Soulo. Blickt man zurück in vergangene Zeiten, kann man manchmal gar nicht fassen, wie unfreiwillig komisch manches ist, was man da sieht. Insbesondere die Schnittstelle zwischen 1960er- und 1970er-Jahren bot einiges hoch Interessantes. Zum Beispiel den Lime-Dance, bei dem Pärchen einen tänzerischen Weg beschritten, der auch schon mal wie ein Vorläufer des Breakdance wirkte. Kommentieren.
GehTryde.Pinks aufmunternde, nach vorne gerichtete Energie drückt sich auch hier aus. Martialisch-gewalttätig das Video, positiv der Text: Verbrenn’ dich lieber und riskier was. Das erinnert an Neil Young’s „Better to burn out than to fade away“. Gut gesprochen, gut getanzt, ein ExtraTry.Kommentieren.
Schwurgericht. Sie kommen aus US-Oregon, und sie machen das Radio an und hören diesen robot sounding bullshit. In diesem geträllerten Liedchen schwören sie, dass sie nie so sein werden wie der ganze Rest. Sie heißen Sallie Ford and the Sound Outside. Das klingt nach Rockabilly hat aber gesanglich eine wilde leicht punkige Attitüde. So klingt Leidenschaft als die Antwort auf Retortenprodukte oder Producerprodukte á la Adele und Lana del Ray.Kommentieren.
Schlafentzug. Tja, was macht man nachts, wenn man nicht schlafen will? Egal was, am Ende leidet man unter Schlafentzug. “Entzug” kenne ich aber eher im Zusammenhang mit Drogen. Dann ist Schlaf eine Droge? Uups, also bin ich abhängig vom Schlafen. Davon muss ich schnell wieder loskommen. Ich mache einen kalten Entzug. Unter der Dusche. Kommentieren.
WildBoys. Prodigy waren in den 1990ern Jahren mal die breakbeatenden wilden Jungs. Nichts war ihnen heilig. Das Comeback von 2009 („Invaders Must Die“) oder vorher das von 2004 („Always Outnumbered, Never Outgunned“) hat dem damaligen brachialen Gewaltmix aus Electro, Hip Hop, Acid House, Big Beat, Jungle und Drum’n'Bass, gesanglich vorgetragen mit einer unbändigen Punk-Attitüde, nichts hinzugefügt. So behält man sie mit ihren ersten Werken in Erinnerung. Geprägt war das von musikalischer Härte, textlichen und visuellen Tabubrüchen und vertrackten Rhythmen. Hier im Video nehmen die Jungs sich und das Musikbusiness gehörig auf die Schippe. Kommentieren.
Rhythm-Talk. „Way Back Home“ von den Back Raiders im Sam-La-More-Mix. „Sam La More“ ist der Australier Sam Littlemore, der schon mit Gwen Stefani und Nelly Furtado gearbeitet hat und neben diesem sehr guten Mix an der alten DJ-Hülsen-Krankheit leidet: Viel Klischee und Oberfläche, wenig wirklich neue Sounds – wenn da nicht solche Klopper wie eben „Way Back Home“ wären, die sehr gutes Ausgangsmaterial für einen Mix abgeben. Kommentieren.
Old-School-Twins. Nachdem Bruder Noel Gallagher gegangen war und den bösen Buben Liam allein zurückgelassen hatte, war zu überlegen, ohne Noel als informellem Chef als „Oasis“ weiterzumachen – oder nicht, was besser gewesen wäre. „Oasis“ waren Headliner der so genannten Brit-Pop-Revolution, die aber gar keine Revolution war sondern meist ein fades Widerkäuen von Jahrzehnte alten Ideen. Unter den zahlreichen Protagonisten des Brit-Pop schufen „Oasis“ die eingängigsten Melodien und waren am besten darin, geklaute Ideen so gut zu arrangieren und zu produzieren, dass nicht zu sehr auffiel, dass alles, wo „Oasis“ draufsteht, bei den Beatles schon mal dagewesen war – bei denen nur eben besser, kreativer und originell. Nun hat Liam, um seinem Bruder eins auszuwischen, mit den Ex-Mitgliedern von Oasis, Chris Sharrock, Andy Bell und Gem Archer, die Retroband „Beady Eye“ gegründet und ein schlappes Album herausgebracht. Das Video hingegen hat zumindest eine Grundidee. Kommentieren.