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	<title>endoplast.de &#187; Featured</title>
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	<description>Die schräge Welt</description>
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		<title>SOPA PIPA: Schreckensbild der Zensur im Internet</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 20:27:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politisches]]></category>
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		<category><![CDATA[Paranoia]]></category>
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		<description><![CDATA[The Filmindustrie strikes back. Nachdem der illegale Download von Filmen und Musik alten Industrien das Kommerz-Leben schwer gemacht hat und sie der technologischen Entwicklung wie kleine Dummerchen hinterher blicken mussten, haben sich Hollywoods Schwergewichte zum Gang durch die politischen Institutionen aufgemacht. Herausgekommen sind Gesetzes-Initiativen, die kurz vor ihrer Verabschiedung stehen. Mit den niedlich klingenden Gesetzen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2012/01/endoplast_sopa_acta_pipa.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-19947" title="endoplast_sopa_acta_pipa" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2012/01/endoplast_sopa_acta_pipa.jpg" alt="US-Heimatschutz mit SOPA, PIPA und ACTA" width="553" height="329" /></a></p>
<p><span style="color: #800080;"><strong>The Filmindustrie <a title="Hier einige Informationen in einer PDF-Datei" href="https://static.googleusercontent.com/external_content/untrusted_dlcp/www.google.com/de//landing/takeaction/takeaction.pdf" target="_blank">strikes back</a>. Nachdem der illegale Download von Filmen und Musik alten Industrien das Kommerz-Leben schwer<span id="more-19938"></span> gemacht hat und sie der technologischen Entwicklung wie kleine Dummerchen hinterher blicken mussten, haben sich Hollywoods Schwergewichte zum Gang durch die politischen Institutionen aufgemacht.</strong></span></p>
<p>Herausgekommen sind Gesetzes-Initiativen, die kurz vor ihrer Verabschiedung stehen. Mit den niedlich klingenden Gesetzen <a title="Die Erklärung der Gesetzes-Initiative in einem Video versehen mit einigen erläuternden Links auf Endoplast" href="http://www.endoplast.de/2012/01/18/sopa-pipa-pipapo-web/" target="_blank">„SOPA“ und „PIPA“</a> würde sich die USA zum Zensor des freien Web aufschwingen. Aber auch <a title="Hier gehts zum deutschsprachigen ACTA-Erklärungsvideo. Sehr einfach und leicht verständlich dargestellt." href="http://youtu.be/yWqta3S9vcc" target="_blank">„ACTA“</a> als Vereinbarung zwischen vielen Staaten hat Auswirkungen aufs Web, auf Europa, auf Deutschland und auf Dich.</p>
<p>Um die Gefahr bildlich darzustellen, hat die Tech-Zeitschrift <a title="Hier siehst Du am 18.01.2012 die selbstzensierte Onlineseite von Wired" href="http://www.wired.com/" target="_blank">„Wired“</a> ihren Online-Ableger im Rahmen der Protest-Aktion <a title="Das Lied zur Aktion auf Endoplast" href="http://www.endoplast.de/2012/01/18/dead-web-jim/" target="_blank">Blackout,</a> bei der sich Webseiten heute einen Tag lang abgeschaltet haben, mal selbst zensiert. Nachfolgend sieht man, wie Berichterstattung dann zukünftig vielleicht aussehen könnte. (Übrigens kann man auf jeden schwarzen Balken klicken und dahinter einen Text lesen.)</p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/2012/01/18/sopa-pipa-schreckensbild-der-zensur-im-internet/endoplast_wired_sopa_pipa-2/" rel="attachment wp-att-19954"><img class="alignnone size-full wp-image-19954" title="endoplast_wired_SOPA_PIPA" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2012/01/endoplast_wired_SOPA_PIPA1.jpg" alt="Blackout: Die Zeitschrift Wired hat sich selbst zensiert" width="553" height="1676" /></a></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2012%2F01%2F18%2Fsopa-pipa-schreckensbild-der-zensur-im-internet%2F&amp;title=SOPA%20PIPA%3A%20Schreckensbild%20der%20Zensur%20im%20Internet" id="wpa2a_2"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Krankheitsbilder: Francis Bacon-Mann mit Windmühlenkrebs</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 19:26:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Illustration]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Katastrophe]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Mann ist alt und stopplig. Er hat einen starken Bartwuchs. Ein Großteil des Gesichtes ist mit etwa sieben Millimeter langen weißen Stoppeln übersät. Der Krebs hat sich mittig im Gesicht platziert. Er hat die Nase und das rechteAuge von innen heraus zur Seite gedrückt. Ich stelle mir das Gesicht als eine Schüssel mit einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/12/endoplast_francis_bacon_wasselowski.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-19803" title="endoplast_francis_bacon_wasselowski" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/12/endoplast_francis_bacon_wasselowski.gif" alt="Krebs Cancer Man" width="553" height="310" /></a></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Der Mann ist alt und stopplig. Er hat einen starken Bartwuchs. Ein Großteil des Gesichtes ist mit etwa sieben<span id="more-19802"></span> Millimeter langen weißen Stoppeln übersät. Der Krebs hat sich mittig im Gesicht platziert. Er hat die Nase und das rechteAuge von innen heraus zur Seite gedrückt.</strong></span></p>
<p>Ich stelle mir das Gesicht als eine Schüssel mit einer zähen Flüssigkeit vor, in der zwei Augen, eine Nase, zweiLippen und eine Menge Bartstoppeln schwimmen. Tief unten, in der Flüssigkeit sind plötzlich mehrere dumpfe Töne vernehmbar, so als klopfte jemand an eine verborgene Tür. Durch die milchige Flüssigkeit sehe ich die Andeutung einer runden Luke, wie bei einem U-Boot, die jetzt aufschwingt. Der Krebs kommt heraus, schwimmt lässig und ohne Eile nach oben. Er gibt der Nase mit einem Bein locker einen Stoß. Sie wird dadurch ein bisschen zur Seite gebogen. Dann tritt er das rechte Auge mit dem anderen Bein. Es wird weggeschleudert. Er macht es sich wie selbstverständlich in der Mitte des Gesichts gemütlich und beginnt, sich mit ausgebreiteten Armen unmerklich zu drehen. Es entsteht eine Art Wirbel, der alle Teile des Gesichts erfasst. Die Position der Augen, der Nase, des Mundes hat sich im Laufe des Jahres kreisförmig verschoben als wirkte eine beängstigende Fliehkraft. Ursprünglich grade Falten werden dadurch verbogen. Eine aberwitzig-konzentrische Drehbewegung erfasst die Physignomie vom Zentrum weg. Francis Bacon.</p>
<p><span style="color: #800080;"><strong>Die Pflegerinnen haben alle Spiegel aus dem Zimmer genommen.</strong></span> Der Mann sitzt im Stuhl, kann nicht aufstehen. Er wird nicht jeden Tag rasiert, weil das zu umständlich und schmerzhaft für ihn wäre. Er ist drahtig, muss mal ein Frauentyp gewesen sein, ein bisschen hat er was von Humphrey Bogart. Markant-männliche Falten. Er wirkt, als habe er abgeschlossen, ist dankbar für alles. Vielleicht einer der seltenen Momente im Leben, in dem ich wirklich was zu bieten habe. Denn ich kann meine Finger ruhig und geduldig bewegen. Mein Leben lang habe ich mit diesen Fingern gezeichnet und viele sehr kleine Dinge aus Papier ausgeschnitten, um Design-Entwürfe zu visualisieren oder beim Modellbau fiktive Räume entstehen zu lassen. Meine Aufgabe hier ist es, ihn zu rasieren. Eine Sache der Psychologie: Er weiß, dass es äußerst schwierig ist, ihn mit diesem Gesicht überhaupt noch zu rasieren. Er denkt, es sei eine Zumutung für mich. Stelle mir die Schwestern vor, wie sie ihn grob und laut in der Wir-Form sprechend rasieren, an ihm vorbei gucken und ihn dabei gar nicht richtig wahrnehmen.</p>
<p><span style="color: #800080;"><strong>Schwierig ist es einmal wegen der vielen Furchen und der wunden Stelle.</strong></span> Zum anderen wegen des Anblicks. Dabei ist es mir völlig egal. Ich sehe die Hässlichkeit gar nicht. Er will mir nichts stehlen von meiner Zeit, die ich doch tatsächlich im Überfluss habe. Ich will keiner seiner Erwartungshaltungen entsprechen. Ich nehme mir doppelt soviel Zeit, wie ich für die langsamste Rasur der Welt bräuchte. Ich bewege den Rasierer fast so, als würde ich mit einem Pinsel ein Bild malen. Ich blicke ihn unverwandt an und zeige ihm ohne Anstrengung, Verkrümmung oder Schauspiel, dass die Situation selbstverständlich ist. Ich komme dem Krebs ganz nahe, fasse sein Gesicht die Rasur unterstützend auch mal mit der Hand an. Dabei bin ich so zärtlich wie es nur geht. Er redet kein Wort. Ich sage hier und da etwas wie „so“ oder „ok, die Seite haben wir gleich“.</p>
<p><span style="color: #800080;"><strong>Ich bin eilfertig und zuvorkommend.</strong></span> Aber ich empfinde nichts Negatives, keine Berührungsangst, kein Mitleid, kein Ausweichen vor dem Tod, dem ich doch bisher immer gerne davongelaufen bin, wenn er sich mir zeigen wollte. Der Krebs ist jetzt Teil dieses Menschen. Der alte Mann wirkt auf mich, als habe er sich damit abgefunden, dass die Geschwulst wie ein surreales Zeitlupenschwungrad sein Gesicht einer Art organischer Kontinentalverschiebung aussetzt. Auch ich habe mich an die Situation angepasst. Habe akzeptiert, dass neben dem Mann und einem Zimmergenossen, den ich nicht wahrnehme, weil er sich dauernd außerhalb meines Gesichtsfeldes bewegt, zwei Personen in diesem Zimmer leben: Der alte Mann und der Krebs. Der Anblick des Mannes mag für viele beängstigend sein. Tage später werde ich lange zuhause in den Spiegel gucken und mir vorstellen, wie mein Gesicht wohl aussehen würde unter diesen Umständen.</p>
<p><span style="color: #800080;"><strong>Rasur beendet.</strong></span> Ganz glatt ging nicht. Später wird eine der Schwestern sagen, ich hätte es gut gemacht, hätte mir aber nicht so viel Mühe machen müssen. Die Dankbarkeit in seinen Augen. Weil ich bei ihm war. Weil ich mir die Zeit genommen habe. Weil ich keine Angst hatte. Tränenglitzern. Reflexion der Dankbarkeit. Aber er sagt nichts. Bin etwas gerührt. Wenn alles sehr schlimm ist und es keinen Ausweg mehr gibt, weil es vieles im Leben gibt, das eben nicht mehr gut wird, so sehr man sich das auch wünschen mag, dann werde ich seltsam gelassen, verschmelze mit dem Schrecken. Wer mit dem Schrecken schwingt, empfindet ihn nicht mehr. Der Schrecken verliert seine Macht, wenn Du sein Kumpel bist.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F12%2F01%2Fkrankheitsbilder-francis-bacon-mann-mit-windmuhlenkrebs%2F&amp;title=Krankheitsbilder%3A%20Francis%20Bacon-Mann%20mit%20Windm%C3%BChlenkrebs" id="wpa2a_4"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Märchen: Die Symmetrie der Wut</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Nov 2011 17:36:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es waren an einem Ort, den man das Land der untergehenden Sonne nannte, zwei Bäume, die nun uralt geworden waren, älter als jeder Mensch, wohl älter als alle Generationen der Menschen, die dort jemals gelebt hatten, zusammen genommen. Jeder, dessen Familie eine Familienchronik führte, konnte sehen, dass die Bäume in fast jedem der Berichte der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/11/endoplast_facelifting_wasselowski1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-19783" title="endoplast_facelifting_wasselowski" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/11/endoplast_facelifting_wasselowski1.jpg" alt="Wurzelwerk der Gesichter" width="553" height="312" /></a></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Es waren an einem Ort, den man das Land der untergehenden Sonne nannte, zwei Bäume, die nun uralt geworden waren, älter als jeder Mensch, wohl älter als alle<span id="more-19768"></span> Generationen der Menschen, die dort jemals gelebt hatten, zusammen genommen. Jeder, dessen Familie eine Familienchronik führte, konnte sehen, dass die Bäume in fast jedem der Berichte der Generationen erwähnt worden waren.</strong></span></p>
<p>Die Bäume waren nicht nur wegen ihres sagenhaften Alters berühmt geworden, nein, vor allem bildeten sie ein weit verzweigtes oberirdisches Wurzelwerk, wie man es noch nicht gesehen hatte. In der verwinkelten Verwurzelung konnte man Formen erahnen, die wie menschliche Gesichter wirkten, manche wie Tiere und Pflanzen. Es war, als wollten die Bäume in dem kunstvollen Geflecht ihrer Wurzeln eine Geschichte erzählen.</p>
<p>Die Bäume standen je am Rande zweier Städte, die am linken und rechten Ufer eines Flusses lagen, der den Bezirk durchzog. Verbunden waren diese Städte durch eine alte Handelsroute, die durch die Wildnis führte und durch den Fluss geteilt wurde.</p>
<p>Eines Tages kam diesen Weg eine Gruppe von Händlern entlang. Sie hatten die eine Stadt aufgesucht, dort den ersten der beiden Bäume bewundert, hatten den Fluß überquert und machten nun nicht weit entfernt vom zweiten Baum Rast. Die Sonne stand zu diesem Zeitpunkt tief, schien aber mit unveränderter Intensität, die die Reisenden blinzeln ließ. Die Händler waren nicht sesshaft und mit ihren Familien unterwegs. Ein kleiner Junge und ein Mädchen, die auf der strapaziösen Reise vieles gesehen und erkundet hatten, machten sich auf, die fantastischen Wurzelns auch dieses zweiten Baumes zu bewundern. Schon den ersten hatten sie in staunender Ehrfurcht betrachtet. Dem Jungen war der Anblick nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Er hatte in der vergangenen Nacht viel davon geträumt, konnte sich an den Inhalt dieser Träume, die ebenso verworren schienen, wie das netzartige Wurzelwerk, aber nicht mehr erinnern.</p>
<p>Der Junge und das Mädchen standen nun also vor diesem zweiten Baum wie Ameisen vor einer Sonnenblume. So hoch ragte er empor, dass sie sein Ende am Himmel nicht mehr sehen konnten. Es schien, als verschwände er in den Wolken. Sie hockten sich auf die Wurzeln und das Mädchen fragte den Jungen, was er dort sähe. Der Junge sah ihr ins Gesicht, als sie die Frage gestellt hatte und hatte diese von ihren Lippen abgelesen. So blickte er in das dichte Netz der fantastischen Formen, sah in den durchschatteten Verschränkungen Köpfe, Körper, Figuren, sah immer mehr Gestalten, die sich zu bewegen schienen und ihn in ihrer Bewegung hinein in eine Geschichte zogen, die sich wie von selbst zu ergeben schien. Sein Blick versank tief im geheimnisvollen Wurzelreich. Aus den vielen kleinen Bildern, die er aufnahm, formten sich Worte und wie im Schlaf sprach er langsam Worte suchend, weil es ihm war, als würden die Wurzeln eine Geschichte preisgeben, die lange Zeit dort verborgen gelegen hatte. Es musste nur ein Kind kommen, um sie zu entdecken. Die beiden Kinder saßen dicht aneinander gedrängt und spürten die Wärme ihrer Körper. Der Junge sah in den tiefen Schatten des Geflechts zwei Menschen an weit voneinander entfernten Plätzen, die miteinander zu tun hatten, ohne es zu ahnen. So sprach er:</p>
<p>„Auf den zwei Seiten eines Flusses lebten zwei Einsiedler, ein Mann und eine Frau. Die Frau war blind und der Mann taub. Sie wussten nichts voneinander und lebten mehrere Tagesreisen voneinander entfernt. Ein ungewöhnlich lange währender Winter hatte das Land überzogen und es stand zu befürchten, dass er noch lange anhalten würde. So waren die beiden gezwungen, die Städte in ihrer Nähe aufzusuchen, um Vorräte einzukaufen. Nach einem entbehrungsreichen Weg angekommen, mussten sie aber feststellen, dass in den Städten die Hungersnot noch viel größer war als bei ihnen, die sie ihr Leben lang gelernt hatten, mit dem auszukommen, was die Natur ihnen gab. Sie waren bewandert in der Kunst der lange währenden Bevorratung, hatten Dörrfleisch und Trockenobst tief in der Erde gelagert. Doch sie mussten sicher gehen, nicht zu verhungern. Sie traten nach einiger Zeit, in der sie in den Städten Arbeiten verrichtet hatten, um mit dem Geld noch das Notwendigste zu Essen zu erstehen, den Rückweg an. Beide wollten damit die Stadt erreichen, in der jeweils der andere gewesen war, weil sie glaubten, dort mehr Lebensmittel bekommen zu können. Die Reise würde 4 oder 5 Tage dauern und es konnte gut sein, dass sie dabei ihr Leben verlieren würden.</p>
<p>So gingen sie los, schliefen ein paar Stunden, wanderten und wanderten, zehrten immer mehr ihrer Vorräte auf, trotzten der Kälte und trachteten am Ende des täglichen Marsches danach, wieder ihre Beine zu spüren. Sie banden sich Lappen um die halb erfrorenen Füße, steckten sie zurück in ihre Fellschuhe, rieben ihre Körper mit einem Balsam ein. Ihre Gesichter waren kaum mehr zu sehen unten den gewaltigen Fellmützen, die Nasen standen hervor wie rote Dornen, die Wangenknochen als wären sie aus hartem Holz. Ihre Münder waren ohne Lippen, als hätten die sich nach Innen zurückgezogen. Mit ihren eingerissenen Rändern sah jeder Mund aus wie ein dünner, dunkler Stachel-Zweig.</p>
<p>So trotzten sie dem unerbittlichen Winter auf der Suche nach Überleben. Immer krummer gingen sie, immer mehr der Erde zugeneigt, immer langsamer und kaum noch vorhanden in der Weitläufigkeit ihres Fellbesatzes. Aber ausgestattet mit dem zähen Überlebenswillen der Waldbewohner. Ihre Körper schmerzten, die Füße waren wund und geschwollen. Manchmal spürten sie die Kälte kaum noch, weil ihre Körper aus Schmerz bestanden. Ein andermal betäubte die Kälte den Schmerz. Vor allem ihre Gesichter waren wie taub und unter ihren Nasen hingen Eiszapfen, die sie von Zeit zu Zeit entfernten. Schließlich kamen sie an den Fluss und suchten, jeder auf seiner Seite, die Brücke. Es gab eine großzügig ausgelegte Brücke weiter südlich, die auch mit Gespannen befahrbar war. Diese wäre aber zu weit weg gewesen. Eine zweite Brücke über eine Verengung des Flusses befand sich nun in unmittelbarer Nähe. Dies war aber eine sehr schmale Fußgängerüberquerung aus Seilgeflecht, die immer nur eine Person auf einmal überqueren konnte. Sie hatte nur an einer Seite eine Festhaltemöglichkeit aus dicken Seil, an der anderen Seite war sie offen. Am besten überquerte man sie seitlich gehend und mit beiden Händen am Seil. Bei Sturm oder starkem Wind schwankte dieser Überweg bedenklich und sollte nicht betreten werden. Nicht nur, dass er nicht breit genug gewesen wäre, es wäre auch zu sich kreuzenden Schwingungen gekommen, betraten zwei Personen von den beiden Seiten die Behelfsbrücke gleichzeitig. Dies alleine war schon Gefahr genug, weil man kaum die Balance halten konnte, zumal wenn man noch etwas mit sich führte, wie es die beiden taten.</p>
<p>Die Frau und der Mann näherten sich fast zeitgleich am späten Abend dem Ort, nach dem die Brücke bald kommen musste, luden ihre Zelte und Decken von ihren Rücken und übernachteten dort. Am nächsten Tag erwachten sie mit dem Aufgehen einer strahlenden Sonne und packten ihre Habseligkeiten zusammen, um sich auf den Weg zur Brücke zu machen, hin zu jenen Städten, aus denen jeweils der andere gerade gekommen war. Für die Frau war der Weg wegen ihrer Blindheit viel beschwerlicher gewesen als für den Mann. Sie hatte unterwegs den Weg mit anderen Wanderern geteilt, die auch auf der Suche nach Nahrung aufgebrochen waren und sie ein Stück des Weges führten. Sie hatte aber darüber hinaus ein besonderes Gespür, sich zu orientieren. Doch lebte sie in ständiger Angst, eine hilfreiche Hand, die sie führte, könnte sie am Ende um ihre Habseligkeiten erleichtern oder ihr anderes Leid antun. Sie war zwei Tage vor dem Mann losgegangen und obwohl die Wegstrecke der beiden zu der Brücke fast gleich lang gewesen war, kamen sie zeitgleich an. Beide wanderten auf der breiten Handelsroute entlang und bogen dann zur Brücke eine weitere kleine Strecke ab.</p>
<p>Nun standen sie schließlich vor der Brücke, rasch würde es dunkel werden und die Brücke nun zu überqueren, hieß, nicht noch eine Nacht am Ufer warten zu müssen. Denn des Nachts hätte es keiner von beiden gewagt. Jeder von seiner Seite aus wollte das Seilgewirr betreten, das aber gar nicht zu sehen war. Die Brücke war lange Zeit von niemandem überquert worden, wohl, weil es den meisten Wanderern zu gefährlich erschien bei Wind und Wetter die vereisten Seile zu bezwingen. Sie hatten lieber den längeren Fußweg zur Hauptbrücke in Kauf genommen. Die Seilbrücke war vollständig zugeschneit und sah aus wie ein breiter Balken aus Schnee, den ein Riese quer über den Fluß gelegt haben mochte. Das geknüpfte Seilwerk war darunter nicht zu sehen. Der Mann betrat als erster den Übergang. Er schwang die Brücke am Anfang noch mit einem Bein auf dem sicheren Boden hin und her, um sie vom Schnee zu befreien. Doch der schwere Schnee war so vereist, dass er kaum abfiel. Am anderen Ende näherte sich die Frau, tastend, mit einer Hand das Seil berührend. Sie spürte die Vibrationen, hörte die Arbeit des Mannes am anderen Ufer. Auch sie suchte zunächst mit einem Bein Halt auf der Brücke.</p>
<p>Der Mann sah die Frau, rief ihr zu, sie solle weggehen, er wolle zuerst hinübergehen. Beide waren am Ende ihrer Kräfte, beide mehr dem Tod als dem Leben nah, ihr eiserner Wille klammerte sich an diese Brücke. Die Frau, außer sich vor Zorn, schrie zurück, er solle gehen, sie wolle zuerst die Überquerung wagen. Der Mann aber, der tote Ohren hatte, konnte sie nicht hören. So palaverten sie mit brüchigen leisen Stimmen vor sich hin, ohne sich wirklich zu verstehen, nur von dem Wunsch getrieben, so schnell wie es irgend ging das andere Ufer zu erreichen. Vernünftig wollte keiner sein, obwohl sie wussten, dass zwei Personen nicht aneinander vorbei kommen konnten auf dieser Brücke. Die Frau wedelte mit dem behandschuhten Händen, um den Schnee fortzufegen, große Brocken fielen ab und plumpsten in den reißenden Strom. Der Mann tat das seinige und so tasteten sie sich Schritt für Schritt vorwärts, während die Sonne unterging. Dabei warf der Mann der Frau hasserfüllte Blicke entgegen, drohte ihr mit erhobener Faust, war außer sich, was sie nicht sehen konnte. Und sie, die sein Näherkommen, sein Keuchen und seine Anstrengung hörte, schrie ihm wilde Beschimpfungen entgegen, die er wegen seiner totalen Taubheit nicht vernahm. Er solle nicht glauben, dass sie vor einem Mann weichen werde, brüllte sie.</p>
<p>Schließlich trafen sie in der Mitte der Brücke aufeinander. Der Mann schrie sie an, sie solle zurückweichen, sonst würde er sie hinunter werfen, was ihrem Tod gleichgekommen wäre, drohte ihr sogar nicht nur mit Worten sondern mit einer wilden Gebärdensprache. Die Frau schrie nach Leibeskräften zurück, sie werde ihn von der Brücke herunter stechen. In ihrer linken Hand hielt sie einen Haken zum Aufhängen von Fleisch, den sie mit sich führte. So prallten sie, kaum dass sie die Balance halten konnten, gegeneinander. Die Sonne war nun fast gänzlich untergegangen. Die Brücke kippte durch das Gewicht der beiden Menschen und ihr Gepäck hin und her und neigte sich immer wieder gefährlich hin zur offenen Seite. Beide kamen aus dem Gleichgewicht, fielen dabei um ein Haar ins Wasser. Zelt und Decken des Mannes lösten sich und verschwanden in den Fluten. Die Frau und der Mann hielten sich über dem Wasser an dem dicken Geländerstrick. Beide atmeten schwer und hatten den Tod vor Augen, sie kämpften noch einmal, schlingernd, ohne Kontrolle über ihre Körper, schrieen, stießen sich, außer sich vor Wut. Die Frau schlug den Haken um das dicke Führungsseil und stülpte den groben Lederriemen, der um ihren Körper verlief und die geschulterten Decken hielt, über das andere Ende des Hakens, so dass sie die Hände für einen Moment frei lassen konnte.</p>
<p>Sie drehte sich in Richtung des Mannes, ohne ihn sehen zu können, und sie ahnte, dass sie im Schicksal vereint schienen, sich hier auf der Brücke zu begegnen, auf der man sich im Winter eigentlich nie begegnete. Sie wußte auch, dass der Mann seine Decken und sein Zelt verloren hatte. Selbst wenn sie jetzt noch den Weg zurück finden würde, würde er nicht anders können als sie wegen ihres Zeugs umzubringen, um selbst überleben zu können. Da verging ihre Wut und wich der Angst zu sterben. Sie begann, während sie beide Halt suchten, auf ihn einzureden. Der Mann, der sie packen und von der Brücke schleudern wollte, sah ihre Decken und ihr Zelt und wusste, dass er diese haben musste, um am Leben zu bleiben. Er konnte sie also nicht einfach so hinunter werfen, zumal er auch das Messer in ihrer Hand sah. Er merkte an ihrem Gesichtsausdruck, der nicht mehr böse sondern flehend wirkte, dass die Frau mit ihm reden wollte, während sie hin- und herschlingerten. Aber er konnte sie nicht hören. Auch er spürte, dass sie jetzt Schicksalsgenossen geworden waren. Ihnen war klar, dass sie sich schnell entscheiden mussten, was zu tun war, sonst waren sie todgeweiht. Der Mann holte nach ihr aus, er spekulierte darauf, dass sie selbst wenn sie ohnmächtig war, sicher am Haken hängen würde. Doch der Schlag traf sie nicht richtig, weil die Brücke im eisigen Wind schlingerte. Sie spürte einen heftigen Schlag mit der Faust seitlich an der Stirn und stieß dem Mann ihr Messer reflexartig in den Körper. Er spürte einen stechenden Schmerz irgendwo in der Rippengegend und merkte, dass er blutete. Das Messer war stecken geblieben.</p>
<p>Die Frau ahnte, dass der Mann nichts mehr tun konnte, löste den Haken, stützte sich mit ihrem ganzen Körpergewicht auf den Mann, um an ihm vorbei zu gelangen und ertastete hinter ihm das Seil der Brücke. Dann schwang sie sich vorbei und hangelte sich langsam die Seilbrücke weiter, Schritt um Schritt vorsichtig in der inzwischen nahenden Dunkelheit. Während der Mann ächzend in der Mitte der Brücke verharrte, führte die Strömung unter ihm eine hellrote Färbung mit sich. Er kämpfte sich ebenfalls weiter und so landeten beide auf der entgegengesetzten Seite des Ufers, dort, wo sie auch hingewollt hatten. Er war verletzt und in der Gewissheit des nahenden Todes, wenn nicht durch die Kälte, dann durch den Blutverlust oder ein beschädigtes Organ. Sie war so schwach, dass sie sich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Sie hatte zudem ihr Messer verloren, das ihr im alltäglichen Überlebenskampf wichtige Dienste leistete. Es steckte im Körper des Mannes und schien damit verloren. So saßen sie fast regungslos jeder an seiner Seite vor der Brücke, keuchten, husteten und atmeten immer langsamer, bis sich der Rhythmus ihres Atems annäherte, ohne dass sie das ahnten. Und beide wurden nun sehr müde. Die Frau hatte auch ihren Wanderstock verloren, was es ihr erschweren würde, weiter gehen zu können.</p>
<p>Inzwischen war es stockduster geworden. Beide dachten darüber nach, was für eine sinnlose Verschwendung von Kraft es gewesen war, dass jeder von ihnen zuerst über die Brücke hatte gehen wollen. Sie konnten es sich nicht anders erklären, als dass die Angst um das nackte Überleben sie zur Missachtung des anderen geführt hatte. Hätte einer auf seiner Seite gewartet, hätten beide davon profitiert. Die Frau konnte nicht mehr weitergehen, sie war wie der Mann ausgezehrt gewesen und nun überanstrengt. Alles drehte sich vor ihren Augen. So machte sie sich schnell schwer atmend daran, das kleine Zelt aufzustellen. Sie wusste, dass der Mann nicht weiter konnte und morgen früh tot sein würde. Sie würde dann hinüber gehen, im Schnee nach ihm tasten und das Messer, das so wertvoll für sie war, an sich nehmen. Der Mann aber wollte sich nicht in sein Schicksal ergeben. Seine einzige Hoffnung auf ein Überleben war es, jetzt die Brücke zu überqueren, die Frau zu töten und ihr Zelt zu nehmen. Er hatte das Messer. Er zog es stumm und wie irr vor Schmerz aus der Wunde seitlich am Körper und legte ein kleines Tuch, das er in der Tasche gehabt hatte, auf die Wunde. Er nahm den Gürtel aus seiner Hose, legte ihn über Wunde und Tuch und zog ihn eng zusammen, damit das Tuch nicht verrutschte und der Blutfluss etwas gestoppt wurde. Dann kroch er zur Brücke, richtete sich dort auf und überquerte sie so, wie er gekommen war, Schritt für Schritt, in der Dunkelheit fast blind. Während er lautlos vorwärts ging, sah er, dass die Frau ein Stück weiter Feuer machte.</p>
<p>Es dauerte sehr lange, bis er die Brücke hinter sich lassen konnte. Die Frau zu töten war für ihn eine Notwendigkeit gewesen, je näher er ihr nun aber kam, desto weniger war er von dem Wunsch beseelt, es tatsächlich zu tun. Sie saß am Feuer, hatte die Kapuze gelöst. Die Flammen des Feuers schlugen nun hoch. Sie hatte Stöcke gesammelt, die nach und nach verbrannten. Der Mann stand nun nicht mehr weit von ihr. Zwischen ihnen war das Feuer und sie hatte ihn noch nicht gehört. Er war für einen Moment auf die Knie gesunken auf der anderen Seite des Feuers, spürte die Wärme. Er sah durch die Flammen hindurch in ihr Gesicht, konnte ein paar Strähnen ihres Haars sehen, und auch, dass sie blind war. Das verblüffte ihn. Auch, wenn sie ihn hätte sehen können, wäre sie ihm nicht mehr entkommen. Sie hätte alles zurück lassen müssen. Er erhob sich, ging leise auf sie zu. Hatte sie ihn gehört? Wegen des starken Räucherns des Feuers konnte sie ihn auch nicht riechen. Er hatte Mitleid mit ihr, sie war dünn wie er, ihr Gesicht von der Kälte gezeichnet. Sie hörte ein Knacken, das nicht vom Feuer her kam und streckte instinktiv ihren Arm danach aus und berührte ihn, der nun gebückt mit dem Messer in der Hand fast neben ihr kauerte, an der Wange. Sie hatte die Handschuhe ausgezogen und sich die Hände am Feuer gewärmt. Und als er nun diese Wärme an seiner Wange spürte, fielen all seine Wut und selbst sein eigennütziger Wille zu überleben, von ihm ab. Er nahm das Messer, fasste es an der Scheide und legte es in ihre Hand. Dann sackte er vor dem Feuer zusammen, atmete leise.</p>
<p>Auch die Wut der Frau war vergangen. Sie spürte das Messer in ihrer Hand und fühlte, dass er aufgegeben und sich mit seinem eigenen Tod abgefunden hatte. Und das, obwohl er nur einen Schritt davon entfernt gewesen war, sie zu töten. Die Frau wandte ihr Gesicht dem Feuer zu und spürte zum ersten Mal seit Tagen wieder Leben und Wärme in sich. Sie hielt das Messer fest in der Hand und taste nach dem Mann.</p>
<p>Als der Mann am nächsten Morgen aufgewacht war, spürte er zum ersten Mal seit langer Zeit keine Kälte. Das Feuer brannte, die Frau lag neben ihm, eng an ihn geschmiegt. Sie erwachte ebenfalls. Der Mann sagte ihr, dass er nichts hören könne. Sie setzte sich auf und hörte zu, wie er sprach. Er sagte, wo er hin wollte und sie schüttelte heftig den Kopf. Lange versuchten sie sich zu verständigen, bis beide begriffen hatten, dass es in beiden Städten nichts mehr zu holen gab und dass dort die Einwohner wohl auch langsam wegen Hunger und Krankheit dahinsiechten. Im Bezirk des Mannes gab es kaum mehr Tiere, die er hätte jagen können, den Rückweg nach dorthin anzutreten wäre ein sinnloses Unterfangen gewesen. Die Frau dachte nach und sprach, dass dies vielleicht bei ihr möglich wäre, sie aber nicht jagen könne. Sie hatte seine Wunde notdürftig versorgt. Es war ein tiefer Schnitt zwischen zwei Rippen gewesen. Ob er dies überleben würde, wussten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Er trug ihre Habseligkeiten und führte sie an der Hand als sie sich gemeinsam auf den Rückweg zu ihrem Haus machten. Er würde jagen und sie würden versuchen, den Winter dort gemeinsam zu überstehen.“</p>
<p>So beendete der Junge, der mit dem Mädchen auf dem Wurzelgeflecht saß, die Geschichte. Während er sie erzählt hatte, hatte er die Hand des Mädchen genommen und über bestimmte Teile der Wurzel geführt und dabei Hinweise gegeben wie „Dieser Wurzelteil sieht aus wie ein gebückter Mann auf einer Brücke“ und „Das hier wirkt wie ein Gesicht“. Das Mädchen hatte vorsichtig darüber gefühlt und die Formen nachvollzogen. Sie saßen noch etwas dort, bis es langsam dunkel wurde und redeten über die Wurzeln, die eigenartigen Bilder, die sich darin ergaben, und über die seltsame Geschichte. Dann nahm der Junge das Mädchen an der Hand und sie traten zusammen den Rückweg an.</p>
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		<title>Oktoberfest: Ein Selbstversuch im Dirndl</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 13:15:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Ward</dc:creator>
				<category><![CDATA[Event]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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		<description><![CDATA[In den 90er Jahren gab es eine TV-Serie mit dem klangvollen Namen „Zwei Münchner in Hamburg“. Uschi Glas und Elmar Wepper sorgten für Wohlfühlfernsehen, das bis heute unerreicht ist. So ähnlich stellte ich mir meinen Selbstversuch vor: „Eine Kölnerin auf dem Oktoberfest“. Von wegen Wohlfühlfernsehen&#8230; Als Wahlkölnerin sind mir tagelange Sauffeste mit schlechter Musik und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_oktoberfest_1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-19709" title="endoplast_oktoberfest_1" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_oktoberfest_1.jpg" alt="Oktoberfest München 2011" width="553" height="312" /></a><br />
</strong></p>
<p><span style="color: #800080;"><strong>In den 90er Jahren gab es eine TV-Serie mit dem klangvollen Namen „Zwei Münchner in Hamburg“. Uschi Glas und Elmar Wepper<span id="more-19708"></span> sorgten für Wohlfühlfernsehen, das bis heute unerreicht ist. So ähnlich stellte ich mir meinen Selbstversuch vor: „Eine Kölnerin auf dem Oktoberfest“. Von wegen Wohlfühlfernsehen&#8230;</strong></span></p>
<p>Als Wahlkölnerin sind mir tagelange Sauffeste mit schlechter Musik und sinnlosen Kostümen durchaus geläufig. Ich kann da eine Menge Spaß haben. Der Spaß vergeht beim Oktoberfest aber schon beim Anziehen. Ich kann zwar nicht sagen, ob so eine Lederhos’n juckt und kneift, aber in einem Dirndl bekommt der Begriff „Atemfreiheit“ noch mal eine ganz neue Dimension. Spätestens nach 15 Minuten Dirndl hat das Gehirn einen Zustand erreicht, den ich als Ungeübte für einen kostenlosen LSD-Trip halte.</p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/2011/09/29/oktoberfest-ein-selbstversuch-im-dirndl/endoplast_oktoberfest_2/" rel="attachment wp-att-19710"><img class="alignnone size-full wp-image-19710" title="endoplast_oktoberfest_2" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_oktoberfest_2.jpg" alt="Bayern's Oktoberfest" width="553" height="312" /></a></p>
<p>Für alle, deren Wissen über die bayrische Kultur ebenso fortgeschritten ist wie meines: Das Oktoberfest ist eigentlich nichts anderes als eine große Kirmes, angeblich die größte der Welt. Daher gibt es sogenannte Fahrgeschäfte. Im Oktoberfest-Jargon meint man damit Achterbahnen, Kettenkarussels und deren Millenium-Versionen. Gerade bei letzteren stockt einem dank einer Belastung von bis zu 3G sowieso in den meisten Fällen der Atem. Ein Dirndl ist daher eigentlich genau die richtige Kampfausrüstung für diese Höllentrips. Wer die überlebt und immer noch lächelt, bekommt zur Belohnung ein Lebkuchenherz umgehängt. Eine schöne Tradition, aber alles wenig karnevalesk.</p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/2011/09/29/oktoberfest-ein-selbstversuch-im-dirndl/endoplast_oktoberfest_3/" rel="attachment wp-att-19711"><img class="alignnone size-full wp-image-19711" title="endoplast_oktoberfest_3" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_oktoberfest_3.jpg" alt="Das Münchner Oktoberfest" width="553" height="312" /></a></p>
<p>Für Exil-Karnevals-Jecken sind die Zelte schon eher etwas &#8211; so könnte man meinen. Die Zelte sind berühmt: Bei Käfer und im Hippodrom treffen sich die Promis zum Bussi-Bussi machen. Das kennt man aus der Bildzeitung. In den übrigen Zelten, zu denen ich im 1-2-3-meins-Dirndl Zutritt hatte, stehen das gemeine bayrische Volk und alle Touristen, die sich als solches verkleiden, auf Bänken und versuchen zu tanzen. Und zwar alle. Wer keinen Platz auf der Bank abbekommt, steht dumm rum und muss sich damit abfinden, den Rest des Abends auf Bauchnabel zu gucken.</p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/2011/09/29/oktoberfest-ein-selbstversuch-im-dirndl/endoplast_oktoberfest_4/" rel="attachment wp-att-19712"><img class="alignnone size-full wp-image-19712" title="endoplast_oktoberfest_4" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_oktoberfest_4.jpg" alt="Kirmes Oktoberfest" width="553" height="312" /></a></p>
<p>Das Bänketanzen funktioniert bei den Bayern erstaunlich lange, aber speziell nach mehreren Litern Starkbier doch nicht mehr allzu gut. Stramme Damen knallen dann regelmäßig mit dem Hinterkopf auf die angrenzende Tischkante und vom Bier beseelte bayrische Buben landen in den dazugehörigen ausladenden Dekolletés. Das kann als Betrachter durchaus Unterhaltungswert haben, aber dafür bräuchte es schon einige Maß, und die kann man als Rheinländer eigentlich nicht in ausreichendem Maße trinken. Immerhin entspricht eine Maß gleich fünf Kölsch.</p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/2011/09/29/oktoberfest-ein-selbstversuch-im-dirndl/endoplast_oktoberfest_5/" rel="attachment wp-att-19713"><img class="alignnone size-full wp-image-19713" title="endoplast_oktoberfest_5" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_oktoberfest_5.jpg" alt="Feiern auf dem Münchener Oktoberfest" width="553" height="312" /></a></p>
<p>Trotzdem gibt es einige Wiedererkennungsmerkmale, die dafür sorgen, das Profi-Jecken automatisch auf Karnevalsmodus schalten: Das Schunkeln beispielsweise. So schunkelte ich recht entspannt, auf meinen 28cm² Bank, als zu meiner Freude bekannte Töne erklangen: „Da simma dabei, dat is priiiimaaaa.“ Großartig! Karneval im Spätsommer. Wer muss schon atmen? Und das mit dem Bier kriegen wir auch noch hin. „Viiiiivaaaaaa Bavaaaariaaaa.“</p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/2011/09/29/oktoberfest-ein-selbstversuch-im-dirndl/endoplast_oktoberfest_6/" rel="attachment wp-att-19715"><img class="alignnone size-full wp-image-19715" title="endoplast_oktoberfest_6" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_oktoberfest_6.jpg" alt="Dirnd'l und Lederkracher in München" width="553" height="312" /></a></p>
<p>Okay, also soweit geht es dann doch nicht mit der Völkerverständigung. Ich bin raus.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F09%2F29%2Foktoberfest-ein-selbstversuch-im-dirndl%2F&amp;title=Oktoberfest%3A%20Ein%20Selbstversuch%20im%20Dirndl" id="wpa2a_8"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>11.9.2001 und Chaostheorie: Wie ein Flügelschlag und ein Dominostein zur Gewaltspirale werden</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2011/09/11/11-9-2001-und-chaostheorie-wie-ein-flugelschlag-und-ein-dominostein-zur-gewaltspirale-werden/</link>
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		<pubDate>Sat, 10 Sep 2011 22:06:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
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		<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>
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		<description><![CDATA[Es geht hier mal nicht um Terror, nicht um die Toten, nicht um die USA oder Bush, nicht um Ground Zero oder Al Quaida. Hier möchte ich nur über Zusammenhänge nachdenken. Ganz allgemein. Zusammenhänge, die auch zum 11.9.2001 geführt haben. Zusammenhänge, die von diesem Tag ausgehen und in die Zukunft weisen. Die Chaos- oder die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_19688" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_11_september_2001_wasselowski.jpg"><img class="size-full wp-image-19688 " title="endoplast_11_september_2001_wasselowski" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_11_september_2001_wasselowski.jpg" alt="11.9.2001" width="553" height="312" /></a><p class="wp-caption-text">Überall Symbole: Nachdem Al Quaida das Symbol &quot;World Trade Center (WTC)&quot; zerstört hatte, zerstörten die USA Länder, die Menschenrechte und töteten im Gegenzug das Symbol Osama BIn Laden. Auch der 11. September 2001 ist mehr als ein simples Datum.</p></div>
<p><span style="color: #800080;"><strong>Es geht hier mal nicht um Terror, nicht um die Toten, nicht<span id="more-19684"></span> um die USA oder Bush, nicht um Ground Zero oder Al Quaida. Hier möchte ich nur über Zusammenhänge nachdenken. Ganz allgemein. Zusammenhänge, die auch zum 11.9.2001 geführt haben. Zusammenhänge, die von diesem Tag ausgehen und in die Zukunft weisen.</strong></span></p>
<p>Die Chaos- oder die Wetter-Theorie haben eine alte Menschheitsahnung – dass nämlich alles, was geschieht, in einem Zusammenhang zueinander steht – in ein griffiges Bild gekleidet: Das des Schmetterlings-Flügelschlages, der ein ganz schwaches Lüftchen erzeugt, das sich in seiner Fortsetzung und im Zusammenwirken mit anderen kleinen Turbulenzen viel später zu einem Gewitter auswachsen könnte, gar zu einem Orkan. Die Chaosforschung ist jene Wissenschaft, die eigentlich angetreten war, um hochkomplex ablaufende und ineinander verschränkte Systeme wie das Wetter zu berechnen und damit vorhersagbarer und planbarer zu machen – um dann festzustellen, dass solche Systeme so viel Unberechenbares in sich tragen, dass ihr Chaos einfach nicht zu berechnen ist. Jeder weiß, dass es Ursache und Wirkung gibt und dass eine Tat Folgen hat. Aber niemand weiß, welche.</p>
<h2>Überraschungsmoment: Die Unwahrscheinlichkeit des Anschlages</h2>
<p>Ebenfalls als unberechenbar könnte man den 11. September ansehen. Al Quaida hat sich gefreut, dass der Anschlag geglückt ist. Die amerikanische Nation war geschockt, traurig, gedemütigt. Die Restwelt medial berieselt und gespalten. Bündnispartner sicherten ob der Wut der Amerikaner uneingeschränkte Unterstützung zu. Eigentlich alle einte nur eines: Die Überraschung darüber, dass es passiert ist. Selbst im Protzer-Video Osama Bin Ladens, in dem er vor seinen Leuten frohlockt, dass der Anschlag geklappt habe, schwingt eine Brise irrwitziger Unsicherheit mit, die man oft dann empfindet, wenn man zwar etwas herbeigesehnt hat aber noch nicht dran glauben konnte, dass es tatsächlich Wirklichkeit wird. Die Anschläge vom 11. September 2001 waren ein völlig unwahrscheinliches Ereignis. So sehr wie das World Trade Center mit seinen Twin Towers ein Über-Symbol für den Kapitalismus geworden war, so sehr war der Einschlag der beiden Flugzeuge in die Gebäude ein Supersymbol für den Widerstand gegen Amerika aus Sicht der Al Quaida.</p>
<h2>Gaddafi, Mubarak und andere: Wie Unrecht Unrecht stützt</h2>
<p>Warum hat sich überhaupt jemand über den Anschlag gefreut? Wohl aus Hilflosigkeit. Jahrzehntelang haben die Amerikaner z.B. in Südamerika oder im nahen Osten die schlimmsten Diktatoren unterstützt. Die Amerikaner haben deshalb in großen Teilen der Welt ein Negativ-Image geradezu als Inbegriff des Bösen. Unterstützt werden Diktatoren, um politische Stabilität zu gewährleisten. Eine Stabilität, die notwendig ist, um Länder wirtschaftlich aussaugen zu können. Afrika zuckt kaum noch, so lange wurde es seit der Kononialisierung ohne Unterlass wirtschaftlich und politisch gemolken und ausgeblutet. Im nahen Osten geht es um Öl, um Energie, die die ganze Welt antreibt. Gaddafi oder Mubarak waren alles andere als Demokraten, sie folterten, töteten, vergewaltigten – und dennoch wurden sie Jahrzehnte gestützt. Wer kann das mit ansehen ohne zynisch oder bitter zu werden vor soviel Unrecht? Oder militant.</p>
<h2>Chaostheorie und Dominoeffekt: Tat und Handlung als Ausgangspunkt</h2>
<p>Jenseits des anschaulichen Bildes des Schmetterlings-Flügelschlages kennt jeder sowieso den Dominoeffekt: Ein Stein fällt um und kann mit einer gewissen Unausweichlichkeit eine kaum überschaubare Zahl weiterer Steine mit umreissen. Wenn man beobachtet, wie der letzte fällt, weiß man schon lange nicht mehr, welcher der Stein des Anstoßes war. Und doch kann etwas, das lange zurückliegt – im Zusammenspiel mit anderen Ereignissen – viel auslösen. Oder auch nicht. Denn auch das weiß man: Ein Dominostein kann so fallen, dass er den nächsten dann doch nicht umreisst.</p>
<h2>Militarismus als Schutz, Frieden als Schwäche</h2>
<p>Kein Mensch kann voraussehen, was eine bestimmte Handlungsweise in der Zukunft bewirken wird. Millitaristen könnten argumentieren, dass Schwäche von anderen Staaten ausgenutzt werden kann: Wer das Gute wolle und eine starke Friedensbewegung in seinem Land wünsche, könnte dem militärisch aufgerüsteten Nachbarn Überübermorgen zum Opfer fallen. Man könne es eben nicht wissen.</p>
<h2>Der Sinn der Grausamkeit: Generationsübergreifendes Lernen</h2>
<p>Was man aber erahnen kann, ist, dass Nationen, die sich Jahrhunderte lang kriegerisch auseinandergesetzt haben – wie Europa in seiner langen Geschichte zum Beispiel auch – irgendwann lernen werden. Krieg und Terror sind ausweglose Situationen, die man nur durch Frieden am Ende eines Lernprozesses überwinden kann. Amerika hätte, so schmerzhaft es auch war, den 11. September nicht zum Anlaß nehmen müssen, neue Kriege zu führen oder die Menschenwürde in Guantanamo noch weiter herabzustufen. Amerika hätte, so paradox es angesichts des Terroranschlags klingen mag, positiv lernen können und damit die Endlosschleife aus Gewalt und Gegengewalt unterbrechen können.</p>
<h2>Flügelschlag, Dominostein und Gewaltspirale</h2>
<p>Wer 10 Jahre danach über die Bedeutung des 11. September 2001 nachdenken will, könnte sich ansehen, was ein Flügelschlag, ein Dominostein und eine Gewaltspirale gemeinsam haben. Sie können – einmal aktiviert – unweigerlich zu etwas die plumpe Gegenreaktion Überwindendem führen. Selbst ein (Friedens-)Gedanke ist ein Dominostein, der etwas auslösen wird. Vielleicht erst am 9.11.2211. Aber ist der Gedanke erst gedacht und dann ausgesprochen, ist ein Anfang gemacht.</p>
<p>Neben allem anderen ist der 11. September 2001 das Datum eines Anfangs. Ein Anfang wovon?</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F09%2F11%2F11-9-2001-und-chaostheorie-wie-ein-flugelschlag-und-ein-dominostein-zur-gewaltspirale-werden%2F&amp;title=11.9.2001%20und%20Chaostheorie%3A%20Wie%20ein%20Fl%C3%BCgelschlag%20und%20ein%20Dominostein%20zur%20Gewaltspirale%20werden" id="wpa2a_10"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Überwachung als Wort-Akrobatik: Smartphones, die Kunst der Selbstbespitzlung und warum John Doe fein raus ist</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Sep 2011 15:02:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rolf Koschkat</dc:creator>
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		<description><![CDATA[George Orwell hatte in seinem Überwachungs-Staat-Klassiker „1984“ die Vision, dass in unser aller Wohnung eine Art Fernseher steht, in den man nicht nur hineingucken kann &#8211; der Fernseher kann auch zurückgucken und Dich überwachen. Liest man diese Überwachungsidee Orwells zum ersten Mal, hat sie etwas beängstigend Folgerichtiges. Orwell bezog sich auf Fernsehgeräte, die ab Anfang [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_big_brother_wasselowski.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-19633" title="endoplast_big_brother_wasselowski" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_big_brother_wasselowski.gif" alt="Big brother is watching you" width="553" height="310" /></a></p>
<p><span style="color: #800080;"><strong>George Orwell hatte in seinem Überwachungs-Staat-Klassiker<span id="more-19632"></span> „1984“ die Vision, dass in unser aller Wohnung eine Art Fernseher steht, in den man nicht nur hineingucken kann &#8211; der Fernseher kann auch zurückgucken und Dich überwachen.</strong></span></p>
<p>Liest man diese Überwachungsidee Orwells zum ersten Mal, hat sie etwas beängstigend Folgerichtiges. Orwell bezog sich auf <a title="Entwicklung des Fernsehgerätes und seiner Technologie zwischen 1900 und 1949. Ein Wikipedia-Beitrag." href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chronologie_des_Fernsehens#1900_bis_1949" target="_blank">Fernsehgeräte,</a> die ab Anfang der 1930er Jahre <a title="Eine kleine Chronologie des Fernsehens bei Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chronologie_des_Fernsehens" target="_blank">Einzug in die Wohnzimmer</a> gehalten hatten und die heute als Mittler einer zweite Lebenswelt etabliert sind. Was nicht so überzeugend in <a title="Wikipedia über &quot;1984&quot; von George Orwell" href="http://de.wikipedia.org/wiki/1984_%28Roman%29" target="_blank">„1984“</a> wirkte, waren Überwachungsanlagen in der Außenwelt: Mikrophone und Kameras konnten schließlich nicht überall in der weitläufigen Natur vorhanden sein. Und das Zeitalter der Satelliten war noch nicht angebrochen. Irgendwie fehlte in Sachen „Überwachung“ zudem die aberwitzige Wendung. Jene Wendung, die dem Leser im Sinne einer klassischen Tragödie verdeutlichen könnte, dass alles noch viele paranoider wäre &#8211; weil selbst herbeigeführt. Ein mächtiger Überwachungsapparat ist ein klarer Feind. Was aber, wenn man selbst die Grundlage dafür legt, überhaupt überwacht werden zu können? Mehr noch: Wenn man sich quasi selbst überwacht? Das klingt schon irrwitziger, und es beschreibt genau die Situation, in der sich heutzutage jeder Smartphone-Nutzer mit Internetzugang befindet.</p>
<h2>„1984“ als Vorläufer des Smartphone: Technisierte Überwachung</h2>
<p>„1984“ ist noch unter dem Eindruck des zweiten Weltkrieges zwischen 1946-48 geschrieben und ein Jahr später veröffentlicht worden. Orwell hatte einfach die Jahreszahl „48“ in „84“ gedreht, um gedanklich in die ferne Zukunft enteilen zu können. „Überwachung“ ist dabei die eine Achse des Schrecklichen im Roman, der ein perfekt-totalitäres System schildert. „Manipulation der Wirklichkeit“ und „Gehirnwäsche“ die andere Achse. Aus heutiger Sicht, bei der Begriffe wie „Datenschutz“, „Vorratsdaten-Speicherung“ oder „Internet-Profile“ zum Thema geworden sind, bemerkenswert, dass der Held aus „1984“ ein „Winston Smith“ ist, also einer, der einen unspezifischen, austauschbaren Allerweltsnamen trägt. Die konsequente Steigerung eines solchen Namens wäre die Durchnummerierung von Menschen. Tatsächlich ist heutzutage die IP-Nummer des Gerätes, mit dem man ins Internet geht, relevanter als der eigene Name. Smith will seine Privatsphäre schützen, auch weil er sich verliebt hat. Er möchte sein Leben leben, am besten ohne Überwachung. Das erinnert ein wenig an den zeitgemäßen Wunsch der informationellen Selbstbestimmung des heutigen ganz realen Bürgers.</p>
<h2>Überwachung als informationelles Harakiri?</h2>
<p>Der Wille zur Überwachung erwächst im Buch aus dem Bestreben des Regimes, alle Menschen zu kontrollieren. Die Überwachung vollzieht sich über den sogenannten <a title="Ein langer Artikel bei Wikipedia über das Fernsehen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fernsehen" target="_blank">„Teleschirm“,</a> der überall vorhanden ist. Aus heutiger Sicht muss man konstatieren: Er hat einen gravierenden Nachteil, ihm fehlt die Mobilität. Im Zeitalter des mobilen Internet erscheint das orwellsche Modell naiv, weil ja auf der Hand liegt, dass die totale Überwachung sicherstellen muss, den Menschen permanent zu begleiten, um ihn lückenlos überwachen zu können. Hier spielt das Zeitalter der Ortsbezogenheit und Geolocation per GPS eine entscheidende Rolle, weil nicht nur Weltanschauung, Interessen und Verhalten des einzelnen Menschen über sein Surfverhalten und die Katalogisierung der von ihm besuchten Seiten beschreibbar sind sondern zudem sein Aufenthaltsort. Hier kommt der Begriff der „Augmented Reality“, der „erweiterten Realität“, zum Tragen: Grundlage auch dieser Technik sind nämlich GPS und damit ein äußerst präzise ermittelter Aufenthaltsort. Sonst würde das System nicht funktionieren. Bin ich beispielsweise in einer fremden Stadt, kann ich mein Handy auf einen Ort, eine Sehenswürdigkeit, ein Haus oder ein Restaurant richten und es blendet mir textlich oder audiovisuell weitere Informationen dazu ein. Koppelt man die Internetprofile eines Menschen mit denen anderer Menschen, mit denen er zu tun hat – zum Beispiel auch, wenn er in sozialen Netzwerken mit Gleichgesinnten interagiert –, kann man soziale Gruppen und ihre Aufenthaltsorte und Bewegungsprofile isolieren. In den Händen eines totalitären Regimes geben die Daten, die beispielsweise Facebook, Google oder Twitter verwalten, Aufschluss über Regimegegner, deren politische Gesinnung und deren Kreise von Sympathisanten. Hier schließt sich der ideele Kreis hin zu „1984“. Das ist kein Science Fiction mehr sondern spielt ganz real heute bei Regimen – ob in Libyen oder China – eine große Rolle. Die physisch ausgetragene Unterdrückung hat sich ins Virtuelle verlagert. Wobei „virtuell“ nicht „konsequenzenlos“ bedeutet. Im Gegenteil. Der Überwacher weiß heutzutage viel mehr über sein Opfer und kann anstatt einzelner Personen ganze <a title="Spiegel online über MySpace als Datenquelle für Geheimdienste" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,420514,00.html" target="_blank">Sympathisanten-Gruppen über soziale Netzwerke ausspähen</a> und letztlich von der Bildfläche verschwinden lassen.</p>
<h2>Der Propagandakrieg als neue Dimension der Auseinandersetzung</h2>
<p>Auch bei Orwell geht es aber mustergültig weit über die reine Überwachung hinaus. Basierend auf den Strategien ab dem 2. Weltkrieg ist ein Krieg nicht nur ein gewaltdurchdrungenes physisch-technisches Kräftemessen der Armeen, sondern zugleich ein Propagandakrieg mit gefälschten, retuschierten oder zensierten Fotos und Informationen. Orwell’s fiktives „Ministerium für Wahrheit“ sammelt nicht nur Daten über alle Menschen, es fälscht und manipuliert die Wirklichkeit. Unliebsame Wahrheiten werden aus Dokumenten getilgt und unwiederbringlich gelöscht. Zugleich werden sogar Gedanken durch Selbstsuggestion und Gehirnwäsche unterbunden. Ein Zuwiderhandeln nennt sich im Buch demzufolge „Gedankenverbrechen“/„Thoughtcrime“.</p>
<h2>Unser täglich Brot: Der allmächtige Algorithmus</h2>
<p>Das Aberwitzige, jene irrwitzige Wendung, die Orwell noch gefehlt hatte, realisieren wir heute in jeder Sekunde unseres digital-virtuellen Lebens: Handys kosten 1 Euro, die Dienste von Google erhalten wir umsonst, der Austausch über soziale Netzwerke ist ebenfalls umsonst, eigentlich ist alles im Internet umsonst – scheinbar. Denn wir zahlen mit unseren Informationen, das Ergebnis ist unsere informationelle Selbstaufgabe, wir lassen uns wie beim Metzger fein-säuberlich in digitalisierte Häppchen zerlegen, die nur in dieser Form von Algorithmen interpretiert und weiterverarbeitet werden können. Wir lassen uns bit- und bytegenau wieder zu Sammelprofilen zusammensetzen, um uns mit genau der Werbung berieseln zu lassen, die scheinbar genauestens unseren Interessen entspricht. Dass dies die Theorie ist, ist ein weiterer Witz der Sache. Denn die Wortanalysen unserer Beiträge im Internet bewirken manchmal werbemäßig das Gegenteil. So wird die Twitter-Ikone „Magermaus“, bei der ein Mädchen anonym von ihrer Magersucht berichtet, auf Twitpic mit Werbung belästigt, die gar nicht passt. Der sprachanalytische <a title="Hier ein sehr lehrreicher und anschaulicher Film auf Endoplast, in dem Spielentwickler Kevin Slavin auf einer TED-Konferenz die Macht der Algorithmen vor allem in der Finanzwelt erläutert." href="http://www.endoplast.de/2011/09/01/kevin-slavins-algorithmen/" target="_blank">Algorithmus,</a> der die Häufigkeit bestimmter Begriffe im Sprachgebrauch auflistet, danach eine Interessenslage ermittelt und in Sekundenbruchteilen personenbezogene Werbung aussucht, die der ermittelten Interessenslage entspricht, hat gar nicht verstanden, worüber Magermaus tatsächlich twittert: Gesundheitliche und psychische Probleme und den persönlichen Niedergang einer Magersüchtigen, die zwar wohl viel übers Essen schreibt, aber keinen Hunger hat. Da weiß man eigentlich nicht mehr, ob man lachen oder weinen soll, wenn man die Werbung daneben sieht:</p>
<div id="attachment_19642" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/2011/09/03/uberwachung-als-wort-akrobatik-smartphones-die-kunst-der-selbstbespitzlung-und-warum-john-doe-fein-raus-ist/endoplast_magermaus1/" rel="attachment wp-att-19642"><img class="size-full wp-image-19642" title="endoplast_magermaus1" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_magermaus1.jpg" alt="Magermaus" width="553" height="324" /></a><p class="wp-caption-text">Bei diesem Twitpic-Bild wurde eine Werbung für Schönheits-OP&#39;s eingeblendet. Ob Magermaus das gefallen hätte? (Copyright der Illustration: &quot;Magermaus&quot;)</p></div>
<div id="attachment_19643" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/2011/09/03/uberwachung-als-wort-akrobatik-smartphones-die-kunst-der-selbstbespitzlung-und-warum-john-doe-fein-raus-ist/endoplast_magermaus2/" rel="attachment wp-att-19643"><img class="size-full wp-image-19643" title="endoplast_magermaus2" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_magermaus2.jpg" alt="Magermaus" width="553" height="312" /></a><p class="wp-caption-text">Fett weg-Werbung. Auch etwas Irrwitzig für jemanden, der über seine Magersucht berichtet (Copyright der Illustration: &quot;Magermaus&quot;).</p></div>
<h2>Daten-Entäußerung contra Demokratie</h2>
<p>Es ist gar nicht schwer, selbst im ganz großen Maßstab demokratische Mechanismen der Selbstbestimmung auszuhebeln. Die USA, England, Kanada, Australien und Neuseeland haben ab den 1990er Jahren in einem Verbund das <a title="Eine Seite, auf der man alles über das Echalon-System finden kann. Sehr ausführlich!" href="http://hp.kairaven.de/miniwahr/echelon-index.html" target="_blank">Echalon-System</a> betrieben. Das ist ein Spionage-System, das mittels Abhörstationen am Boden und per Satellit Telefongespräche und andere Kommunikations-Formen wie E-Mails, Funk usw. überwachen &#8211; das heißt mithören und aufzeichnen &#8211; kann. Die Anlage, die auch in Deutschland betrieben worden war, ist inzwischen abgebaut, vermutlich aber ersetzt durch die flächendeckende und weltweite satellitengestützte Überwachung. Computer werten dabei neben Informationen wie Adressen, semantisch Worte, Satzteile oder ganze Sätze aus, können Stimmen erkennen oder nach Themen suchen. Federführend betrieben wird der Spionagedienst von der amerikanischen NSA, die in Maryland allein dafür über 28.000 Mitarbeiter beschäftigt hat. Die zwischenzeitliche Digitalisierung fast aller kommunikativen Signale weltweit hat auch die Möglichkeiten, die Daten zu filtern und algorithmisch auszuwerten, ungeahnt erweitert. Man könnte sagen, dass die NSA die kommunikativen Lebensäußerungen der Welt über moderne Kommunikationstechnik erfasst und bewertet. Hätte Orwell sich das träumen lassen? Wenn in einem Personenkreis spezifische Begriffe überdurchschnittlich häufig in einem bestimmten Kontext verwendet werden, könnte die NSA diese Gruppe als terroraffin einstufen und genauer überwachen. Dass Echalon übrigens auch für Industriespionage zum Wohle der amerikanischen Nation eingesetzt worden war, ist verbrieft. Osama Bin Laden hatte, als er untergetaucht war, nie ein Handy oder das Internet genutzt, weil er um die Möglichkeiten der Überwachung gewusst hatte.</p>
<h2>John Doe, Osama Bin Laden und Eric Schmidt</h2>
<p>Guckt man amerikanische Krimis, in denen zunächst namenlose Leichen die Herausforderung des Ermittlers sind, wird man des öfteren mit dem Namen „John Doe“ konfrontiert. Osama Bin Laden wäre sicher gerne John Doe gewesen. „John Doe“ oder auch „Jane Doe“ wird im englischsprachigen Raum für eine nicht zu identifizierende (oft tote) oder imaginär-fiktive Person verwendet. Im Deutschen würde man „Max Mustermann“, „Lieschen Müller“ oder <a title="Bedeutung und Sprachherkunft von &quot;N.N.&quot; bei Wikipedia." href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nomen_nominandum" target="_blank">„N.N.“</a> sagen bzw. schreiben. („N.N.“ ist die Kurzform für „Nomen Nominandum“, was soviel wie „noch zu nennender Name heißt. Wir alle werden uns noch wünschen <a title="Wikipedia: Es gibt auch einen Film von Frank Capra namens &quot;Hier ist John Doe&quot;. " href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hier_ist_John_Doe" target="_blank">John oder Jane Doe</a> zu heißen oder mit N.N. bezeichnet zu werden.) <a title="Über den Werdegang des erfolgreichen Managers" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eric_Schmidt" target="_blank">Eric Schmidt,</a> der ehemalige CEO und jetziges Mitglied des Verwaltungsrates von Google Inc., denkt, dass die Menschen der Zukunft mehrmals in ihrer Lebensspanne ihren Namen ändern werden, weil der alte zu sehr von negativen Informationen belastet sein wird – ganz einfach, weil man heutzutage viel zuviel über jeden Menschen weiß. Dabei ist die Sammelwut von großen und kleinen Unternehmen oder von Geheimdiensten und öffentlichen Stellen das eine. Das andere aber ist die Naivität, mit der der moderne Webbürger gegen scheinbar freie Dienste und Gadgets sich und sein Leben als Digitalkopie zur Weiterverwertung weiterreicht. Orwell wäre angesichts dieser Wirklichkeit gewordenen Vision die Augen übergegangen. Denn die Kunst der Selbst-Überwachung grenzt an informationelle Selbst-Verstümmlung. Verstümmelt wird dabei möglicherweise die Freiheit des Individuums. „John Doe“, wenn es ihn als Mann ohne Eigenschaften tatsächlich gäbe, würde auflachen, wenn er sehen könnte, wie klar definiert heutzutage jeder einzelne Mensch der hochtechnisierten Staaten ist. Der Handlungsspielraum für den einzelnen wird enger. <a title="Der Name &quot;John Doe&quot; und seine Genese. Ein Wikipedia-Artikel." href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Doe" target="_blank">John Doe</a> hätte diese Probleme nicht, weil niemand etwas über ihn wüsste.</p>
<h2>Das semantische Ungeheuer: Worte als Verräter</h2>
<p>Jede Standardisierung im Web, vor allem auch die Einführung des so genannten „semantischen Web“, bei dem nicht mehr nur formale sondern qualitativ-inhaltlichre Bezüge zwischen Informationen hergestellt werden, leistet der Überwachung Vorschub. Wenn Du in einer Theater-AG ein Stück gegen den Terrorismus aufführst und Dich im Vorfeld telefonisch mit Deinen Schulkollegen über das Stück und seine Inhalte austauschst, dann nehmt euch in Acht. Denn ihr werdet am Telefon überdurchschnittlich häufig Begriffe benutzen, die der Terroristen-Sprache zugeordnet werden, weil ihr darüber sprecht, wie ihr eine Terroristengruppe spielen wollt, die einen Anschlag plant. Aber nicht nur das: Ihr seid eine Gruppe, so überschreitet ihr schnell das durchschnittlichen Mittel der Verwendung von bestimmten Begriffen. Ihr stellt unter Umständen eine Gefahr dar, weil der Algorithmus keinen Spass und keine Ironie versteht. Ihr ragt aus dem allgemeinen informationellen Rauschen hervor, als potenzielle Gefahr. Die NSA könnte eure Internet-Profile überprüfen, welche Seiten ihr besucht habt, wer auf Facebook Eure Freunde sind. Wieviel Geld ihr auf dem Konto habt und ob in jedem Fall geklärt ist, woher es stammt. Ob ihr schon mal über eure Kontaktgruppe Berührungspunkte zu Menschen hattet, die ebenfalls verdächtig sein könnten. Vielleicht ergibt diese Recherche nicht Auffälliges. Vielleicht seid ihr aber schon mal auf einer Demo aufgefallen und dort gefilmt worden und vielleicht seid ihr anderweitig bezüglich einer bestimmten politischen Gesinnung hervorgetreten. Wer weiß, ob das nicht der Anstoß dazu ist, eure digitalen Spuren ein paar Jahre lang weiter zu verfolgen?</p>
<h2>Echalon und die totale Überwachung</h2>
<p>Die zeitgemäße Überwachung Marke „Echalon“ stelle ich mir vor als die Gesamtheit aller Worte und Bilder, die über elektronische Helferlein verbreitet und mitgeteilt werden. Die NSA wird Durchschnittswerte für das Vorkommen bestimmter Begriffe errechnet haben. Werden diese Durchschnittswerte überschritten, das heißt, werden häufiger als sonst bestimmte Begriffe, die man zum Beispiel mit Terror in Verbindung bringt, gebraucht, steigt statistisch die Wahrscheinlichkeit eines Anschlages. Kann man den Gebrauch dieser Worte lokalisieren, zum Beispiel bezogen auf den „Großraum London“, ist zu mutmaßen, dass dort ein Anschlag stattfinden könnte. Echalon funktioniert wie ein modernes Orakel. Mit der Terrorismus-Bedrohung wird eine solche Überwachung gerechtfertigt. Gefragt, ob Du überwacht werden willst oder ob Google oder Facebook Dich auf Schritt und Tritt im Internet verfolgen dürfen, wirst Du aber nicht. Der Orwell-Slogan aus „1984“ „Big Brother is Watching You!“, der als einschüchternde Warnung und Teil der gesamtgesellschaftlichen Gehirnwäsche gedacht war, ist zweifach Wirklichkeit geworden: Einmal im Sinne der Geheimdienste als irrwitziges Überwachungsinstrument, das jedes Sciene Fiction-Szenario etwas blass aussehen lässt und einmal von Seiten ungezählter kleiner und großer kommerzieller Datensammler – von denen Facebook, Google, Twitter oder Apple nur die Spitze des Eisberges sind. Alle spähen Dein kommunikatives Verhalten und Deine Lebensumstände aus und <a title="Hier hat jemand den Spieß umgedreht und hat 'zig Fake-Profile angelegt - und danach ein Buch drüber geschrieben." href="http://www.live-pr.com/sebastian-bieniek-kommt-durch-fake-profile-im-r1049072186.htm" target="_blank">legen diese Daten in Profilen ab, die Dich haargenau beschreiben.</a> Mit Deinem ungeschützten Internetverkehr und mit Nutzung Deines Smartphones schüttest Du immer weiter Daten in die Informations-Mühlen und sorgst dafür, dass Dein Profil immer aktuell bleibt. Diese Profile werden kommerziell von der Werbewirtschaft genutzt, befriedigen Geheimdienste, bringen freundliche Diktatoren zum Lächeln und schränken die freiheitliche Demokratie ein. Und der Initiator all dessen bist Du selbst. Der Kreis der Datensammelwut hat sich damit geschlossen.</p>
<p><em>(Dank an Barbara Ward für den Hinweis auf die Magermaus-Screenshots.)</em></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F09%2F03%2Fuberwachung-als-wort-akrobatik-smartphones-die-kunst-der-selbstbespitzlung-und-warum-john-doe-fein-raus-ist%2F&amp;title=%C3%9Cberwachung%20als%20Wort-Akrobatik%3A%20Smartphones%2C%20die%20Kunst%20der%20Selbstbespitzlung%20und%20warum%20John%20Doe%20fein%20raus%20ist" id="wpa2a_12"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Cloud-Sterben: Als ich Google irrtümlich mit Gott verwechselte</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Sep 2011 00:51:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Barbara Streisand-Effekt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politisches]]></category>
		<category><![CDATA[Paranoia]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
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		<category><![CDATA[virtuell]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja, Scheisse: Gestern bin ich gestorben. Ich bin aber nicht im Himmel gelandet. Sondern in der Cloud. Ich blicke hinab nach unten. Dort, wo die Hölle sein müsste. Aber dort ist nur ein Tor zu sehen, auf dem ein Schild klebt. „Facebook“ steht darauf. Ich blicke zur Tür, durch die ich in die Cloud gelangt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_gott_wasselowski.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-19621" title="endoplast_gott_wasselowski" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/09/endoplast_gott_wasselowski.gif" alt="Gott ist in den Dingen" width="553" height="312" /></a></p>
<p><span style="color: #800080;"><strong>Ja, Scheisse: Gestern bin ich gestorben. Ich bin aber nicht im Himmel gelandet. Sondern in der Cloud.<span id="more-19620"></span> Ich blicke hinab nach unten. Dort, wo die Hölle sein müsste. Aber dort ist nur ein Tor zu sehen, auf dem ein Schild klebt. „Facebook“ steht darauf.</strong></span></p>
<p>Ich blicke zur Tür, durch die ich in die Cloud gelangt bin. Da steht „Google“. Aha. Wußt ich’s doch. Ich habe immer brav alle Google-Produkte genutzt. So konnte Google ein komplettes Profil von mir anlegen und wusste nach meinem Tod sofort, wo ich hingehöre.</p>
<p>Ich wache schweißgebadet auf. Scheisse. 6 Uhr Früh. Mein Android-Handy schellt unentwegt. Muss aufstehen. Dann schellt es auch noch an der Tür. Ein Mann fragt, ob hier Haus Nr. 3a sei. Ich sage nein. Ist aber nichts Unnormales. An meinem Haus ist nämlich keine Nummer. Der Mann geht. Ich sehe wie er in einen PkW steigt, an dessen Vordertür in kleinen goldenen Klebebuchstaben der Name eines Beerdigungs-Institutes steht. In der Nachbarschaft ist jemand gestorben.</p>
<p>Jetzt muss wieder an Google denken. Ich fühle ich mich – hier in der realen Welt – aber doch ziemlich sicher. Denn Google weiß soviel über mich, dass mir praktisch nichts mehr passieren kann. In der alten Welt hätte ich zum Beispiel Angst um meine Tagebücher haben müssen. Zum Beispiel, dass es einen Wohnungsbrand gibt und alle meine intimen Aufzeichnungen für immer weg sind. Nun sind sie aber alle in der Cloud. Und falls ich mal wahnsinnig werden sollte, völlig bescheuert und durchgedreht, dann wird Google es richten, schnell mal meine Tagebücher scannen und den Grund für meine Psycho-Mutation ermitteln. Per GoogleMaps wird es mir den schnellsten Weg zur nächsten und höchsten Brücke weisen, von der ich zielsicher springen kann, um in die Cloud zu gelangen.</p>
<p>Gesagt, getan. Ich sprinte zum Brückengeländer. Steige drauf. Schwanke im Wind. Gerade als ich springen will, fährt unten ein Schiff vorbei: Die „MS Facebook“. Ein langer Daten-Container-Transporter, der noch unendlich viel tiefer im Wasser liegt als die Cloudwolken hoch sind. Ich halte inne. Das Android-Handy klingelt.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F09%2F02%2Fcloud-sterben-als-ich-google-irrtumlich-mit-gott-verwechselte%2F&amp;title=Cloud-Sterben%3A%20Als%20ich%20Google%20irrt%C3%BCmlich%20mit%20Gott%20verwechselte" id="wpa2a_14"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kontrollwahn und Lebendigkeit: Vor dem Bildschirm ist hinter dem Bildschirm</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:37:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rolf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Katastrophe]]></category>
		<category><![CDATA[Paranoia]]></category>
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		<category><![CDATA[virtuell]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja, tatsächlich, fernab der Apps, der Add-Ons, fernab aller sozialen Netzwerke, von Facebook, Twitter und Google+, fernab aller neuen Widgets und Gadgets, der Tech- und Nerd-News gibt es tatsächlich eine reale Welt. Ich hatte sie nur gerade vergessen. Sitze in meinem Wohnzimmer und blicke mich um: Ein länglicher, geschwungener Tisch, Regale, Bücher, eine Couch, 6 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_19559" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/endoplast_george_orwell_wasselowski.gif"><img class="size-full wp-image-19559 " title="endoplast_george_orwell_wasselowski" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/endoplast_george_orwell_wasselowski.gif" alt="Die Welt als Scheibe: Leben am platten Bildschirm" width="553" height="312" /></a><p class="wp-caption-text">Virtuelle Welten schimmern-flimmern und verschlei-verschlimmern dabei das Leben</p></div>
<p><span style="color: #800080;"><strong>Ja, tatsächlich, fernab der Apps, der Add-Ons, fernab aller sozialen Netzwerke, von Facebook, Twitter und<span id="more-19557"></span> Google+, fernab aller neuen Widgets und Gadgets, der Tech- und Nerd-News gibt es tatsächlich eine reale Welt. Ich hatte sie nur gerade vergessen.</strong></span></p>
<p>Sitze in meinem Wohnzimmer und blicke mich um: Ein länglicher, geschwungener Tisch, Regale, Bücher, eine Couch, 6 Stühle, ein paar kleine Figuren auf dem Fensterbrett. Der Tisch wird bei richtiger Pflege auch noch in 10 Jahren so aussehen wie jetzt. Die Couch ist ein Erbstück, vielleicht ein halbes Jahrhundert alt, wieder aufgemöbelt. Die Stühle, gefertigt aus schwerem Stahlrohl haben ein Jahrzehnt auf dem Buckel. Ich halte sie für unzerstörbar. Die Regale werden nicht so lange halten. Dann werden sie eben irgendwann ausgetauscht. Die Bücher, DVDs, Musik-CDs werden vielleicht auch im nächsten Regal Platz finden, sofern ich dann noch irgendwelche Medien außerhalb des Netzes nutzen werde.</p>
<h2>Nerdesque: Unberechenbare Natürlichkeit</h2>
<p>Alles von Menschenhand entworfen und unter Maschineneinsatz gefertigt. Es ist statisch, kann sich nicht verändern. Die totale Kontrollumgebung. Denn das ist der Unterschied zu draußen: In der künstlichen Umgebung einer Wohnung herrscht eine Atmosphäre, die ich ausgestalten und formen kann, so wie ich es will. Ich kann Gott spielen. In der Natur geht das nicht so einfach. Einen Garten zu haben, erfordert permanenten Einsatz, wenn ich ihn so haben will, wie mir das gefällt. Ansonsten wuchert und wächst es unkontrolliert. Der Rasen schwappt über die Einfassungen, die Bäume streben gen Himmel, Moose überwuchern Fliesen und Sträucher werden breiter und breiter. Rosen werden zu Hecken mit armdicken Stämmen. Disteln oder Löwenzahn durchsetzen die einstmals glatten Rasenflächen.</p>
<h2>CyberWAN: Das Ende der Lebendigkeit</h2>
<p>Das ist Wachstum, Veränderung, Chaos, kurz: Lebendigkeit. Und damit das simple das Gegenteil einer aufgeräumten und kontrolliert-betreuten Wohnung. Ein Kontrollwahn übrigens, dem auch jeder fröhnt, der den Großteil seiner Zeit am Computer zubringt und dort virtuelle Welten baut und erkundet. Der Computer und seine Scheinwelten sind die ideale Umgebung für Menschen, die bestimmen und beherrschen wollen, was sie umgibt. In einer lebendigen Wirklichkeit ist Kontrolle nicht möglich. Denn Kontrolle ist die Einschränkung von Aktivität, von Wachstum, sowohl physikalisch und auch ideell.</p>
<h2>Schuldlose Opfer ausufernd-digitaler Kontrollmechanismen</h2>
<p>Diese morbiden Gedanken im Kopf blicke ich auf die domestizierten Pflanzen in den Tontöpfen vor dem Wohnzimmer-Fenster. Tja, auch sie schuldlose Opfer meines Kontrollwahns. Ich laß’ sie lieber in Ruhe und gehe zurück an den Computer, tauche ein in eine Welt, die eigentlich viel mehr in meinem Kopf stattfindet als auf dem Schirm. Ich Cyber-Junkie sehe mir die Welt über die Video-Außenkamera auf meinem Bildschirm an. Da sehe ich viel zu viel unkontrollierbares Grün. Und Lebendigkeit kann sich nie am Bildschirm vollziehen. Ich habe Angst vor ihr. Der Bildschirm ist eine kugelsichere Trennscheibe zwischen der Lebendigkeit der Außenwelt und dem Todeshauch der Virtualität.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F08%2F31%2Fkontrollwahn-und-lebendigkeit-vor-dem-bildschirm-ist-hinter-dem-bildschirm%2F&amp;title=Kontrollwahn%20und%20Lebendigkeit%3A%20Vor%20dem%20Bildschirm%20ist%20hinter%20dem%20Bildschirm" id="wpa2a_16"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>F1: Schumi, der Mann mit dem Goldhelm</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Aug 2011 17:27:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kony Island</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Formel 1]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstobjekt]]></category>
		<category><![CDATA[Motorsport]]></category>
		<category><![CDATA[Rennfahrer]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Teufel]]></category>
		<category><![CDATA[Wahnwitz]]></category>

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		<description><![CDATA[Welch&#8217; ein Jubiläum mit Ups and Downs für Michael Schumacher! Erst im Kart gegen Sebastian Vettel gewonnen, im Qualifying ohne eigene Schuld geloost, vom letzten Platz gestartet und noch vor dem Teamkollegen Fünfter geworden. Alle Achtung! Von Eddie Jordan eine Kupplung geschenkt bekommen (vor 20 Jahren war ihm selbige zu teuer gewesen, weswegen Schumacher in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_19540" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/endoplast_schumigold_flieher.jpg"><img class="size-full wp-image-19540" title="endoplast_schumigold_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/endoplast_schumigold_flieher.jpg" alt="" width="553" height="705" /></a><p class="wp-caption-text">Schumi zum 20jährigen: der Mann mit Gold am Helm und in den Händen und Füßen.</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Welch&#8217; ein Jubiläum mit Ups and Downs für Michael Schumacher!</strong></span> Erst im Kart gegen Sebastian Vettel gewonnen, im Qualifying ohne eigene Schuld geloost<span id="more-19525"></span>, vom letzten Platz gestartet und noch vor dem Teamkollegen Fünfter geworden. Alle Achtung!</p>
<p>Von Eddie Jordan eine Kupplung geschenkt bekommen (vor 20 Jahren war ihm selbige zu teuer gewesen, weswegen Schumacher in seinem ersten Rennen in den Ardennen nur 700 m weit kam), jede Menge Schulterklopfen für den ältesten Fahrer, der doppelt so alt ist wie der Jüngste.</p>
<p>Überhaupt jede Menge Gewinner in Spa:</p>
<p>Vettel gewinnt das Rennen</p>
<p>Webber den zweiten Platz zum 35sten Geburtstag</p>
<p>Button den dritten Platz nach schmählichem 13. Startplatz</p>
<p>Alonso wird 4. und läßt Schumacher die Aussicht auf sein Heck</p>
<p>Schumacher zeigts den jungen Hüpfern, allen voran seinem Teamkollegen&#8230;</p>
<p>Nico Rosberg, der 6. wird</p>
<p>Nur einer hat mal wieder den Bogen überspannt und geht leer aus&#8230;</p>
<p>&#8230;oder hatte <a href="http://bit.ly/qbafVL">Lewis Hamilton</a> einen Werbedeal mit der Allianz, deren „Bandenwerbung“ er spektakulär in Szene setzte?</p>
<p>PS.: Der Hamilton-Link funktioniert nicht mehr. Warum wohl&#8230; Es gibt aber natürlich noch mehr Videos vom Crash von Mr. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=i3WHCcoCjdA&amp;feature=related">Arrogance</a>.</p>
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		<title>Bier-Werbung: Zum Wohle des Mannes gibts hier einen Bier-Johannes</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Jun 2011 21:39:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nelly Kratt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Irrwitz]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>

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		<description><![CDATA[Fake oder schräger Witz oder echt? Keine Ahnung. Beim Surfen stieß ich auf das „Spass-und Spiele“-Blog, und dort las ich von einem Werbeplakat einer Bukarester Brauerei, die für ihr „Ursus“-Bier nicht nackte Frauen in Szene setzt, wie man das in unseren Breiten tun würde, sondern per Flasche Arsch und Pimmel eines Mannes nachgebildet hat. Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/endoplast_bier_werbung_ursusbeer.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-19032" title="endoplast_bier_werbung_ursusbeer" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/endoplast_bier_werbung_ursusbeer.jpg" alt="Prost zum Biergenuß" width="553" height="312" /></a></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Fake oder schräger Witz oder echt? Keine Ahnung. Beim Surfen stieß ich auf das <a title="Eine schräge Bierwerbung, die die verborgene Seele des Mannes schlechthin offenlegt" href="http://spass-und-spiele.blogspot.com/search/label/unwerbung" target="_blank">„Spass-und Spiele“-Blog,</a> und dort las ich von einem<span id="more-19031"></span> Werbeplakat einer Bukarester Brauerei, die für ihr „Ursus“-Bier nicht nackte Frauen in Szene setzt, wie man das in unseren Breiten tun würde, sondern per Flasche Arsch und Pimmel eines Mannes nachgebildet hat. </strong></span></p>
<p>Ein sehr aussagekräftiges Bild. Wenn man sich <a title="Hier findet man den &quot;Lürzer's Archiv&quot;-Spot-of-theweek" href="http://www.luerzersarchive.net/weekly/2011-25/spotoftheweek.asp" target="_blank">„Lürzer&#8217;s Archiv“</a> ansieht, ein Periodikum, das die kreative Werbung in der Welt abbildet, wird einem immer klarer, dass eine der schlimmsten Geisseln der Menschheit, die Marken-Artikel-Werbung, eine andere,oftmals verkannte Seite hat: Sie zeigt in ihren hellsten Momenten nichts als die Wahrheit und kann dabei verblüffend und ungewöhnlich sein. So wie hier.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F06%2F26%2Fbier-werbung-zum-wohle-des-mannes-gibts-hier-einen-bier-johannes%2F&amp;title=Bier-Werbung%3A%20Zum%20Wohle%20des%20Mannes%20gibts%20hier%20einen%20Bier-Johannes" id="wpa2a_20"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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