Tag Archive | "Irrwitz"

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Megyn Kelly über ihr Treffen mit Donald Trump

Posted on 17 April 2016 by Ralf Wasselowski

Zoten-Quotenmatch. Am 13.04.2016, also kurz nachdem sie sich mit dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten-Anwärter Donald Trump getroffen hatte, konnte die Journalistin Megyn Kelly mit ihrer Sendung die beste Einschaltquote des Tages im amerikanischen Fernsehen erreichen. Nach ihrer lang anhaltenden medienträchtigen Kontroverse mit Trump hatte sie zum Treffen aber nichts Substantielles zu sagen. Dass es ein klärendes Gespräch gewesen sei und auf ihre Initiative hin stattgefunden habe. Trump habe sie freundlich empfangen. Sie hatte Trump in der ersten republikanischen Debatte der Vorwahlkandidaten im August 2015 hart mit dem Thema Frauenfeindlichkeit erwischt. Trump war wütend, auch ihre klaren Fragen zur Trump-University hatten den Kandidaten ins schwitzen gebracht. Die Trump University hatte, ohne eine reguläre Universität zu sein, ab 2005 Kurse im Bereich Immobilien, Wirtschaft und Finanzen angeboten, wobei die Kursgebühren bis zu 35.000 Dollar betrugen. Das New York State Education Department prangerte die Eigenbezeichnung als Universität an, weshalb sich die Trump University 2010 in The Trump Entrepreneur Initiative umbenennen musste. Schließlich ermittelte die New Yorker Staatsanwaltschaft wegen illegaler Geschäftspraktiken. Es kam ab 2013 zum Prozess, der auch bei den Vorwahlen thematisiert wurde. In eine von Kelly moderierte Sendung wollte Trump danach nicht mehr kommen. Inzwischen war Kelly in den Medien zur Vorzeige-Journalistin geworden, die auch in den Fox-fremden Zuschauergruppen Anteile hinzu gewinnen konnte. Dann stellte sich Fox-News-Chef Roger Alies im Konflikt mit Trump vor Megyn Kelly, wohl auch weil sie deutlich vernehmbar über ihre berufliche Zukunft nachgedacht hatte. Alies traf sich außerdem mit Trump, weil er noch im Mai 2016 ein Interview mit ihm will, das Kelly führen soll. Ein solches Interview zwischen den beiden Medienstars wäre der Quotenhit schlechthin. Es ist anzunehmen, dass Alies hinter den Kulissen weiter zwischen beiden vermittelt hat, weshalb Kelly schließlich zu Trump gefahren ist, um die Wogen zu glätten. Man kann dieses Gespräch politisch deuten oder als einen Marketing- und Wirtschaft-Coup. Denn Fox ist auf Megyn Kelly als Quotenbringer angewiesen und einen Medienevent des genannten Zuschnitts könnte der Sender ebenfalls gut vertragen. So vermischt sich im Amerika des Jahres 2016 alles miteinander: Trump als irrwitzig anmutender republikanischer Kandidat, der den Politiker gibt und der die eigene Partei, die ihn nicht haben will, in Verlegenheit bringt; sein Populismus, der mit ernst gemeinter Politik nichts zu tun hat, ihn aber von Wahlerfolg zu Wahlerfolg katapultiert; der Konflikt mit Kelly, die sie in ungeahnte Einschaltquoten-Höhen brachte, sie wohl sehr reich machen wird – man spricht darüber, dass über ein Jahresgehalt von 20 Millionen US-Dollar verhandelt wird – und sie zum Thema der öffentlichen Aufmerksamkeit macht; der Konflikt zwischen dem angehenden Politiker und der für europäische Verhältnisse schwer einzuordnenden, in jedem Fall aber mutigen Journalistin/Moderatorin, die für ihre Wertvorstellungen eintritt, der Konflikt also, der zum unterhaltsamen Thema des Vorwahlkampfes wird und so neben Trumps verbalen Provokationen Spannung in die Politik bringt; und nicht zuletzt die Unzufriedenheit der republikanischen Wählerschaft mit der etablierten Klientelpolitik, die die Interessen der Bevölkerung nicht genügend berücksichtigt. In gewisser Weise geht es bei diesem Wahlkampf nicht um konkrete politische Themen, sondern nur um den Umstand dass der republikanische Bewerber für den Präsidentschaftswahlkampf, Trump, ausspricht, was zwar politisch unrealistisch ist, wie eine generelle Einreisesperre von Moslems oder den Mauerbau zu Mexiko, aber damit zu verstehen gibt, dass er weiß, was viele Amerikaner fühlen. Das hat nichts mit Wahlversprechen zu tun, die tatsächlich realisiert werden, es ist mehr eine massenkollektive Triebabfuhr. Negativ ausgedrückt ist das zutiefst populistisch und Trump kommt einem vor wie der Rattenfänger von Hameln. Positiv ausgedrückt, ist er ein Politiker, bei dem sich viele Wähler atmosphärisch wiederfinden, weil er eine Antipolitik verkörpert. Hier geht es zu einem Hintergrundbericht zu dem Konflikt. Bitte klicken. Kommentieren.

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Leben ohne Marga (3): Jagdfieber

Posted on 13 Oktober 2015 by Charlotte Palme

Gustav Gans

Der schmierige Dorfgigolo, Toussaint Paque, war ebenfalls zum Leichenschmaus erschienen. Dabei hatte Jean-Pierre ihn gar nicht eingeladen. Weiterlesen

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Bob Dylan und die Schubladenkunst

Posted on 14 August 2015 by Der Barbara Streisand-Effekt


Wie schön wäre es, man könnte Kunst bzw. das Werk eines Künstlers von der Wahrnehmung durch die Medien trennen. Bob Dylan wollte in jungen Jahren nur seine Musik machen und konnte den ganzen (Medien-)Zirkus um seine Person nicht wirklich ernst nehmen. Hier sieht man ihn bei einer Pressekonferenz, die Fragen der Journalisten unterlaufen. In anderen Dokumentationen kann man oft sehen, wie er sich über die Überhöhung seiner Person lustig macht und wie er sich über Journalisten lustig macht, die ihn in eine Ecke drängen wollen. Damit Personen als Stars medial verwertbar sind, werden sie von Medien in Schubladen gesteckt. Nicht jede Schublade ist für einen Künstler bequem.

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Gesichtsentsprengung

Posted on 12 August 2015 by Der Barbara Streisand-Effekt

Gesichtslinien

Faltenverkettung mit Gesichtseinengung

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Sechs Jahre Endoplast: Das Endoplasmatische Reticulum und sein inneres Äußeres

Posted on 31 Juli 2015 by Der Barbara Streisand-Effekt

Harte Schale, weicher Kern: Ein endopsychotischesplasmatisches Reticulum ist innerhalb des Zellkörper eine vielseitige Membranstruktur im Spannungsfeld zwischen Rauheit und Weichhheit. Anders ausgedrückt, besteht es aus Hohlräumen, in denen permanent hauchdünne transparente Wände erschaffen werden. (Es könnten zum Beispiel Projektionswände für eine Filmvorführung sein). In der Zelle hat das endoplasmatische Reticulum einen wesentlichen Anteil an der Signaltransduktion, das heißt, es trägt zur innerzellulären Kommunikation mit dem Ziel der Umwandlung äußerer Reize und Signale in Handlungen im Zellinneren bei. Die Signalübersetzung spielt auch in unserer codierten Welt eine große Rolle. Wie groß mag in unserer Welt in Schräglage der Abstand zwischen echter Bedeutsamkeit, Bedeutungsträchtigkeit und Bedeutungslosigkeit sein? In unseren Zeiten werden im Spannungsfeld zwischen Politik und dem großen Geld Begriffe, ihre Bedeutungen sowie ihre Inhalte gebeugt und in ihr Gegenteil verkehrt. Da wird ein Krieg zur Friedensmission hochstilisiert, Konsumwahn wird zum „Sich-reich-kaufen“ oder Massenbevormundung zur Terrorismusbekämpfung. So ermittelt der Generalbundesanwalt gerade gegen die, die zur Aufklärung beitragen, und er ermittelt nicht gegen die, die das Gesetz gebrochen haben. Aus Unrecht wird Recht, aus Böse Gut, aus Krieg Frieden. Mit dem Aufkommen der großen Medienwirklichkeiten, die sich verselbständigt haben, versucht Endoplast etwas von dem Irrwitz deutlich zu machen, Medienrealitäten zu hinterfragen, virtuelle Welten zu offenbaren und dabei nebenbei auch etwas schrägen Spaß zu haben.

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Copy & Taste

Posted on 26 Juli 2015 by Der Barbara Streisand-Effekt

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Malerei der Erbauung: Evan Wilson

Posted on 21 Juli 2015 by Rolf

Der Maler Evan Wilson ist so retro, dass man es kaum glauben mag. Sein Ziel scheint zu sein, den Augenblick dekorativer Schönheit festzuhalten, wie in der Salonmalerei des 19. Jahrhunderts oder davor im Akademizismus. Dabei hat Evan Wilson, der 1953 in Tuscaloosa, im US-Bundesstaat Alabama, geboren wurde, erst im Laufe der Jahre zu seiner technischen Perfektion gefunden. Sein Ansatz ist hemmungslos konservativ, die Schönheit seiner Bilder erscheint erschreckend in der postmodernen Welt. ;-) Nicht nur seine Motive verstören auch das Video, dass dem Freund moderner Kunst stellenweise wie eine Persiflage vorkommen mag. Ein hoch jedenfalls auf den Ernst der Unbekümmertheit. Wilson lebt in Hoosick, New York, in einem Haus aus dem 19. Jahrhundert, dass ihm in Interieur und Exterieur Motive für seine Malerei bietet.

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Warum es uns nicht gibt

Posted on 20 Juli 2015 by Ralf Wasselowski

Dimensionskomprimierung

Das Problem eines selbstreflektorischen Systems wie der Mensch eines ist, ist, dass es sich in Frage stellen kann, was in eine Frage wie „Warum bin ich so?“ Weiterlesen

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Der Begriff “Zeit” und die Wirklichkeit

Posted on 18 Juli 2015 by Ralf Wasselowski

Zeitfuge

Ich habe eine Armbanduhr, die die Zeit in digitalen Ziffern anzeigt. Eigentlich habe ich eine analoge Uhr mit Ziffernblatt lieber. Weiterlesen

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Der Elefantenmensch: David Lynch und die Geschichte des Joseph Carey (John) Merrick

Posted on 17 Juli 2015 by Ralf Wasselowski

Die Geschichte von David Lynch, dem Regisseur und Miterfinder der Serie Twin Peaks, die zwischen 1990 und 1991 Kultstatus errungen hatte (und mit einer Fortsetzung Anfang 2016 neu erscheinen soll), ist schnell erzählt. Es ist die Geschichte eines Künstlers, in dem die Filmindustrie Kommerzielles witterte. Die Geschichte eines Mannes, der daran sowohl scheiterte als auch wuchs. Lynch hatte Eraserhead (1977) gedreht, einen expressionistisch-surrealen Schwarz-weiß-Film, der so eigenständig geraten war, dass er mit keinem anderen Film vergleichbar ist. Am ehesten kann man ihn als einen mit modernen Mitteln gedrehten Stummfilm ansehen. Mit einem Minibudget von 20.000 US-Dollar gedreht, spielte der Film 7 Millionen ein. So etwas gefällt Hollywood. Lynch hatte das Wesentliche – Regie, Buch, Produktion – an Eraserhead selbst gemacht. Auch sein nächster Film, Der Elefantenmensch (1980), ebenfalls in Schwarz-weiß, sehr klassisch und sehr akribisch gedreht, kostete 5 Millionen US-Dollar und spielte 26 Millionen ein. So etwas gefällt Hollywood noch mehr. Um den Vergleich des Filmes mit den tatsächlichen historischen Ereignissen um die Person Joseph Carey (John) Merrick geht es hier im Video. Der Elefantenmensch hat keine postmodernen Elemente, im Gegenteil, er ist ein Retrofilm – zutiefst menschlich und handwerklich bestechend altmeisterlich gedreht. Von allen Lynch-Filmen ist es derjenige, der am eindringlichsten wirkt. Es ist ein Film, wie es ihn auch 30 oder 40 Jahre zuvor hätte geben können, ein Film, dem man sich nicht entziehen kann. Die Filmwelt hatte gesehen, dass da ein neuer Regisseur mit einer eigenen starken visuellen Sprache die Bühne betreten hatte, der auch noch seine Brötchen verdiente und dann noch mit Der Elefantenmensch achtfach für den Oscar nominiert war. David Lynch war Anfang der 1980er-Jahre der Mann der Stunde in der Filmwelt. Er war neu, er war aufregend, er war visionär – und einmalig war sein Stil sowieso. Mit Dune – Der Wüstenplanet (1984) änderte sich für Lynch aber alles. Er hatte ein Riesenbudget für einen Blockbuster erhalten, um einen berühmten Science-Fiction-Roman (Der Wüstenplanet von Frank Herbert) zu verfilmen und scheiterte damit nicht nur kommerziell sondern auch künstlerisch. Er hatte sich mit dem Mega-Filmprojekt übernommen. Noch einmal kehrte Lynch kurz danach zu einem relativ klassisch erzählten und gedrehten Film zurück: Blue Velvet (1986). Dieser wie auch der postmoderner gedrehte Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula (1990) spielten ihre Kosten wieder ein und warfen vergleichsweise kleinere Gewinne ab. Ab Twin Peaks – Der Film (1992) war das nicht mehr der Fall. Die Filme von Lynch wurden zusehends künstlerischer und surrealer und erschlossen sich einem Massenpublikum nicht mehr. Dabei wurden Lynchs künstlerische Meisterwerke Lost Highway (1997) und Mulholland Drive (2001). Eine wahre Geschichte – The Straight Story (1999) war fast ohne die Lynchsche Verfremdung ausgekommen, das eher halbfertige und improvisierte Inland Empire (2006) paraphrasierte, was in Lost Highway und Mulholland Drive asynchron-erzählerisch geleistet wurde und zur kreativen Blüte getrieben worden war. Demjenigen, dem sich die künstlerischen Welten von David Lynch nicht erschließen, die mustergültig mit Eraserhead begannen und mit Mulholland Drive endeten, wird der vergleichsweise normale Film Der Elefantenmensch in Erinnerung bleiben. Hinter der Verfilmung steht das reale Schicksal eines krankhaft deformierten Menschen, der zum Schluß des Videos hier oben auch als echte Person gezeigt wird. Lynch hat damals mit viel Detailtreue und ohne Effekthascherei anrührend ein menschliches Schicksal auf die Leinwand gebracht.

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