Bacheliar. Wer ist Michele Bachman? Etwas Aufschluß mag diese Rede geben. Hier ist die mögliche US-Präsidentschafts-Kandidatin in einer Senatsrede zu hören. Man sieht, wie sie sich in ihre Rede zusehends hineinsteigert und als eine Art Widerstandskämpferin stilisiert. Dies ist sowieso die Position der Tea-Party, die in irrwitzigen Argumentationen in ihrem amtierenden Präsidenten Barak Obama mal einen Bolschewiken, mal einen amerikanischen Hitler und mal einen gläubigen Moslem sieht. Kommentieren.
G(r)ottenschlecht. Moderator Martin Bashir über Michele Bachmann’s Hurrikan-„Witz“. Wirbelsturm Irene hatte 35 Menschen ihr Leben gekostet. Vor diesem Hintergrund schlägt die verunglückte Rede hohe Wellen nicht nur in Amerika. Im Video kann man die umstrittene Rede sehen und die nachfolgende Relativierung durch Michele Bachman. Kommentieren.
Gottya. You ain’t seen nothing yet: Michele Bachman, die sich bei den Republikanern auf einem der hinteren Plätze als Präsidentschaftkandidatin bewirbt, steht in einer langen Tradition von Peinlichkeiten, die sich Mitglieder der rechtskonservativen Tea-Party-Bewegung erlaubt haben. Hier ist sie aktuell zu sehen, wie sie den Wirbelsturm „Irene“ (sowie andere Naturkatastrophen), der Dutzende Todesopfer gefordert hat, in die Nähe einer Art göttlicher Warnung an den politischen Gegner rückt. Eine Argumentation fast wie im Mittelalter. Bedenklich, dass die Tea-Party eine durchaus einflußreiche politische Kraft in den USA ist. Man stelle sich vor, Guido Westerwelle würde als Außenminister argumentieren, Gott habe ihm befohlen Gaddafi gegenüber neutral zu bleiben… Vielleicht hängt am Ende der Niedergang der USA einfach mit einer zu massiven Konzentration politischer Dummheit zusammen. Kommentieren.
TED-Offensive. Schon verblüffend. „Eine Meditation über Wahrheit und Lüge, Kunst und Emotion“, wie der Veranstalter es formuliert. Der gebürtige Schweizer und Wahl-New Yorker Marco Tempest bei einem der TED-Events, die dreimal jährlich stattfinden und Dialoge mit interessanten Zeitgenossen bieten. Techno-Illusionist und Zauberkünstler Tempest, der sich „virtual magician“ nennt, weil er sich gerne eines und mehrerer Bildschirme bedient, in denen er auf der Bühne davidcopperfield-mäßig auch gerne mal Menschen verschwinden läßt, spielt hier virtuos mit drei iPods. Ermöglicht hat den Event TED. Die Organisation TED wird vom britischen Medienmogul und Multimillionär Chris Anderson geleitet, der aber nicht mit jenem namensgleichen Chris Anderson verwechselt werden sollte, der Chefredakteur der Zukunfts-Postille und -Website Wired ist. TED verschreibt sich seit 1984 dem Gedanken, gute Ideen im Spannungsfeld von Technologie, Unterhaltung und Design dialogisch vorzustellen. Ausgedehnt wurde das aber auch auf Wirtschaftsfragen, Wissenschaft, Forschung und Technik sowie Kunst und Globalisierung. Das Verbindende ist immer die gute Grundidee der Personen, die einen Vortrag halten oder eine Performance hinlegen. Die TED-Video-Seite ist einen Besuch wert, denn dort kann man interessante Denker und ihre Ideen entdecken. Marco Tempest ist übrigens einer der Unterhaltungskünstler, die über YouTube eine gewisse Berühmtheit erlangt haben und im Mainstream angekommen sind. Just like Justin Bieber Kommentieren.
Evoks. Erinnert an „Star Wars“ ist aber was ganz anderes. Richtig geschrieben „Evoke“ ist eine Party, die heute in Köln-Kalk zuende geht. Dort treffen sich angesichts der „GamesCom“, die vom 17.-21. August stattfindet, ein paar Hundert Computer-Versierte, hören Musik, schauen sich audiovisuell aufgehübschte Projekt-Präsentationen an – die Demo-„Compos“, die auch vom Publikum bewertet werden – und reden ein bißchen über Game-Design und -Programmieren. Pate für die preisgekrönte Präsentation, die hier zu sehen ist, stand der weltberühmte ungarisch-französische Op-Artist Victor Vasarely (1908-1997). Wow, dafür hat er sogar Credits bekommen. Die unterlegte Musik wäre vermutlich aber nicht seine Sache gewesen. [via +Markus Hündgen] Kommentieren.
Dejavú. So haben sich Schlager-Legende Roberto Blanco und Heavy Metal-Legende Sodom im letzten Jahr kennengelernt: Bei einem Werbe-Spot der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, der Bewußtsein für die Krankheit schaffen soll. Aus dem Spaß, den die Jungs sicher bei den Dreharbeiten hatten, ist inzwischen schrecklicher Ernst geworden. Sowohl im letzten Jahr als auch in 2011 hat Roberto Blanco Gastauftritte bei Livekonzerten Sodoms hingelegt. Zur Erheiterung der Metal-Fans und zur Verwässerung des deutschen Schlagerliedgutes. Wo soll das alles enden ? Kommentieren.
Grenz-Gang. Februar diesen Jahres. Roberto Blanco rockt die Bühne der Rockfabrik in Ludwigsburg. Er ist plötzlich Headliner von heavy „Sodom“. Jetzt berichtet eine große Boulevard-Zeitung, er hätte es schon wieder getan. War wohl ein Erfolg damals. Mensch Roberto, das ist doch schon Publikum-Stalking. Bitte, bitte kein Crowd-Surfing. Darunter würden die Massen komplett zusammenbrechen. Kommentieren.