Elektro-Harmonists.„Cabaret Voltaire“ hieß ursprünglich ein Club mit Theater und Galerie in der Züricher Spiegelgasse 1, in dem 1916 von Hugo Ball das Stottern des Dadaismus geboren wurde. Die Band „Cabaret Voltaire“ hat ein bißchen was vom Dadaismus, hatte der sich doch damalig gegen die etablierte Kunst gewandt und damit nicht unwesentlich zu dem beigetragen, was heute zeitgemäße Kunst ist. Auch die Band „Cabaret Voltaire“ hat neue Impulse für die moderne elektronische Musik gesetzt. Kommentieren.
Obsession. Nö, nicht das Parfüm, sondern das Lied von „Cabaret Voltaire“. Die Gruppe war ab Anfang der 1970er Jahre eine damals avantgardistisch-experimentelle Band, die mit Industrial-Sounds und Videos experimentierte. Irgendwann in den 1980ern ging sie ähnlich wie „Pere Ubu“ den Weg des Kommerzes. Kommentieren.
Psycho-Rock’n'Roll’a'Billity. Sie waren wochenlang und ununterbrochen auf LSD, wenn’s ans Touren ging, und zelebrierten einen psychotisch-technoiden Rock’n'Roll. Back to the Roots aus Richtung Outer Space sozusagen. Martin Rev an den Tasten und Alan Vega am Mikrophon boten als „Suicide“ ein wahrlich puristisches Line-Up. Sie waren Ende der 1970er Jahre und in den 1980ern das exotischste Duo, das publikumsseitig ausgiebig Bekanntschaft mit matschigen Tomaten und faulen Eiern machte – denn damals verstand niemand ihre Musik. Inzwischen sind sie schräger Kult. Kommentieren.
Live-Action. Dabei sein, wenn Kunst entsteht – eine schöne Vorstellung für den Betrachter. Bei Performance- oder Aktions-Kunst, ist man als Betrachter quasi Teil der Kunst. Hier ist zu sehen, wie das sein kann. Kommentieren.
Design-Flash. Gerade ist hier ‘was über die Ausstellung von Arbeiten der Designer rund um Anton Stankowski zu lesen. Heutiges Grafik-Design sieht anders aus und bewegt sich mehr. Kommentieren.
Kunstwelten. Was wäre, wenn wir alle in einer Welt leben würden, die so aussieht, als hätte die sich ein Künstler ausgedacht? Die Hauptfigur stammt aus Piccasos „Guernica“ von 1936. Es werden auch Bestandteile aus Van Gogh’s, Dali’s und Escher’s Kunstwelten verwendet. Kommentieren.
Thomas Pynchon läßt sich nicht gern in die Karten gucken, dafür sind seine Bücher um so umfangreicher. Doch diesmal hat er eine Ausnahme gemacht.
Nach dem Tod von D. J. Salinger hat die Welt des Literatur-Groupie-ismus nur noch einen Heiligen, Thomas-„He’s not there“-Pynchon. Der hat im August letzten Jahres quasi als Schnellschuß und Lockerungsübung in nur dreijähriger Bearbeitungszeit einen neuen Roman vorgelegt. Nun gibt’s bereits ein Häppchen aus der deutschen Übersetzung.
Am Donnerstag, dem 4. März, veranstaltet das Literaturhaus Stuttgart um 20.00 Uhr eine Lesung aus dem neuen Roman Inherent Vice, dessen Titel David Foster Wallace’ „Infinite Jest” persifliert und der lustigste und mit 384 Seiten Umfang der schmalste Pynchon sein soll. Pynchon versteckt sich ja erfolgreich seit Jahrzehnten, womit ein Simpsons-Filmchen spielt:
Aber die Sache ist ernst. Der Mann ist wirklich nicht greifbar, worauf ein Gutteil seines Erfolges zurückzuführen sein mag. Eine kleine Story, die man immer wieder gerne hört, kommt hier – es geht um eine Preisverleihung, zu der Pynchon, anstatt selbst hinzugehen, einen Schauspieler geschickt hatte, der ihn vorm Auditorium verkörpert hat:
Wer den großen Unbekannten jetzt neu und vielleicht auch zum ersten Mal kennenlernen möchte, für den ist die Schwelle der Eingängigkeit diesmal unerwartet tief gelegt.
Der Übersetzer erzählt aus dem Nähkästchen
Übersetzer Nikolaus Stingl, der schon „Mason & Dixon“ preisgekrönt übersetzt hat, trifft auf den Stuttgarter Literaturwissenschaftler Wolfgang Holtkamp und spricht mit ihm darüber, welche Bürde es ist, Pynchon zu übersetzen. Ähnliches hörten und lasen wir ja schon von Ulrich Blumenbach in Bezug auf seinen Wallaceschen Übersetzungsmarathon. Stingl liest aber vor allem Auszüge aus der deutschen Übersetzung von „Inherent Vice“, die gerade in Arbeit ist. Friedrich Kittler, der erst angekündigt war, kann leider nicht kommen.
Worum geht es in „Inherent Vice“?
Inhaltlich geht es im Kriminalroman um die ausklingenden 60er-Jahre im Surffieber-Zentrum Kalifornien inklusive freier Liebe, Manson-Morden und Drogen-Räuschen. Handelnder ist ein klassischer Detektiv als Hippieinterpretation. Ein Kritiker bemerkte, der Plot gemahne an die von verschrobenen Figuren durchdrungenen Filme der Coen-Brüder und an ihren „The Big Lebowski“. Das deckt sich irgendwie mit einem Kommentar zu nachfolgendem YouTube-Video, in dem Pynchon aus dem Vorgängerziegel „Gegen den Tag“ liest, und in dem auch angemerkt wird, Pynchon’s Original-Stimme höre sich an wie der Dude. Stimmt aber auch wirklich:
Schriftgelehrte. Die französische Gruppe H5 hatte hier ein Video aus Logos gestaltet. Im obigen Video für Alex Gopher gestalten sie mit Schrift, mit Typografie.Kommentieren.
Is doch Logo. Was wäre, wenn alle Elemente eines Filmes nur aus Firmen-Logos,-Key Visuals und -Maskottchen bestehen würden? Hier das in der Kategorie „Animierter Kurzfilm“ oskarnominierte Ergebnis. Es ist der Trailer zu einem 17-Minuten-Film, der 2.000 solcher Zeichen enthält und den das französische Künstler-Team H5 gestaltet hat. Kommentieren.