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	<title>endoplast.de &#187; Science Fiction</title>
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		<title>Kino: Philip K. Dick und Hollywood (2)</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Apr 2011 23:19:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher Dröge</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den Neunzigern war Philip K. Dick (zumindest hierzulande) noch ein Geheimtipp, weshalb es niemanden hinter dem Ofen hervorlockte, wenn Videothekenfutter wie &#8220;Screamers&#8221; mit seinem Namen Werbung machten. Das sollte sich jedoch ändern. Steven Spielberg verfilmte 2002 mit „Minority Report“ mit Tom Cruise in der Hauptrolle wieder eine Kurzgeschichte um eine hellseherische Polizei-Einheit, die Morde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/04/endoplast_philip_k_dick_droege.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-18013" title="endoplast_philip_k_dick_droege" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/04/endoplast_philip_k_dick_droege.gif" alt="Philip K. Dick und das Kino in Hollywood" width="553" height="312" /></a></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>In den Neunzigern war Philip K. Dick (zumindest hierzulande) noch ein Geheimtipp, weshalb es niemanden hinter dem Ofen hervorlockte, wenn<span id="more-17973"></span> Videothekenfutter wie &#8220;Screamers&#8221; mit seinem Namen Werbung machten. Das sollte sich jedoch ändern.</strong></span></p>
<p>Steven Spielberg verfilmte 2002 mit „Minority Report“ mit Tom Cruise in der Hauptrolle wieder eine Kurzgeschichte um eine hellseherische Polizei-Einheit, die Morde in der Zukunft voraus sieht um diese zu verhindern. Ähnlich wie bei Blade Runner gab man sich hier viel Mühe eine glaubhafte Zukunftswelt zu gestalten und auch die Vorlage ist durchaus noch zu erkennen: allerdings wurde sie durch die übliche Schicht Spielbergschen Zuckergusses ziemlich verwässert.</p>
<p>Nach dem Erfolg von „Minority Report“ war der Damm gebrochen und es setzte ein wahrer Run auf Dick-Lizenzen ein. Es folgten die B-Produktion „Impostor“, „Paycheck“ von John Woo, und „Next“ von Lee Tamahori. Dabei zeigte sich die Schattenseite des Erfolgs, denn diese Filme benutzten ihre Vorlagen als Entschuldigung für glatte Action-Filme, die  nur noch wenig mit Dicks Werk zu tun hatten. John Woo entledigte sich in „Paycheck“ aller SF-Elemente und ließ Ben Affleck stylish aussehen – aber nicht viel mehr. „Next“  ist im Grunde ein ärgerlicher Etikettenschwindel denn an dem Nic Cage-Vehikel erinnert bis auf die Grundidee faktisch nichts mehr an die Vorlage „The Golden Man“.</p>
<p>Hier zeigte sich auch warum Dicks Kurzgeschichten bei Produzenten so beliebt sind. Denn diese sind meist recht einfach aufgebaut und um eine starke Grundidee herumkonzipiert. Diese lässt sich recht leicht herausschneiden um in jeden gewünschten Kontext eingesetzt zu werden. An Dicks Romane hingegen traute sich nach Blade Runner lange niemand heran.</p>
<p>Bis 2006 Richard Linklater „A Scanner Darkly“ verfilmte, einen stark autobiographisch gefärbten Roman aus Dicks Spät-Phase.  Das einzige SF-Element des Romans und des Films ist die fiktive Droge Substanz T, die schwere Hirnschäden hervorruft. Keanu Reeves spielte  hier den verdeckten Ermittler Bob Arctor, der im Milieu der Drogenabhängigen nach den Hintermänner fahnden soll. Arctor kommt jedoch kaum dazu zu ermitteln bei den Mengen an Pillen die er sich einschmeißt.</p>
<p>Die Situation wird komplizierter, als er von seinen Vorgesetzten – die seine eigentliche Identität nicht kennen – den Befehl bekommt, er solle Bob Arctor überwachen.  Er fängt also an, sich selbst am Bildschirm zu beschatten, bis sein von Drogen überlastetes Hirn nicht mehr in der Lage ist festzustellen, dass er es selbst ist, den er dort beobachtet.</p>
<p>Linklater hat mit „A Scanner darkly“  die bisher einzige weitgehend werkgetreue Dick-Adaption gedreht, die auch durch ihren einzigartigen Look der Rotoskopie heraussticht: Die Szenen wurden in real gedreht um später digital übermalt zu werden um einen entrückten Cartoon-Loock zu erreichen. Dies erwies sich als probates Mittel um etwa die bizarre Komik des Lebens und Sterbens als Junkie darzustellen.</p>
<p>Auf der anderen Seite gelang es Linklater auch, Bilder für die Schwermut zu finden, die in Arctors fortschreitender Isolation und dem Zerfall der Wirklichkeit liegen. Denn auch im Roman hatte Dick trotz einer schonungslosen Demontage der Gegenkultur seiner Tage deutliches Mitgefühl für seine Figuren die alle auf persönlichen Freundschaften basierten.</p>
<p>Mit „Der Plan“ ist dieser Tage wieder eine Adaption einer Kurzgeschichte im Kino angelaufen. Dieses Mal wurde die Dicksche Grundidee in eine romantische Dramödie injiziert, was nun wirklich eine recht wunderliche Kombination ist.  Mögen da die Hardcore-Fans auch Zetern und Toben, den Produzenten ficht es nicht an, er studiert lieber die Ergebnisse des Startwochenendes.</p>
<p>Doch es gibt Hoffnung  dass aus dem Dickschen  Werk  noch mehr entstehen könnte als fade Kassenseife. Denn Michel Gondry hat angekündigt, eines der zentralen Werke Dicks verfilmen zu wollen, nämlich „Ubik“. Dem Regisseurs des inoffiziellen Dick-Films „Eternal sunshine of the spotless mind“ ist eine ambitionierte Umsetzung dieses vertrackten Romans durchaus zuzutrauen.</p>
<p>Was der Meister selbst zu den verschiedenen Interpretationen gesagt hätte, werden wir nicht mehr erfahren: Er hat seinen späten Erfolg nicht mehr miterlebt.  Wenige Wochen vor der Premiere von Blade Runner starb er an den Folgen eines Schlaganfalls,  einer Altlast aus der Zeit seiner Drogeneskapaden. Ihm zu Ehren haben Fans seinen Kopf als Animatronic modelliert, der für eine Ausstellung gedacht war, inzwischen jedoch auf mysteriös Weise verschwunden ist. Vielleicht hätte er uns ja sagen können, ob er jetzt von elektrischen Schafen träumt.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F04%2F08%2Fkino-philip-k-dick-und-hollywood-2%2F&amp;title=Kino%3A%20Philip%20K.%20Dick%20und%20Hollywood%20%282%29" id="wpa2a_2"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kino: Philip K. Dick und Hollywood (1)</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Apr 2011 23:12:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher Dröge</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn man in Hollywoods Genre-Kino neben Sequels und Prequels, Remakes und Reboots noch etwas finanziert bekommt, dann sind es Verfilmungen von Werken aus der Feder des Science Fiction-Autoren Philip K. Dick. Das ist ein wenig seltsam, denn im Grunde  haben  die 40 Romane und an die 120 Kurzgeschichten des Schriftstellers wenig mit dem durchschnittlichen Ausstoß [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/03/Dickoplast.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-17746" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2011/03/Dickoplast.jpg" alt="" width="553" height="310" /></a></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Wenn man in Hollywoods Genre-Kino neben Sequels und Prequels, Remakes und Reboots noch etwas finanziert bekommt, dann sind es Verfilmungen von Werken aus der Feder des Science Fiction-Autoren Philip K. Dick. <span id="more-17745"></span>Das ist ein wenig seltsam, denn im Grunde  haben  die 40 Romane und an die 120 Kurzgeschichten des Schriftstellers wenig mit dem durchschnittlichen Ausstoß der Traumfabrik gemein. Grund genug dem ein wenig auf Grund zu gehen. </strong></span></p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Philip_K._Dick">Philip K. Dick</a> begann seine Karriere im Golden Age der Science Fiction, den Fünfziger Jahren. Die ersten zehn Jahre verbrachte er als unbeachteter Vielschreiber von  Short Storys für Dutzende schmuddeliger Monatshefte, und verbrachte dabei mehr Zeit unter als ober der Armutsgrenze. Dies sollte sich zwar nie entscheidend ändern, doch machte er mit seinem Roman „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Orakel_vom_Berge">Das Orakel vom Berge</a>“ 1961 erstmals auch außerhalb der Kreise lichtscheuer SF-Fans von sich reden. Der Roman erzählt von einer alternativen Welt, in der die Nazis und Japan den 2. Weltkrieg gewonnen und die USA unter sich aufgeteilt haben. Beflügelt von diesem Erfolg, erhöhte Dick seinen ohnehin schon erstaunlichen Ausstoß: in den 60er Jahren schrieb er  jedes Jahr 2 Romane und entwickelte ein ausgeprägtes Interesse an Drogen aller Art. Das liest man vielen Arbeiten aus dieser Zeit auch an, gleichzeitig gehören Romane wie „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ubik">Ubik</a>“ „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_drei_Stigmata_des_Palmer_Eldritch">Die 3 Stigmata des Palmer Eldritch</a>“ und „Warte auf das letzte Jahr“ zum Besten was er je geschrieben hatte. In diesen genresprengenden Texten irren die Figuren hilflos durch die Labyrinthe vorgegaukelter Scheinrealitäten, ohne Aussicht jemals den Ausgang zu finden. Dicks Kernthema kam hier zur vollen Entfaltung: Das Unbehagen und das Misstrauen gegenüber der Realität, und eine  Absage an den einen allgemeingültigen Wahrheitsbegriff.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="553" height="350" src="http://www.youtube.com/embed/4fCeH-WnJYM" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Lange Zeit schienen seine multiperspektivischen Geschichten zu sperrig für Hollywood. Erst Anfang der 80er machte sich ein junger Filmemacher namens Ridley Scott daran, den Roman „Träumen Roboter von elektrischen Schafen?“ in eine filmische Form zu bringen. Das Ergebnis erblickte im Jahr 1982 unter dem Titel „Blade Runner“ das Licht der Leinwand. Hier spielte Harrison Ford den Kopfgeldjäger Deckard, der Replikanten genannte künstliche Menschen jagt, die sich illegal auf der Erde aufhalten.</p>
<p>Scott veränderte die Handlung des Romans stark, strich die religiösen Untertöne heraus und fügte eine schwülstige Love-Story hinzu. Trotzdessen  atmet der Film den Geist der Vorlage, denn die Grenzen zwischen Mensch und Roboter verschwimmen zusehends: Künstliche Erinnerungen gaukeln den Androiden ein Leben vor, das sie nie geführt haben,  und wer kann schon sagen ob die eigenen Erinnerungen echt sind?  Ist eine falsche Erinnerung weniger wert als eine richtige? Deckard hat am Ende des Films jedenfalls einigen Grund, an der eigenen Menschlichkeit zu zweifeln.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="553" height="350" src="http://www.youtube.com/embed/CByDaEcs5yo" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>„Blade Runner“  gilt heute als Klassiker nicht nur des Genres, was vor allem an seinem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=6VPT-Ug-gF4">visionären Design </a>einer trostlosen, in der Gegenwart verwurzelten Zukunft liegt, die für Jahrzehnte den Maßstab im Genre setzen sollte.  Damals jedoch ging er  an der Kasse und der Kritik ziemlich unter, und es sollte acht Jahre dauern, bis sich wieder jemand an einen Stoff des Autors wagen sollte.</p>
<p>1990 war es dann soweit: Der Niederländer Paul Verhoeven brachte „Total Recall“  in die Kinos, der auf der Kurzgeschichte „We can remember it for you wholesale“ basierte. Auf dem Höhepunkt von Arnies Popularität wurde der Film vor allem als greller Actionreißer rezipiert, doch unter der ganzen Ballerei und den markigen One-Linern verbirgt sich auch hier die Dicksche Weltsicht:  Der angebliche Bauarbeiter Quaid erfährt, dass er in Wirklichkeit der Geheimagent Hauser ist, der in einen Skandal um Sauerstoffrationierungen in den Marskolonien verwickelt ist. Auch hier ist den eigenen Erinnerungen, dem eigenen Urteilsvermögen nicht zu trauen und mehr als einmal muss Quaid das was er für die Wahrheit hält korrigieren.</p>
<p>„Total Recall“ ließ im Gegensatz zu Blade Runner die Kasse klingeln und Hollywoods Bluthunde begannen, die Fährte aufzunehmen. Denn Verhoevens Film hatte auch gezeigt, dass man in den Dickschen Geschichten herumfuhrwerken konnte, ohne dass sich jemand allzu laut beschwerte. Trotzdem war man in den 1990ern noch vorsichtig, die einzige offizielle Dick-Verfilmung war das B-Movie  „Screamers“ von 1995,  nach der Kurzgeschichte „Variante zwei“. Hier sind es sich selbst reproduzierende Killermaschinen, die gelernt haben, das Äußere der Menschen täuschend echt zu imitieren. Ob James Cameron die Geschichte wohl kannte, als er 1984  den „Terminator“ drehte? Ein Schelm wer böses dabei denkt…</p>
<p>Zum Ende des Jahrzehnts hin begannen Dicks Themen und Motive endgültig in das Bewusstsein vieler Filmemacher einzusickern. Die „Matrix“  der Wachofski-Brüder  mit ihrer titelgebenden Scheinwelt war ein astreines Surrogat der Dickschen Idee von den dunklen Kräften, die hinter den Kulissen der Realität die Fäden ziehen; ebenso „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=moW17YHl6B8&amp;feature=related">Dark City</a>“ von Alex Proyas. David Cronenberg verneigte sich mit „ExistenZ“ ganz offen vor dem Altmeister der Paranoia. Doch erst 2001 sollte mit „Minority Report“ wieder eine offizielle-Dick-Adaption  produziert werden.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F04%2F08%2Fkino-philip-k-dick-und-hollywood-1%2F&amp;title=Kino%3A%20Philip%20K.%20Dick%20und%20Hollywood%20%281%29" id="wpa2a_4"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Moon &#8211; auf der einsamen Seite des Mondes</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Jul 2010 21:03:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher Dröge</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Märchen]]></category>
		<category><![CDATA[Science Fiction]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Kritik kommt im Grunde eine Woche zu spät, da „Moon“ schon letzte Woche angelaufen ist. Das passt aber wiederum zum Film, denn der kommt auch zu spät, nämlich ein ganzes Jahr nachdem der Rest der Welt ihn schon als DVD im Regal stehen hat. Tja, die Wege der deutschen Verleiher sind unergründlich, seien wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left">
<div class="mceTemp">
<dl>
<dt><img class="size-full wp-image-12439" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/07/endoplast_moon1.gif" alt="Der Mann im Mond." width="553" height="710" /></dt>
</dl>
</div>
<p style="text-align: left"><span style="color: #ff0000"><strong>Diese Kritik kommt im Grunde eine Woche zu spät, da „Moon“ schon letzte Woche angelaufen ist. Das passt aber wiederum zum Film, <span id="more-12323"></span>denn der kommt auch zu spät, nämlich ein ganzes Jahr nachdem der Rest der Welt ihn schon als DVD im Regal stehen hat. Tja, die Wege der deutschen Verleiher sind unergründlich, seien wir lieber froh, dass der Film doch noch seinen Weg auf die Leinwand findet.</strong></span></p>
<p style="text-align: left"><span style="color: #000000"><span style="color: #993366"><strong>Sam Bell ist seit fast drei Jahren der einzige menschliche Bewohner</strong></span> einer Mondstation, deren Aufgabe es ist, das sogenannte Helium-3 abzubauen, ein Wunderstoff,  mit dem man in der Zukunft sämtliche Energieprobleme gelöst hat. Da das weitgehend automatisiert vor sich geht, hat Sam nicht viel mehr zu tun als immer wieder mal nach dem Rechten zu sehen: Die drei Jahre sind ihm entsprechend lang vorgekommen – trotz des Computers „Gertie“ der als Sams Ansprechpartner agiert.</span></p>
<p style="text-align: left"><span style="color: #993366"><strong>Die Aussicht auf das Ende der Einsamkeit und das Wiedersehen</strong></span> mit seiner Familie lässt ihn ungeduldig die Ablösung erwarten, die in zwei Wochen eintreffen soll. Aber dann hat er während eines Routine-Kontrollgangs mit seinem Mondbuggy einen Unfall – und wacht wieder in der Station auf, ohne Erinnerung wie er zurück gekommen ist. Gegen den Rat seines Computers fährt er noch mal zur Unfallstelle – und findet am Steuer des havarierten Fahrzeugs sich selbst, noch immer bewusstlos über dem Steuer zusammengesunken.</p>
<p style="text-align: left"><span style="color: #993366"><strong>„Moon“ ist das Regiedebüt des Briten Duncan Jones,</strong></span> und wenn  wir jetzt kurz erwähnen  dass er der Sohn von David Bowie ist, dann reicht das für heute auch schon mit dem Gossip.</p>
<p style="text-align: left"><span style="color: #993366"><strong>Verkneifen wir uns lieber Wortspiele wie,</strong></span> dass der Ziggy ihm wohl den Stardust in die Wiege gelegt hat – obwohl man durchaus darauf kommen könnte, so gekonnt und geschmackvoll wie er sich durch die Geschichte des SF-Films zitiert. Die britische Independent-Produktion mit einem geradezu lachhaften Budget von 5 Mio. Dollar könnte man als so etwas wie die Anti-These zu den sonst im Genre üblichen Reizüberflutungen bezeichnen: Statt bunten Schlachtengemälden zeigt er ein Kammerspiel in klinisch weißen Gängen, statt Haudrauf-Dramaturgie von guten gegen böse Stereotypen, ein  versonnenes Verwirrspiel mit einem überragenden Sam Rockwell in einer Doppelrolle im Zentrum.</p>
<p style="text-align: left"><span style="color: #993366"><strong>Dabei ist an „Moon“ wenig wirklich neu.</strong></span> Tatsächlich ist er mit Zitaten und Querverweisen geradezu vollgestopft, dabei zeigt sich aber, dass Jones nicht nur ein Kenner, sondern auch ein Liebhaber des Genres ist. Denn er orientiert sich vor allem an Filmen von zwischen den späten 60ern bis frühen 80ern, der Hochzeit des Genres. Überdeutlich ist der Einfluss von „2001“  zu sehen, aber auch „Alien“,  „Lautlos im Weltraum“ „Solaris“ oder „Outland“ haben ihre Marken hinterlassen.  Dass das nicht in plumpen Plagiarismus ausartet, liegt vor allem daran, dass der Film nicht versucht seine Vorbilder zu verheimlichen sondern sie immer wieder mit einem Augenzwinkern präsentiert. Vor allem der von Kevin Spacey gesprochene Computer „Gertie“,  ein tiefenentspannter Nachfahre von HAL 9000,  ist hierfür ein Paradebeispiel: In seiner säuselnden Fürsorge für Sam schwingt immer eine gewisse Ambivalenz mit, die hellhörig werden lässt. Das geübte SF-Publikum weiß: Computer, die so freundlich sind, führen immer etwas im Schilde. Man wartet also darauf, dass das diffuse Gefühl der Bedrohung aufgelöst wird, während sich der Regisseur ins Fäustchen lacht.</p>
<p style="text-align: left"><span style="color: #993366"><strong>Eine Erklärung der seltsamen Vorkommnisse in der Station</strong></span> kommt vergleichsweise früh im Film und ist auch nicht besonders überraschend, was auch der Spannungskurve nicht unbedingt zuträglich ist. Aber Jones geht es auch nicht darum, die Vorgänge der Unterhaltung willen so lange wie möglich zu verschleiern, er spielt mehr mit der üblichen Plot-Struktur des großen Twists und benutzt sie um eine Variation auf klassische Themen der SF abzuliefern; zum Beispiel die Frage nach der Natur der persönlichen Identität, der Isolation des Individuums, und auch dessen Ausgeliefertsein in einem entseelten kapitalistischen System.</p>
<p style="text-align: left"><span style="color: #993366"><strong>All diese Motive hat Sam Rockwell nahezu allein zu tragen,</strong></span> der diese Aufgabe mit Bravour meistert. Seine beiden äußerlich identischen Charaktere entwickeln sich in völlig verschiedene Richtungen, dennoch ist der eine immer im anderen erkennbar. Mit seinem Spiel bringt Rockwell die quälende Einsamkeit der Situation auf den Punkt.</p>
<p style="text-align: left"><span style="color: #993366"><strong>Neben sich selbst hat Rockwell noch Kevin Spacey als Ansprechpartner,</strong></span> der im Original „Gertie“  die Stimme leiht. An der Maschine lässt sich auch schön ablesen, wie überlegt das retromäßige Produktionsdesign die Themen des Films wieder aufgreift.  Mit seinem grob personenförmigen Gehäuse und seinem auf Augenhöhe angebrachten Bildschirm, auf dem er mit Smileys drei verschiedene Gemütszustände simulieren kann, ist  er  für Sam so etwas wie die Mutter-Attrappe für den verstoßenen Jungvogel.</p>
<p style="text-align: left"><span style="color: #993366"><strong>Wer einen in erster Linie spannenden Mindfuck-Thriller</strong></span> im Weltraum sehen will, wird von „Moon“ wohl eher enttäuscht sein. Stattdessen zeigt Duncan Jones einen lange verwaisten Ansatz in der SF, der zeigt, wie stark das Genre sein kann, wenn man es denn nur lässt: nämlich, es als Versuchsanordnung für philosophische Fragen zu benutzen.</p>
<p style="text-align: left"><span style="color: #993366"><strong>Seinen nächsten Film</strong></span> will Jones übrigens in Babelsberg drehen, die Geschichte soll im Berlin der Zukunft spielen.  Man darf sehr gespannt sein.</p>
<p style="text-align: left"><img class="alignnone size-full wp-image-12450" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/07/endoplast_moon_film1.gif" alt="endoplast_moon_film" width="553" height="573" /></p>
<p style="text-align: left">
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2010%2F07%2F23%2Fmoon-auf-der-einsamen-seite-des-mondes%2F&amp;title=Moon%20%26%238211%3B%20auf%20der%20einsamen%20Seite%20des%20Mondes" id="wpa2a_6"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Star Wars: Der Millenium Falke fliegt im Schlaf</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 19:50:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eines Tages muß sie aufgewacht sei und sich gesagt haben: Mein Bett ist mir zu langweilig. Und da sie Star-Wars-Fan ist, hat sich Kayla Kromer ein Bett gebaut, das aussieht wie der schnittige Millenium Falke. Einer der Kommentatoren auf ihrer Facebook-Seite schreibt, er könne sich vorstellen im Bett zu legen und in einen gebeamten Sternenhimmel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5441" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/01/endoplast_george_lucas_kennedy.gif"><img class="size-full wp-image-5441" title="endoplast_george_lucas_kennedy" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/01/endoplast_george_lucas_kennedy.gif" alt="Während wir über die Kulturhauptstadt 2010 nachdenken, machen sich manche Gedanken über die Zukunft des Schlafens." width="553" height="369" /></a><p class="wp-caption-text">Während wir über die Kulturhauptstadt 2010 nachdenken, machen sich manche Gedanken über die Zukunft des Schlafens.</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Eines Tages muß sie aufgewacht sei und sich gesagt haben: Mein Bett ist mir zu langweilig. Und da sie Star-Wars-Fan ist,<span id="more-5440"></span> hat sich <a href="http://www.facebook.com/album.php?aid=127502&amp;id=104545533252">Kayla Kromer</a> ein Bett gebaut, das aussieht wie der schnittige Millenium Falke.</strong></span></p>
<div id="attachment_5442" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/01/endoplast_star_wars_kennedy.gif"><img class="size-full wp-image-5442" title="endoplast_star_wars_kennedy" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/01/endoplast_star_wars_kennedy.gif" alt="Die Spitze des Raumschiffs wird morgens zur &quot;Ausstiegsluke&quot;. Wenn ich mir vorstelle, wie schwierig es für mich immer ist, aus dem Bett zu kommen..." width="553" height="369" /></a><p class="wp-caption-text">Die Spitze des Raumschiffs wird morgens zur &quot;Ausstiegsluke&quot;. Wenn ich mir vorstelle, wie schwierig es für mich immer ist, aus dem Bett zu kommen...</p></div>
<p>Einer der Kommentatoren auf ihrer Facebook-Seite schreibt, er könne sich vorstellen im Bett zu legen und in einen gebeamten Sternenhimmel zu blicken. Gute Idee.</p>
<div id="attachment_5443" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/01/endoplast_millenium_falcon_kennedy.gif"><img class="size-full wp-image-5443" title="endoplast_millenium_falcon_kennedy" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/01/endoplast_millenium_falcon_kennedy.gif" alt="Man schläft nie allein, weil illustre Gäste mit ins Traumland fliegen." width="553" height="369" /></a><p class="wp-caption-text">Man schläft nie allein, weil illustre Gäste mit ins Traumland fliegen.</p></div>
<p>Jetzt bleibt nur noch die Frage, mit wem man so ein Bett teilen könnte. Das ist aber eigentlich doch keine Frage, denn wie man sieht, sind zwei Mitbewohner immer mit an Bord. Die Designerin hat an alles gedacht.</p>
<div id="attachment_5445" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/01/endoplast_obi_wan_kenobi_kennedy.gif"><img class="size-full wp-image-5445" title="endoplast_obi_wan_kenobi_kennedy" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/01/endoplast_obi_wan_kenobi_kennedy.gif" alt="Platz für Arbeitsutensilien: Reichlich vorhanden. Auch für's Verstecken oder Versteckspiele geeignet." width="553" height="369" /></a><p class="wp-caption-text">Platz für Arbeitsutensilien: Reichlich vorhanden. Auch für&#39;s Verstecken oder Versteckspiele geeignet.</p></div>
<p>In einem Science-Fiction-Bett darf natürlich auch die Technik nicht fehlen. Genügend Winkel, die zu integrieren, sind ja vorhanden. (Alle Fotos von Heather Leah Kennedy.)</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2010%2F01%2F12%2Fstar-wars-der-millenium-falke-fliegt-im-schlaf%2F&amp;title=Star%20Wars%3A%20Der%20Millenium%20Falke%20fliegt%20im%20Schlaf" id="wpa2a_8"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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