<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>endoplast.de &#187; Story</title>
	<atom:link href="http://www.endoplast.de/category/story/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.endoplast.de</link>
	<description>Die schräge Welt</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 14:52:26 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>Krankheitsbilder: Francis Bacon-Mann mit Windmühlenkrebs</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2011/12/01/krankheitsbilder-francis-bacon-mann-mit-windmuhlenkrebs/</link>
		<comments>http://www.endoplast.de/2011/12/01/krankheitsbilder-francis-bacon-mann-mit-windmuhlenkrebs/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 19:26:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Illustration]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Katastrophe]]></category>
		<category><![CDATA[Wunde]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.endoplast.de/?p=19802</guid>
		<description><![CDATA[Der Mann ist alt und stopplig. Er hat einen starken Bartwuchs. Ein Großteil des Gesichtes ist mit etwa sieben Millimeter langen weißen Stoppeln übersät. Der Krebs hat sich mittig im Gesicht platziert. Er hat die Nase und das rechteAuge von innen heraus zur Seite gedrückt. Ich stelle mir das Gesicht als eine Schüssel mit einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/12/endoplast_francis_bacon_wasselowski.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-19803" title="endoplast_francis_bacon_wasselowski" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/12/endoplast_francis_bacon_wasselowski.gif" alt="Krebs Cancer Man" width="553" height="310" /></a></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Der Mann ist alt und stopplig. Er hat einen starken Bartwuchs. Ein Großteil des Gesichtes ist mit etwa sieben<span id="more-19802"></span> Millimeter langen weißen Stoppeln übersät. Der Krebs hat sich mittig im Gesicht platziert. Er hat die Nase und das rechteAuge von innen heraus zur Seite gedrückt.</strong></span></p>
<p>Ich stelle mir das Gesicht als eine Schüssel mit einer zähen Flüssigkeit vor, in der zwei Augen, eine Nase, zweiLippen und eine Menge Bartstoppeln schwimmen. Tief unten, in der Flüssigkeit sind plötzlich mehrere dumpfe Töne vernehmbar, so als klopfte jemand an eine verborgene Tür. Durch die milchige Flüssigkeit sehe ich die Andeutung einer runden Luke, wie bei einem U-Boot, die jetzt aufschwingt. Der Krebs kommt heraus, schwimmt lässig und ohne Eile nach oben. Er gibt der Nase mit einem Bein locker einen Stoß. Sie wird dadurch ein bisschen zur Seite gebogen. Dann tritt er das rechte Auge mit dem anderen Bein. Es wird weggeschleudert. Er macht es sich wie selbstverständlich in der Mitte des Gesichts gemütlich und beginnt, sich mit ausgebreiteten Armen unmerklich zu drehen. Es entsteht eine Art Wirbel, der alle Teile des Gesichts erfasst. Die Position der Augen, der Nase, des Mundes hat sich im Laufe des Jahres kreisförmig verschoben als wirkte eine beängstigende Fliehkraft. Ursprünglich grade Falten werden dadurch verbogen. Eine aberwitzig-konzentrische Drehbewegung erfasst die Physignomie vom Zentrum weg. Francis Bacon.</p>
<p><span style="color: #800080;"><strong>Die Pflegerinnen haben alle Spiegel aus dem Zimmer genommen.</strong></span> Der Mann sitzt im Stuhl, kann nicht aufstehen. Er wird nicht jeden Tag rasiert, weil das zu umständlich und schmerzhaft für ihn wäre. Er ist drahtig, muss mal ein Frauentyp gewesen sein, ein bisschen hat er was von Humphrey Bogart. Markant-männliche Falten. Er wirkt, als habe er abgeschlossen, ist dankbar für alles. Vielleicht einer der seltenen Momente im Leben, in dem ich wirklich was zu bieten habe. Denn ich kann meine Finger ruhig und geduldig bewegen. Mein Leben lang habe ich mit diesen Fingern gezeichnet und viele sehr kleine Dinge aus Papier ausgeschnitten, um Design-Entwürfe zu visualisieren oder beim Modellbau fiktive Räume entstehen zu lassen. Meine Aufgabe hier ist es, ihn zu rasieren. Eine Sache der Psychologie: Er weiß, dass es äußerst schwierig ist, ihn mit diesem Gesicht überhaupt noch zu rasieren. Er denkt, es sei eine Zumutung für mich. Stelle mir die Schwestern vor, wie sie ihn grob und laut in der Wir-Form sprechend rasieren, an ihm vorbei gucken und ihn dabei gar nicht richtig wahrnehmen.</p>
<p><span style="color: #800080;"><strong>Schwierig ist es einmal wegen der vielen Furchen und der wunden Stelle.</strong></span> Zum anderen wegen des Anblicks. Dabei ist es mir völlig egal. Ich sehe die Hässlichkeit gar nicht. Er will mir nichts stehlen von meiner Zeit, die ich doch tatsächlich im Überfluss habe. Ich will keiner seiner Erwartungshaltungen entsprechen. Ich nehme mir doppelt soviel Zeit, wie ich für die langsamste Rasur der Welt bräuchte. Ich bewege den Rasierer fast so, als würde ich mit einem Pinsel ein Bild malen. Ich blicke ihn unverwandt an und zeige ihm ohne Anstrengung, Verkrümmung oder Schauspiel, dass die Situation selbstverständlich ist. Ich komme dem Krebs ganz nahe, fasse sein Gesicht die Rasur unterstützend auch mal mit der Hand an. Dabei bin ich so zärtlich wie es nur geht. Er redet kein Wort. Ich sage hier und da etwas wie „so“ oder „ok, die Seite haben wir gleich“.</p>
<p><span style="color: #800080;"><strong>Ich bin eilfertig und zuvorkommend.</strong></span> Aber ich empfinde nichts Negatives, keine Berührungsangst, kein Mitleid, kein Ausweichen vor dem Tod, dem ich doch bisher immer gerne davongelaufen bin, wenn er sich mir zeigen wollte. Der Krebs ist jetzt Teil dieses Menschen. Der alte Mann wirkt auf mich, als habe er sich damit abgefunden, dass die Geschwulst wie ein surreales Zeitlupenschwungrad sein Gesicht einer Art organischer Kontinentalverschiebung aussetzt. Auch ich habe mich an die Situation angepasst. Habe akzeptiert, dass neben dem Mann und einem Zimmergenossen, den ich nicht wahrnehme, weil er sich dauernd außerhalb meines Gesichtsfeldes bewegt, zwei Personen in diesem Zimmer leben: Der alte Mann und der Krebs. Der Anblick des Mannes mag für viele beängstigend sein. Tage später werde ich lange zuhause in den Spiegel gucken und mir vorstellen, wie mein Gesicht wohl aussehen würde unter diesen Umständen.</p>
<p><span style="color: #800080;"><strong>Rasur beendet.</strong></span> Ganz glatt ging nicht. Später wird eine der Schwestern sagen, ich hätte es gut gemacht, hätte mir aber nicht so viel Mühe machen müssen. Die Dankbarkeit in seinen Augen. Weil ich bei ihm war. Weil ich mir die Zeit genommen habe. Weil ich keine Angst hatte. Tränenglitzern. Reflexion der Dankbarkeit. Aber er sagt nichts. Bin etwas gerührt. Wenn alles sehr schlimm ist und es keinen Ausweg mehr gibt, weil es vieles im Leben gibt, das eben nicht mehr gut wird, so sehr man sich das auch wünschen mag, dann werde ich seltsam gelassen, verschmelze mit dem Schrecken. Wer mit dem Schrecken schwingt, empfindet ihn nicht mehr. Der Schrecken verliert seine Macht, wenn Du sein Kumpel bist.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F12%2F01%2Fkrankheitsbilder-francis-bacon-mann-mit-windmuhlenkrebs%2F&amp;title=Krankheitsbilder%3A%20Francis%20Bacon-Mann%20mit%20Windm%C3%BChlenkrebs" id="wpa2a_2"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.endoplast.de/2011/12/01/krankheitsbilder-francis-bacon-mann-mit-windmuhlenkrebs/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Märchen: Die Symmetrie der Wut</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2011/11/27/die-symmetrie-der-wut/</link>
		<comments>http://www.endoplast.de/2011/11/27/die-symmetrie-der-wut/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 27 Nov 2011 17:36:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Märchen]]></category>
		<category><![CDATA[Wahnwitz]]></category>
		<category><![CDATA[Wunde]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.endoplast.de/?p=19768</guid>
		<description><![CDATA[Es waren an einem Ort, den man das Land der untergehenden Sonne nannte, zwei Bäume, die nun uralt geworden waren, älter als jeder Mensch, wohl älter als alle Generationen der Menschen, die dort jemals gelebt hatten, zusammen genommen. Jeder, dessen Familie eine Familienchronik führte, konnte sehen, dass die Bäume in fast jedem der Berichte der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/11/endoplast_facelifting_wasselowski1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-19783" title="endoplast_facelifting_wasselowski" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/11/endoplast_facelifting_wasselowski1.jpg" alt="Wurzelwerk der Gesichter" width="553" height="312" /></a></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Es waren an einem Ort, den man das Land der untergehenden Sonne nannte, zwei Bäume, die nun uralt geworden waren, älter als jeder Mensch, wohl älter als alle<span id="more-19768"></span> Generationen der Menschen, die dort jemals gelebt hatten, zusammen genommen. Jeder, dessen Familie eine Familienchronik führte, konnte sehen, dass die Bäume in fast jedem der Berichte der Generationen erwähnt worden waren.</strong></span></p>
<p>Die Bäume waren nicht nur wegen ihres sagenhaften Alters berühmt geworden, nein, vor allem bildeten sie ein weit verzweigtes oberirdisches Wurzelwerk, wie man es noch nicht gesehen hatte. In der verwinkelten Verwurzelung konnte man Formen erahnen, die wie menschliche Gesichter wirkten, manche wie Tiere und Pflanzen. Es war, als wollten die Bäume in dem kunstvollen Geflecht ihrer Wurzeln eine Geschichte erzählen.</p>
<p>Die Bäume standen je am Rande zweier Städte, die am linken und rechten Ufer eines Flusses lagen, der den Bezirk durchzog. Verbunden waren diese Städte durch eine alte Handelsroute, die durch die Wildnis führte und durch den Fluss geteilt wurde.</p>
<p>Eines Tages kam diesen Weg eine Gruppe von Händlern entlang. Sie hatten die eine Stadt aufgesucht, dort den ersten der beiden Bäume bewundert, hatten den Fluß überquert und machten nun nicht weit entfernt vom zweiten Baum Rast. Die Sonne stand zu diesem Zeitpunkt tief, schien aber mit unveränderter Intensität, die die Reisenden blinzeln ließ. Die Händler waren nicht sesshaft und mit ihren Familien unterwegs. Ein kleiner Junge und ein Mädchen, die auf der strapaziösen Reise vieles gesehen und erkundet hatten, machten sich auf, die fantastischen Wurzelns auch dieses zweiten Baumes zu bewundern. Schon den ersten hatten sie in staunender Ehrfurcht betrachtet. Dem Jungen war der Anblick nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Er hatte in der vergangenen Nacht viel davon geträumt, konnte sich an den Inhalt dieser Träume, die ebenso verworren schienen, wie das netzartige Wurzelwerk, aber nicht mehr erinnern.</p>
<p>Der Junge und das Mädchen standen nun also vor diesem zweiten Baum wie Ameisen vor einer Sonnenblume. So hoch ragte er empor, dass sie sein Ende am Himmel nicht mehr sehen konnten. Es schien, als verschwände er in den Wolken. Sie hockten sich auf die Wurzeln und das Mädchen fragte den Jungen, was er dort sähe. Der Junge sah ihr ins Gesicht, als sie die Frage gestellt hatte und hatte diese von ihren Lippen abgelesen. So blickte er in das dichte Netz der fantastischen Formen, sah in den durchschatteten Verschränkungen Köpfe, Körper, Figuren, sah immer mehr Gestalten, die sich zu bewegen schienen und ihn in ihrer Bewegung hinein in eine Geschichte zogen, die sich wie von selbst zu ergeben schien. Sein Blick versank tief im geheimnisvollen Wurzelreich. Aus den vielen kleinen Bildern, die er aufnahm, formten sich Worte und wie im Schlaf sprach er langsam Worte suchend, weil es ihm war, als würden die Wurzeln eine Geschichte preisgeben, die lange Zeit dort verborgen gelegen hatte. Es musste nur ein Kind kommen, um sie zu entdecken. Die beiden Kinder saßen dicht aneinander gedrängt und spürten die Wärme ihrer Körper. Der Junge sah in den tiefen Schatten des Geflechts zwei Menschen an weit voneinander entfernten Plätzen, die miteinander zu tun hatten, ohne es zu ahnen. So sprach er:</p>
<p>„Auf den zwei Seiten eines Flusses lebten zwei Einsiedler, ein Mann und eine Frau. Die Frau war blind und der Mann taub. Sie wussten nichts voneinander und lebten mehrere Tagesreisen voneinander entfernt. Ein ungewöhnlich lange währender Winter hatte das Land überzogen und es stand zu befürchten, dass er noch lange anhalten würde. So waren die beiden gezwungen, die Städte in ihrer Nähe aufzusuchen, um Vorräte einzukaufen. Nach einem entbehrungsreichen Weg angekommen, mussten sie aber feststellen, dass in den Städten die Hungersnot noch viel größer war als bei ihnen, die sie ihr Leben lang gelernt hatten, mit dem auszukommen, was die Natur ihnen gab. Sie waren bewandert in der Kunst der lange währenden Bevorratung, hatten Dörrfleisch und Trockenobst tief in der Erde gelagert. Doch sie mussten sicher gehen, nicht zu verhungern. Sie traten nach einiger Zeit, in der sie in den Städten Arbeiten verrichtet hatten, um mit dem Geld noch das Notwendigste zu Essen zu erstehen, den Rückweg an. Beide wollten damit die Stadt erreichen, in der jeweils der andere gewesen war, weil sie glaubten, dort mehr Lebensmittel bekommen zu können. Die Reise würde 4 oder 5 Tage dauern und es konnte gut sein, dass sie dabei ihr Leben verlieren würden.</p>
<p>So gingen sie los, schliefen ein paar Stunden, wanderten und wanderten, zehrten immer mehr ihrer Vorräte auf, trotzten der Kälte und trachteten am Ende des täglichen Marsches danach, wieder ihre Beine zu spüren. Sie banden sich Lappen um die halb erfrorenen Füße, steckten sie zurück in ihre Fellschuhe, rieben ihre Körper mit einem Balsam ein. Ihre Gesichter waren kaum mehr zu sehen unten den gewaltigen Fellmützen, die Nasen standen hervor wie rote Dornen, die Wangenknochen als wären sie aus hartem Holz. Ihre Münder waren ohne Lippen, als hätten die sich nach Innen zurückgezogen. Mit ihren eingerissenen Rändern sah jeder Mund aus wie ein dünner, dunkler Stachel-Zweig.</p>
<p>So trotzten sie dem unerbittlichen Winter auf der Suche nach Überleben. Immer krummer gingen sie, immer mehr der Erde zugeneigt, immer langsamer und kaum noch vorhanden in der Weitläufigkeit ihres Fellbesatzes. Aber ausgestattet mit dem zähen Überlebenswillen der Waldbewohner. Ihre Körper schmerzten, die Füße waren wund und geschwollen. Manchmal spürten sie die Kälte kaum noch, weil ihre Körper aus Schmerz bestanden. Ein andermal betäubte die Kälte den Schmerz. Vor allem ihre Gesichter waren wie taub und unter ihren Nasen hingen Eiszapfen, die sie von Zeit zu Zeit entfernten. Schließlich kamen sie an den Fluss und suchten, jeder auf seiner Seite, die Brücke. Es gab eine großzügig ausgelegte Brücke weiter südlich, die auch mit Gespannen befahrbar war. Diese wäre aber zu weit weg gewesen. Eine zweite Brücke über eine Verengung des Flusses befand sich nun in unmittelbarer Nähe. Dies war aber eine sehr schmale Fußgängerüberquerung aus Seilgeflecht, die immer nur eine Person auf einmal überqueren konnte. Sie hatte nur an einer Seite eine Festhaltemöglichkeit aus dicken Seil, an der anderen Seite war sie offen. Am besten überquerte man sie seitlich gehend und mit beiden Händen am Seil. Bei Sturm oder starkem Wind schwankte dieser Überweg bedenklich und sollte nicht betreten werden. Nicht nur, dass er nicht breit genug gewesen wäre, es wäre auch zu sich kreuzenden Schwingungen gekommen, betraten zwei Personen von den beiden Seiten die Behelfsbrücke gleichzeitig. Dies alleine war schon Gefahr genug, weil man kaum die Balance halten konnte, zumal wenn man noch etwas mit sich führte, wie es die beiden taten.</p>
<p>Die Frau und der Mann näherten sich fast zeitgleich am späten Abend dem Ort, nach dem die Brücke bald kommen musste, luden ihre Zelte und Decken von ihren Rücken und übernachteten dort. Am nächsten Tag erwachten sie mit dem Aufgehen einer strahlenden Sonne und packten ihre Habseligkeiten zusammen, um sich auf den Weg zur Brücke zu machen, hin zu jenen Städten, aus denen jeweils der andere gerade gekommen war. Für die Frau war der Weg wegen ihrer Blindheit viel beschwerlicher gewesen als für den Mann. Sie hatte unterwegs den Weg mit anderen Wanderern geteilt, die auch auf der Suche nach Nahrung aufgebrochen waren und sie ein Stück des Weges führten. Sie hatte aber darüber hinaus ein besonderes Gespür, sich zu orientieren. Doch lebte sie in ständiger Angst, eine hilfreiche Hand, die sie führte, könnte sie am Ende um ihre Habseligkeiten erleichtern oder ihr anderes Leid antun. Sie war zwei Tage vor dem Mann losgegangen und obwohl die Wegstrecke der beiden zu der Brücke fast gleich lang gewesen war, kamen sie zeitgleich an. Beide wanderten auf der breiten Handelsroute entlang und bogen dann zur Brücke eine weitere kleine Strecke ab.</p>
<p>Nun standen sie schließlich vor der Brücke, rasch würde es dunkel werden und die Brücke nun zu überqueren, hieß, nicht noch eine Nacht am Ufer warten zu müssen. Denn des Nachts hätte es keiner von beiden gewagt. Jeder von seiner Seite aus wollte das Seilgewirr betreten, das aber gar nicht zu sehen war. Die Brücke war lange Zeit von niemandem überquert worden, wohl, weil es den meisten Wanderern zu gefährlich erschien bei Wind und Wetter die vereisten Seile zu bezwingen. Sie hatten lieber den längeren Fußweg zur Hauptbrücke in Kauf genommen. Die Seilbrücke war vollständig zugeschneit und sah aus wie ein breiter Balken aus Schnee, den ein Riese quer über den Fluß gelegt haben mochte. Das geknüpfte Seilwerk war darunter nicht zu sehen. Der Mann betrat als erster den Übergang. Er schwang die Brücke am Anfang noch mit einem Bein auf dem sicheren Boden hin und her, um sie vom Schnee zu befreien. Doch der schwere Schnee war so vereist, dass er kaum abfiel. Am anderen Ende näherte sich die Frau, tastend, mit einer Hand das Seil berührend. Sie spürte die Vibrationen, hörte die Arbeit des Mannes am anderen Ufer. Auch sie suchte zunächst mit einem Bein Halt auf der Brücke.</p>
<p>Der Mann sah die Frau, rief ihr zu, sie solle weggehen, er wolle zuerst hinübergehen. Beide waren am Ende ihrer Kräfte, beide mehr dem Tod als dem Leben nah, ihr eiserner Wille klammerte sich an diese Brücke. Die Frau, außer sich vor Zorn, schrie zurück, er solle gehen, sie wolle zuerst die Überquerung wagen. Der Mann aber, der tote Ohren hatte, konnte sie nicht hören. So palaverten sie mit brüchigen leisen Stimmen vor sich hin, ohne sich wirklich zu verstehen, nur von dem Wunsch getrieben, so schnell wie es irgend ging das andere Ufer zu erreichen. Vernünftig wollte keiner sein, obwohl sie wussten, dass zwei Personen nicht aneinander vorbei kommen konnten auf dieser Brücke. Die Frau wedelte mit dem behandschuhten Händen, um den Schnee fortzufegen, große Brocken fielen ab und plumpsten in den reißenden Strom. Der Mann tat das seinige und so tasteten sie sich Schritt für Schritt vorwärts, während die Sonne unterging. Dabei warf der Mann der Frau hasserfüllte Blicke entgegen, drohte ihr mit erhobener Faust, war außer sich, was sie nicht sehen konnte. Und sie, die sein Näherkommen, sein Keuchen und seine Anstrengung hörte, schrie ihm wilde Beschimpfungen entgegen, die er wegen seiner totalen Taubheit nicht vernahm. Er solle nicht glauben, dass sie vor einem Mann weichen werde, brüllte sie.</p>
<p>Schließlich trafen sie in der Mitte der Brücke aufeinander. Der Mann schrie sie an, sie solle zurückweichen, sonst würde er sie hinunter werfen, was ihrem Tod gleichgekommen wäre, drohte ihr sogar nicht nur mit Worten sondern mit einer wilden Gebärdensprache. Die Frau schrie nach Leibeskräften zurück, sie werde ihn von der Brücke herunter stechen. In ihrer linken Hand hielt sie einen Haken zum Aufhängen von Fleisch, den sie mit sich führte. So prallten sie, kaum dass sie die Balance halten konnten, gegeneinander. Die Sonne war nun fast gänzlich untergegangen. Die Brücke kippte durch das Gewicht der beiden Menschen und ihr Gepäck hin und her und neigte sich immer wieder gefährlich hin zur offenen Seite. Beide kamen aus dem Gleichgewicht, fielen dabei um ein Haar ins Wasser. Zelt und Decken des Mannes lösten sich und verschwanden in den Fluten. Die Frau und der Mann hielten sich über dem Wasser an dem dicken Geländerstrick. Beide atmeten schwer und hatten den Tod vor Augen, sie kämpften noch einmal, schlingernd, ohne Kontrolle über ihre Körper, schrieen, stießen sich, außer sich vor Wut. Die Frau schlug den Haken um das dicke Führungsseil und stülpte den groben Lederriemen, der um ihren Körper verlief und die geschulterten Decken hielt, über das andere Ende des Hakens, so dass sie die Hände für einen Moment frei lassen konnte.</p>
<p>Sie drehte sich in Richtung des Mannes, ohne ihn sehen zu können, und sie ahnte, dass sie im Schicksal vereint schienen, sich hier auf der Brücke zu begegnen, auf der man sich im Winter eigentlich nie begegnete. Sie wußte auch, dass der Mann seine Decken und sein Zelt verloren hatte. Selbst wenn sie jetzt noch den Weg zurück finden würde, würde er nicht anders können als sie wegen ihres Zeugs umzubringen, um selbst überleben zu können. Da verging ihre Wut und wich der Angst zu sterben. Sie begann, während sie beide Halt suchten, auf ihn einzureden. Der Mann, der sie packen und von der Brücke schleudern wollte, sah ihre Decken und ihr Zelt und wusste, dass er diese haben musste, um am Leben zu bleiben. Er konnte sie also nicht einfach so hinunter werfen, zumal er auch das Messer in ihrer Hand sah. Er merkte an ihrem Gesichtsausdruck, der nicht mehr böse sondern flehend wirkte, dass die Frau mit ihm reden wollte, während sie hin- und herschlingerten. Aber er konnte sie nicht hören. Auch er spürte, dass sie jetzt Schicksalsgenossen geworden waren. Ihnen war klar, dass sie sich schnell entscheiden mussten, was zu tun war, sonst waren sie todgeweiht. Der Mann holte nach ihr aus, er spekulierte darauf, dass sie selbst wenn sie ohnmächtig war, sicher am Haken hängen würde. Doch der Schlag traf sie nicht richtig, weil die Brücke im eisigen Wind schlingerte. Sie spürte einen heftigen Schlag mit der Faust seitlich an der Stirn und stieß dem Mann ihr Messer reflexartig in den Körper. Er spürte einen stechenden Schmerz irgendwo in der Rippengegend und merkte, dass er blutete. Das Messer war stecken geblieben.</p>
<p>Die Frau ahnte, dass der Mann nichts mehr tun konnte, löste den Haken, stützte sich mit ihrem ganzen Körpergewicht auf den Mann, um an ihm vorbei zu gelangen und ertastete hinter ihm das Seil der Brücke. Dann schwang sie sich vorbei und hangelte sich langsam die Seilbrücke weiter, Schritt um Schritt vorsichtig in der inzwischen nahenden Dunkelheit. Während der Mann ächzend in der Mitte der Brücke verharrte, führte die Strömung unter ihm eine hellrote Färbung mit sich. Er kämpfte sich ebenfalls weiter und so landeten beide auf der entgegengesetzten Seite des Ufers, dort, wo sie auch hingewollt hatten. Er war verletzt und in der Gewissheit des nahenden Todes, wenn nicht durch die Kälte, dann durch den Blutverlust oder ein beschädigtes Organ. Sie war so schwach, dass sie sich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Sie hatte zudem ihr Messer verloren, das ihr im alltäglichen Überlebenskampf wichtige Dienste leistete. Es steckte im Körper des Mannes und schien damit verloren. So saßen sie fast regungslos jeder an seiner Seite vor der Brücke, keuchten, husteten und atmeten immer langsamer, bis sich der Rhythmus ihres Atems annäherte, ohne dass sie das ahnten. Und beide wurden nun sehr müde. Die Frau hatte auch ihren Wanderstock verloren, was es ihr erschweren würde, weiter gehen zu können.</p>
<p>Inzwischen war es stockduster geworden. Beide dachten darüber nach, was für eine sinnlose Verschwendung von Kraft es gewesen war, dass jeder von ihnen zuerst über die Brücke hatte gehen wollen. Sie konnten es sich nicht anders erklären, als dass die Angst um das nackte Überleben sie zur Missachtung des anderen geführt hatte. Hätte einer auf seiner Seite gewartet, hätten beide davon profitiert. Die Frau konnte nicht mehr weitergehen, sie war wie der Mann ausgezehrt gewesen und nun überanstrengt. Alles drehte sich vor ihren Augen. So machte sie sich schnell schwer atmend daran, das kleine Zelt aufzustellen. Sie wusste, dass der Mann nicht weiter konnte und morgen früh tot sein würde. Sie würde dann hinüber gehen, im Schnee nach ihm tasten und das Messer, das so wertvoll für sie war, an sich nehmen. Der Mann aber wollte sich nicht in sein Schicksal ergeben. Seine einzige Hoffnung auf ein Überleben war es, jetzt die Brücke zu überqueren, die Frau zu töten und ihr Zelt zu nehmen. Er hatte das Messer. Er zog es stumm und wie irr vor Schmerz aus der Wunde seitlich am Körper und legte ein kleines Tuch, das er in der Tasche gehabt hatte, auf die Wunde. Er nahm den Gürtel aus seiner Hose, legte ihn über Wunde und Tuch und zog ihn eng zusammen, damit das Tuch nicht verrutschte und der Blutfluss etwas gestoppt wurde. Dann kroch er zur Brücke, richtete sich dort auf und überquerte sie so, wie er gekommen war, Schritt für Schritt, in der Dunkelheit fast blind. Während er lautlos vorwärts ging, sah er, dass die Frau ein Stück weiter Feuer machte.</p>
<p>Es dauerte sehr lange, bis er die Brücke hinter sich lassen konnte. Die Frau zu töten war für ihn eine Notwendigkeit gewesen, je näher er ihr nun aber kam, desto weniger war er von dem Wunsch beseelt, es tatsächlich zu tun. Sie saß am Feuer, hatte die Kapuze gelöst. Die Flammen des Feuers schlugen nun hoch. Sie hatte Stöcke gesammelt, die nach und nach verbrannten. Der Mann stand nun nicht mehr weit von ihr. Zwischen ihnen war das Feuer und sie hatte ihn noch nicht gehört. Er war für einen Moment auf die Knie gesunken auf der anderen Seite des Feuers, spürte die Wärme. Er sah durch die Flammen hindurch in ihr Gesicht, konnte ein paar Strähnen ihres Haars sehen, und auch, dass sie blind war. Das verblüffte ihn. Auch, wenn sie ihn hätte sehen können, wäre sie ihm nicht mehr entkommen. Sie hätte alles zurück lassen müssen. Er erhob sich, ging leise auf sie zu. Hatte sie ihn gehört? Wegen des starken Räucherns des Feuers konnte sie ihn auch nicht riechen. Er hatte Mitleid mit ihr, sie war dünn wie er, ihr Gesicht von der Kälte gezeichnet. Sie hörte ein Knacken, das nicht vom Feuer her kam und streckte instinktiv ihren Arm danach aus und berührte ihn, der nun gebückt mit dem Messer in der Hand fast neben ihr kauerte, an der Wange. Sie hatte die Handschuhe ausgezogen und sich die Hände am Feuer gewärmt. Und als er nun diese Wärme an seiner Wange spürte, fielen all seine Wut und selbst sein eigennütziger Wille zu überleben, von ihm ab. Er nahm das Messer, fasste es an der Scheide und legte es in ihre Hand. Dann sackte er vor dem Feuer zusammen, atmete leise.</p>
<p>Auch die Wut der Frau war vergangen. Sie spürte das Messer in ihrer Hand und fühlte, dass er aufgegeben und sich mit seinem eigenen Tod abgefunden hatte. Und das, obwohl er nur einen Schritt davon entfernt gewesen war, sie zu töten. Die Frau wandte ihr Gesicht dem Feuer zu und spürte zum ersten Mal seit Tagen wieder Leben und Wärme in sich. Sie hielt das Messer fest in der Hand und taste nach dem Mann.</p>
<p>Als der Mann am nächsten Morgen aufgewacht war, spürte er zum ersten Mal seit langer Zeit keine Kälte. Das Feuer brannte, die Frau lag neben ihm, eng an ihn geschmiegt. Sie erwachte ebenfalls. Der Mann sagte ihr, dass er nichts hören könne. Sie setzte sich auf und hörte zu, wie er sprach. Er sagte, wo er hin wollte und sie schüttelte heftig den Kopf. Lange versuchten sie sich zu verständigen, bis beide begriffen hatten, dass es in beiden Städten nichts mehr zu holen gab und dass dort die Einwohner wohl auch langsam wegen Hunger und Krankheit dahinsiechten. Im Bezirk des Mannes gab es kaum mehr Tiere, die er hätte jagen können, den Rückweg nach dorthin anzutreten wäre ein sinnloses Unterfangen gewesen. Die Frau dachte nach und sprach, dass dies vielleicht bei ihr möglich wäre, sie aber nicht jagen könne. Sie hatte seine Wunde notdürftig versorgt. Es war ein tiefer Schnitt zwischen zwei Rippen gewesen. Ob er dies überleben würde, wussten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Er trug ihre Habseligkeiten und führte sie an der Hand als sie sich gemeinsam auf den Rückweg zu ihrem Haus machten. Er würde jagen und sie würden versuchen, den Winter dort gemeinsam zu überstehen.“</p>
<p>So beendete der Junge, der mit dem Mädchen auf dem Wurzelgeflecht saß, die Geschichte. Während er sie erzählt hatte, hatte er die Hand des Mädchen genommen und über bestimmte Teile der Wurzel geführt und dabei Hinweise gegeben wie „Dieser Wurzelteil sieht aus wie ein gebückter Mann auf einer Brücke“ und „Das hier wirkt wie ein Gesicht“. Das Mädchen hatte vorsichtig darüber gefühlt und die Formen nachvollzogen. Sie saßen noch etwas dort, bis es langsam dunkel wurde und redeten über die Wurzeln, die eigenartigen Bilder, die sich darin ergaben, und über die seltsame Geschichte. Dann nahm der Junge das Mädchen an der Hand und sie traten zusammen den Rückweg an.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F11%2F27%2Fdie-symmetrie-der-wut%2F&amp;title=M%C3%A4rchen%3A%20Die%20Symmetrie%20der%20Wut" id="wpa2a_4"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.endoplast.de/2011/11/27/die-symmetrie-der-wut/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Baustelle oder Biotop?</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2011/08/31/baustelle-oder-biotop/</link>
		<comments>http://www.endoplast.de/2011/08/31/baustelle-oder-biotop/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:43:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kony Island</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Teufel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.endoplast.de/?p=19511</guid>
		<description><![CDATA[Verdammt, wer schmeisst immer das ganze Plastik in die Umwelt? Muss das sein? Und dann auch noch Brot! oder wollte jemand Enten füttern? Eigentlich sprechen die Bilder für sich&#8230; So sieht das Ganze in der Totale aus, die brachliegende Baustelle in voller Länge (rechts der &#8220;Biocontainer&#8221;. Hier noch eine schöne Impression, doch es ist keine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_19514" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/endoplast_bau_01_flieher.jpg"><img class="size-full wp-image-19514 " title="endoplast_bau_01_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/endoplast_bau_01_flieher.jpg" alt="" width="553" height="312" /></a><p class="wp-caption-text">Mal wieder Umweltsünden im Biotop?</p></div>
<p><span style="color: #800080;"><strong>Verdammt, wer schmeisst immer das ganze Plastik in die Umwelt?</strong></span></p>
<p>Muss das sein? Und dann auch noch Brot! oder wollte jemand Enten füttern?<span id="more-19511"></span></p>
<div id="attachment_19513" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/endoplast_bau_02_flieher.jpg"><img class="size-full wp-image-19513" title="endoplast_bau_02_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/endoplast_bau_02_flieher.jpg" alt="" width="553" height="312" /></a><p class="wp-caption-text">Weit gefehlt! Hier hat sich die Biotop-Bewegung an einer Baustelle gerächt!</p></div>
<p>Eigentlich sprechen die Bilder für sich&#8230;</p>
<p>So sieht das Ganze in der Totale aus, die brachliegende Baustelle in voller Länge (rechts der &#8220;Biocontainer&#8221;.</p>
<div id="attachment_19674" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/endoplast_bau_04_flieher.jpg"><img class="size-full wp-image-19674" title="endoplast_bau_04_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/endoplast_bau_04_flieher.jpg" alt="" width="553" height="117" /></a><p class="wp-caption-text">Totale 180°</p></div>
<p>Hier noch eine schöne Impression, doch es ist keine Göttliche Offenbarung.</p>
<div id="attachment_19676" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/endoplast_bau_03_flieher.jpg"><img class="size-full wp-image-19676" title="endoplast_bau_03_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/08/endoplast_bau_03_flieher.jpg" alt="" width="553" height="543" /></a><p class="wp-caption-text">Keine Samen von outer space!</p></div>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F08%2F31%2Fbaustelle-oder-biotop%2F&amp;title=Baustelle%20oder%20Biotop%3F" id="wpa2a_6"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.endoplast.de/2011/08/31/baustelle-oder-biotop/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Fassaden &amp; Architektur, Nachschlag (4): Immer wieder Duisburg</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2011/06/04/fassaden-architektur-nachschlag-immer-wieder-duisburg/</link>
		<comments>http://www.endoplast.de/2011/06/04/fassaden-architektur-nachschlag-immer-wieder-duisburg/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Jun 2011 01:19:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kony Island</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturbegriff]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.endoplast.de/?p=18749</guid>
		<description><![CDATA[Einen hab&#8217; ich noch:  Den Duisburger Hauptbahnhof, bzw das Bahnhofsgebäude. Das hat im Laufe der Jahrzehnte einiges über sich ergehen lassen müssen. Dazu hier drei interessante Links. Beim ersten und zweiten Link muss man etwas scrollen um an die Bahnhofsbilder zu gelangen. Link 1: Die Zukunft des Bahnhofs-Vorplatzes in Duisburg Link 2: Die Vergangenheit der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/endoplast_duhbf01b_flieher.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-18755" title="endoplast_duhbf01b_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/endoplast_duhbf01b_flieher.gif" alt="" width="553" height="312" /></a></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Einen hab&#8217; ich noch:  Den Duisburger Hauptbahnhof, bzw das Bahnhofsgebäude. </strong></span><span id="more-18749"></span><span style="color: #ff0000;"><strong>Das hat im Laufe der Jahrzehnte einiges über sich ergehen lassen müssen. </strong></span></p>
<p>Dazu hier drei interessante Links. Beim ersten und zweiten Link muss man etwas scrollen um an die Bahnhofsbilder zu gelangen.<br />
<a href="http://www.duisburgweb.de/DU_historisch_heute/H.htm">Link 1: Die Zukunft des Bahnhofs-Vorplatzes in Duisburg</a><br />
<a href="http://forum.bauforum24.biz/forum/index.php?showtopic=35982&amp;pid=331695&amp;st=20&amp;#">Link 2: Die Vergangenheit der Bahnhofs-Halle in Duisburg</a><br />
<a href="http://www.kunstdu.de/WP/2009/08/14/das-wandbild-von-otto-h-gerster-im-bahnhof/">Link 3: Das ehemalige Wandbild im Duisburger Bahnhof</a></p>
<h2>Die verschwundenen Wandbilder des Duisburger Hauptbahnhofes</h2>
<p>Zu „meiner Zeit“ gab es im <a title="Ein anderer Artikel über die Stadt Duisburg" href="http://www.endoplast.de/2010/08/07/duisburg-lernen-von-den-anderen-oder-warum-ideenaustausch-im-ruhrgebiet-wichtig-ist/" target="_blank">Duisburger</a> Hbf allerdings noch zwei andere Wandbilder, die etwas unter den Tisch fallen. Ich habe auch nirgends Abbildungen gefunden, nur ein paar zufällig mit aufgenommene Überreste auf den Bildern der älteren Wandgemälde. Dabei stammten sie von einem Duisburger Kunstmaler, dessen Sohn und Enkel ebenfalls Künstler wurden. Der Mann hieß Helmuth Hoffmann und er wohnte damals im Nachbarhaus&#8230;</p>
<h2>Das verschwundene Flair des Duisburger Hauptbahnhofes</h2>
<p>Auch hier haben wir es mit übermalten und überbauten Wandbildern zu tun. Bilder, die man nicht schön finden muss. Aber die Eingangshalle macht mit ihrer Raumwirkung dieser Bezeichnung noch Ehre. Sie hatte etwas Großzügiges, dass ihr in der heutigen Fassung zugunsten einer Werbe- und Informationsflut abhanden gekommen ist. Die aktuelle Variante ist mit riesigen Abfahrtstafeln zugepflastert, sicher ungeheuer funktional und wichtig. Aber Flair? Fehlanzeige. Diese Bahnhofshalle sollte besser <a title="Ein Endoplast-Artikel über eine Architektur-Ausstellung in Duisburg." href="http://www.endoplast.de/2009/09/05/5-september-ausstellung-architektur-im-aufbruch/" target="_blank">Durchgang</a> heissen, denn mehr ist sie nicht: ein unnötiger Raum, den man eilig durchquert um zum Zug zu kommen — die Abfahrtszeit kann man beim Durcheilen schnell noch ablesen.</p>
<h2>Das verschwundene Reise-Feeling und der Duisburger Hauptbahnhof</h2>
<p>Man fragt sich, warum das so ist. Sind die Architekten heute so mies ausgebildet? Können sie nix mehr ausser Zweckbauten? Ist der kommerzielle Druck so groß, dass nix mehr in &#8220;Schönheit&#8221; investiert werden darf? Was den Bahnhof anbelangt: Vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass man früher reiste, während man heute den Bahnhof hauptsächlich noch als Abfahrtsort des Pendelverkehrs wahrnimmt. Und allenfalls noch als <a title="Ein Grundsatzartikel bei Endoplast über die &quot;Stadt Montan&quot; Duisburg und wie sie sich verändert hat." href="http://www.endoplast.de/2009/09/23/duisburg-die-stadt-montan-wird-austauschbar/" target="_blank">Miniatur-Einkaufscenter.</a></p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/endoplast_duhbf02b_flieher.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-18756" title="endoplast_duhbf02b_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/endoplast_duhbf02b_flieher.gif" alt="" width="553" height="312" /></a></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F06%2F04%2Ffassaden-architektur-nachschlag-immer-wieder-duisburg%2F&amp;title=Fassaden%20%26%23038%3B%20Architektur%2C%20Nachschlag%20%284%29%3A%20Immer%20wieder%20Duisburg" id="wpa2a_8"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.endoplast.de/2011/06/04/fassaden-architektur-nachschlag-immer-wieder-duisburg/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Fassaden &amp; Architektur (3): Der olle Krupp würde uns was husten</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2011/06/02/krupp-wurde-uns-was-husten/</link>
		<comments>http://www.endoplast.de/2011/06/02/krupp-wurde-uns-was-husten/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 Jun 2011 17:29:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kony Island</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturbegriff]]></category>
		<category><![CDATA[Monster]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.endoplast.de/?p=18710</guid>
		<description><![CDATA[Hier also das letzte Bild vom Verschwinden der Vergangenheit. Ich behaupte nicht, dass die Fassade nicht renovierungsbedürftig war. Aber einfach alles zukleistern? Das Haus ist danach nur noch ein 08/15-Haus. Der Text: „Der Zweck der Arbeit soll das Gemeinwohl sein, dann bringt Arbeit Segen, dann ist Arbeit Gebet. Alfred Krupp“ Ich will hier gar kein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_18712" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/endoplast_haus05_flieher.gif"><img class="size-full wp-image-18712" title="endoplast_haus05_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/endoplast_haus05_flieher.gif" alt="" width="553" height="415" /></a><p class="wp-caption-text">Der Anfang vom Ende.</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Hier also das letzte Bild vom Verschwinden der Vergangenheit. </strong></span><span style="color: #ff0000;"><strong>Ich behaupte nicht, dass die Fassade nicht renovierungsbedürftig war.<span id="more-18710"></span> Aber einfach alles zukleistern? Das Haus ist danach nur noch ein 08/15-Haus.</strong></span></p>
<div id="attachment_18713" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/endoplast_haus06_flieher.gif"><img class="size-full wp-image-18713" title="endoplast_haus06_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/endoplast_haus06_flieher.gif" alt="" width="553" height="539" /></a><p class="wp-caption-text">Adieu Arbeiterdenkmal.</p></div>
<p>Der Text: „Der Zweck der Arbeit soll das Gemeinwohl sein, dann bringt Arbeit Segen, dann ist Arbeit Gebet. <a href="http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/KruppAlfred/index.html">Alfred Krupp</a>“</p>
<p>Ich will hier gar kein Fass zum Thema „Krupp“ aufmachen. Darum geht&#8217;s mir gar nicht. Und dass ich dieses Bild jetzt nicht traumschön finde oder den Spruch vor dem Hintergrund der Kanonenproduktion sehe. Alles klar. Mir geht&#8217;s aber darum, dass ein Stück Vergangenheit verschwindet. Neben dem neuen Essener Thyssen-Krupp-Palast und der menschenleeren Berthold-Beitz-Allee muss es auch hierfür eine Daseinsberechtigung geben.</p>
<p>Hier gehts zu Teil 1 der Fassaden-Serie:<br />
<a title="Teil eins der Serie über Architektur und Fassaden am Beispiel eines Essener Hauses" href="../2011/05/31/was-goethe-nicht-wollte-oder-hat-ein-haus-eine-seele/" target="_blank">Was Goethe nicht wollte oder hat ein Haus eine Seele?</a></p>
<p>Hier gehts zu Teil 2 der Fassaden-Serie:<br />
<a title="Permanent Link to Sehnt sich ein Haus nach Wärmedämmung?" rel="bookmark" href="../2011/05/31/2011/06/01/sehnt-sich-ein-haus-nach-warmedammung/">Sehnt sich ein Haus nach Wärmedämmung?</a></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F06%2F02%2Fkrupp-wurde-uns-was-husten%2F&amp;title=Fassaden%20%26%23038%3B%20Architektur%20%283%29%3A%20Der%20olle%20Krupp%20w%C3%BCrde%20uns%20was%20husten" id="wpa2a_10"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.endoplast.de/2011/06/02/krupp-wurde-uns-was-husten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Fassaden &amp; Architektur (2): Sehnt sich ein Haus nach Wärmedämmung?</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2011/06/01/sehnt-sich-ein-haus-nach-warmedammung/</link>
		<comments>http://www.endoplast.de/2011/06/01/sehnt-sich-ein-haus-nach-warmedammung/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 21:55:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kony Island</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturbegriff]]></category>
		<category><![CDATA[Monster]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.endoplast.de/?p=18694</guid>
		<description><![CDATA[Hier nun Teil zwei des Dreiteilers, der Überlegungen zum Thema anstellt: „Hat ein Haus eine Seele?“ Wir enthüllen ein Stück Identität „unseres“ Hauses. Was vor der großen Gleichmacherei war, oben deutet es sich an. Und nachfolgend entlarvt sich die Firma, die Haus- (Pendant zu Gehirn-)wäschen vornimmt: „Der Fassadendoktor“ wirbt diese Firma für sich. Angesichts der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_18695" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/endoplast_haus04_flieher.gif"><img class="size-full wp-image-18695" title="endoplast_haus04_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/endoplast_haus04_flieher.gif" alt="" width="553" height="354" /></a><p class="wp-caption-text">Macht dieses Haus den Eindruck, dass es &quot;eingepackt&quot; werden möchte? Und wenn ja, dann höchstens von Christo...</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Hier nun Teil zwei des Dreiteilers, der Überlegungen zum Thema anstellt: „Hat ein Haus eine Seele?“<span id="more-18694"></span></strong></span></p>
<p>Wir enthüllen ein Stück Identität „unseres“ Hauses. Was vor der großen Gleichmacherei war, oben deutet es sich an. Und nachfolgend entlarvt sich die Firma, die Haus- (Pendant zu Gehirn-)wäschen vornimmt:</p>
<div id="attachment_18696" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/endoplast_haus03a_flieher.gif"><img class="size-full wp-image-18696" title="endoplast_haus03a_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/endoplast_haus03a_flieher.gif" alt="" width="553" height="312" /></a><p class="wp-caption-text">Welche Anmaßung sich auf dem Transparent mit Operateuren gleichzusetzen — und doch, es gibt Paralellen.</p></div>
<p>„Der Fassadendoktor“ wirbt diese Firma für sich. Angesichts der beiden „Chirurgen“ auf dem Plakat drängt sich der Kalauer „Operation gelungen, Patient tot“ auf. Überhaupt ist „Doktor“eine eher etwas negativ besetzte Version von „Arzt&#8221;&#8230;</p>
<p>Weiter heißt es: „Klimaschutz mit Eigennutz, Heizkosten sparen und gleichzeitig das eigene Heim verschönern, per Rezept. Dazu erübrigt sich wohl jeder weitere Kommentar.“</p>
<div id="attachment_18697" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/endoplast_haus03_flieher.gif"><img class="size-full wp-image-18697" title="endoplast_haus03_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/06/endoplast_haus03_flieher.gif" alt="" width="553" height="415" /></a><p class="wp-caption-text">Hier sehen wir das &quot;Werk&quot; in einer Vorstufe. Hier hat man noch gebetet, dies möge nicht die endgültige Farbe sein. Später wünschte man sich die Vorstrichfarbe zurück...</p></div>
<p>Hier gehts zu Teil 1 der Fassaden-Serie:<br />
<a title="Teil eins der Serie über Architektur und Fassaden am Beispiel eines Essener Hauses" href="http://www.endoplast.de/2011/05/31/was-goethe-nicht-wollte-oder-hat-ein-haus-eine-seele/" target="_blank">Was Goethe nicht wollte oder hat ein Haus eine Seele?</a></p>
<p>Und hier geht’s zu Teil 3 der Fassaden-Serie:<br />
<a title="Permanent Link to Der olle Krupp würde uns was husten" rel="bookmark" href="../2011/05/31/2011/06/02/krupp-wurde-uns-was-husten/">Der olle Krupp würde uns was husten</a></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F06%2F01%2Fsehnt-sich-ein-haus-nach-warmedammung%2F&amp;title=Fassaden%20%26%23038%3B%20Architektur%20%282%29%3A%20Sehnt%20sich%20ein%20Haus%20nach%20W%C3%A4rmed%C3%A4mmung%3F" id="wpa2a_12"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.endoplast.de/2011/06/01/sehnt-sich-ein-haus-nach-warmedammung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>10</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>die endoplast-horror-action-story 2: metallo-fleumel</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2011/05/31/die-endoplast-horror-action-story-2-metallo-fleumel/</link>
		<comments>http://www.endoplast.de/2011/05/31/die-endoplast-horror-action-story-2-metallo-fleumel/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 31 May 2011 18:07:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kony Island</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Irrwitz]]></category>
		<category><![CDATA[Paranoia]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.endoplast.de/?p=18600</guid>
		<description><![CDATA[eine warnung an alle, die geglaubt haben, der fleumel habe sich als gewüchs auf einer fensterbank zur ruhe gesetzt. mitnichten! wir berichteten über &#8220;the return of the famous fleumel&#8221;. nun ist er wieder entdeckt worden, dank der sensibilisierung durch unseren artikel. anbei der fotografische Beweis, heimlich unter höchster Gefahr aufgenommen. the fleumel lives! und zwar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/05/endoplast_fleumel02_flieher.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-18601" title="endoplast_fleumel02_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/05/endoplast_fleumel02_flieher.gif" alt="" width="553" height="675" /></a></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>eine warnung an alle, die geglaubt haben, der fleumel habe sich als gewüchs auf einer fensterbank zur ruhe gesetzt. mitnichten!<span id="more-18600"></span></strong></span></p>
<p>wir berichteten über <a href="die-endoplast-horror-story-the-return-of-the-fabulous-fleumel">&#8220;the return of the famous fleumel&#8221;</a>. nun ist er wieder entdeckt worden, dank der sensibilisierung durch unseren artikel.</p>
<p>anbei der fotografische Beweis, heimlich unter höchster Gefahr aufgenommen. the fleumel lives! und zwar unter uns in nächster nähe!</p>
<p>seine tarnung: als knopfähnlicher Gegenstand. unbemerkt liegt er am boden vor sich hin und wartet geduldig auf sein nächstes opfer. metallo-fleumel is born!</p>
<p>und wo lauert er auf seine ahnungslosen opfer? natürlich wieder in der u-bahn! also: watch out!</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F05%2F31%2Fdie-endoplast-horror-action-story-2-metallo-fleumel%2F&amp;title=die%20endoplast-horror-action-story%202%3A%20metallo-fleumel" id="wpa2a_14"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.endoplast.de/2011/05/31/die-endoplast-horror-action-story-2-metallo-fleumel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Fassaden &amp; Architektur (1): Was Goethe nicht wollte oder hat ein Haus eine Seele?</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2011/05/31/was-goethe-nicht-wollte-oder-hat-ein-haus-eine-seele/</link>
		<comments>http://www.endoplast.de/2011/05/31/was-goethe-nicht-wollte-oder-hat-ein-haus-eine-seele/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 31 May 2011 17:53:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kony Island</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturbegriff]]></category>
		<category><![CDATA[Monster]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.endoplast.de/?p=18613</guid>
		<description><![CDATA[Oder einen Charakter? Kann man den kaputtsanieren? Auf die erste Frage bzw. die ersten beiden Fragen wird wohl jeder rational veranlagte Mensch mit „Nö“ antworten.Aber Letzteres? Dafür gibt es ein anschauliches Beispiel. Dieses perfekt wärmegedämmte Haus mit dem ansprechenden Anstrich gleicht einem Menschen nach der Gehirnwäsche: Nichts erinnert mehr daran, was er/es vorher war. Schnöde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_18615" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/05/endoplast_haus01a_flieher.gif"><img class="size-full wp-image-18615" title="endoplast_haus01a_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/05/endoplast_haus01a_flieher.gif" alt="" width="553" height="542" /></a><p class="wp-caption-text">Das Haus mit mutiger Farbgebung aber ansonsten eher aalglatt-langweilig. Seiten- und Hinteransicht.</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Oder einen Charakter? Kann man den kaputtsanieren?</strong></span> <span style="color: #ff0000;"><strong>Auf die erste Frage bzw. die ersten beiden Fragen wird wohl jeder rational veranlagte Mensch mit „Nö“ antworten.</strong></span><span id="more-18613"></span>Aber Letzteres? Dafür gibt es ein anschauliches Beispiel. Dieses perfekt wärmegedämmte Haus mit dem ansprechenden Anstrich gleicht einem Menschen nach der Gehirnwäsche: Nichts erinnert mehr daran, was er/es vorher war. Schnöde Fassaden-Gleichmacherei, die auch die nicht ganz alltägliche Farbe nicht rausreisst. Eine Farbe, die selbst Altmeister <a href="http://zitate.net/johann%20wolfgang%20von%20goethe.html">Johann Wolfgang von</a> sich anhand seiner <a href="http://www.goethesfarbenlehre.de/">Farbenlehre</a> nicht erträumt hätte.</p>
<p>Hier also das Haus, dessen Besitzer sich selbst auf die Schulter klopfend, es zufrieden betrachtend, zu sich selbst sagt: Gut gemacht! Und denken wir, mal abgesehen von der gewählten Farbe, das nicht auch? Alles ordentlich, Wände schön glatt, Farbe  schön gleichmässig, perfekt wärmegedämmt, staatliche Zuschüsse bestens angelegt.</p>
<p>Aber verfolgen wir den Weg der „Fassaden/Gehirn-Wäsche“ noch einmal zurück. Finden wir heraus, wer dieses Haus einmal war und was es uns zu sagen hatte.</p>
<p>So wie nachfolgend zu sehen sah es eine „Stufe“ vorher aus, diesmal die Straßenseite,  mit kontrastfarbenem Dixiklo (wahrscheinlich wählt jemand mit sicherem Farbgefühl die jeweilige Farbe des Dixiklos passend zur Hausfarbe dahinter aus) und in eingerüstetem Zustand:</p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/05/endoplast_haus02_flieher.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-18623" title="endoplast_haus02_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/05/endoplast_haus02_flieher.gif" alt="" width="553" height="312" /></a></p>
<p>Hier gehts zu Teil 2 der Fassaden-Serie:<br />
<a title="Permanent Link to Sehnt sich ein Haus nach Wärmedämmung?" rel="bookmark" href="../2011/06/01/sehnt-sich-ein-haus-nach-warmedammung/">Sehnt sich ein Haus nach Wärmedämmung?</a></p>
<p>Und hier geht&#8217;s zu Teil 3 der Fassaden-Serie:<br />
<a title="Permanent Link to Der olle Krupp würde uns was husten" rel="bookmark" href="../2011/06/02/krupp-wurde-uns-was-husten/">Der olle Krupp würde uns was husten</a></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F05%2F31%2Fwas-goethe-nicht-wollte-oder-hat-ein-haus-eine-seele%2F&amp;title=Fassaden%20%26%23038%3B%20Architektur%20%281%29%3A%20Was%20Goethe%20nicht%20wollte%20oder%20hat%20ein%20Haus%20eine%20Seele%3F" id="wpa2a_16"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.endoplast.de/2011/05/31/was-goethe-nicht-wollte-oder-hat-ein-haus-eine-seele/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ein Dialog: Warum hast Du über den Tod Osama bin Ladens geweint?</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2011/05/08/ein-dialog-warum-hast-du-uber-den-tod-osama-bin-ladens-geweint/</link>
		<comments>http://www.endoplast.de/2011/05/08/ein-dialog-warum-hast-du-uber-den-tod-osama-bin-ladens-geweint/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 08 May 2011 00:37:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rolf Koschkat</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politisches]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Monster]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Wunde]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.endoplast.de/?p=18306</guid>
		<description><![CDATA[Ich bin nach Hause gekommen. Du hast weinend am Tisch gesessen. Ich habe gefragt „Was ist los?“ Du hast gesagt: „Sie haben Osama bin Laden hingerichtet. Ohne Prozess.“ „Was?“ habe ich da gerufen. „Spinnst Du? Was ist denn schlimm daran?“ Du hast aufgehört zu weinen, hast hochgeschaut und jede Silbe betonend gesagt: „Er &#8211; war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_18307" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/05/endoplast_osama_bin_laden_tot.gif"><img class="size-full wp-image-18307 " title="endoplast_osama_bin_laden_tot" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/05/endoplast_osama_bin_laden_tot.gif" alt="Usama bin Ladin, Mensch und Un-Mensch" width="553" height="312" /></a><p class="wp-caption-text">Der Tod eines Unmenschen kann einen dennoch rühren, sofern man nicht selbst einer geworden ist.</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Ich bin nach Hause gekommen.<br />
Du hast weinend am Tisch gesessen.<br />
Ich habe gefragt „Was ist los?“<span id="more-18306"></span></strong></span></p>
<p><span style="color: #ff6600;">Du hast gesagt: <a title="Der Endoplast-Artikel zum Tod des Terrorführers: Osama bin Laden als Leiche: Der Kopf, der Körper und der Tod eines Traumas" href="http://www.endoplast.de/2011/05/02/osama-bin-laden-als-leiche-der-kopf-der-korper-und-der-tod-eines-traumas/" target="_blank">„Sie haben Osama bin Laden hingerichtet. Ohne Prozess.“</a></span><br />
<span style="color: #333399;">„Was?“ habe ich da gerufen. „Spinnst Du? Was ist denn schlimm daran?“<br />
</span>Du hast aufgehört zu weinen, hast hochgeschaut und jede Silbe betonend gesagt:<br />
<span style="color: #ff6600;">„Er &#8211; war &#8211; ein &#8211; Mensch!!“<br />
</span><span style="color: #333399;">„War er das? Ein Mensch, der Dich killen wollte!“, erwiderte ich höhnisch.</span><br />
<span style="color: #ff6600;">„Das weißt Du doch gar nicht“, hast Du mich angeschrieen.<br />
</span><span style="color: #333399;">„Ach“, hab ich gesagt, „aber Du weißt genau, dass ihm die Menschen wichtig waren?</span><br />
<span style="color: #333399;">Denk mal an den 11. September 2001, da hat er wahllos Tausende gekillt.“<br />
</span><span style="color: #ff6600;">„Trotzdem darf ein Staat nicht mit gleichen Mitteln zurückschlagen.<br />
Unrecht gegen Unrecht geht nicht“, hast Du gesagt.</span><br />
<span style="color: #333399;">„Ok“, beruhigte ich mich langsam wieder, „was hätten die denn anstatt dessen tun sollen?“<br />
</span><span style="color: #ff6600;">„Ihn vor ein Gericht stellen und gucken, ob sie ihn verurteilen können.<br />
Das haben sie mit Saddam Hussein ja auch gemacht.“</span><br />
<span style="color: #333399;">„Und Gaddhafi? Darf man den auch nicht bombardieren?“<br />
</span><span style="color: #ff6600;">„Nein, darf man nicht“, entgegnetest Du trotzig.<br />
</span><span style="color: #ff6600;">„Völkerrechtlich darf man nur das gequälte Volk schützen, nicht wahllos bombardieren.“<br />
</span><span style="color: #333399;">Ich schüttelte widerstrebend den Kopf: „Ich möchte Dich mal sehen, wenn einer von Deinen Freunden im TwinTower gesessen hätte&#8230;Ob Du dann auch noch so reden würdest. Du bist doch total verbildet, Theoretikerin!“</span><br />
<span style="color: #ff6600;">„Verbildet, weil ich für die Menschenrechte bin?“</span><br />
<span style="color: #333399;">„Hat Osama bin Laden sich denn um die Menschenrechte gescherrt?<br />
</span><span style="color: #333399;">Er würde, wenn er könnte, Dich, mich, unsere Familien, unsere Freunde und Nachbarn in die Luft jagen, weil er gemeint hat, dass sei sein religiöser Auftrag.“</span><br />
<span style="color: #ff6600;">„Das ich auch nicht richtig, klar&#8230;</span><br />
<span style="color: #ff6600;">Ich meine ja nur, dass wir ein Rechtssystem haben, kein Faustrecht, keine Lynchjustiz.<br />
Wir haben ein Rechtssystem, die USA auch, und das wird politisch-militärisch ausgehebelt. Barack Obama hat den Friedensnobelpreis bekommen und killt einen Menschen. Er hat den Befehl gegeben, das ist so, als hätte er selbst abgedrückt. Ich spucke aus vor ihm.“</span></p>
<h2>Von den Kreuzzügen zu El Salvador, Nicaragua und Afghanistan</h2>
<p>Ich hatte mich inzwischen hingesetzt.<br />
<span style="color: #333399;">„Im Prinzip hast Du ja Recht. Es ist nur so, dass Osama bin Laden, ähnlich wie Hitler, durch die Schlaffheit des Systems groß geworden ist. Man hätte ihn richtig bekämpfen müssen, bevor er stark geworden war. “</span><br />
<span style="color: #ff6600;">„Nein, so ist es nicht. Geh doch mal zurück in den Geschehnissen. Im Krieg der Sowjets gegen Afghanistan in den 80er-Jahren haben die USA die Hardcore-Islamisten unterstützt, damit die gegen den roten Feind Sowjetunion kämpfen und die Drecksarbeit machen. Die CIA hat Osama bin Laden und viele andere nicht nur unterstützt, sie hat sie gestärkt, ausgebildet, strategisch unterwiesen, hat ihnen High-Tech-Morden beigebracht. Damals hat es politisch ins Kalkül gepasst. Es war sozusagen eine Win-Win-Situation. Die Terror-Islamisten profitierten, die USA auch.“</span><br />
Das wußte ich, klar. <span style="color: #ff6600;">„Später hat sich Osama bin Laden gegen den Imperialisten USA gewandt und gegen ihn gekämpft. Für ihn sind alle, die Russen, die USA, Ungläubige.“</span><br />
<span style="color: #333399;">„Und“, hab ich eingehakt, „er hat seinen Glauben so ausgelegt, dass alle Ungläubigen bekämpft werden müssen.“</span><br />
<span style="color: #ff6600;">„Ja, das stimmt“, hast Du entgegnet, „aber die Geschichte fängt viel früher an.“<br />
</span><span style="color: #333399;">„Meinst Du am Ende zu Zeiten der Kreuzritter?“</span><br />
<span style="color: #ff6600;">„Ja, genau, vor ziemlich genau tausend Jahren begannen die Kreuzzüge, angebliche Religionskriege.“</span><br />
<span style="color: #333399;">„Und in den Jahrhunderten vorher haben die Araber angegriffen.“<br />
</span><span style="color: #ff6600;">„Na gut“, hast Du Deinen Kopf abwägend geneigt, „vielleicht ein Unentschieden?“</span><br />
<span style="color: #333399;">„Osama bin Laden war aber gar nicht mal so unentschieden.“<br />
</span><span style="color: #ff6600;">„Stimmt, und die CIA war in Lateinamerika auch nicht zögerlich, wieviel Hunderttausende sind denn da in faschistischen Kerkern gefoltert und getötet worden, unter der Protektion der USA?“</span><br />
<span style="color: #333399;">„Man soll die Anzahl von Toten nicht aufrechnen, aber Du hast schon Recht, klar, so gesehn, sind die paar Tausend, die Osama bin Laden sich aufs Gewisssen geladen hat, nicht viel.“</span><br />
<span style="color: #ff6600;">„Zumindest sind seine Opfer nicht die einzigen Opfer. Seine Morde werden schlimmer bewertet, weil er es sich gewagt hat, Amerika anzugreifen und dem ganzen mächtigen Kontinent Angst zu machen.“</span></p>
<h2>Von Kontinenten und Gesellschaftsmodellen: Wer ist der bessere Mensch?</h2>
<p>Es war spät geworden.<br />
<span style="color: #333399;">„Wie einigen wir uns jetzt“ fragte ich.<br />
</span><span style="color: #ff6600;">„Keine Ahnung!“</span><br />
<span style="color: #333399;">„Du weinst auch gar nicht mehr.“</span><br />
<span style="color: #ff6600;">„Ja. Ich habe aber nicht um Osama bin Laden geweint. Ich habe geweint, weil die Menschlichkeit unter die Räder gekommen ist.“</span><br />
<span style="color: #333399;">„Bei wem? Bei ihm?“</span><br />
<span style="color: #ff6600;">„Nein, allgemein. Ich kenne ihn ja nicht. <a title="Der Endoplast-Artikel zu Osama bin Laden und seiner Flüchtigkeit: Tot, Lügen, Videotape: Osama-bin-Laden-Desinformation und mediale Unsterblichkeit" href="http://www.endoplast.de/2011/05/05/tot-lugen-videotape-osama-bin-laden-desinformation-und-mediale-unsterblichkeit/" target="_blank">Er ist eine Medienfigur, für mich irgendwie virtuell.</a> Ich weiß aber, dass, wenn man immer auf die Geschichte verweist und sagt, dort waren die Kreuzzüge und heute müssen wir uns wehren, dann ist das richtig und falsch.“</span><br />
<span style="color: #333399;">„Wieso beides?“</span><br />
<span style="color: #ff6600;">„Ich kann verstehen, dass man sich total über das Großmachtgehabe der Amerikaner ärgern kann, dass man beginnt sie zu hassen, weil die Amerikaner Millionen Leichen zu verantworten haben. Wenn es nur ihren Interessen gedient hat, kannten die kein Pardon. Sie haben im sowjetischen Afghanistan-Krieg die Taliban und Al Kaida vorgeschickt und verheizt. Weil es ja so schön bequem war.“</span><br />
<span style="color: #333399;">„Und andererseits?“</span><br />
<span style="color: #ff6600;">„Andererseits kann man nicht immer nur im Gestern leben. Wenn man seine eigene Gewalt mit der Gewalt gegen die Großväter begründet, ist das eine unendliche Spirale, die sich ewig dreht.“</span><br />
<span style="color: #333399;">„Da stimme ich Dir zu. Die Kreuzzüge von vor tausend Jahren hatten offiziell das Ziel, das heilige Land zu befreien. Und die gleichen Worte hat auch Osama bin Laden gewählt. Er wollte nicht ruhen, bis Palästina befreit ist.“</span><br />
<span style="color: #ff6600;">„Und so weiter und so fort. Es ist aber schon ein Trugschluß, aus einer Religion ableiten zu wollen, dass man alle anderen Menschen bzw. Menschen, die an einen anderen Gott glauben, per Maxime bekämpfen oder ausrotten darf.“</span><br />
<span style="color: #333399;">„Oder, wenn man glaubt, das sind alles Imperialisten, was die Amerikaner ja auch waren, sie müssen es aber nicht für immer bleiben.“</span><br />
<span style="color: #ff6600;">„Tja, wir sind uns wahrscheinlich einig, dass Gewalt keine Lösung ist.“</span><br />
<span style="color: #333399;">„Theoretisch ja, aber Gewalt ist in der Welt. Was würdest Du denn denken, wenn Du weißt, dass viele Golfstaaten von Despoten regiert werden, die mehr oder weniger, direkt oder indirekt am Tropf der westlichen Welt hängen? Was könntest Du gewaltlos dagegen machen?“</span><br />
<span style="color: #ff6600;">„Ja ich weiß, aber Du kannst das, was geschehn ist, halt nicht mehr rückgängig machen. Es ist wie es ist und jetzt bei den Revolutionen in Nordafrika und im nahen Osten scheinen sich die USA ja schon irgendwie auf die Seite der Menschenrechte zu schlagen.“</span><br />
<span style="color: #333399;">„Mag sein, aber das ist ein neues Thema. Ich wollte nur wissen, warum Du geweint hast. Es war also kein Weinen um den armen Osama bin Laden?“</span><br />
<span style="color: #ff6600;">„Nein, ich habe geweint, weil ich es menschlich verwerflich fand, jemanden einfach so hinzurichten, ihm in den Kopf zu schießen. Für wen soll das denn ein Vorbild sein? Vielleicht für texanische Cowboys und für die Waffenindustrie, die jetzt sagen kann, unsere Präzisionswaffen töten jeden Terroristen. Die Menschheit kommt aber nur durch Kooperation weiter. Nicht durch Aggression.“</span><br />
<span style="color: #333399;">„Weise Worte. Lassen wir es so stehen, für heute.“</span><br />
<span style="color: #ff6600;">„Danke.“</span></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F05%2F08%2Fein-dialog-warum-hast-du-uber-den-tod-osama-bin-ladens-geweint%2F&amp;title=Ein%20Dialog%3A%20Warum%20hast%20Du%20%C3%BCber%20den%20Tod%20Osama%20bin%20Ladens%20geweint%3F" id="wpa2a_18"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.endoplast.de/2011/05/08/ein-dialog-warum-hast-du-uber-den-tod-osama-bin-ladens-geweint/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>die endoplast-horror-story: the return of the fabulous fleumel</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2011/03/25/die-endoplast-horror-story-the-return-of-the-fabulous-fleumel/</link>
		<comments>http://www.endoplast.de/2011/03/25/die-endoplast-horror-story-the-return-of-the-fabulous-fleumel/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 25 Mar 2011 15:04:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kony Island</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.endoplast.de/?p=17918</guid>
		<description><![CDATA[ich steige in die u-bahn ein und setze mich. ich sehe nach draussen und mein blick fällt auf einen merkwürdigen fleumel, der sich an der scheibe festgekrallt hat. was ist das? ein wenig verängstigt bin ich schon. ich hoffe, es ist kein alien, der über glasschmelzende säure verfügt&#8230; merkwürdiger weise sind die anderen fahrgäste vollkommen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/03/endoplast_der_fleumel_01_flieher.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-17920" title="endoplast_der_fleumel_01_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/03/endoplast_der_fleumel_01_flieher.jpg" alt="" width="553" height="312" /></a></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>ich steige in die u-bahn ein und setze mich. ich sehe nach draussen und mein blick fällt auf einen merkwürdigen fleumel</strong></span><span id="more-17918"></span><span style="color: #ff0000;"><strong>, der sich an der scheibe festgekrallt hat. was ist das?</strong></span></p>
<p>ein wenig verängstigt bin ich schon. ich hoffe, es ist kein alien, der über glasschmelzende säure verfügt&#8230; merkwürdiger weise sind die anderen fahrgäste vollkommen desinteressiert. dumme ignoranten, denke ich. sind sich der bedrohung nicht bewusst, bis es zu spät ist. todesmutig fotografiere ich ihn, sonst glaubt mir das keiner.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-17921" href="http://www.endoplast.de/2011/03/25/die-endoplast-horror-story-the-return-of-the-fabulous-fleumel/endoplast_der_fleumel_02_flieher/"><img class="alignnone size-full wp-image-17921" title="endoplast_der_fleumel_02_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/03/endoplast_der_fleumel_02_flieher.jpg" alt="" width="553" height="312" /></a></p>
<p>ich fahre weiter. der fleumel stellt sich tot &#8211; billiger trick. ich fotografiere weiter &#8211; solange ich noch kann &#8211; gehe sogar noch näher heran. minimale veränderungen kann man erst oft mit dem bloßen auge nicht erkennen, sondern erst später auf dem foto.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-17922" href="http://www.endoplast.de/2011/03/25/die-endoplast-horror-story-the-return-of-the-fabulous-fleumel/endoplast_der_fleumel_03_flieher/"><img class="alignnone size-full wp-image-17922" title="endoplast_der_fleumel_03_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/03/endoplast_der_fleumel_03_flieher.jpg" alt="" width="553" height="312" /></a></p>
<p>aha, also doch: er hat sich bewegt und hinterlässt eine schleimige spur auf der scheibe. offensichtlich ist ihm das fotografieren unangenehm. er bewegt sich von mir weg.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-17923" href="http://www.endoplast.de/2011/03/25/die-endoplast-horror-story-the-return-of-the-fabulous-fleumel/endoplast_der_fleumel_04_flieher/"><img class="alignnone size-full wp-image-17923" title="endoplast_der_fleumel_04_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/03/endoplast_der_fleumel_04_flieher.jpg" alt="" width="553" height="312" /></a></p>
<p>ich bin an meiner haltestelle angekommen. noch ein letztes foto vom fleumel, bevor ich aussteigen muß. doch ach, was muss ich feststellen: er hat sich mitsamt seinem bewegungsschleim verzogen. was nun? wird er mir auflauern und sich für meine unerwünschte dokumentation rächen? was soll ich tun? lieber weiter fahren, obwohl ich gleich zuhause wäre? oder lieber die beine in die hand nehmen und versuchen, ihm zu entkommen? ich entscheide mich für letzteres.</p>
<p><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/03/endoplast_der_fleumel_05_flieher.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-17919" title="endoplast_der_fleumel_05_flieher" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/03/endoplast_der_fleumel_05_flieher.jpg" alt="" width="553" height="312" /></a></p>
<p>trotz meines schritttempos finde ich ihn wieder. er lauert mir an einem parterrefenster auf. aber ich habe ihn schon von weitem gesehen und trotz seiner tarnung als moos(hammer) erkannt. noch ein letztes, schnelles foto, mit dem gedanken, dass dies vielleicht alles sein wird, was von mir noch übrig bleibt. ich laufe einen großen bogen und hoffe, dass er unter zeugen &#8211; es gibt einige passanten &#8211; von der verfolgung ablassen und mich ziehen lassen wird. Und so ist es auch&#8230; ufff.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F03%2F25%2Fdie-endoplast-horror-story-the-return-of-the-fabulous-fleumel%2F&amp;title=die%20endoplast-horror-story%3A%20the%20return%20of%20the%20fabulous%20fleumel" id="wpa2a_20"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.endoplast.de/2011/03/25/die-endoplast-horror-story-the-return-of-the-fabulous-fleumel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>22</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

