Autopornografie. Der Deutsche Daniel Simon, erst Autodesigner bei VW, dann Buchautor (siehe oben) und schließlich Designer für den Film Tron Legacy malt die schönsten Autos, bildet aber leider auch die billigsten Klischees ab. Kommentieren.
Posted on 21 Januar 2011 by Der Barbara Streisand-Effekt
Autopornografie. Der Deutsche Daniel Simon, erst Autodesigner bei VW, dann Buchautor (siehe oben) und schließlich Designer für den Film Tron Legacy malt die schönsten Autos, bildet aber leider auch die billigsten Klischees ab. Kommentieren.
Posted on 25 Oktober 2010 by Ralf Wasselowski
Foto-Grafisch. Es gibt ein sehr außergewöhnliches Kinderbuch. Es heißt „Ein Elefant auf meiner Hand“ von Lucie Albon. Die Illustrationen sind Bilder, die auf Menschen-Hände gemalt sind, die wiederum bestimmte Formen bilden. So bildet eine Hand mit nach unten gespreizten Fingern eine gehenden Elefantan nach. Der noch weiter abgespreizte Daumen ist der Rüssel. Dieses Konzept bewegt sich auf sehr eigene Art auf der Trennlinie zwischen Illustration und Foto. Das obige Video hat mich daran erinnert, wobei dies technisch wohl in Form einer elektronischen Foto-/Illustrations-Montage umgesetzt wurde, während im Buch die Hände bemalt und abfotografiert wurden und so die Fotos der Illustrationen die Geschichte erzählen. Kommentieren.
Posted on 09 Oktober 2010 by Christopher Dröge
Was für eine Katastrophe es war, die die Welt in „The Road“ in Schutt und Asche gelegt hat, wird nie erklärt. Continue Reading
Posted on 02 Oktober 2010 by Christopher Dröge
Der mittlere Westen und Süden der USA ist inzwischen eine fast mythisch aufgeladene Gegend, wo hinter jedem Baum und Strauch Continue Reading
Posted on 30 August 2010 by Nelly Kratt
Tabu-Bruch. Wer denkt, es gibt heutzutage keine Tabus mehr, irrt. Richtig ernst wird es auf der politischen Bühne. Dort ist streng vorgegeben, was ein bundesdeutscher Politiker und Akteur des „offiziellen Deutschland“ von sich geben darf und was nicht. Thilo Sarrazin – seit letztem Jahr Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bundesbank und vorher Finanzsenator in Berlin, ein wichtiger Mann also – hat ein Buch geschrieben. Es heißt „Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen“. Es ist ein Sachbuch über den demografischen Wandel und wie der sich perpektivisch wirtschaftlich auswirken könnte. Darin geht es an einigen Stellen um Muslime und ihren laut Sarrazin mangelnden Willen, sich in Deutschland zu integrieren. Das Buch wirft der deutschen Politik vor, dies durch Untätigkeit und Fehlentscheidungen mit zu verursachen. Die Veröffentlichung dieses Buches hat hohe Wellen geschlagen, auch befeuert von Interviews, die Sarrazin dazu gegeben hat. Selten waren sich Politiker aller Coleur einiger, als beim Verriss dieses Buches, dass die meisten gar nicht gelesen haben, das vermutlich auch eher provokant ist als tief schürfend. Es wurde viel geschimpft und Sarrazin persönlich angegriffen – sachlich auseinandergesetzt haben sich die wenigsten mit dem Buch. Norbert Bolz, ein Kommunikationswissenschaftler, der zu jedem aktuell wichtigen Thema seinen Senf dazugibt, weiß in diesem Gespräch etwas zum Umgang mit dem Buch und dem Autor des Buches zu sagen. Kommentieren.
Posted on 05 Juli 2010 by Jessica Ridders
beim Traumzeit Festival Duisburg, 3. Juli 2010
Nachdem Deutschland Argentinien im Viertelfinale mit 4:0 weggeputzt hat, wird Lokalmatador Helge Schneider am gleichen Tag vom Franko-Kanadier Chilly Gonzales zum Klavier-Duell gefordert.
Ein vermutlich einmaliges und ungewöhnliches Ereignis, das man gespannt erwarten durfte.
Der gebürtige sowie Wahl-Mülheimer Helge Schneider bedarf kaum der Vorstellung: Ein umtriebiges Multitalent vom Musiker, Komiker, Film- und Theaterregisseur bis hin zum Buchautor, geschätzt für sein Improvisationstalent nicht nur musikalisch und verbal. Ähnlich bunt mag es der derzeit in Frankreich ansässige Chilly Gonzales, dessen Ausgangspunkt ebenfalls der Jazz ist, den es aber gleichermaßen zu Klassik, Elektro-Pop und HipHop zieht. Zunehmend nicht nur durch seine Alben, sondern auch durch Projekte mit Peaches, Feist und Jane Birkin bekannt. Hier treffen zwei Freigeister aufeinander, die sich nicht festlegen wollen.
Foto: Sabine Engels
In der knappen Stunde Auftritt wird nicht immer klar, ob es ein Miteinander oder Gegeneinander ist. Bei der Vorstellung wird dem zahlreich erschienenen Publikum mitgeteilt, Helge würde Chilly mögen, aber Chilly könne Helge nicht leiden. Eine recht offensichtliche Finte. Dennoch agiert der über 20 Jahre jüngere Gonzales als der rebellische Herausforderer und legt eine deutlich aggressive und provokative Attitüde an den Tag. Schneider dagegen bleibt entspannt, spielt meist betont ruhige Parts.
Vielleicht zeigen sich in der Musik tatsächlich nicht nur unterschiedliche Temperamente, sondern auch Positionen: Helge Schneider muss schon lange niemanden mehr etwas beweisen und verspürt auch keine Lust dazu. Er macht in der Regel genau das, wonach ihm der Sinn steht mit minimalen Zugeständnissen an das Publikum. Dagegen scheint Gonzales gezielt den Wettstreit zu suchen, was ein vorangegangenes Klavierduell und seine Songtexte annehmen lassen. Auch sein Bestreben mit über 27 Stunden Klavierspiel den Weltrekord des Dauerkonzerts zu brechen, lassen sich als Wunsch nach Selbstbestätigung auslegen.
An diesem Samstagabend präsentieren sich die beiden Künstler in der wunderschönen Location Kraftzentrale im Duisburger Landschaftspark Nord schon äußerlich sehr verschieden: Helge Schneider trotz Sauna-Temperaturen im Anzug und Chilly Gonzales in einem Outfit, das aus der Ferne an einen Bademantel erinnert. Sie betreten das Spielfeld, und Helge legt mit überzogenem Anspruch vor. Leise stöhnt er hingebungsvoll vor sich hin. Es folgen verschiedene Posen, wobei Helge mit einem auf die Tasten gelegten Fuß den Jerry Lee Lewis nur andeutet, aber nicht ausführt. Eine Weile geht es hin und her, manchmal versucht Chilly mit anhaltenden hingehämmerten Akkorden zu stören. Zweimal haut er aggressiv in die Tasten und springt dabei vom Sitz auf, beim dritten Mal erwidert Helge mit einem höheren Sprung – Chilly antwortet mit dem Mittelfinger. Zwischendurch packt Helge die deutschen Klavierschüler-Schlager „Für Elise“ und die „Mondscheinsonate“ aus. Chilly macht erst mal Pause, deutet „two minutes“ an und geht sich ein dickes Buch holen. Dann setzt er sich auf seinen Klavierhocker und liest. Helge holt sein Handy heraus, erzählt dem imaginären Anrufer: „Bin bei der Arbeit.“
Chilly reagiert, tut so, als hätte auch er ein Handy: „I am on stage with that old German guy. He is 52, should be easy. But … he is famous.“ (genauer Wortlaut unverständlich)
Wie als Signature spielt Chilly “Somewhere over the Rainbow” an, nach einiger Zeit spielt Helge die ersten Noten von „In-A-Gadda-Da-Vida“. Chilly legt mit “Another One Bites The Dust” los, und so jagt ein Zitat das nächste. Zwischendurch visuelle Einlagen und Gags: Chilly wirft sein Glas nach hinten, Helge spielt mit der rechten Hand Pferdchen auf Klavier.
Chilly beginnt zu klatschen und mit den Handflächen auf das Klavier zu hämmern. Helge spielt daraufhin weder lauter noch schneller, sondern baut das Klatschen in den „Ententanz“ ein. Zwischendurch wird ihm langweilig, und schaut zum ersten Mal auf seine Armbanduhr. Dann nimmt er längliches Klavierteil zur Hand, benutzt es zuerst als Krücke, danach als Gewehr und paddelt sich dann über die Bühne, um zuletzt Gitarrenspiel zu imitieren – Chilly begleitet die Geste mit Black Sabbath. Zurück am Klavier spielt Helge wieder ruhig und betulich, Chilly deutet Richtung Helge und zeigt dem Publikum „Wichser“ an, spuckt hinter vorgehaltener Hand verächtlich auf den Boden.
Dann verlässt er auch seinen Hocker und klettert auf den Flügel. Als er dort auf allen Vieren hockt, spielt Helge die bekannte Zirkusmelodie „Einzug der Gladiotaren“ und das Thema von „Laurel & Hardy“ an. Nun stellt Chilly Helge vor und legt eine Rap-Einlage ein.
Es ereignet sich folgender Dialog:
- Chilly: “There are some pretty bitches here, Helge.”
- Helge: “I no understand English.”
- Chilly wiederholt: “There are some pretty bitches here!“
- Helge (leiser): “I fuck them all.”
Chilly gibt abschließend zu: „Ich spreche kein Deutsch, doch das tangiert mich nur peripher.“
Das Publikum wird nach kurzer Verabschiedung mit Händeschütteln und kleiner Boogie-Zugabe in das kühle Sommergewitter entlassen.
Später fragt sich Chilly bei Twitter, ob er gewonnen habe, er wisse es nicht. Tendenziell war es ein Unentschieden, dem ein Rückspiel folgen sollte.
Links:
http://www.helge-schneider.de/ (offizielle Homepage)
http://www.gonzpiration.com/ (offizielle Homepage)
http://www.dieruhr.de/?q=node/9913 (Ankündigung mit Bild)
http://www.ustream.tv/recorded/1519206 (Ausschnitt aus Chillys Weltrekord)
Posted on 18 Februar 2010 by Ralf Wasselowski

Verfolgungsjagd nach dem Jungstar der neuen deutschen Literaturszene: Helene Hegemann steht im Rampenlicht und ist davon geblendet.
Helene Hegemann, eine 17jährige, die mit ihrem Roman „Axolotl“ die Bestsellerlisten stürmt, Continue Reading
Posted on 21 November 2009 by Ralf Wasselowski

Der Roman ist Legende: Thematisch (Drogen, Delirium), schriftstellerisch und technisch (Cut-Up). Naked Lunch hat die Grenzlinie zwischen Handlung und Imagination vollständig aufgelöst.
Der Roman ist Legende: Thematisch (Drogen, Delirium), schriftstellerisch und technisch (Cut-Up). Continue Reading
Posted on 05 November 2009 by Ralf Wasselowski
Die Zukunft der Literatur – der Amerikaner David Foster Wallace, der sich vor über einem Jahr das Leben nahm – ist auch in Deutschland immer noch gut für eine weitere Buch-Veröffentlichung. Hier eine kleine Rezension eines Werkes der Sekundärliteratur als treuer Begleiter des Hauptromans Infinite Jest. Im Video eine Kostprobe von Wallace’ Können. Kommentieren.
Posted on 05 November 2009 by Ralf Wasselowski
Ich halte ein schmales Bändchen in Händen, das dem geneigten Leser ergänzend zu Infinite Jest, Continue Reading