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	<title>endoplast.de &#187; Rezensionen</title>
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	<description>Die schräge Welt</description>
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		<title>Sexismus olé</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Jan 2011 18:25:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Barbara Streisand-Effekt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Autopornografie. Der Deutsche Daniel Simon, erst Autodesigner bei VW, dann Buchautor (siehe oben) und schließlich Designer für den Film Tron Legacy malt die schönsten Autos, bildet aber leider auch die billigsten Klischees ab. Kommentieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="350" height="292" src="http://www.youtube.com/embed/aoRdo-WDtjo" frameborder="0" allowFullScreen></iframe></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Autopornografie.</strong></span> Der Deutsche <a title="Klicken, um zu kommentieren." href="http://www.danielsimon.net/" target="_blank">Daniel Simon,</a> erst Autodesigner bei VW, dann Buchautor (siehe oben) und schließlich Designer für den Film Tron Legacy malt die schönsten Autos, bildet aber leider auch die billigsten Klischees ab. <a title="Klicken, um zu kommentieren." href="http://www.endoplast.de/2011/01/21/sexismus-ole/" target="_blank">Kommentieren.</a></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F01%2F21%2Fsexismus-ole%2F&amp;title=Sexismus%20ol%C3%A9" id="wpa2a_2"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hands up! Hände hoch!</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Oct 2010 18:33:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Foto-Grafisch. Es gibt ein sehr außergewöhnliches Kinderbuch. Es heißt „Ein Elefant auf meiner Hand“ von Lucie Albon. Die Illustrationen sind Bilder, die auf Menschen-Hände gemalt sind, die wiederum bestimmte Formen bilden. So bildet eine Hand mit nach unten gespreizten Fingern eine gehenden Elefantan nach. Der noch weiter abgespreizte Daumen ist der Rüssel. Dieses Konzept bewegt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="350" height="213" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/MDWm5TcEo6E?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="350" height="213" src="http://www.youtube.com/v/MDWm5TcEo6E?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Foto-Grafisch.</strong></span> Es gibt ein sehr außergewöhnliches <a title="So sieht der Titel aus, bitte klicken." href="http://www.radiobremen.de/nordwestradio/sendungen/kinderzeit/einelefenatinmeinerhand100_v-slideshow.jpg" target="_blank">Kinderbuch.</a> Es heißt <a title="Eine Besprechnung des Buches." href="http://www.pz-rlp.de/neu/pz.php?menue=148&amp;main=98&amp;r_ID=160&amp;marginal=100&amp;option=13" target="_blank">„Ein Elefant auf meiner Hand“</a> von <a title="Die Website der französischen Illustratorin." href="http://luciealbon.net/bd.htm" target="_blank">Lucie Albon.</a> Die Illustrationen sind Bilder, die auf Menschen-Hände gemalt sind, die wiederum bestimmte Formen bilden. So bildet eine Hand mit nach unten gespreizten Fingern eine gehenden Elefantan nach. Der noch weiter abgespreizte Daumen ist der Rüssel. Dieses Konzept bewegt sich auf sehr eigene Art auf der Trennlinie zwischen Illustration und Foto. Das obige Video hat mich daran erinnert, wobei dies technisch wohl in Form einer elektronischen Foto-/Illustrations-Montage umgesetzt wurde, während im Buch die Hände bemalt und abfotografiert wurden und so die Fotos der Illustrationen die Geschichte erzählen. <a title="HIer klicken zum Kommentierten." href="http://www.endoplast.de/2010/10/25/hands-up-hande-hoch/" target="_blank">Kommentieren.</a></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2010%2F10%2F25%2Fhands-up-hande-hoch%2F&amp;title=Hands%20up%21%20H%C3%A4nde%20hoch%21" id="wpa2a_4"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>The Road &#8211; Das Ende ist nah</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Oct 2010 12:36:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher Dröge</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Cormac McCarthy]]></category>
		<category><![CDATA[Endzeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Postapocalypse]]></category>

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		<description><![CDATA[Was für eine Katastrophe es war, die die Welt in „The Road“ in Schutt und Asche gelegt hat,  wird nie erklärt. Es ist auch nicht wichtig, fest steht nur, dass sie es gründlich getan hat. Die Kontinente sind verbrannt, alles pflanzliche und tierische Leben ist vernichtet.  Mitten im Ödland, das einmal Amerika war, wandern ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_14409" class="wp-caption aligncenter" style="width: 458px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/10/02_THEROAD.jpg"><img class="size-full wp-image-14409 " src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/10/02_THEROAD.jpg" alt="" width="448" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Immer auf der Hut: Vater und Sohn (Quelle: Senator)</p></div>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ff0000;"><strong>Was für eine Katastrophe es war, die die Welt in „The Road“ in Schutt und Asche gelegt hat,  wird nie erklärt.<span id="more-14402"></span> Es ist auch nicht wichtig, fest steht nur, dass sie es gründlich getan hat. Die Kontinente sind verbrannt, alles pflanzliche und tierische Leben ist vernichtet.  Mitten im Ödland, das einmal Amerika war, wandern ein Mann und sein Sohn eine Straße entlang in Richtung Süden. </strong></span></p>
<p style="text-align: justify;">Ihren ganzen Besitz schieben sie in einem Einkaufswagen vor sich her, in der Pistole des Vaters sind noch zwei Kugeln.  Sie verhungern allmählich und müssen immer auf der Hut vor anderen Überlebenden sein, die der Hunger zu grausamen Taten treibt.  Nur manchmal erleben sie Momente des Friedens. Aber der Vater ist sich nur zu bewusst, dass er nicht mehr lange leben wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass &#8220;The Road&#8221; überhaupt noch in unsere Kinos kommt, grenzt schon fast an ein Wunder, so oft wie der Start verschoben wurde.  Es scheint so, als ob die  Studio-Verantwortlichen nicht so recht wussten, was sie mit diesem schweren Brocken von einem Endzeitdrama anfangen sollten.  Das lässt zumindest <a href="http://www.youtube.com/watch?v=hbLgszfXTAY" target="_blank">der Trailer vermuten, der im letzten Jahr zu sehen war,</a> und  der den Film wie einen xbeliebigen Kannibalen-Reißer aussehen ließ.</p>
<p style="text-align: justify;">Das ist &#8220;The Road&#8221; aber gerade eben nicht. Stattdessen ist er die Verfilmung des gleichnamigen Romans von<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cormac_McCarthy" target="_self"> Cormac  McCarthy</a>,  der bereits die Vorlage zu „No Country for old men“ von den Cohen-Brüdern geschrieben hatte.  Die Vorlage erschien 2006 und hinterließ  tiefe Wellen im Literaturbetrieb und auf den Bestsellerlisten, was  2007 mit dem Pulitzer Preis belohnt wurde.  In so knappen wie poetischen Sätzen beschrieb der Autor düstere Tableaus eines untergegangenen Amerikas, vor deren Hintergrund die Verbundenheit von Vater und Sohn umso verletzlicher  und herzzereißender erschien. Diesen verstörenden und drastischen Roman  verfilmen zu wollen, darf schon ehrgeizig genannt werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Der australische Regisseur John Hillcoat hat es trotzdem gewagt, und Fans des Romans können beruhigt aufatmen. Spätestens, wenn der Vater ziemlich zu Beginn des Films seinem Sohn beibringt, wie er die Pistole halten muss um sich im Notfall selbst zu erschießen, wird deutlich, dass „The Road“ keiner der üblichen Wohlfühl-Popcorn-Endzeit-Reißer ist.  Hillcoat hält sich fast brutal eng an die Vorlage und zeigt ein ausgeprägtes Händchen dafür, die Sprache des Romans in  eisig-graue Bilder umzusetzen. In den Details beschreibt er den Verfall der  Welt so realistisch und banal wie möglich; die opulenten Totalen hingegen zeigen eine morbide Faszination für die Zerstörung, die dem Szenario eine Beklemmung  verleihen, die das ausgelutschte Endzeit-Genre schon lange verloren hatte.</p>
<p style="text-align: justify;">
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align: justify;">
<dl>
<dt><img class="size-full wp-image-14410" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/10/07_THEROAD.jpg" alt="" width="448" height="300" /></dt>
<dd>Kannibalen auf der Jagd (Quelle: Senator)</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Auch hätte man sich kaum eine bessere Besetzung für die Hauptrollen vorstellen können. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=dWexFvaC5n4&amp;NR=1" target="_blank">Viggo Mortensen</a> brilliert als hohlwangiger und todkranker Vater, für den der Sohn der einzige Grund ist weiterzumachen.  Kodi Smith-Mcphee auf der anderen Seite strahlt eine Art von Unschuld aus, die in dieser Welt vollkommen fehl am Platz zu sein scheint. Die enge Bindung der beiden zueinander bleibt zu jedem Zeitpunkt glaubwürdig und berührend. Die kurzen Auftritte der Nebenfiguren sind mit Gaststars wie Charlize Theron, Robert Duvall oder Guy Pearce besetzt, die das Maximum aus ihrer begrenzten Screentime heraus holen.</p>
<p style="text-align: justify;"><em> </em></p>
<p style="text-align: justify;">An der Geschichte sind gegenüber dem Buch behutsame Veränderungen vorgenommen worden, etwa in der leicht ausgebauten Rolle der Mutter des Jungen, die immer wieder in Rückblenden auftritt. Auch hat Hillcoat dem Zuschauer die wirklich unerträglichen Szenen des Romans erspart.  Beides schmälert jedoch nicht den Gesamteindruck einer der Vorlage verpflichteten Umsetzung.</p>
<p style="text-align: justify;">Man sollte allerdings schon erwähnen, dass diese Vorlagentreue auf Kosten eines konventionellen Spannungsbogens geht. Es passiert nicht wirklich viel auf der Reise der beiden, Hillcoat konzentriert sich ganz  auf die Schilderung von Momentaufnahmen, die abwechselnd anrührend wirken &#8211; wie der Fund einer intakten Dose Cola  oder eisige Stiche setzen, wie eine Reihe aufgespießter Kindertotenschädel.</p>
<p style="text-align: justify;">
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align: justify;">
<dl>
<dt><img class="size-full wp-image-14411" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/10/03_THEROAD.jpg" alt="" width="448" height="300" /></dt>
<dd>Ein kurzer Moment der Ruhe (Quelle: Senator)</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Was unnötig ist, ist  die Erzählstimme des Vaters, der zu Beginn des Films aus dem Off vieles erklärt, was der Zuschauer früh genug selbst herausbekommen würde. Warum von Kannibalen reden, wenn diese nur wenige Minuten später  selbst auftreten?  Das beschränkt sich jedoch auf die ersten 20 Minuten, danach verstummt der Voice-Over.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.youtube.com/watch?v=220Yx9tEIGU" target="_blank">„The Road“ </a> ist kein Film für einen gemütlichen Abend mit Popcorn und Nachos und wem der Herbst eh schon aufs Gemüt schlägt, sollte sich vielleicht etwas anderes ansehen. Wer sich jedoch auf die Reise in die Finsternis einlässt, wird mit einer der profundesten und auch befreiendsten Erfahrungen belohnt werden, die das bisherige Kino-Jahr zu bieten hatte.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2010%2F10%2F09%2Fthe-road-das-ende-ist-nah%2F&amp;title=The%20Road%20%26%238211%3B%20Das%20Ende%20ist%20nah" id="wpa2a_6"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der letzte Exorzismus: Die Saat des Teufels&#8230; oder des Zweifels</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Oct 2010 21:01:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher Dröge</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
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		<category><![CDATA[Exorzismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Der mittlere Westen und Süden der USA ist inzwischen eine fast mythisch aufgeladene Gegend, wo hinter jedem Baum und Strauch religiöse Eiferer, schwachsinnige Kannibalen und inzüchtige Terroristen ihr Unwesen treiben. Für dieses Bild hat zumindest der Horrorfilm gesorgt, der aus dem Land der Rednecks schon einiges an Inspiration gezogen hat. In diese Unterkategorie gehört auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_14309" class="wp-caption aligncenter" style="width: 458px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/10/DerLetzteExorzismus_0011.jpg"><img class="size-full wp-image-14309 " src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/10/DerLetzteExorzismus_0011.jpg" alt="Quelle: Kinowelt" width="448" height="299" /></a><p class="wp-caption-text">Ziemlich schräg drauf: Nell Sweetzer (Ashley Bell; Quelle: Kinowelt)</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Der mittlere Westen und Süden der USA ist inzwischen eine fast mythisch aufgeladene Gegend, wo hinter jedem Baum und Strauch</strong></span><span style="color: #ff0000;"><strong><span id="more-14282"></span> religiöse Eiferer, schwachsinnige Kannibalen und inzüchtige Terroristen ihr Unwesen treiben. Für dieses Bild hat zumindest der Horrorfilm gesorgt, der aus dem Land der Rednecks schon einiges an Inspiration gezogen hat. In diese Unterkategorie gehört auch „Der letzte Exorzismus“.</strong></span></p>
<p>Der Film des deutschen Regisseurs Daniel Stamm verpflanzt das gern genommene Motiv des Exorzisten in die Südstaaten, und das in Form einer gestellten Dokumentation: Ein Stil, der sich seit einiger Zeit ja gerade im Horror-Genre ziemlicher Beliebtheit erfreut. Das klingt jetzt erst mal von überall her zusammengeklaut, trotzdem ist der Film einen Blick wert.</p>
<p>Die verbissen religiöse und abergläubische Landbevölkerung Amerikas bildet den fruchtbaren Acker, den Reverend Cotton Marcus mehr als erfolgreich bestellt. Ein Job, für den er wie geboren scheint, denn schon als Kind ist er in die Fußstapfen seines Vaters getreten, der ebenfalls Prediger ist. Nebenbei betätigt  sich Cotton auch als Exorzist: Dabei lindert er mit ein wenig Budenzauber die Qualen all derer, die fest davon überzeugt sind, dass nur der Leibhaftige ihre Probleme verursacht haben könnte.</p>
<p>In allem was er tut, spielt er gekonnt auf der Klaviatur der Emotionen seiner Anhänger. Aber jetzt ist er seines scheinheiligen Treibens überdrüssig: Denn den eigenen Glauben an Gott hat er längst verloren. Um reinen Tisch zu machen engagiert er ein Kamerateam, das seinen letzten Exorzismus dokumentieren soll, um sich selbst und seine Zunft endgültig als Scharlatane zu entlarven. Aufs Geratewohl wählt er aus dem Stapel Briefe auf seinem Schreibtisch einen Fall aus, der seine Karriere beenden soll. Ihm fällt das Schreiben der jungen Nell Sweetzer in die Hände, die davon überzeugt ist, den Satan in den Knochen zu haben.</p>
<p>Der Weg führt also nach Ivanwood in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Louisiana" target="_blank">Lousiana</a>, das mit seinen Sumpfwäldern und verrotteten Sklavenhaltervillen schon für unzählige Horrorstories den Hintergrund geliefert hat. Hier  treffen sie auf die Familie Sweetzer, die recht arttypische Vertreter des südlichen Hinterwäldlers darstellen. Vater Sweetzer ist ein fanatischer Christ, Sohn Caleb das aggressive Inzuchtopfer; Tocher Nell hingegen ein herzensgutes und weltfremdes Mädchen, das vom Vater seit dem Tod der Mutter mittels Heimunterrricht von den zersetzenden Einflüssen der Außenwelt ferngehalten wird. Business as usual für Cotton also, der routiniert sein Programm abspult: ein paar Rauchbomben und ein MP3-Player mit Geisterbahngeräuschen  scheinen den bösen Geist zunächst zu vertreiben.</p>
<div id="attachment_14312" class="wp-caption aligncenter" style="width: 458px"><img class="size-full wp-image-14312 " src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/10/DerLetzteExorzismus-22.jpg" alt="" width="448" height="299" /><p class="wp-caption-text">Cotton Marcus (Patrick Fabian) zieht seine Show ab. (Quelle: Kinowelt)</p></div>
<p>Doch anschließend verläuft nichts mehr nach Plan, denn Cottons spirituelle Placebos scheinen bei Nell nicht anzuschlagen. Obwohl sie in ihren besessenen Phasen ein <a href="http://www.youtube.com/watch?v=zzCO4NZZaNs" target="_blank">zunehmend verstörendes Verhalten</a> zeigt, versuchen Cotton und sein Filmteam immer rational zu agieren – und machen sich mehr Sorgen um ihren Vater, der droht, seine Tochter notfalls mit der Flinte zu erlösen. Dabei ziehen sie die Aufmerksamkeit des vermeintlichen Dämons immer weiter auf sich.</p>
<p>Weder der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Found_footage_%28genre%29" target="_blank">Fake-Doku-Stil </a>noch die Exorzismus-Thematik sind im Horror-Genre besonders innovativ. Trotzdem gelingt es dem deutschstämmigen Regisseur Daniel Stamm mit seinem Film eigene Akzente zu setzen. Das liegt zunächst einmal daran, dass er es trotz der Handkamera-Optik schafft, die Handlung in klaren, übersichtlichen und vor allem filmischen Bildern einzufangen. Wackeln tut die  Kamera nur dann, wenn es dramaturgisch sinnvoll ist.</p>
<p>Außerdem verzichtet der Film auf Ekel-Make-Up oder <a href="http://www.youtube.com/watch?v=W-emQAsGMeQ" target="_blank">verkotzte Erbsensuppe</a>, stattdessen wird die Geschichte so weit wie möglich in der Realität geerdet. Seine Spannung und Beunruhigung zieht der Film vor allem aus einem permanenten Balance-Akt auf der Messerschneide zwischen dem Übernatürlichem und schizophrener Umnachtung, denn eine natürliche Erklärung scheint immer möglich zu sein. Vor allem der angebliche Mann Gottes Cotton Marcus zeigt sich als kritisch Fragender, der vergeblich versucht, den verbohrten Geisterglauben von Vater Sweetzer aufzubrechen. Denn jedes Indiz gegen eine übernatürliche Besessenheit dreht sich dieser so zu recht, dass es wieder in sein Glaubenssystem hinein passt.</p>
<div id="attachment_14313" class="wp-caption aligncenter" style="width: 458px"><img class="size-full wp-image-14313" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/10/DerLetzteExorzismus-3.jpg" alt="" width="448" height="299" /><p class="wp-caption-text">Cotton versucht Nells Vater zur Vernunft zu bringen. (Quelle: Kinowelt)</p></div>
<p>So macht der Film den Konflikt von Glauben gegen Zweifel zu seinem Thema, wobei er deutlich religionskritische Zwischentöne in seiner Geschichte unterbringt. Das zeigt sich nicht nur in der Figur von Nells Vater: Auch der Anfang des Films, der Cotton beim Gottesdienst zeigt, erinnert stark an tatsächliche Dokumentationen und Weltspiegelberichte über den<a href="http://www.youtube.com/watch?v=uBI35pypJVE" target="_self"> Bible Belt,</a> und lässt dem säkularen Mitteleuropäer einen Schauer über den Rücken laufen.</p>
<p>Das Ende schwächt diesen Subtext allerdings merklich ab, was den Film auch ein wenig harmloser, und den Konventionen des Genres verhafteter macht. Aber obwohl es scheinbar eindeutig aufgelöst wird, bleibt eine gewisse Restunsicherheit.</p>
<p>Für ein Übergewicht auf der Haben-Seite sorgen dann aber die durch die Bank überzeugenden Schauspieler, die es schaffen ihre Rollenklischees mit Leben zu erfüllen. Patrick Fabian überzeugt als glatter Prediger, der seine Manipulationstechniken im Schlaf beherrscht, aber innerlich schon längst mit dem Glauben abgeschlossen hat. Ashley Bell gibt das Sumpf-Dornröschen mit einer anrührenden Naivität. Von den Nebenfiguren bleibt vor allem Caleb Landry Jones als Caleb in Erinnerung, der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=GVPqO5MdhD0" target="_blank">hinter seinem dumpfen Gesichtsausdruck einen wachen Verstand durchschimmern lässt,</a> der ihm eine Aura von bedrohlicher Unberechenbarkeit verleiht</p>
<p>Wer etwas für psychologischem Horror übrig hat, und bei Handkamera-Bildern nicht sofort Kopfschmerzen bekommt, dem ist „Der letzte Exorzismus“  ohne weiteres zu empfehlen. Vorsicht allerdings, Gewalt gegen Tiere sollte man schon aushalten können.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2010%2F10%2F02%2Fder-letzte-exorzismus-die-saat-des-teufels-oder-des-zweifels%2F&amp;title=Der%20letzte%20Exorzismus%3A%20Die%20Saat%20des%20Teufels%26%238230%3B%20oder%20des%20Zweifels" id="wpa2a_8"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sarrazin&#8217;s Thesen</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2010/08/30/sarrazins-thesen/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 20:13:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nelly Kratt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tabu-Bruch. Wer denkt, es gibt heutzutage keine Tabus mehr, irrt. Richtig ernst wird es auf der politischen Bühne. Dort ist streng vorgegeben, was ein bundesdeutscher Politiker und Akteur des „offiziellen Deutschland“ von sich geben darf und was nicht. Thilo Sarrazin – seit letztem Jahr Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bundesbank und vorher Finanzsenator in Berlin, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="350" height="240" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/Q7UohXkRxts?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="350" height="240" src="http://www.youtube.com/v/Q7UohXkRxts?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Tabu-Bruch.</strong></span> Wer denkt, es gibt heutzutage keine Tabus mehr, irrt. Richtig ernst wird es auf der politischen Bühne. Dort ist streng vorgegeben, was ein bundesdeutscher Politiker und Akteur des „offiziellen Deutschland“ von sich geben darf und was nicht. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thilo_Sarrazin">Thilo Sarrazin</a> – seit letztem Jahr Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bundesbank und vorher Finanzsenator in Berlin, ein wichtiger Mann also – hat ein Buch geschrieben. Es heißt <a href="http://www.faz.net/s/RubC17179D529AB4E2BBEDB095D7C41F468/Doc~E8844167DB87E45D68639E4C19F5358E6~ATpl~Ecommon~Scontent.html">„Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen“.</a> Es ist ein Sachbuch  über den demografischen Wandel und wie der sich perpektivisch wirtschaftlich auswirken könnte. Darin geht es an einigen Stellen um Muslime und ihren laut Sarrazin mangelnden Willen, sich in Deutschland zu integrieren. Das Buch wirft der deutschen Politik vor, dies durch Untätigkeit und Fehlentscheidungen mit zu verursachen. Die Veröffentlichung dieses Buches hat hohe Wellen geschlagen, <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article9296647/Thilo-Sarrazin-distanziert-sich-von-eigenen-Thesen.html">auch befeuert von Interviews, die Sarrazin dazu gegeben hat.</a> Selten waren sich Politiker aller Coleur einiger, als beim Verriss dieses Buches, dass die meisten gar nicht gelesen haben, das vermutlich auch eher provokant ist als tief schürfend. Es wurde viel geschimpft und Sarrazin <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E56B1E17FEB9042228A9988CC60A45522~ATpl~Ecommon~Scontent.html">persönlich angegriffen</a> – <a href="http://www.faz.net/s/Rub9B4326FE2669456BAC0CF17E0C7E9105/Doc~E1E30FB65E1E44794BFFEB5A2B73DE7EA~ATpl~Ecommon~Scontent.html">sachlich</a> auseinandergesetzt haben sich die wenigsten mit dem Buch. Norbert Bolz, ein Kommunikationswissenschaftler, der zu jedem aktuell wichtigen Thema seinen Senf dazugibt, weiß in diesem Gespräch etwas zum Umgang mit dem Buch und dem Autor des Buches zu sagen. <a href="http://www.endoplast.de/2010/08/30/sarrazins-thesen/">Kommentieren.</a></p>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow: hidden;"><span class="cite"><em><a title="Deutschland schafft sich ab" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland_schafft_sich_ab">Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen</a>.</em> </span></div>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2010%2F08%2F30%2Fsarrazins-thesen%2F&amp;title=Sarrazin%26%238217%3Bs%20Thesen" id="wpa2a_10"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Helge Schneider und Chilly Gonzales</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2010/07/05/helge-schneider-und-chilly-gonzales/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 13:27:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jessica Ridders</dc:creator>
				<category><![CDATA[Event]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Traumzeit Festival]]></category>

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		<description><![CDATA[beim Traumzeit Festival Duisburg, 3. Juli 2010]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #993366"><strong>beim Traumzeit Festival Duisburg, 3. Juli 2010</strong></span></p>
<p>Nachdem Deutschland Argentinien im Viertelfinale mit 4:0 weggeputzt hat, wird Lokalmatador Helge Schneider am gleichen Tag vom Franko-Kanadier Chilly Gonzales zum Klavier-Duell gefordert.<br />
Ein vermutlich einmaliges und ungewöhnliches Ereignis, das man gespannt erwarten durfte.</p>
<p>Der gebürtige sowie Wahl-Mülheimer Helge Schneider bedarf kaum der Vorstellung: Ein umtriebiges Multitalent vom Musiker, Komiker, Film- und Theaterregisseur bis hin zum Buchautor, geschätzt für sein Improvisationstalent nicht nur musikalisch und verbal. Ähnlich bunt mag es der derzeit in Frankreich ansässige Chilly Gonzales, dessen Ausgangspunkt ebenfalls der Jazz ist, den es aber gleichermaßen zu Klassik, Elektro-Pop und HipHop zieht. Zunehmend nicht nur durch seine Alben, sondern auch durch Projekte mit Peaches, Feist und Jane Birkin bekannt. Hier treffen zwei Freigeister aufeinander, die sich nicht festlegen wollen.</p>
<div id="attachment_11407" class="wp-caption aligncenter" style="width: 564px"><img class="size-full wp-image-11407 " src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/07/HelgeConzales.JPG" alt="HelgeConzales" width="554" height="554" /><p class="wp-caption-text">Foto: Sabine Engels</p></div>
<p>In der knappen Stunde Auftritt wird nicht immer klar, ob es ein Miteinander oder Gegeneinander ist. Bei der Vorstellung wird dem zahlreich erschienenen Publikum mitgeteilt, Helge würde Chilly mögen, aber Chilly könne Helge nicht leiden. Eine recht offensichtliche Finte. Dennoch agiert der über 20 Jahre jüngere Gonzales als der rebellische Herausforderer und legt eine deutlich aggressive und provokative Attitüde an den Tag. Schneider dagegen bleibt entspannt, spielt meist betont ruhige Parts.<br />
Vielleicht zeigen sich in der Musik tatsächlich nicht nur unterschiedliche Temperamente, sondern auch Positionen: Helge Schneider muss schon lange niemanden mehr etwas beweisen und verspürt auch keine Lust dazu. Er macht in der Regel genau das, wonach ihm der Sinn steht mit minimalen Zugeständnissen an das Publikum. Dagegen scheint Gonzales gezielt den Wettstreit zu suchen, was ein vorangegangenes Klavierduell und seine Songtexte annehmen lassen. Auch sein Bestreben mit über 27 Stunden Klavierspiel den Weltrekord des Dauerkonzerts zu brechen, lassen sich als Wunsch nach Selbstbestätigung auslegen.</p>
<p>An diesem Samstagabend präsentieren sich die beiden Künstler in der wunderschönen Location Kraftzentrale im Duisburger Landschaftspark Nord schon äußerlich sehr verschieden: Helge Schneider trotz Sauna-Temperaturen im Anzug und Chilly Gonzales in einem Outfit, das aus der Ferne an einen Bademantel erinnert. Sie betreten das Spielfeld, und Helge legt mit überzogenem Anspruch vor. Leise stöhnt er hingebungsvoll vor sich hin. Es folgen verschiedene Posen, wobei Helge mit einem auf die Tasten gelegten Fuß den Jerry Lee Lewis nur andeutet, aber nicht ausführt. Eine Weile geht es hin und her, manchmal versucht Chilly mit anhaltenden hingehämmerten Akkorden zu stören. Zweimal haut er aggressiv in die Tasten und springt dabei vom Sitz auf, beim dritten Mal erwidert Helge mit einem höheren Sprung – Chilly antwortet mit dem Mittelfinger. Zwischendurch packt Helge die deutschen Klavierschüler-Schlager „Für Elise“ und die „Mondscheinsonate“ aus. Chilly macht erst mal Pause, deutet „two minutes“ an und geht sich ein dickes Buch holen. Dann setzt er sich auf seinen Klavierhocker und liest. Helge holt sein Handy heraus, erzählt dem imaginären Anrufer: „Bin bei der Arbeit.“</p>
<p>Chilly reagiert, tut so, als hätte auch er ein Handy: „I am on stage with that old German guy. He is 52, should be easy. But … he is famous.“ (genauer Wortlaut unverständlich)</p>
<p>Wie als Signature spielt Chilly “Somewhere over the Rainbow” an, nach einiger Zeit spielt Helge die ersten Noten von „In-A-Gadda-Da-Vida“. Chilly legt mit “Another One Bites The Dust” los, und so jagt ein Zitat das nächste. Zwischendurch visuelle Einlagen und Gags: Chilly wirft sein Glas nach hinten, Helge spielt mit der rechten Hand Pferdchen auf Klavier.<br />
Chilly beginnt zu klatschen und mit den Handflächen auf das Klavier zu hämmern. Helge spielt daraufhin weder lauter noch schneller, sondern baut das Klatschen in den „Ententanz“ ein. Zwischendurch wird ihm langweilig, und schaut zum ersten Mal auf seine Armbanduhr. Dann nimmt er längliches Klavierteil zur Hand, benutzt es zuerst als Krücke, danach als Gewehr und paddelt sich dann über die Bühne, um zuletzt Gitarrenspiel zu imitieren – Chilly begleitet die Geste mit Black Sabbath. Zurück am Klavier spielt Helge wieder ruhig und betulich, Chilly deutet Richtung Helge und zeigt dem Publikum „Wichser“ an, spuckt hinter vorgehaltener Hand verächtlich auf den Boden.<br />
Dann verlässt er auch seinen Hocker und klettert auf den Flügel. Als er dort auf allen Vieren hockt, spielt Helge die bekannte Zirkusmelodie „Einzug der Gladiotaren“ und das Thema von „Laurel &amp; Hardy“ an. Nun stellt Chilly Helge vor und legt eine Rap-Einlage ein.</p>
<p>Es ereignet sich folgender Dialog:<br />
- Chilly: &#8220;There are some pretty bitches here, Helge.&#8221;<br />
- Helge: &#8220;I no understand English.&#8221;<br />
- Chilly wiederholt: &#8220;There are some pretty bitches here!“<br />
- Helge (leiser): “I fuck them all.”</p>
<p>Chilly gibt abschließend zu: „Ich spreche kein Deutsch, doch das tangiert mich nur peripher.“<br />
Das Publikum wird nach kurzer Verabschiedung mit Händeschütteln und kleiner Boogie-Zugabe in das kühle Sommergewitter entlassen.</p>
<p>Später fragt sich Chilly  bei Twitter, ob er gewonnen habe, er wisse es nicht. Tendenziell war es ein Unentschieden, dem ein Rückspiel folgen sollte.</p>
<p>Links:<br />
<a href="http://www.dieruhr.de/?q=node/9913">http://www.helge-schneider.de/</a> (offizielle Homepage)<br />
<a href="http://www.gonzpiration.com/" target="_blank">http://www.gonzpiration.com/</a> (offizielle Homepage)<br />
<a href="http://www.dieruhr.de/?q=node/9913" target="_blank">http://www.dieruhr.de/?q=node/9913</a> (Ankündigung mit Bild)<br />
<a href="http://www.ustream.tv/recorded/1519206" target="_blank">http://www.ustream.tv/recorded/1519206</a> (Ausschnitt aus Chillys Weltrekord)</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Lithype: Helene Hegemann und die „Generation Ereignislos“</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 17:26:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
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		<description><![CDATA[Helene Hegemann, eine 17jährige, die mit ihrem Roman „Axolotl“ die Bestsellerlisten stürmt, hat gleich einige Diskussionen im Feuilleton der deutschen Medien ausgelöst und damit vieles über die Themen „Authentizität in der Literatur“, „Erlebnisarmut“ und „Abschreiben als Kunstform“ offenbart. Es kommt einem so vor, als hätte sie wie im Jazz das Grundthema geliefert, über das nun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6263" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/02/endoplast_helene_hegemann_literatur_hype_wasselowski.gif"><img class="size-full wp-image-6263 " title="endoplast_helene_hegemann_literatur_hype_wasselowski" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/02/endoplast_helene_hegemann_literatur_hype_wasselowski.gif" alt="Verfolgungsjagd auf den Jungstar der neuen deutschen Literaturszene: Helene Hegemann steht im Rampenlicht und ist davon geblendet." width="553" height="312" /></a><p class="wp-caption-text">Verfolgungsjagd nach dem Jungstar der neuen deutschen Literaturszene: Helene Hegemann steht im Rampenlicht und ist davon geblendet.</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Helene Hegemann, eine 17jährige, die mit ihrem Roman „Axolotl“ die Bestsellerlisten stürmt, <span id="more-6262"></span>hat gleich einige Diskussionen im Feuilleton der deutschen Medien ausgelöst und damit vieles über die Themen „Authentizität in der Literatur“, „Erlebnisarmut“ und „Abschreiben als Kunstform“ offenbart.</strong></span></p>
<p>Es kommt einem so vor, als hätte sie wie im Jazz <a href="http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=14087">das Grundthema geliefert,</a> über das nun eine Heerschar an Solisten phrasiert bzw. das Thema facettenreich interpretiert. Das Wesentliche im Moment ist nicht das Hauptgericht, das Buch „Axolotl Roadkill“, sondern kübelweise Senf, den viele hinzugeben.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Erkenntnisprozess: Ein Medienhype als Indikator</strong></span><br />
Es zeigt sich im Augenblick viel: Die händeringende Suche nach möglichst jungen Talenten, die mit dem Genialitäts-Gen ausgestattet sein müssen. Die Überforderung der Literaturkritik, mit Remix-Herangehensweisen umzugehen, die aber eigentlich nicht neu sind. Die Verlogenheit der Troika „Autor, Verlagswesen und Literaturkritik“, die alle voneinander leben. Vor allem aber: Die allgemeine Erlebnislosigkeit, der Youngster nur noch durch Exzess-Plots in ihren Büchern gerecht werden können.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Leise Töne: Das Ende der Nuancen?</strong></span><br />
Das wurde 1994 im Roman <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ausweitung_der_Kampfzone">„Ausweitung der Kampfzone“</a> des Franzosen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michel_Houellebecq">Michel Houellebecq</a> deutlich, führte über <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Charlotte_Roche">Charlotte Roches</a> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Feuchtgebiete">„Feuchtgebiete“</a> (2008) oder jetzt zu <a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,678708,00.html">„Axolotl Roadkill“.</a> Allen drei Büchern ist ein Trashfaktor gemein, auch wenn sie formal echte Literatur sind. Aber wovon handeln sie? Was passiert in ihnen? „Ausweitung der Kampfzone“ liest sich wie ein innerer Monolog über die Aussichtslosigkeit des Miteinanders von Mann und Frau, „Feuchtgebiete“ in der Rahmenreflexion wie ein Sexual- und Hygiene-Lexikon und „Axolotl Roadkill“ wie ein Murmelspiel mit schlimmen Stellen. Der Verlag wird dem Roman ab der nächsten Auflage einen sechsseitigen Anhang mit Quellenangaben hinzufügen, damit das Sampling richtig deutlich wird. Und wo sind die leisen Töne? Sind sie untergegangen im Anhäufen von gewaltigen Wort- und Fuckup-Kaskaden? Letztlich muß also nun <a href="http://www.endoplast.de/2010/02/15/axolotl/">Helene Hegemann</a> daherkommen, die sich in den Medien etwas ungelenk und altklug geriert und der man die Revolution nicht abnimmt, weil man merkt, dass vieles nur angelesen und nicht selbst erlebt ist.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Wer schreibt über das Erlebte, wenn es nichts zu erleben gibt?</strong></span><br />
Das ist der Unterschied zu vergangenen Zeiten: Als es den Menschen dreckig ging, hatten sie was zu erzählen. Authentizität war da nicht das Thema, weil selbstverständlich und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eine_Frau_in_Berlin">vielleicht sogar lebenserhaltend.</a> Inzwischen ringen mehrere Generationen junger oder jüngerer AutorInnen darum, etwas zu sagen zu haben. Andererseits verharren gestandene Literaten der Marke <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Grass">Gras</a> oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Walser">Walser </a>meist aber auch in ihrem angestammten Themenkanon anstatt etwas Neues zu bringen, weil sie kaum noch etwas erleben. Verständlich, wenn man alt ist, bedenklich, wenn man jung ist.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>In welcher Tradition steht „Axolotl Roadkill”?</strong></span><br />
Man vergleiche mal <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Wolfgang_von_Goethe">Goethes</a> Erstlingsroman <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Leiden_des_jungen_Werther">„Die Leiden des jungen Werther“</a> von 1774 – der immerhin auf seine Leser so viel Einfluß nahm, dass die sich reihenweise selbst töteten – mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_F%C3%A4nger_im_Roggen">„Der Fänger im Roggen“</a> von <a href="http://www.endoplast.de/2010/02/04/j-d-salinger-das-werk-ohne-autor/">J.</a> <a href="http://www.endoplast.de/2010/02/05/j-d-salinger-weder-porno-noch-game-aber-film/">D.</a> <a href="http://www.endoplast.de/2010/02/03/j-d-salinger-tod-eines-haltungsreisenden/">Salinger</a> (1951) oder eben mit einem Buch wie <a href="http://www.welt.de/kultur/article6298922/17-jaehriger-Literaturstar-klaute-Roman-aus-Netz.html">„Axolotl Roadkill“</a> (2010). Man könnte jetzt entgegnen, das ließe sich nicht vergleichen, auch wenn das alles Erstlinge sind. Gut: Stellen wir <a href="http://www.ullsteinbuchverlage.de/ullsteinhc/buch.php?id=15395&amp;page=buchthemen&amp;sort=autor&amp;auswahl=A&amp;pagenum=1">„Axolotl Roadkill“</a> meintwegen dem ersten Soloroman von <a href="http://www.endoplast.de/2009/11/21/neue-ubersetzung-naked-lunch-mit-william-s-burroughs/">William S. Burroughs</a> (1953) gegenüber. Sein Werk <a href="http://wwwuser.gwdg.de/~anoethe/burrough.htm">„Junkie“</a> brach mit allen Konventionen, war tatsächlich revolutionär. Es verarbeitete Erlebtes und Imaginiertes, jedenfalls stand es in Bezug zum Leben. Der Autor hat nicht irgendwas gegoogelt, er hat sich nicht Theoretisches angelesen und das repetiert, nein, er hat am eigenen Leib Erlebtes verarbeitet und aus dem Erlebten seine Sichtweisen und Theorien abgeleitet.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Plagiate im Dienst des Höheren</strong></span><br />
Das moderne Remix-Collagieren kann zur reinen Addition von Informationsschnipseln werden, die nur Schale ohne Kern sind. Ist es richtig, der <a href="http://www.endoplast.de/2009/12/30/wissensmanagement-der-mensch-als-erkenntnismaschine/">Informationsflut beizukommen,</a> indem man brav Zitat an Zitat fügt und das Remix-Literatur nennt? Nö! Und die Medienkritiker schleichen auf dem Pfad entlang, ob das ein <a href="http://www.faz.net/s/Rub642140C3F55544DE8A27F0BD6A3C808C/Doc~E03654DCBDA6D44F299AF3CCE34313DCD~ATpl~Ecommon~Sspezial.html">Plagiat</a> sei, wenn man sich überall bediene. Wohl kaum: <a href="http://www.welt.de/print-welt/article311124/Haben_Nabokov_und_Thomas_Mann_geklaut.html">Thomas Mann</a> hat seitenweise aus Lexika abgeschrieben und auch <a href="http://www.unet.univie.ac.at/~a0301287/Beispiel2.htm">Bertolt Brecht</a> mußte sich in einem Plagiatsprozess der Thematik erwehren. Es muß heute beim Ausleihen und Klauen in erster Linie darum gehen, ob das der richtige Weg ist, auf die Erfordernisse des Informationssperrfeuers adäquat zu reagieren.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Auf der Suche nach den Jung-AutorInnen</strong></span><br />
Die Literaturkritik ist auf der Suche nach jungen und anspruchsvollen aber vor allem auch massenkompatiblen und erfolgreichen Autoren und mißt vereinzelten Überfliegern viel mehr bei, als wirklich dahinter steckt. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benjamin_von_Stuckrad-Barre">Benjamin von Stuckrad-Barre</a> einen Autoren zu nennen ist ziemlich weit hergeholt, seine Bücher <a href="http://www.literaturschock.de/buecher/3462027697.htm">„Soloalbum“</a> von 1998 oder <a href="http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=563&amp;ausgabe=199911">„Remix“</a> von 1999 sind ein Beispiel für einen Trendsurfer, der auch mal im Deutschunterricht saß und einen Computer mit Word bedienen kann. Die maingestreamten Medien sinnierten damalig weniger über seine Stilistik und mehr darüber, ob er mit Anke Engelke tatsächlich im Bett gewesen war. Inzwischen ist von Stuckarde-Barre Mitte Dreissig und Mitglied der <a href="http://www.rollingstone.de/">Rolling Stone</a>-Redaktion.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Die qualitative Sperrspitze des Erfolgs: Christian Kracht, Daniel Kehlmann und Judith Hermann</strong></span><br />
Kollege <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Kracht">Christian Kracht</a> hatte mit <a href="http://www.lyrikwelt.de/rezensionen/faserland-r.htm">„Faserland&#8221;</a> (1995) und <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/7800.html">„1979“</a> (2001) schon mehr zu bieten. Die Kritik hat ihn für würdig befunden. Der mit <a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~EA152D60DA48E4539AC35DDC63D3DAB89~ATpl~Ecommon~Scontent.html">„Die Vermessung der Welt“</a> erfolgreichste von allen Jungen, <a href="http://www.kehlmann.com/">Daniel Kehlmann,</a> Jahrgang 1975, ist ein Traditionalist. Der Nachfolger seines Megasellers, <a href="http://www.faz.net/s/Rub48A3E114E72543C4938ADBB2DCEE2108/Doc~EC878D2774AC143CC830D5ECA7B5CA1FA~ATpl~Ecommon~Sspezial.html">„Ruhm“,</a> kann nicht anders als auf eine zugegebenermaßen intelligente Art die Schicksale eines berühmten Autors zu behandeln. Oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Judith_Hermann">Judith Hermann,</a> die vielleicht größte Hoffnung mit ihrem <a href="http://www.texttexturen.de/essays/hermann_sommerhaus/">„Sommerhaus, später“:</a> Sie hat sich einer völligen Innerlichkeit verschrieben und tut gar nicht erst so, als würde sie irgendetwas erleben. Kracht gehörte wie von Stuckrad-Barre zur Sperrspitze des damaligen Pop, beide konnten aus ihrer Erfahrungen mit Pop und der Medienwelt schöpfen.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Am Ende der Erlebniswelt</strong></span><br />
Apropos „Erlebniswelt“: Durch den ersten und den zweiten Weltkrieg hatte Europa seine Traumata zu verarbeiten, auch literarisch. Der Schrecken des Krieges gab die Themen für ein Jahrhundert vor. Danach waren Armut und soziale Mißstände in Deutschland flächendeckend relativ passé – um den Preis der Saturiertheit, der Langeweile, der Ereignislosigkeit, der Schlaffheit und der Sattheit, die aber immer auch Magersucht erzeugt. Irgendwann gab es nichts mehr zu sagen, weil alles geschrieben und kaum noch etwas zu erleben war. Kritiker, die unken, es gäbe nur noch fade deutsche Literatur, sollten beachten, dass auch das Leben nicht viel anders ist, als die Literatur, die ihm entspringt.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Was gibt es zu durchleben?</strong></span><br />
Es gibt natürlich immer noch Leidensdruck. Kriege, Erdbeben oder Seuchen finden allerdings anderswo statt. Selbst die Drogen hatten zwischenzeitlich ihren Schrecken  verloren und waren intervallweise nicht mehr hip. Doch mit Ecstasy und anderen Designerdrogen wurde es ansatzweise wieder spannend – im literarischen Sinne. Zum Beispiel bei <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/kulturspiegel/d-8928077.html">Irvine Welsh,</a> der mit  <a href="http://rezensionen.literaturwelt.de/content/buch/w/t_welsh_irvine_trainspotting_lohr_d_12688.html">„Trainspotting“</a> nicht nur ein Drogenbuch über alte Drogen geschrieben hat sondern vor allem eine Sozialstudie.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Das aktuelle Leben: Im Inneren des Bildschirms</strong></span><br />
Kontrastiert wird die relative Ereignislosigkeit mit ihrem plattgedrückten Ereignishorizont durch die Flut an Eindrücken ganz anderer Art: Es gibt immer mehr Sekundärleben: Filme, Spiele, 3D-Welten, Communities von Menschen, die sich nie treffen, virtuelle Charaktere. Auch Blogger, die ihren Senf dazugeben – zu eigentlich allem, was es zu beobachten gibt. Kein Wunder, dass man die ohne Schuldbewußtsein beklauen kann, weil man sie nicht als reale Personen wahrnimmt. Wie alle anderen sind sie Infonauten, Informations-DJs, -MCs oder -Junkies, die auf digitalen Wellen reiten und einen permanenten Stream absondern. <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/388073">„Copy and Paste“</a> von Texten bedeutet auch, irgendwann zu vergessen, ob man das selber geschrieben oder irgendwoher kopiert hat. Gerade, wenn mans im Duselkopf gemacht hat – breit vom Rauchen oder aufgekratzt vom Schlucken und Einwerfen. Oder man ist so sehr Egozentriker und denkt, dass alles Wahrgenommene einem sowieso gehört, dass man das Geklaute durch die eigene Auswahl – den Vorgang des Klauens – quasi veredelt.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Theorie anstatt Praxis</strong></span><br />
Das reale Leben also wird zusehends ersetzt durch Placebos. Anstatt im Winter hart an sich zu arbeiten und draußen zu laufen, macht mans Wii-mäßig kuschlig warm im heimischen Wohnzimmer, anstatt selbst abartig zu sein, schaut man sich abartige Pornos im Netz an. Anstatt etwas zu erleben, über das man schreiben könnte – also: anstatt ein reales Risiko einzugehen – liest und sieht man sich ersatzweise satt und hält das für das wirkliche Leben. Die Theorie wird zur Praxis. Vielleicht, wenn man völlig durchgedreht ist und zu viele Ballerspiele gespielt hat, nimmt man sich Daddys reale Waffen und<a href="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,649573,00.html"> </a><a href="http://nachrichten.t-online.de/amoklauf-in-ludwigshafen-23-jaehriger-beschaeftigte-sich-mit-thema-amoklauf/id_21796552/index">erstürmt ein Klassenzimmer</a> – oder schreibt ein Buch, das vorgibt, ein wirklicher Roman zu sein. Die Altersgenossen meinen das dann auch und kaufen es. Die Literaturkritik sieht den Erfolg und fällt drauf rein. Und irgendwann hat sich jeder dran gewöhnt, und vielleicht ist es tatsächlich sogar ganz gut, weil es keinen besseren Ausdruck für die Ereignislosigkeit gibt.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Die Perpetuum-Transzendentum-Maschine</strong></span><br />
Wem ist eigentlich aufgefallen, dass bei Castingshows die Kandidaten Lieder von gecasteten  Placebo-Gruppen nachsingen, also sozusagen die Kopie von der Kopie sind, was – im Sinne einer doppelten Verneinung, die dann doch wieder zur starken Bejahung führt – unter Umständen wieder ein ganz besonderes Original ergibt: Eines, das so dermaßen vom Nichts durchwirkt ist, dass es weit über sich selbst hinausweist und sich damit in eine schier unmögliche <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Perpetuum_Mobile">Perpetuum</a>-<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Transzendental">Transzendentum</a>-Maschine verwandelt.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2010%2F02%2F18%2Flithype-helene-hegemann-und-die-%25e2%2580%259egeneration-ereignislos%25e2%2580%259c%2F&amp;title=Lithype%3A%20Helene%20Hegemann%20und%20die%20%E2%80%9EGeneration%20Ereignislos%E2%80%9C" id="wpa2a_12"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Neue Übersetzung: Naked Lunch mit William S. Burroughs</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2009/11/21/neue-ubersetzung-naked-lunch-mit-william-s-burroughs/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 17:15:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Autoren]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Roman ist Legende: Thematisch (Drogen, Delirium), schriftstellerisch und technisch (Cut-Up). Naked Lunch hat die Grenzlinie zwischen Handlung und Imagination vollständig aufgelöst. Er ist vom literarischen und innovativen Stellenwert her einzureihen neben den großen Werken der Avantgarde, die man so eben noch verstehen und durchlesen kann, wie „Die Enden der Parabel” oder „Ulysses”. William S. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3676" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2009/11/endoplast_william_s_burroughs_wasselowski2.gif"><img class="size-full wp-image-3676" title="endoplast_william_s_burroughs_wasselowski" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2009/11/endoplast_william_s_burroughs_wasselowski2.gif" alt="Der Roman ist Legende: Thematisch (Drogen, Delirium), schriftstellerisch und technisch (Cut-Up). Naked Lunch hat die Grenzlinie zwischen Handlung und Imagination vollständig aufgelöst." width="553" height="312" /></a><p class="wp-caption-text">Der Roman ist Legende: Thematisch (Drogen, Delirium), schriftstellerisch und technisch (Cut-Up). Naked Lunch hat die Grenzlinie zwischen Handlung und Imagination vollständig aufgelöst.</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong><strong>Der Roman ist Legende: Thematisch (Drogen, Delirium), schriftstellerisch und technisch (<a href="http://www.moellenhoff.de/academy23/burroughs/cutups.htm">Cut-Up</a>). <span id="more-3594"></span>Naked Lunch hat die Grenzlinie zwischen Handlung und Imagination vollständig aufgelöst.</strong></strong></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"> </span>Er ist vom literarischen und innovativen Stellenwert her einzureihen neben den großen Werken der Avantgarde, die man so eben noch verstehen und durchlesen kann, wie „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Enden_der_Parabel">Die Enden der Parabel</a>” oder „<a href="http://books.google.de/books?id=Dq2CgT4tIlsC&amp;dq=Ulysses&amp;printsec=frontcover&amp;source=bn&amp;hl=de&amp;ei=wzQIS76FAaaOnQPfkLHCCg&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=4&amp;ved=0CBsQ6AEwAw#v=onepage&amp;q=&amp;f=false">Ulysses</a>”.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>William S. Burroughs als Vorbild für die Beat- und Pop-Generation</strong></span><br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/William_S._Burroughs">Burroughs</a> – intellektuell, distinguiert und aus einer begüterten und traditionsreichen Familie stammend – sezierte das wilde Leben und den Drogenkonsum in einem Konvult aufgetürmter Bilder und wurde so nicht nur einer der Hauptvertreter der schreibenden Beatgeneration sondern auch Idol für Rocker, <a href="http://kunst-und-drogen.blog.de/tags/buch-william-s-burroughs/">Punker</a> und jene <a href="http://www.popsubculture.com/pop/bio_project/william_s_burroughs.html">nachfolgende</a> Generation von Musikern und Kulturschaffenden ab den 80ern, die geistig unabhängig sein wollten, egal ob sie <a href="http://media.photobucket.com/image/Pattie%20Smith%20und%20william%20s%20burroughs/tomasutpen/album6/smithburroughs.jpg">Pattie Smith</a>, <a href="http://www.thepulsemag.com/wordpress/wp-content/uploads/2009/06/iggy-pop-299x300.jpg">Iggy Pop</a>, <a href="http://1.bp.blogspot.com/_CId289lYIdc/SsCfUAny8XI/AAAAAAAAF2U/AusgA8rz3nM/s400/kim+gordon+stipe+wsb.jpg">REM</a> oder <a href="http://www.morethings.com/music/david_bowie/david-bowie-110.jpg">David Bowie</a> hießen. Es war zu dieser Zeit schick, ihn zu besuchen, sich mit ihm ablichten und dann in irgendeiner Musikpostille abdrucken zu lassen.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Die bibliophile Werkausgabe in Übersetzung von Carl Weissner</strong></span><br />
Nachdem der <a href="http://www.davidgilbert.de/blog/tag/william-s-burroughs/">Autor</a> 1997 gestorben war, war es still um sein Werk geworden. Eine nicht komplette, bibliophile Hardcover-Werkausgabe war noch zu seinen Lebzeiten im <a href="http://www.endoplast.de/2009/07/31/2001-verlag-40-jahre-danach/">2001</a>-<a href="http://www.zweitausendeins.de/suche/index.cfm?CT=1">Verlag</a> verlegt worden. Sie gehört zu den schönsten Werkreihen, die jemals in Deutschland erschienen sind. Gut übersetzt waren die Bände von Bukowski-Übersetzer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Weissner">Carl Weissner</a>.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Die Neuübersetzung von Michael Kellner</strong></span><br />
Nun erscheint eine <a href="http://www.zeit.de/online/2009/34/burroughs-naked-lunch">neue</a> Übersetzung, deren Verdienst es laut <a href="http://www.faz.net/s/Rub79A33397BE834406A5D2BFA87FD13913/Doc~E380750BEAFA74B08955BE0189C882EF9~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlenews">Frankfurter Allgemeine </a>Zeitung sein soll, dass das <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1014116/">Irrwitzige</a> des Originaltextes besser herausgearbeitet ist. Ich habe zwar schon damals sehr viel gelacht, weil ich den Text weniger erschütternd und mehr witzig fand. An dem Zusatz „<a href="http://www.titel-magazin.de/modules.php?op=modload&amp;name=News&amp;file=article&amp;sid=8329">Die Ursprüngliche Fassung</a>” darf man sich wohl nicht stören, da der eher als Marketinggag des <a href="http://www.rhenania-buchversand.de/appDE/nav_product--product--886351.htm">Verlages</a> zu verstehen ist. Tatsächlich ist die von Zensur und Streichungen begleitete Publikationsgeschichte des Werkes kompliziert und die neue Übersetzung geht über die vorherige nicht entscheidend hinaus. Sich am tatsächlichen Originaltext zu orientieren, hätte Umstellungen innerhalb des Textes zur Folge gehabt, die man aber gescheut hat.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Immer noch modern: Der Outor als Autlaw</strong></span><br />
Da <a href="http://www.indiepedia.de/index.php?title=William_S._Burroughs">Burroughs</a> mit seiner sozialen Klasse gebrochen und ein schwules Leben geführt hatte, das Jungens, Drogen und Waffen gewidmet war, war er als Außenseiter offiziell nie eingereiht in den Kanon der großen amerikanischen Schriftsteller. Zu Unrecht. Burroughs ist so oder so einer der größten <a href="http://www.sprecherforscher.de/5325/dusseldorfer-schauspielhaus-the-black-rider-von-william-s-burroughs-tom-waits-und-robert-wilson-seit-30102009/">Visionäre</a> und Stilisten unter ihnen. Als Waffennarr, der im Spiel seine Frau erschossen hatte, wäre er aber sowieso nicht für den Nobelpreis in Frage gekommen – schon gar nicht für den Friedensnobelpreis. Auf vielen Fotos, die ihn in seinen letzten Lebensjahren zeigten, hielt er eine <a href="http://www.helnwein.com/stc/ghpicts/gh325.jpg">Waffe</a> in der Hand.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="550" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/TtyaIcNWlXQ&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="550" height="340" src="http://www.youtube.com/v/TtyaIcNWlXQ&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Burroughs hat neben seinem schriftstellerischen Werk Platten aufgenommen und <a href="http://www.fuenf-filmfreunde.de/2009/08/18/william-s-burroughs-a-man-within-5min-teaser-trailer/">avantgardistische</a> <a href="http://www.helnwein-museum.com/article1879.html">Filme</a> gedreht. Hier ist „Bill und Tony” von 1972 zu sehen, in dem der Künstler auch selbst auftritt.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2009%2F11%2F21%2Fneue-ubersetzung-naked-lunch-mit-william-s-burroughs%2F&amp;title=Neue%20%C3%9Cbersetzung%3A%20Naked%20Lunch%20mit%20William%20S.%20Burroughs" id="wpa2a_14"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>David Foster Wallace</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 19:28:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Zukunft der Literatur – der Amerikaner David Foster Wallace, der sich vor über einem Jahr das Leben nahm – ist auch in Deutschland immer noch gut für eine weitere Buch-Veröffentlichung. Hier eine kleine Rezension eines Werkes der Sekundärliteratur als treuer Begleiter des Hauptromans Infinite Jest. Im Video eine Kostprobe von Wallace&#8217; Können. Kommentieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="350" height="280" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/u8aDTrU4ffk&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="350" height="280" src="http://www.youtube.com/v/u8aDTrU4ffk&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Die Zukunft der Literatur</strong></span> – der Amerikaner <a href="http://www.endoplast.de/2009/08/22/roman-infinite-jest-ausfuhrliche-rezension-in-der-faz-von-heute/">David Foster Wallace</a>, der sich vor über einem Jahr das Leben nahm – ist auch in Deutschland immer noch gut für eine weitere Buch-Veröffentlichung. <a href="http://www.endoplast.de/2009/11/05/infinite-jest-der-unendliche-spas-geht-weiter/">Hier</a> eine kleine Rezension eines Werkes der Sekundärliteratur als treuer Begleiter des Hauptromans <a href="http://www.endoplast.de/2009/08/18/david-foster-wallace-infinite-jest-jetzt-auf-deutsch/">Infinite Jest</a>. Im Video eine Kostprobe von Wallace&#8217; Können. <a href="http://www.endoplast.de/2009/11/05/david-foster-wallace/">Kommentieren</a>.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2009%2F11%2F05%2Fdavid-foster-wallace%2F&amp;title=David%20Foster%20Wallace" id="wpa2a_16"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Infinite Jest: Der unendliche Spaß geht weiter</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 19:20:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich halte ein schmales Bändchen in Händen, das dem geneigten Leser ergänzend zu Infinite Jest, dem als Jahrhundertroman apostrophierten Werk von David Foster Wallace, sekundärliterarisches Zusatzmaterial bieten möchte. Als 1998 William Gaddis&#8217; Roman „Die Fälschung der Welt“ (englisch: „The Recognitions“) herausgekommen war, wurde das umfangreiche Werk verlegerisch um das Bändchen „Die Fakten hinter der Fälschung“ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3178" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2009/11/endoplast_davidfosterwallace_wasselowski.gif"><img class="size-full wp-image-3178" title="endoplast_davidfosterwallace_wasselowski" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2009/11/endoplast_davidfosterwallace_wasselowski.gif" alt="Must the show go on? Der Spaß geht weiter, vielmehr: weiter im Text" width="553" height="312" /></a><p class="wp-caption-text">Must the show go on? In diesem Fall ja, also weiter im Text.</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Ich halte ein schmales Bändchen in Händen, das dem geneigten Leser ergänzend zu Infinite Jest,<span id="more-3177"></span> dem als <a href="http://www.endoplast.de/2009/08/18/david-foster-wallace-infinite-jest-jetzt-auf-deutsch/">Jahrhundertroman</a> apostrophierten Werk von <a href="http://fm4.orf.at/stories/1630138/">David Foster Wallace</a>, sekundärliterarisches Zusatzmaterial bieten möchte. </strong></span></p>
<p>Als 1998 <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/William_Gaddis">William Gaddis&#8217;</a> Roman „Die Fälschung der Welt“ (englisch: „The Recognitions“) herausgekommen war, wurde das umfangreiche Werk verlegerisch um das Bändchen „Die Fakten hinter der Fälschung“ ergänzt, das immerhin 290-seitig allerlei Erklärungen enthielt und den gelehrigen Leser tatsächlich noch schlauer machte. Als im letzten Jahr <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Wohlgesinnten">Jonathan Littells</a> hochliterarischer Blockbuster „Die Wohlgesinnten“ erschien, folgte auch ihm wie ein beredsamer Adlatus ein „Marginalienband“.</p>
<p><strong><span style="color: #993366;">Der neue Schlankheitswahn: Begleiter für die Westentasche</span></strong><br />
Inzwischen gehört das offensichtlich zum guten Ton. Es ist fast so, als müsste jede dicke Schwarte von einem magersüchtigen jüngeren Brüderchen begleitet werden, der, befreit vom Ballast der Dickleibigkeit, den großen Bruder – den eigentlich keiner versteht, mit dem sich aber jeder zeigen will – der staunenden Öffentlichkeit erklärt. Das scheint eine Art symbiotisches Huckepackverhältnis zu sein: Ein verlegerischer Schachzug, der unter Umständen eine Bereicherung für den Leser sein kann – wie es im erstgenannten Beispiel, in Sachen Gaddis, durchaus der Fall war.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Sekundärliteratur im dünnen Bändchen</strong></span><br />
Nach dem Büchlein „Über Infinite Jest“ (96 Seiten Umfang) des Übersetzers des Werkes, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Blumenbach">Ulrich Blumenbach</a>, ist also nun ein weiteres Bändchen erschienen, auf dem kleingedruckt und fast verschämt „Zusatzmaterial“ zu lesen ist. Das Bändchen bietet auf etwas mehr als 90 Seiten allerdings nicht viel Neues.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Infinite Jest: Neue Worte braucht das Land</strong></span><br />
Den sehr lesenswerten Text „Am Fuß vom Text“ konnte man lange vor Erscheinen des Romans in Deutschland im <a href="http://www.schreibheft.de/">Schreibheft</a> Nr. 68 lesen. Er thematisiert die besonderen Schwierigkeiten, die der Übersetzer mit diesem Romanungetüm hatte, vor allem mit dem Spleen <a href="http://www.endoplast.de/2009/08/22/roman-infinite-jest-ausfuhrliche-rezension-in-der-faz-von-heute/">David Foster Wallace’</a>, unbekannte oder seltene Worte zu verwenden, für die es eigentlich gar keine Übersetzung geben kann. Die Badische Zeitung von heute nennt ein paar Beispiele und schreibt davon, dass der Übersetzer jetzt wisse, „dass ‚Achondroplasie‘ Zwergwuchs ist, ‚gluteale Hyperadiposität‘ ein vornehmeres Wort für Fettarsch.“ Um das auf die Spitze zu treiben, widmet sich inzwischen ein <a href="http://infinitejest.wallacewiki.com/david-foster-wallace/index.php?title=Pages_3-27">Wort-Wiki</a> all jenen besonderen Worten, die Schöpfer Wallace seinem Publikum offeriert hat. Hier gibt es viel zu lesen und zu recherchieren – ein unendlich abendfüllender Spaß.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Weniger bekannte Fakten: Der Mensch, der auch ein Autor war</strong></span><br />
Bereits veröffentlicht ist auch der Artikel von David Lipsky über Leben und Sterben David Foster Wallace‘. Der war bereits im Dezember 2008 im deutschen <a href="http://www.rollingstone.de/">Rolling Stone</a> nachzulesen und ist deshalb gemäß unseres gelebten Zeitgeistes der Augenblicklichkeit vielleicht schon wieder in Vergessenheit geraten. Wenn das so sein sollte, hätte die Wiederveröffentlichkeit dann doch ihre Berechtigung. Den Artikel zu lesen bleibt jedenfalls eine Bereicherung für den am Leben Wallace‘ Interessierten.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Jonathan Franzen und Dave Eggers haben etwas zu sagen</strong></span><br />
Zum ersten Mal auf Deutsch zu lesen sind die Vorworte der Schriftsteller <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dave_Eggers">Dave Eggers</a> (aus der amerikanischen Ausgabe von Infinite Jest) und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jonathan_Franzen">Jonathan Franzen</a> (aus einer Ehrerbietungsrede „anlässlich der Gedenkfeierlichkeiten“ zum Tode David Foster Wallace&#8217;). Glück im Unglück, weil der geneigte Fan ja nach allem lechtzt, was mit dem verstorbenen Autor zu tun hat. Franzen schreibt aus der Buddyperspektive über seinen verstorbenen Freund. Er schreibt von der &#8220;knisternden Präzision seiner Satzstruktur, seines mühelosen und tonsicheren Wechsels zwischen zehn verschiedenen Ebenen&#8230;&#8221;</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Weiteres Material zu David Foster Wallace</strong></span><br />
Schön wäre es gewesen, hätte man noch etwas vom Autor selbst hinzuzugefügt, z.B. aus den Vorlesungen, die er gehalten hat und die man im Web nachlesen kann. Oder Auszüge aus den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/David_Foster_Wallace">Interviews</a>. Da die Namen Eggers und Franzen schon gefallen sind, könnte man noch das <a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~ED2C780A9D87D46E4A5262095763C80AF~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Interview </a>der FAZ mit dem postmodernen <a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,247772,00.html">Jeffrey Eugenides</a> nennen, das athmosphärische Einblicke in die Art Literatur gibt, wie sie Wallace geschrieben hat. Man könnte auch sagen, Eugenides&#8217; Thema ist jene Schriftstellergeneration, zu der er und auch Wallace gehören. Der <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,641795,00.html">Spiegel</a> hatte etwas über den Stellenwert der Familie Wallace hinzuzufügen, ein immer noch lesenswerter Aspekt. Ehre, wem Ehre gebührt: In der <a href="http://www.badische-zeitung.de/der-uebersetzer-ulrich-blumenbach-und-david-forster-wallaces-infinite-jest--18227170.html">Badischen Zeitung</a> vom heutigen Tag ist ein Artikel über den aufopferungsvollen und preisgekrönten Übersetzer von Infinite Jest erschienen. Dieser Artikel rundet den deutschen Wallace-Kosmos mit einem Blick hinter die Kulissen ab.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Das Genie, der Lehrer, die Bewertung</strong></span><br />
David Foster Wallace war ja nicht nur Autor: Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, hielt er Vorlesungen, z.B. am <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Pomona_College">Pomona Collage</a> für kreatives Schreiben und Englisch. Ganz witzig, <a href="http://www.ratemyprofessors.com/ShowRatings.jsp?tid=862916">hier</a> kann man sehen, wie David Foster Wallace von seinen Studenten als Lehrer bewertet wurde.</p>
<p><strong><span style="color: #993366;">Der Autor live im Interview</span></strong><br />
Als letztes ein Aspekte-Feature über den Autor. Auch wenn Moderator Wolfgang Herles nicht zu sagen vermag, wovon Infinite Jest handelt, der nachfolgende Beitrag gleicht dieses Manko gebührlich aus und wirft zum Schluß einen Blick auf den armen Übersetzer und sein Jahre währendes Martyrium. Ein Beitrag für alle also, die das Buch nie lesen werden aber dafür umso beflissener mitreden wollen:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="545" height="335" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/nZV9x8koFqA&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="545" height="335" src="http://www.youtube.com/v/nZV9x8koFqA&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 726px; width: 1px; height: 1px;">http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Blumenbach</div>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2009%2F11%2F05%2Finfinite-jest-der-unendliche-spas-geht-weiter%2F&amp;title=Infinite%20Jest%3A%20Der%20unendliche%20Spa%C3%9F%20geht%20weiter" id="wpa2a_18"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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