, stand klar abgegrenzt und scharf abgebildet im Mittelpunkt der Wahrnehmung. Die Inszenierung zelebrierte in der sanften Abstufung der Ausleuchtung und Töne und der teils porentiefen Schärfe eine längst vergangen geglaubtes Schönheitsideal, dem man unter anderen Umständen das Prädikat „dekorativ“ hätte zuordnen können.

Einfachheit und formale Strenge erzeugen eine Schönheit, die den Tabubruch um so schockierender erscheinen ließ. (Mit freundlicher Genehmigung des NRW Forum Düsseldorf. Robert Mapplethorpe: Greg Cauley-Cock, 1980 © Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission.)

Einfachheit und formale Strenge erzeugen eine Schönheit, die den Tabubruch um so schockierender erscheinen ließ. (Mit freundlicher Genehmigung des NRW-Forum Düsseldorf. Robert Mapplethorpe: Greg Cauley-Cock, 1980 © Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission.)

Körperwelten: Provokation durch Schönheit
Doch genau hier lag die visuelle Sprengkraft seines Werkes: Homoerotik – ohne Weichzeichnung, ohne Einschränkung oder die Möglichkeit einer Umdeutung – in den Vordergrund zu rücken, gar zu verherrlichen, und dies in einer klassischen Form darzureichen, die zu schön ist, um wahr zu sein – das ist die eigentliche Provokation. Der geöffnete Reißverschluß einer Anzughose, aus dem ein halberigiertes männliches Glied ragt, so schön und auf die Mapplethorpsche Weise fotografiert, sorgte zur damaligen Zeit für offene Münder.

Die floralen Motive: Das Männliche hinter den Pflanzenbildern
Selbst der andere große Teil des Werkes – teils farbig fotografierte Pflanzenmotiv-Stilleben, in der Totalen oder in Ausschnitten – konnte man nicht wertfrei betrachten. In ihm pflanzt sich die Vorliebe für klare geometrische Formen, die auch die männlichen Körper dominierten, fort: So kann es sein, dass ein Foto von einem Fruchtstempel, der aus einer Blüte ragt, an den männlichen Phallus erinnert oder an andere Formen, die den menschlichen Körper nachbilden.

Die schönsten Fotos von Robert Mapplethorpe zeigen Blumen, meist in Vasen, in Ausnahmefällen auch gehalten von einem Menschen. (Mit freundlicher Genehmigung des NRW-Forum Düsseldorf. Robert Mapplethorpe: Parrot Tulips, 1988 © Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission.)

Die schönsten Fotos von Robert Mapplethorpe zeigen Blumen, meist in Vasen, in Ausnahmefällen auch gehalten von einem Menschen. (Mit freundlicher Genehmigung des NRW-Forum Düsseldorf. Robert Mapplethorpe: Parrot Tulips, 1988 © Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission.)

Homosexualität der Bildsprache: Das fotografische Coming Out
Die Wirkung Robert Mapplethorpe‘s bezieht sich historisch auf eine Zeit, in der Homosexualität ihr Coming Out nicht mehr nur in familiären oder regionalen Zusammenhängen hatte, sondern an der Schwelle stand, zum gesellschaftlichen Ereignis zu werden. Es war die Zeit, in der man endlich auch in den Medien und damit in der Öffentlichkeit zu seiner Homosexualität stehen konnte. Männliche Homosexualität huldigt dem Mann und der männlichen Physis – ein Faktum allerdings, das dem immer stärker werdenden Feminismus und allgemein der weiblichen Emanzipation andererseits zuwiderlief. Die Kopplung der Aspekte – die offen kommunizierte Homosexualität, das unvergleichlich eindeutige Bekenntnis zur Männlichkeit in der Darreichungsform klassischer Schönheit – mußten starke Gegenreaktionen hervorrufen.

Der Fotograf nutzte eine Deutlichkeit und Drastik, die vor dem Hintergrund der kreativen und experimentierfreudigen 80er Jahre entstand. (Mit freundlicher Genehmigung des NRW-Forum Düsseldorf. Robert Mapplethorpe: Ajitto, 1981 © Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission.)

Der Fotograf nutzte eine Deutlichkeit und Drastik, die vor dem Hintergrund der kreativen und experimentierfreudigen 80er Jahre entstand. (Mit freundlicher Genehmigung des NRW-Forum Düsseldorf. Robert Mapplethorpe: Ajitto, 1981 © Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission.)

„Lady Lisa Lyon“ als Wiedergutmachung an der Weiblichkeit?
In diesem Zusammenhang steht auch, dass Mapplethorpe einen ganzen, viel beachteteten Fotobildband über Lisa Lyon, eine amerikanische Bodybuilderin, publizierte. Wenn das als ausgleichende Verehrung der weiblichen Physis gedacht war, entkräftet es nicht unbedingt den Männlichkeitswahn, den man Mapplethorpe unterstellen könnte. Während die Fotos von Männern explizit sexuell anmuten und oft das männliche Glied in einem teilerrigierten Zustand darstellen und damit auch seiner Größe eine Wichtigkeit geben, wirken die Bilder des Lisa Lyon-Zyklus kalt wie eine Anatomiestudie. Die klassische Formensprache wird auch hier angewendet, aber weder primäre noch sekundäre Geschlechtsmerkmale werden visuell gefeiert oder treten in den Vordergrund. Im Gegenteil: Bei der Darstellung des Körpers dieses Models wird viel Wert auf die Darstellung der imposanten Muskulatur gelegt, die eher maskulin wirkt aber ohne die femininen Attribute völlig zu verleugnen. Sie werden eher in ihrem Ebenmaß gezeigt. Das Ergebnis ist ein Fotozyklus, der auf diese Weise Androgynität darstellt und damit als Thema wieder die Geschlechterrolle wählt.

Die Portraits: Inszenierung von Oberflächen
Ein weiterer Teil des Oeuvres von Mapplethorpe ist die Portraitfotografie. Zahlreiche Prominente haben sich von ihm ablichten lassen. Was ist das ästhetische Ergebnis dieser Arbeiten? Mapplethorpe huldigte stets der Oberfläche, der äußeren Form. Seine visuelle Sprache war nicht psychologisierend. Es war, als wollte er sagen: „Seht her, so schön sind Äußerlichkeiten und Physis, was darunter ist, liegt nur im Auge und der Vorstellungswelt des Betrachters und interessiert mich nicht.“ Auch die Portraits gehen als Auftragsarbeiten und als Konterpart zur Darstellung von Körpern nicht psychologisierend vor, sie versuchen nicht den Menschen hinter dem Bild zu erschließen, sie inszenieren eine Hülle, mitunter sogar überhöhen sie den Portraitierten ins Unwirkliche und bedienen sich dazu der gewohnten Strenge. Manchen Prominenten hat er unglaubwürdig dramatisierend sexualisiert. Zugleich entlarven sie Mapplethorpe, den gesellschaftlich beachteten Provokateur, als brav, dekorativ und sogar opportunistisch – Ergebnis seiner Szenezugehörigkeit in Promikreisen.

Eine frühe Aufnahme von Freundin Patti Smith, die das Bild für ihre erste Musikgeschichte schreibende LP "Horses" verwendete. (Mit freundlicher Genehmigung des NRW-Forum Düsseldorf. Robert Mapplethorpe: Patti Smith, 1975 © Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission.)

Eine frühe Aufnahme von Freundin Patti Smith, die das Bild für ihre erste Musikgeschichte schreibende LP "Horses" verwendete. (Mit freundlicher Genehmigung des NRW-Forum Düsseldorf. Robert Mapplethorpe: Patti Smith, 1975 © Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission.)

Reise zum Ich: Die Selbstportraits
Neben den Fotos von Körpern und Körperteilen, den Blumenbildern und Portraits gibt es einen vierten Bereich – den der Selbstportraits – die den Künstler zeitlebens begleitet haben. In diesen Selbstinszenierungen frönt er zum Teil seiner Eitelkeit und stilisiert sich als gefährlich lebend: Mal mit dem Messer in der Hand, mal martialisch in Ledermantel mit Maschinengewehr in den Händen, mal als Lebemann mit Zigagette im Mundwinkel, mal auf Frau getrimmt mit geschminktem Gesicht. Ganz egal, ob er dies ernst gemeint hat oder als Spiel mit dem eigenen Selbstbild eines berühmten Mannes, es bleibt die Auseinandersetzuung eines Künstlers, dessen Selbstbild zwischen übermächtigem Image und schnellem Leben sein Selbst sucht. Diese Bilder changieren zwischen plumper Provokation, manirierter Selbstdarstellung und notwendigem Selbstfindungstrip. Wer dem Fotografen auf seinen Fotografien hier tief in die Augen blickt, erfährt einiges über den Erfolgsmenschen und Überfotografen, der Zeit in die Selbstintrospektion investierte und es so nötig hatte, weiter an seinem Image, das manchmal weniger von dem eines  Künstlers und mehr von dem eines Rockstars geprägt war, mitzuarbeiten. Der dort agierende Mensch ist jedoch ein ganz anderer als jener, dessen Sensibilität viele seiner beeindruckendsten Werke erst möglich gemacht hat.

Einfache grafische Grundformen bildeten die Grundlage für den Bildaufbau zahlreicher Fotografien. (Mit freundlicher Genehmigung des NRW-Forum Düsseldorf. Robert Mapplethorpe: Thomas, 1987 © Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission.)

Einfache grafische Grundformen bildeten die Grundlage für den Bildaufbau zahlreicher Fotografien. (Mit freundlicher Genehmigung des NRW-Forum Düsseldorf. Robert Mapplethorpe: Thomas, 1987 © Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission.)

Ein langer Weg: Tabus in Zeiten der Tabulosigkeit
Das Mittel, mit dem Mapplethorpe Wirkung erzielt hat, war der gezielte Tabubruch. Wie wird sein Werk in einer Zeit rezipiert, in der Darstellungen, die vor Jahrzehnten ein Reizthema waren, inzwischen zum Mainstream geworden sind? Pornografie ist zum unreflektierten Kulturgut geworden und der menschliche Körper wird inzwischen detailliert in „Feuchtgebieten“ erschlossen. Homosexualität wird gesellschaftlich immer mehr anerkannt: Es ist kein Verbrechen mehr, homosexuell zu sein, Politiker kommunizieren ihre Gleichgeschlechtlichkeit in der Öffentlichkeit und homosexuelle Ehen gehören langsam zum gesellschaftlichen Alltag. Wie nachdenklich macht da noch ein Werk, dass konsequent etwas anbetet, das man früher öffentlich nicht anbeten durfte – jetzt aber schon? Es hat etwas Patina angesetzt, weil diese thematische Fixierung in ihrer Ernsthaftigkeit nicht mehr so ganz in die postmoderne Zeit des Augenzwinkerns passt. Ein Werk aber, das von der Provokation gelebt hat, verliert mehr, als eines, das ruhiger agiert.

Körper ohne Gesicht: Konzentration auf die Formensprache der Muskulatur, die wie eine Landschaft wirkt. (Mit freundlicher Genehmigung des NRW-Forum Düsseldorf. Robert Mapplethorpe: Lowell Smith, 1981 © Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission.)

Körper ohne Gesicht: Konzentration auf die Formensprache der Muskulatur, die wie eine Landschaft wirkt. (Mit freundlicher Genehmigung des NRW-Forum Düsseldorf. Robert Mapplethorpe: Lowell Smith, 1981 © Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission.)

Reduktion durch Konzentration und die Kraft der Themen-Fixierung
Grafisch-gestalterisch bleiben die Fotografien jedoch zeitlos. Ihnen kommt ihr Streben nach Reduktion und größtmöglicher Klarheit zu gute. Das Werk stellt kaum Bezug zu der Zeit her, in der es entstanden ist. Mapplethorpe hat damit eine visuelle Sprache formuliert, die damals verstanden wurde, heute und sicher zukünftig auch verstanden wird. Die umfassende Ausstellung im Düsseldorfer NRW-Forum zeigt in 160 Exponaten einen der einflußreichsten Fotografen der Neuzeit, den Fotografen, der die stärksten Reaktionen hervorgerufen hat – und den besten Gestalter. Einen produktiven Fotografen, der in der Öffentlichkeit stand und es locker in die Documenta schaffte. Der Rest ist Image und Selbstdarstellung – inklusive seiner letzten Selbstportraits als Aids-Kranker kurz vor seinem Tod. In ihrer Natürlichkeit zeigen sie vielleicht zum ersten Mal den Menschen hinter dem Werk und damit mehr als nur Oberfläche. Eine solch breite Darstellung des Mapplethorpschen Oeuvres läßt auch erahnen, welche Kraft der Künstler gehabt haben mag, um durch seine Fixierungen sein Werk zu erschaffen. Inhaltlich wird man es aber nicht mehr so ernst nehmen können wie damals.

Anmerkungen zur Ausstellung
Die Düsseldorfer Ausstellung verzichtet auf eine Relativierung der Motive. Wo andernorts das Werk des Fotografen mit Exponaten lang vergangener Epochen in Beziehung gesetzt wurde, hängt begrüßenswerterweise in Düsseldorf der reine Mapplethorpe.
Das NRW-Forum Düsseldorf hat eine eigene iPhone-App als Ausstellungsführer eingerichtet. Gleichzeitig kann von jedem Handy aus die Audiospur in der Ausstellung zum Ortstarif genutzt oder aber vorab heruntergeladen werden. Unterlegt sind die Informationen mit Musik von Patti Smith und Velvet Underground. Wie passend. Die Ausstellung läuft bis zum 15. August und enthält Werke aus allen genannten Zyklen von Robert Mapplethorpe.

Videos zum Fotografen Robert Mapplethorpe:
Robert Mapplethorpe und Patti Smith
Robert Mapplethorpe und sein Lebensstil

http://www.endoplast.de/2010/02/26/robert-mapplethorpe/
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Autoshow AMI Leipzig (3): Renault Proprement

Posted on 24 Februar 2010 by Manfred Ganswindt

Dem Kern der Sache auf der Spur: Das Auto der Zukunft mit Seifenkisten-Feeling.

Dem Kern der Sache auf der Spur: Das Auto der Zukunft mit Seifenkisten-Feeling.

Renault wird den Autoliebhaber auf der AMI in Leipzig in der Kompaktklasse mit dem preiswerten Proprement überraschen, Continue Reading

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Autoshow AMI Leipzig (2): Ferrari Camouflage

Posted on 23 Februar 2010 by Manfred Ganswindt

Beschleunigung hilft über alle Gefahren hinweg.

Beschleunigung hilft über alle Gefahren hinweg.

Ferrari präsentiert auf der AMI in Leipzig den ersten Zwölfzylinder im aufregenden Bundeswehr-Look. Erd- und Olivtöne stehen zur Auswahl.

Die Handy-Halterung kann mit nur einem Handgriff gegen einen Flaggeschütz-Flansch ausgetauscht werden.

Kombinationsinstrument mit Navi- und Radarfunktion

Zündet der Motor, klappt das Navigationsgerät mit einem knackigen Explosionsgeräusch auf. Der Rauchwolkenverwirbeler kann abgeschaltet werden. Per Fingertipp leuchten alle aktuellen Kriegsschauplätze auf einer übersichtlichen Weltkarte auf.

Schnell ist mittels eines Dreiwegschalters für Überblick gesorgt: Die Kriege lassen sich gezielt nach Kriterien anwählen, nach solchen mit deutschem Interesse, amerikanischem Interesse und solchen, die nur interessantes Gemetzel sind. In den feineren Ortsansichten sind alle strategisch wichtigen Ziele, Tankstellen, Brücken und Bordelle mit farbigen Fähnchen markiert. Schnell speichert der MyWar-Button Bewertungen für bis zu zehn persönliche Lieblingskriege.

Kommandozentrale

Sämtliche Militärsender sind mit dem stylischen Military-Look-Weltempfänger abrufbereit, vVerschlüsselte Sender nur mit zusätzlicher Common-Interface-Karte. CI-Karten können von staatstragenden Bürgern bei jedem Geheimdienst zu saftigen Preisen erworben werden. Ein gültiger Personalausweis ist Pflicht.

Teil 1 der Serie: Der BMW „Tadaradaaadaa-tadaradaaadaa“
Teil 3 der Serie: Der Renault „Proprement“

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Autoshow AMI Leipzig (1): BMW Tadaradaaadaa Tadaradaaadaa

Posted on 22 Februar 2010 by Manfred Ganswindt

Fanfaren, ein mächtiges Gewitter und der Zorn der Götter: Ein Sport Utility Vehickle (SUV) im siebten Himmel.

Fanfaren, ein mächtiges Gewitter und der Zorn der Götter: Ein "Sport Utility Vehickle" (SUV) im siebten Himmel.

Im Vorgriff auf die Leipziger Automobilmesse Auto Mobil International (AMI), die im April stattfindet, stellen wir die Autos der Zukunft in einer kleinen Folge vor.

BMW platziert seinen neuen SUV „Tadaradaaadaa Tadaradaaadaa“ trotz identischer Aussenmaße noch über dem BMWX6. BMW-Chefentwickler Draeger spricht von dem bayerischsten aller BMWs.

BMW-Kunden bemängeln häufig, dass sich das auf der Autobahn einzigartige Überholprestige ihres Geländewagens im dichten Innenstadtverkehr, zwischen Horden von Fussgängern, verlieren würde.

BMWs innovative Ingenieure bauten kurzerhand die Walküre in das Fahrzeug ein. Wagners Oper wird über die Karosserie abgestrahlt, die aus dem selben schwingungsfreundlichen Aluminium besteht wie die Membrannen der bekannten Bassboxen von Larry Hartke. Wie erwartet stellt sich der großzügige Fahrgastraum als idealer Resonanzkörper heraus. Narrensicher: Die Lautstärke wird über das Gaspedal geregelt. Tritt man das Gaspedal ganz durch, schaltet sich der Kickdown ein: Die Oper springt augenblicklich zum Walkürenritt.

Kunden zeigen sich begeistert. Jüngere Kunden wünschen sich einen Umschaltknopf auf „Highway to Hell“.

Teil 2 der Serie: Der Ferrari „Camouflage“
Teil 3 der Serie: Der Renault „Proprement“

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Kultur-Devotionalien: Die Kunst und ihre Zuhälter

Posted on 20 Februar 2010 by Ralf Wasselowski

Alberto Giacometti hätte für einen Bruchteil des Geldes, das seine Arbeiten nun bringen, in einem Meer aus Champagner gebadet.

Alberto Giacometti hätte für einen Bruchteil des Geldes, das seine Arbeiten nun bringen, in einem Meer aus Champagner gebadet.

Alberto Giacometti war ein alter Schwerenöter. Er saß in seinem Verschlag, den man heute verklärt Atelier nennen würde, Continue Reading

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