Archive | Aktion

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JonathanMeese total.5

Posted on 03 Juli 2011 by Rolf

Künstler-Pech. Die Zielgruppe von Meese und seiner Galerien ist gar nicht „die Masse“ sondern es sind betuchte Kunden, die sich Kunst leisten können und in Ausstellungen und Performances auch erwarten, überrascht, unterhalten und verblüfft zu werden. Da kommt Performer Jonathan Meese gerade recht. Wo Künstler wie der Chinese Ai Weiwei tatsächlich gegen Mißstände protestieren und dafür drangsaliert und ins Gefängnis geworfen werden, betreibt Meese Schattenboxen – in der satten Mediengesellschaft und von der Wirkung her nicht viel mehr als ein bunter Harlekin. Kommentieren.

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JonathanMeese museal.4

Posted on 03 Juli 2011 by Rolf

Beuys-Faktor. Jonathan Meeses Werk profitiert von seiner medial verbrämten Selbst-Stilisierung. So wie Josef Beuys theatralisch-pathetisch und medial wirksam in einem recht eitlen Akt der Selbststilisierung in einem Ruderboot über den Rhein übersetzen ließ, um aus seiner Entlassung aus der Düsseldorfer Kunstakademie ein Kunststück zu machen, so tritt Meese mit Vorliebe in Performances an die Öffentlichkeit, um zu beeindrucken und die langweilige Wiederholung in seinem Werk mit einer Dachmarkenstrategie zu überdecken. Nach dem Motto: „Ist der Künstler originell, muß es sein Werk auch sein.“ Ist es aber nicht durchgängig. Kommentieren.

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JonathanMeese fatal.3

Posted on 03 Juli 2011 by Rolf

Massen-Produktion. Das Feuilleton verbreitet sich darüber, dass Meese wie ein Kind sei. Tatsächlich agiert er wie ein solches, ergeht sich in einer infantilen Selbstdarstellung und sondert in seinen Performances nicht enden wollende Plattitüden ab. Seine vermeintlich naive Weltsicht als „Enfant terrible“, als schreckliches Kind, ist nicht das Problem, es sind eher die ökonomischen Begleiterscheinungen: Seine Bilder, die er oft in Sekunden oder Minuten runterschruppt, die allesamt Geburten des Augenblicks sind, werden zwischen 5.000-60.000 Euro verkauft. Meese hat Verträge mit Galerien, für die er massenweise produziert. Er muß ständig Nachschub liefern, weil die Nachfrage groß ist – und er kommt dem nach. Kommentieren.

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JonathanMeese medial.2

Posted on 03 Juli 2011 by Rolf

Kunst-Messias. Jonathan Meese proklamiert eine Auferweckung der Kunst aus einem selbstgewählten Dornröschen-Schlaf, dabei produziert er fließbandmäßig Austauschbares, hat sich ein paar simple Reizthemen gegriffen, wie „Militarismus“ oder „Hitler“, die er permanent – sich selbst wiederholend – bearbeitet. Er agiert marketingmäßig, indem er sich selbst stilisiert und dabei von Beuys oder Gilbert & George gelernt hat, anstatt neue künstlerische Inhalte zu schaffen. Dabei changiert er zwischen Hofnarr, Entertainer, Medienguru und – man glaubt es kaum noch – Künstler. Dass Meese sehr schnell von den Medien, die seine Botschaften weitertragen, vereinnahmt und zum simplen Unterhaltungsfaktor wurde, der weniger ernst genommen wird, als er es sich wünscht, nimmt er in Kauf – ähnlich wie Josef Beuys, der neben allem anderen ein Künstler für die Medien war. Kommentieren.

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JonathanMeese radikal.1

Posted on 03 Juli 2011 by Rolf

Naive Kunst. Künstler, die auf die Gesellschaft einwirken, müssen außen stehen, damit sie einen unverstellten Blick haben – so das gängige Bild. Wer nicht sozial eingegliedert ist, wer absonderliche Ansichten hat und ebensolche Verhaltensweisen an den Tag legt, ist niemals kompatibel mit der Mainstream-Gesellschaft und kann ihr so wunderbar den Spiegel vorhalten. Das hat etwas von einem Hofnarr, der bei Hofe gleichzeitig unterhielt und geistig anregte. Die zeitgemäße Kunst scheint genau aus diesen Ingredienzien zu bestehen: Sie muß unterhalten, mehr als ihr lieb ist, und zum Nachdenken anregen. Andy Warhol war unterhaltsam, Josef Beuys brachte seine künstlerischen Aussagen in platten Slogans auf den Punkt („Kunst = Politik“) und hatte dazu das Talent, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Meeses Slogans („Diktatur der Kunst.“ – „Die Kunst tut, was sie will.“ – „Die Kunst muß radikaler sein, als die Realität.“) bieten nicht viel Neues. Kommentieren.

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Thom Yorke dancing

Posted on 23 Februar 2011 by Nelly Kratt

Alternative-Astair. Thom Yorke, der Sänger, Instrumentalist und Komponist bei der Combo „Radiohead“ ist, legt auch schon mal eine kesse Sohle auf’s Parkett. Kommentieren.

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Godard’s Geburtstag

Posted on 02 Dezember 2010 by Der Barbara Streisand-Effekt

Doppel-Realitäten. Jean-Luc Godard drehte 1978 eine Reihe von Kurzfilmen, in deren Mittelpunkt die Sichtweisen von Kindern stehen. Der sperrige Titel:
„France/Tour/Detour/Deux/Enfants. Mouvent.“ Interssant, wie im Dialog mit einem Kind eine grundlegende philosophische Frage offengelegt wird. (Auch wenn das Kind hinterher denken sollte, dass der Regisseur bescheuert ist.)  Godard ist einer der größten europäischen Filmemacher. Er ist in Paris geboren, Hauptvertreter der „Nouvelle Vague“, die Ende der 1950er-Jahre eine neue Filmsprache propagierte, und er ist immer noch aktiv. Andere Vertreter der „Nouvelle Vague“ sind bekannte Filmemacher wie Claude Chabrol, Jacques Rivette, Éric Rohmer, François Truffaut sowie Louis Malle und Alain Resnais. Godards Filme sind oft avantgardistisch schroff aber auch von großer Poesie geprägt. Am 3. Dezember wird er 80 Jahre alt. Kommentieren.

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Throbbing Gristle’s Thing

Posted on 02 Dezember 2010 by Der Barbara Streisand-Effekt

Non-Musical. Throbbing Gristle sehen sich weniger als Musikgruppe denn als Art-Performer. Als Gruppe, die eigentlich nicht nur Musik machen sondern Gesamt-Kunstwerke auf der Bühne schaffen wollte, stehen sie in der Tradition vieler Nicht-Musiker, die von Kunsthochschulen kamen, dann aber doch begnadete Musiker geworden waren. Dazu zählten Bands „Roxy Music“, die „Talking Heads“ oder die Post-Rocker „Talk Talk“. Throbbing Gristle traktierten ihr Publikum mit nie gehörten Klängen, die teils unter die Gürtellinie gingen: Viel zu laut und tieffrequent trieben sie die Zuschauer bis ins Kotzen. Kommentieren.

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Soziales Experiment

Posted on 24 Oktober 2010 by Nelly Kratt

Vorhang auf. Eine Idee trifft auf die passende technische Umsetzung – und schon hat man eine (soziale) Kunst-Aktion oder soziale Plastik oder wie immer man dieses Happening nennen will. Lustig ist es auch noch. Kommentieren.

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Schlingensiefs Tod

Posted on 23 August 2010 by Rolf

Schlußvorstellung. Christoph Schlingensief der Multi-Level-Multi-Tasking-Multi-Medien-Künstler ist vorgestern an Krebs gestorben und gerade mal 50 Jahre alt geworden. Das Verbindende all der Filme, der Theaterstücke, der Aktions-Kunst, der Fernsehbeiträge und Hörspiele, der Bücher und Opern ist die Provokation. In „Das deutsche Kettensägen-Massaker“ geht es nicht nur um Horror, Schlingensief verbindet das Thema trashig mit einer politischen Botschaft: Die Bundesdeutschen schlachten DDR-Bürger. Solche Aussagen werden mir fehlen, trotz Bayreuth. Kommentieren.

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