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	<title>endoplast.de &#187; Verlagswesen</title>
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	<description>Die schräge Welt</description>
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		<title>Are we the people?</title>
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		<pubDate>Fri, 27 May 2011 21:11:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rolf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Werbelala. We are the People von Empire of the Sun – bekannt geworden durch einen Werbespot für ein Telekommunikations-Unternehmen. Kaum ein Wirtschaftszweig hat sich in den letzten Jahren so gewandelt wie die Musikbranche: Zunächst brachte der Übergang von der Schallplatte zur Musik-CD positiv Bewegung in den Markt. Die Platten-Firmen schraubten die Verkaufspreise für die Tonträger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe width="350" height="227" src="http://www.youtube.com/embed/9lULrR9UUj4" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Werbelala.</strong></span><span style="font-size: small;"> We are the People von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Empire_of_the_Sun" target="_blank">Empire of the Sun</a> – bekannt geworden durch einen Werbespot für ein Telekommunikations-Unternehmen. Kaum ein Wirtschaftszweig hat</span><span style="font-size: small;"> sich</span> in den letzten Jahren so <a title="Nicht nur David Bowie machts: Angelika Express und Patrick Wolf haben Aktien für ihre Musik ausgegeben" href="http://www.laut.de/Fanaktien/Patrick-Wolf-folgt-Angelika-Express/12-12-2008" target="_blank">gewandelt</a> wie die Musikbranche: Zunächst brachte der Übergang von der Schallplatte zur Musik-CD positiv Bewegung in den Markt. Die <a title="Neue Geschäftsfelder im Business-Land" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tontr%C3%A4gerunternehmen" target="_blank">Platten-Firmen</a> schraubten die Verkaufspreise für die Tonträger in nie gekannte Höhen. Dann kam das Web mit <a title="Über Napster bei Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Napster" target="_blank">Napster</a> und anderen und machte den alten Musik-Riesen klar, dass Musik auch ganz umsonst zum <a title="Das neue Urheberrecht" href="http://www.rettet-das-internet.de/mp3.htm" target="_blank">Allgemeingut </a>werden kann und dass nur Vertriebs-Stärke zählt. Und die liegt im Netz. Heute gibt es neue Musik-Riesen wie <a title="gutjahr's blog über das Allmachtstreben Apple's" href="http://gutjahr.biz/blog/2011/04/apple-judgement-day/" target="_blank">Apple</a> mit iTunes, die den Rahm abschöpfen und Milliarden-Umsätze erlösen. Es gibt etablierte Musiker wie Radiohead, die vorab <a title="eliterator über die letzten beiden Radiohead-Alben und ihre Vertriebswege." href="http://eliterator.blog.de/2011/02/20/onlinevertrieb-fixpreis-neue-radiohead-album-10634190/" target="_blank">ihre Musik im Eigenverlag</a> veröffentlichen, um sie später auf CD pressen zu lassen, um sie dann in den herkömmlichen Vertrieb zu geben. Andere Gruppen wie die <a title="Die Site der Einstürzenden Neubauten" href="http://www.neubauten.org/" target="_blank">Einstürzenden Neubauten </a>beteiligten die Fans via Internet am Entstehungsprozess ihres Albums und geben online exklusive Einblicke in ihre Arbeit. Aber Musik braucht Reichweite, um erfolgreich sein zu können. So hat es sich etabliert, dass Groß-Werbetreibende Musik in ihre Spots einbauen, und dies den Ausschlag geben kann für den kommerziellen Erfolg oder Mißerfolg eines Stücks. Die <a title="Psychologie der Musik in der Werbung" href="http://www.werbepsychologie-online.de/html/musik.html" target="_blank">Musik hängt am Tropf der gewaltigen Werbe-Wirkung.</a> Das ist jetzt der Normal-Zustand, der aber sehr scheiße ist, ist doch die Musik so noch mehr Vehikel des Kommerzes geworden, als sie es ohnehin schon war. Die Musik wird vom Werbenden vergewaltigt und ihres Sinns beraubt. Reichweite und Profanisierung – zwei unterschiedliche Seiten einer leicht klebrigen Medaillie. <a title="Klicken und kommentieren." href="http://www.endoplast.de/2011/05/27/are-we-the-people/" target="_blank">Kommentieren.</a></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F05%2F27%2Fare-we-the-people%2F&amp;title=Are%20we%20the%20people%3F" id="wpa2a_2"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Google eBooks</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Jan 2011 20:24:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Barbara Streisand-Effekt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Animation]]></category>
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		<description><![CDATA[Buchvisionen. Ein Aufbruch ins neue Zeitalter? Die Informationen werden transportabler. Aber auch flüchtiger. Kommentieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/17574435?title=0&amp;portrait=0" width="350" height="197" frameborder="0"></iframe></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Buchvisionen.</strong></span> Ein Aufbruch ins neue Zeitalter? Die Informationen werden transportabler. Aber auch flüchtiger. <a title="Klicken und kommentieren." href="http://www.endoplast.de/2011/01/04/google-ebooks/" target="_blank">Kommentieren.</a></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2011%2F01%2F04%2Fgoogle-ebooks%2F&amp;title=Google%20eBooks" id="wpa2a_4"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Comic-Zeichenkunst: Der Teppich von Bayeux, das Sparschwein von Enki Bilal und die 9. Kunst des Danijel Zezelj</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2010/09/03/comic-zeichenkunst-der-teppich-von-bayeux-das-sparschwein-von-enki-bilal-und-die-9-kunst-des-danijel-zezelj/</link>
		<comments>http://www.endoplast.de/2010/09/03/comic-zeichenkunst-der-teppich-von-bayeux-das-sparschwein-von-enki-bilal-und-die-9-kunst-des-danijel-zezelj/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 11:54:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Comics]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<description><![CDATA[Comics möchten mehr sein als sie sind. Comics als preisgekrönte „Grafic Novels“, Comics als Drehbücher für Filme, oder Comics als regelrechte Kunstwerke. Wer auf sich hält, sagt nicht mehr „Ich zeichne Comics“ sondern „Ich zeichne Grafic Novels“ – das klingt nach Literatur und Illustrations-Kunst. Der Ahnherr aller Bildgeschichten, der Teppich von Bayeux, ist ein hohes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_13826" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><img class="size-full wp-image-13826" title="endoplast_danijel_zezelj_suncity" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/09/endoplast_danijel_zezelj_suncity.jpg" alt="Cover einer Grafic Novel des Kroaten Danijel Zezelj, der in Deutschland noch relativ unbekannt ist." width="553" height="707" /><p class="wp-caption-text">Cover einer Grafic Novel des Kroaten Danijel Zezelj, der in Deutschland noch relativ unbekannt ist (Copyright: Danijel Zezelj).</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Comics möchten mehr sein als sie sind. Comics als<span id="more-13432"></span> preisgekrönte „Grafic Novels“, Comics als Drehbücher für Filme, oder Comics als regelrechte Kunstwerke. Wer auf sich hält, sagt nicht mehr „Ich zeichne Comics“ sondern „Ich zeichne Grafic Novels“ – das klingt nach Literatur und Illustrations-Kunst.</strong></span></p>
<p>Der Ahnherr aller Bildgeschichten, der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Teppich_von_Bayeux">Teppich von Bayeux,</a> ist ein hohes Kulturgut, der berühmte deutsche Bildende Künstler und Kubist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lyonel_Feininger">Lionel Feininger</a> hat in Amerika Comics gezeichnet und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Busch">Wilhelm Buschs Bildgeschichten</a> bleiben nach wie vor ein deutscher Standard – ebenso wie die berühmten Donald Duck-Comics, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Barks">Carl Barks</a> für Disney gezeichnet hat. Werfen wir einen Blick auf die aktuellen Superhelden-Comics und überprüfen wir mal, ob schnöde Unterhaltungs-Bildchen vielleicht auch etwas mehr sein können, als man allgemein hin annimmt.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Comics mit neuen Ansprüchen</strong></span><br />
Man weiß, Literatur kann unterschiedlich lang sein: Vom Gedicht zur Kurzgeschichte, über die Novelle, die Erzählung bis hin zum Roman ist es ein weiter Weg. Auch ein Film ist nicht gleich einem Film: Als Kurzfilm (10 Minuten), Fernseh-Serien-Folge (45 Minuten) oder als Kinofilm (90 Minuten) sind Filme ganz unterschiedliche Formate mit unterschiedlichen dramaturgischen Erfordernissen. Ein Comic kann „der“ Comic oder „das“ Comic sein. Dieser kleine sprachliche Unterschied deutet ebenfalls schon auf unterschiedliche Umfänge hin. „Der“ Comic in der Tageszeitung ist ein Streifen, der in der Regel aus nur drei bis vier Bildern besteht, der so genannte „Strip“ oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Comic">„Comic-Strip“</a>, während „das“ Comic ein <a href="http://www.n-tv.de/panorama/Eine-Million-fuer-Superman-article743984.html">Comic-Heft</a> meint. Was ein Comic auszeichnet, ist heutzutage so wenig klar wie nie. Heute gibt es zum Beispiel <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Graphic_Novel">„Grafic Novels“,</a> anspruchsvolle und umfangreiche Comic-Bücher, für eher erwachsene Leser. So sind viele Comic-Publikationen inzwischen regelrechte Bücher, die man sich ins Regal stellen kann, gleich neben die Bände der Welt-Literatur. Die Darreichung in Buchform wirkt fast wie eine Rechtfertigung, dass Comics etwas wert sind.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Zwischen Anspruch und Deadline: Comics als Kunstform</strong></span><br />
Es schließt sich die Frage an, ob Comics tatsächlich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kunst">„Kunst“</a> sind. Denn das unterstellte Streben der Comics nach <a href="http://www.beuys.org/erweiterter-kunstbegriff.htm">Höherem</a> bezieht sich nicht nur auf Umfang und Ausstattung der Bände sondern auch auf die Tendenz der Comic-Zeichner sich in der <a href="http://www.art-magazin.de/kunst/3745/kopfkino_dresden">Galerie-Szene</a> und damit in der <a href="http://www.siegessaeule.de/kultur/kunst/helden-freaks-und-superrabbis-juedische-comiczeichner.html">Kunst-Szene</a> zu <a href="http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/Kulturbahnhof-Eller-zeigt-junge-Comiczeichner-aus-Hamburg-id2404217.html">etablieren.</a> Das begann mit Postern, ging über die sogenannten <a href="http://farm4.static.flickr.com/3348/3203636649_6f5b313330_b.jpg">Portfolios</a> – einer Sammlung von großformatigen Kunstdrucken – und den Verkauf von Original-Zeichnungen, bei denen die Originalseite eines bekannten Zeichners schon mal für <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/comic/archive/2009/03/17/das-heft_2C00_-das-eine-viertelmillion-wert-ist.aspx">mehrere Tausend Dollar</a> über denTisch geht. Ein Comic-Bild des Belgiers Hergé, der den Comic-Klassiker „Tim und Struppi“ geschaffen hatte, ging im März 2008 für <a href="http://www.welt.de/kultur/article1851926/Bild_von_Tim_und_Struppi_erzielt_Rekordpreis.html">764.200 Euro</a> an einen anonymen Käufer. Die Gouache stammt aus dem Jahre 1932 und bildet das Titelbild von „Die Abenteuer von Tim und Struppi in Amerika“ ab. Der Serbe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Enki_Bilal">Enki Bilal,</a> ein bekannter und ernsthafter Comic-Zeichner, der stilistisch in der Tradition von <a href="http://www.endoplast.de/2010/09/02/moebius-arzak-8/">Moebius</a> steht und auch schon Filme gedreht hat, hatte bis dahin den Rekord gehalten. Ein Bild ging für <a href="http://www.faz.net/s/RubEBED639C476B407798B1CE808F1F6632/Doc~EE5702D54E166485CB89EA9654CA2518A~ATpl~Ecommon~Scontent.html">177.000</a> ein anderes <a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,544250,00.html">145.000 Euro</a> weg – echte Kunst-Preise eben. Die Werke Bilals gelten zur Zeit als gutes Investment und er als <a href="http://www.faz.net/s/Rub91752F615FDD4CA38DE0AF640EFE4B33/Doc~E16A973047D294F8EB714D5DFD59E0EED~ATpl~Ecommon~Scontent.html">teuerster „künstlerischer“ Comic-Zeichner.</a> Ist er überhaupt noch einer? Das Auftauchen der Frage allein deutet schon an, dass die Grenzen zwischen <a href="http://www.wer-weiss-was.de/theme81/article49282.html">„E“</a> (ernsthafter Kunst) und <a href="http://www.phrasen.com/uebersetze,Das-einzig-Ernsthafte-auf-der-Welt-ist-die-Kunst-Und-der-Kuenstler-ist-der-einzige-Mensch-der-nie-er,79769,d.html">„U“</a> (Unterhaltungs-Kunst) durchlässiger geworden sind.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Alle Neune: Comics, die neunte Kunst</strong></span><br />
Comics werden nicht von ungefähr die <a href="http://www.neuntewelt.de/index2.php?option=com_content&amp;do_pdf=1&amp;id=5">„neunte Kunst“</a> genannt. Dabei ist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bildende_Kunst">„Bildende Kunst“</a> ein Sammelbegriff für die visuell gestaltenden Künste, dazu gehörten früher 1. Architektur, 2. Bildhauerei, 3. Malerei, 4. Grafik (Holzschnitt, Lithografen, Kupfer-/Stahlstich, Radierung), 5. Zeichnen, 6. Gebrauchskunst (Goldschmiede-, Gravur- und Stukateur-Arbeiten sowie Keramik), 7. Fotografie und 8. Film. Tatsächlich haben sich die kulturell notorisch unterbewerteten Comics gewandelt. Die Trennlinie zwischen Kunst und Kommerz ist nicht mehr so klar zu ziehen wie früher, und das hat es schwieriger gemacht, Kunst, Gebrauchskunst und Design voneinander zu trennen. Ästhetische Unterscheidungs-Kriterien greifen schon lange nicht mehr, wenn ein <a href="http://www.endoplast.de/2010/08/14/comiclehrer-barron-storey/">Barron Storey,</a> ein <a href="http://www.endoplast.de/2009/12/30/comics-anspruchsvolle-kunst-und-leichte-muse/">Dave McKean,</a> ein <a href="http://www.endoplast.de/2010/08/17/bill-sienkiewicz/">Bill Sienkiewicz</a> oder ein <a href="http://www.endoplast.de/2010/08/18/moebius-und-blueberry/">Moebius</a> diesmal im positiven Sinne zwischen allen Stühlen sitzen.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Kann das genug sein: Kunst um ihrer selbst willen?</strong></span><br />
Hilfreich zur Klärung, ob Comics Kunst sein können, ist da eher eine Redewendung wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/L%E2%80%99art_pour_l%E2%80%99art">„L’art pour l’art“</a> (Kunst um der Kunst willen), die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Th%C3%A9ophile_Gautier">Théophile Gautier</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Cousin">Victor Cousin</a> zugeschrieben wird. Gemeint ist der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Francis_Lacassin">Anspruch,</a> der einem Künstler anhaftet: Dass er seine Kunst unkommerziell ausüben soll. Nur dann, befreit vom äußeren Zweck und voll konzentriert auf die Entfaltung seiner inneren Fähigkeiten, wäre demnach ein Künstler in der Lage sich auszudrücken und potenziell in der Lage, Neues zu schaffen. Soweit die eine Seite der Theorie. Etablierte Künstler wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Richter">Gerhard Richter</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Beuys">Josef Beuys</a> oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Damien_Hirst">Damien Hirst</a> müssen andererseits wie ein guter <a href="http://www.welt.de/print-welt/article467628/Kunst_ein_exklusiver_Markenartikel.html">Markenartikel</a> einen hohen Marktwert erreichen. Kann ein großer Künstler wirklich gut sein, wenn er keinen Marktwert hat? Nicht in unserer kapitalistisch strukturierten Gesellschaft. Daher ist es klar, dass der Künstler nicht nur für seine Kunst lebt, wenn er es zu etwas bringen will, er muß sich vermarkten, muß beispielsweise wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andy_Warhol">Andy Warhol</a> in der Szene angesagt sein. Und so kehrt sich die Aussage <a href="http://www.zeit.de/1973/16/Kunst-um-der-Kunst-willen">„Kunst um der Kunst willen“</a> in ihr Gegenteil um. Kunst muss einen Anspruch haben und Inhalte verkörpern, die im gesellschaftlichen Zusammenhang relevant sind. Wenn die Einlösung des Anspruchs möglichst zweckfrei erfolgt, entstehen zusammen mit einem gestalterischem oder sozial-antagonistischem Potenzial gesellschaftliche Relevanz und kommunikative Kräfte, die symbolhaft über das Werk hinausweisen: Es entsteht Kunst, die jenseits gesellschaftlicher Einflußnahme auch nur der Selbstverwirklichung des Einzelnen dienen kann. Eigentlich aber vollzieht sich die Erstellung eines Comics im Spannungsfeld zwischen Zeichnung, die nach traditioneller Auslegung Kunst sein könnte, und Grafik-Design, das angewandtes Kunst-Handwerk wäre. Heute ist jedoch nicht mehr so einfach zu sagen, wann Grafik-, Kommunikations- oder Medien-Designer – und damit auch Comic-Schaffende –  für sich den <a href="http://www.humanistische-aktion.homepage.t-online.de/kunst.htm">Künstler-Status</a> zu Recht reklamieren.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Die Schwierigkeiten des Unterhaltungsmediums</strong></span><br />
Das Medium Comic ist seinen Ursprüngen nach ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Trivialit%C3%A4t">triviales</a> Unterhaltungsmedium, das mit Klischees zuhauf arbeitet und daher weniger der Selbstverwirklichung des Schöpfers und mehr der Bedürfnisdeckung des Publikums dient. Gerade die amerikanischen Superhelden-Comics vermitteln fragwürdige Inhalte, ihre Produktions-Methoden haben traditionell <a href="http://www.endoplast.de/2009/11/21/comics-simone-bianchi-uberleben-in-der-comicindustrie/">nichts mit Kunst</a> und sehr viel mit Fließbandarbeit zu tun. Mehr noch, das Wort vom gescheiterten Künstler, der sich als Comic-Zeichner verdingen muß, zeichnet ein Bild, das manchmal so verkehrt nicht ist. Schön, dass moderne Comic-Zeichner, die sich multimodal zwischen Comics, Illustrationen und manchmal „richtiger“ Kunst bewegen, der Überlegung, was Kunst sein und unter welchen Bedingungen sie entstehen kann, eine pragmatische Nuance hinzufügen: Kunst heißt „machen“ und ausleben, was in einem steckt. Wer viel in sich trägt, wächst über das simple Comic-Zeichnen als Broterwerb hinaus und schafft Einmaliges. In diesem Sinne möchte ich einen Blick auf die aktuelle Comic-Produktion werfen. Was ist an gut gezeichneten Superhelden-Comics (und einigen anderen) im Moment im Laden und was kommt bis zum Oktober? Ein kleiner Streifzug.</p>
<div id="attachment_13827" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><img class="size-full wp-image-13827" title="endoplast_gi_joe_howard_chaykin" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/09/endoplast_gi_joe_howard_chaykin.jpg" alt="Ein Cover der Serie &quot;GI-Joe Cobra&quot; von Altmeister Howard Chaykin." width="553" height="839" /><p class="wp-caption-text">Ein Cover der Serie &quot;GI-Joe Cobra&quot; von Altmeister Howard Chaykin. Man beachte den Kontrast zwischen den Details und der großzügigen Raumaufteilung, die typisch ist für Chaykin und ihn nicht nur als guten Zeichner sondern auch als guten Gestalter ausweist (Copyright: idw-Publishing).</p></div>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Howard Chaykin als Vorbild für Mark „Jock“ Simpson</strong></span><span style="color: #993366;"><strong> von „Losers“</strong></span><br />
<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Howard_Chaykin">Howard Chaykin</a> war mal einen „junger Wilder“ in den Comics. Er schuf mit der Bebilderung von Alfred Bester‘s Science Fiction-Roman <a href="http://images.ha.com/lf?source=url[file%3aimages%2finetpub%2fnewnames%2f300%2f1%2f4%2f1%2f8%2f1418038.jpg]%2ccontinueonerror[true]&amp;scale=size[220x350]%2coptions[limit]&amp;source=url[file%3aimages%2finetpub%2fwebuse%2fno_image_available.gif]%2cif[%28%27global.source.error%27%29]&amp;sink=preservemd[true]">„The Stars my Destination“ </a>ein Werk, das Maßstäbe speziell in der <a href="http://farm5.static.flickr.com/4076/4883439343_9c06a83a06.jpg">Farbgebung</a> setzte. Chaykin, Jahrgang 1950, kam ganz herkömmlich aus den Superhelden-Comics und zeichnete schließlich für das Erwachsenen-<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schwermetall_%28Comic%29">Comic-Magazin „Heavy Metal“</a>. Er schuf mit <a href="http://blackadelicpop.blogspot.com/2009/03/on-howard-chaykin.html">„Time2“</a> eine viel beachtete zweibändige Grafic Novel. Chaykin war erst als Zeichner, später als Autor tätig und äußerst produktiv. Zeichnerisch war er durch seine visuelle Erzähltechnik in den 1970er-Jahren einer der Innovatoren des Mediums. Sein Talent hat Spuren hinterlassen, auch noch ganz aktuell. So steht der Brite „Jock“, wie sich der Zeichner <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jock_%28artist%29">Mark Simpson</a> nennt, in der Tradition Chaykins, nicht nur was die Strichführung sondern auch was die Erzähltechnik betrifft. Wobei Jock, der vorher wie fast jeder englische Zeichner an „2000 A.D.“ und „Judge Dredd“ gearbeitet hatte, eine betont einfache und klare Linienführung nutzt. Der späte Chaykin hingegen, der nach seinem Film-Engagement bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mutant_X">„Mutant X“</a> wieder zu den Comics zurückgekehrt war, favorisierte mit sehr vielen Strichen einen eher rauen Stil – ähnlich wie sein Lehrmeister <a href="http://www.endoplast.de/2010/08/22/comic-zeichenkunst-das-arbeitsteilige-prinzip-in-der-amerikanischen-comic-industrie/">Neal Adams</a>, als dessen Assistent Chaykin wie so viele andere angefangen hatte. Chaykins visuelle Sprache ist sehr vom Film geprägt. Seine aufwendigen Arbeiten der 1970er Jahre á la „Stars my Destination“ und mehr noch in seinem Hauptwerk <a href="http://s158562511.onlinehome.us/016274.jpg">„Empire“</a> – als Kooperation mit dem innovativen Science-Fiction-Autor <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Samuel_R._Delany">Samuel R. Delany</a> entstanden, der solch visionäre Werke wie <a href="http://www.x-zine.de/xzine_rezi.id_5204.htm">„Dhalgren“</a>, <a href="http://www.buechereule.de/wbb2/thread.php?threadid=42390">„Einstein, Orpheus und andere“</a> oder <a href="http://www.feministische-sf.de/einzelne_romane/fsf_babel-17.html">„Babel 17“</a> geschrieben hatte –, haben mit klischee-triefenden Comics kaum mehr etwas zu tun. Chaykin war einer der Erneuerer der Comic-Hefte, der mit diesen Arbeiten einen künstlerischen Weg beschritt, den er aber wieder verließ. <a href="http://www.paninicomics.de/the-losers-1-von-5-goliath-i6202.html">„The Losers“</a> läßt die Stilistik des Klassikers Chaykin wieder ein bißchen lebendig werden und kommt übrigens als <a href="http://filmkinotrailer.com/film/the-losers">Action Hollywood-Film</a> in die Kinos. Ganz bestimmt besser als der Film ist der flotte Comic. <a href="http://www.paninicomics.de/the-losers-2-von-5-die-insel-i6393.html#">Band 2 des Comics erscheint am 6. Oktober.</a></p>
<div id="attachment_13828" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><img class="size-full wp-image-13828" title="endoplast_andy_clarke_batman" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/09/endoplast_andy_clarke_batman.jpg" alt="Andy Clarke's Batman-Version fängt technisch perfekt umgesetzt die Figuren wie eine Momentaufnahme ein." width="553" height="839" /><p class="wp-caption-text">Andy Clarke&#39;s Batman-Version fängt technisch perfekt umgesetzt die Figuren in einer Momentaufnahme ein (Copyright: DC-Comics, Panini-Verlag).</p></div>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Frischer Wind aus Great Britain: Andy Clarke’s Batman</strong></span><br />
Das grafische Highlight in den Läden im Moment ist <a href="http://www.paninicomics.de/batman-sonderband-26batman-und-die-bestie-i6271.html">„Batman“, Sonderband Nr. 26</a>, vom Briten <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Andy_Clarke_%28comics%29">Andy Clarke.</a> Leider hat das Heft kein adäquates Cover, das aber auch nicht von Clarke gezeichnet wurde. Sein Batman ist typisch englisch etwas statisch angelegt – dennoch funktioniert das Ganze grafisch hervorragend. Clarke arbeitet mit einem feinen Strich, perfektionistisch bis zum letzten Punkt – eine in ihrer Akkuratesse sehr ungewöhnliche Ausführung  für ein Superhelden-Comic. Er nutzt Schwarzflächen, aus denen perfekte Kurzstrich-Ensembles erwachsen. Die Bilder wirken wie eingefroren. Kein Zeichner in diesem Jahr hat mehr Liebe zum Detail walten lassen. Ein bißchen erinnert das an einen sehr clean getuschten <a href="http://www.comicartcommunity.com/gallery/details.php?image_id=39220&amp;sessionid=d94f7902f365b4287d4c2ae64f32c88d">Frank Quitley</a> – aber nur entfernt.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Düster-Mann: Tom Coker’s Daredevil</strong></span><br />
In der Reihe <a href="http://www.paninicomics.de/marvel-noir-daredevil-i6352.html">„Marvel Noir“</a> zeichnet <a href="http://www.newsarama.com/preview_images/marvelnew/apr2009/ddnoir001_cov.jpg">Tom Coker</a> „Daredevil“ abgehoben und verstärkt das Dunkle und Abgründige überzeugend und atmosphärisch dicht. Für meinen Geschmack aber zu gewollt. Das kommt vom „Kunst“-Anspruch, der hier nicht passt, auch wenn die Zeichnungen gekonnt und eigenwillig sind. Zeichen-Kunst im Superhelden-Milieu ohne Dynamik ist schwer umzusetzen. Dieser Comic hat visuell ein Glaubwürdigkeitsproblem, auch weil er zu statisch und dadurch langweilig ist.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Abgründig: Todd McFarlane und Greg Capullo mit „Haunt“</strong></span><br />
<a href="http://www.endoplast.de/2010/08/13/comic-zeichenkunst-warum-die-gute-nachricht-dass-todd-mcfarlane-wieder-zeichnet-gleichzeitig-die-schlechte-ist/">Todd McFarlane</a> ist eine lebende Legende. Er hat zusammen mit einigen anderen den Superhelden-Comics, die zwischendurch eingeschlafen waren, eine eigenständige Form zurückgegeben. Mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spawn">„Spawn“</a> schuf er eine eigene Reihe, die zwischen den Ausgaben 26-100 von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Greg_Capullo">Greg Capullo</a> gezeichnet wurde. Capullo wurde immer besser – sogar besser als <a href="http://www.endoplast.de/2010/08/16/the-dark-side-of-todd-mcfarlane-und-frank-miller-gewalt-und-comic-leidenschaft/">McFarlane</a> selbst. Spätestens mit seiner eigenen Mini-Serie (2 x 3 Ausgaben) um das Monster <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/f/f1/The_Creech.jpg">„The Creech“</a> hatte Capullo gezeigt, wie gut er geworden war. Wie wir berichteten, zeichnet er inzwischen an der neuen Serie <a href="http://www.endoplast.de/2010/08/13/comic-zeichenkunst-warum-die-gute-nachricht-dass-todd-mcfarlane-wieder-zeichnet-gleichzeitig-die-schlechte-ist/">„Haunt“,</a> die von McFarlane getuscht wird. McFarlane’s Tuscharbeit ist normalerweise wild und unberechenbar, alles andere als der glatte Mainstream. Er hatte sich beim Entwurf seiner früheren Figuren – beispielsweise in der <a href="http://goodcomics.comicbookresources.com/wp-content/uploads/2006/10/mcfarlane.jpg">„Spiderman“</a>-Serie – stets zahlreicher simpler Klischees bedient und deutlich seine limitierten Fähigkeiten in der zeichnerischen Umsetzung gezeigt, was er durch ein <a href="http://www.spawn.com/comics/Haunt/monthly/images/haunt_comic_cover_006_cl.jpg">Strich-Wirrwarr zu überdecken suchte.</a> Dennoch ist seine Art zu tuschen immer auch ein Bollwerk gegen eine zu wenig lebendige Strichführung gewesen. Die zeigt sich aktuell auch wieder in der ersten Hälfte <a href="http://www.paninicomics.de/spawn-93-i5216.html">des aktuellen Spawn-Heftes.</a> Am 21. September erscheint <a href="http://www.paninicomics.de/haunt-1-i6895.html">„Haunt“,</a> von Greg Capullo und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ryan_Ottley">Ryan Ottley</a> durchweg gut vorgezeichnet. Zeichnerisch ist es aber nicht mehr der große Wurf. Enthalten sind die ersten 5 Hefte in einem Band.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Wegweisend: Guiseppe Camuncoli’s Wolverine</strong></span><br />
Auch aktuell zu kaufen ist <a href="http://www.paninishop.de/wolverine-9-i5545.html">Wolverine Nr. 9.</a> Die erste Geschichte darin ist von <a href="http://www.comicartcommunity.com/gallery/data/media/368/Daken2.jpg">Guiseppe Camuncol</a>i gezeichnet, der eine besondere Vorliebe dafür hat, seinen Tuschestrich stark zu modulieren, Linien fangen dick an und laufen unvermittelt spitz aus. Eine sehr interessante Art zu zeichen und damit einer der zukünftigen Hoffnungsträger der Superhelden-Comics. Sein bisher bestes Werk ist <a href="http://www.paninicomics.de/x-men-sonderheft-25-i6018.html">dieses.</a></p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Cool: David Lafuente’s „Ultimate Comics: Spider-Man“</strong></span><br />
Der Spanier <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/David_Lafuente">David Lafuente,</a> der in London wohnt, zeichnet „Ultimate Comics: Spider-Man – Die neue Welt des Peter Parker“. Das ist <a href="http://i.livescience.com/images/ult._spidey_rain.jpg">locker-flockig</a> und für Teenies elegant illustriert. Alles wirkt cartoonhaft-lustig, ist sehr gekonnt und ist gerade so, wie man sich als Laie Comics vorstellt. <a href="http://www.paninicomics.de/ultimate-spider-man-1-i6736.html#">Band 1</a> ist in den Läden, <a href="http://www.paninicomics.de/special/usm1.html">Band 2</a> erscheint am 12.10.2010.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Formvollendet: Carmine Di Giandomenico’s „Noir Spider Man“</strong></span><br />
Am 26.10. erscheint <a href="https://www.paninicomics.de/marvel-noir-spider-man-2-i6886.html">„Marvel Noir: Spider Man 2“</a> gezeichnet von <a href="http://www.endoplast.de/2010/02/21/comickunst-neuer-stoff-fur-comic-enthusiasten/">Carmine Di Giandomenico</a>. Bereits der erste Band war eine Augenweide. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Carmine_Di_Giandomenico">Carmine Di Giandomenico,</a> Jahrgang 1973, hat noch nicht viele Comics gezeichnet, dafür ist er Storyboard-Zeichner in der Filmindustrie, das heißt, er zeichnet den Ablauf des Filmes in Einzelbildern, um das Drehbuch mit seinen Kamera-Einstellungen zu visualisieren. Eine gute Schule für’s Comiczeichnen – und umgekehrt ist das Comic-Zeichnen auch eine gute Vorarbeit für’s Storyboard-Zeichnen.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="553" height="440" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/_bNnl9ckFc0?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="553" height="440" src="http://www.youtube.com/v/_bNnl9ckFc0?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Abgedreht: Mahnke’s und Christian Alamy’s Green Lantern</strong></span><br />
In <a href="http://www.paninicomics.de/green-lantern-sonderband-19-i6316.html">„Green Lantern Sonderband 19“</a> ist eine Geschichte von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Doug_Mahnke">Doug Mahnke</a> vorgezeichnet und getuscht von <a href="http://www.comicvine.com/christian-alamy/26-3749/">Christian Alamy.</a> Die beiden sind ein eingespieltes Team, das seine Leser mit den abgedrehtesten Figuren konfrontiert. Der Band sollte eine Nominierung für den Endoplast-Skurilitäts-Oskar kriegen und hätte gute Aussichten, ihn zu gewinnen. <a href="http://www.endoplast.de/2010/08/02/comic-zeichenkunst-dicke-walzer-und-lachende-zombies-die-aktuell-besten-superhelden-comics/">Zu dem Team Mahnke/Alamy hatte ich bereits ausführlich geschrieben.</a> Der Band ist aktuell zu kaufen.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Gewaltig: Diego Latorre’s „Dante’s Inferno“</strong></span><br />
Ebenfalls zum Datum erscheint <a href="http://www.paninicomics.de/dantes-inferno-i6903.html">„Dante’s Inferno“,</a> illustrativ hochwertig umgesetzt von <a href="http://www.diegolatorre.com/">Diego Latorre.</a> Sehr aufwendige <a href="http://dantes-inferno.gamersunity.de/dante%27s-collectors-edition-demo-release-comic-und-trailer.t9866.html">Adaption des Games</a> (nicht die direkte Umsetzung des Weltliteratur-Klassikers <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6ttliche_Kom%C3%B6die">„Göttliche Komödie“</a> von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dante_Alighieri">Dante Alighieri</a> aus dem 14. Jahrhundert). Der Band bewegt sich formal jenseits der üblichen Comic-Zeichnungen, Latorre ist auch mehr Illustrator denn Comiczeichner.</p>
<div id="attachment_13829" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><img class="size-full wp-image-13829" title="endoplast_danijel_zezelj_comic" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/09/endoplast_danijel_zezelj_comic.jpg" alt="Cover einer von Danijel Zezelj’s selbst geschriebenen Comic-Novellen: Kein Strich zu viel und eine kraftvolle Flächigkeit als Reminiszenz an den Expressionismus." width="553" height="768" /><p class="wp-caption-text">Cover einer von Danijel Zezelj’s selbst geschriebenen Comic-Novellen: Kein Strich zu viel und eine kraftvolle Flächigkeit als Reminiszenz an den Expressionismus (Copyright: Danijel Zezelj).</p></div>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Meisterlich: Danijel Zezelj’s „Loveless“</strong></span><br />
Die Tendenz in allen Medien, auch dem Comic, geht in Richtung technischem Overkill. Beim Film sind das Spezialeffekte, technisch immer perfektere Traumwelten und 3D. Beim Comic seit <a href="http://www.endoplast.de/2010/04/20/mark-millars-kick-ass-comic-ein-weichei-als-superheld/">Richard Corben,</a> geht es oft darum, die Bilder zu „malen“, die Figuren räumlich wirken zu lassen oder aber kitschige Farb-Orgien zu zelebrieren. Allein aus diesem Grund gibt es so viel Müll bei den Superhelden-Comics. Am 21. September erscheint nun der letzte Band 4 von <a href="http://www.paninicomics.de/loveless-4-stunde-der-abrechnung-i6876.html">„Loveless“</a>, an dem auch der zeichnerisch bemerkenswerte Kroate <a href="http://www.dzezelj.com/">Danijel Zezelj</a> mitgearbeitet hat. Er zeichnet oft nur in Schwarzweiß und das mit relativ wenigen expressionistischen Strichen. Man sieht an seinem Werk: Weniger ist tatsächlich mehr, viel mehr. <a href="http://www.endoplast.de/2010/08/16/the-dark-side-of-todd-mcfarlane-und-frank-miller-gewalt-und-comic-leidenschaft/">Frank Miller,</a> der seine letzten <a href="http://ponchorama.com/images/sincity2.jpg">„Sin City“</a>-Geschichten nur mehr hingehunzt hatte, sollte sich diese Zeichnungen mal angucken – und lernen. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Danijel_%C5%BDe%C5%BEelj">Zezelj’s Arbeiten</a> sind der definitive Beweis, dass die Grenzen zwischen Kunst und der „Massen-Zeichenware Comic“ verschwimmen können. Zezelj veranstaltet mit ein paar Mitstreitern Kunst-Performances, hat 20 Grafic Novels <a href="http://www.webcomicsnation.com/memberimages/rex_graphic_novellapage_53.jpg">geschrieben und gezeichnet</a> und einiges Material – meist kürzere Beiträge – für verschiedene Mainstream-Comic-Verlage geschaffen. Eine kurze Geschichte von ihm ist in <a href="http://www.paninicomics.de/northlanders-3-blutiger-schnee-variant-i6731.html">„Northlanders“</a> Band 3 zu bewundern.  Nebenbei illustriert er für verschiedene Zeitschriften wie zum Beispiel das „Harper’s Magazine“ oder den „The New York Times Book Review“. Der 43jährige (Jahrgang 1966) ist ungeheuer produktiv – und ungeheuer gut, das sequenzielle Erzählen scheint ihm im Blut zu liegen. Sein Stil ist düster und flächig, und die große Besonderheit seiner eigenen Grafic-Novels ist, dass er seitenweise ohne Text auskommt und seine Bilder sprechen läßt. Leider sind viele seiner umfangreicheren eigenen Werke in Italien, Kroatien und Frankreich erschienen – nicht aber in Deutschland. Zezelj wäre in Deutschland als Großmeister der Comics also noch zu entdecken und beweist, dass der Handlungsspielraum eines Zeichners heute ausgeweitet sein kann und in sich <a title="Hier wird ernsthaft über Comics geredet. Es findet eine Tagung vom 25.-27. November in Gießen statt." href="http://www.comicgesellschaft.de/?p=692" target="_blank">Kunst und Kunsthandwerk</a> gleichermaßen beherbergen kann.</p>
<div id="attachment_13830" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><img class="size-full wp-image-13830" title="endoplast_danijel_zezelj_graficnovel" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/09/endoplast_danijel_zezelj_graficnovel.jpg" alt="Ein Plakat, gestaltet vom Comic-Zeichner und Künstler Danijel Zezelj." width="553" height="782" /><p class="wp-caption-text">Ein Plakat, gestaltet vom Comic-Zeichner und Künstler Danijel Zezelj (Copyright: Danijel Zezelj).</p></div>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2010%2F09%2F03%2Fcomic-zeichenkunst-der-teppich-von-bayeux-das-sparschwein-von-enki-bilal-und-die-9-kunst-des-danijel-zezelj%2F&amp;title=Comic-Zeichenkunst%3A%20Der%20Teppich%20von%20Bayeux%2C%20das%20Sparschwein%20von%20Enki%20Bilal%20und%20die%209.%20Kunst%20des%20Danijel%20Zezelj" id="wpa2a_6"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Comic-Zeichenkunst: Neal Adams&#8217; Comeback mit der Heftserie &#8220;Batman Odyssey&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 03:19:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Comics]]></category>
		<category><![CDATA[Illustration]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeichnen]]></category>

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		<description><![CDATA[Neal Adams, einer der wichtigsten Zeichner von Superhelden-Comics in den USA, ist zurück. „Zurück“ bedeutet: Er kreiert, tuscht und schreibt eine neue Heftserie namens „Batman Odyssey“. Adams hat Batman in den 70er Jahren neu definiert, hat ihn ernsthafter, geheimnisvoller und wütender gemacht – und damit einmal mehr den Realismus in die Comics hinein getragen. Er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_13384" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/08/endoplast_neal_adams2.jpg"><img class="size-full wp-image-13384 " title="endoplast_neal_adams2" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/08/endoplast_neal_adams2.jpg" alt="Neal Adams einer der profiliertesten amerikanischen Superheldenzeichner (Foto: Wikipedia)" width="553" height="312" /></a><p class="wp-caption-text">Der profilierte amerikanische Superhelden-Zeichner Neal Adams ist seit den späten 1960er Jahren aktiv. (Foto: Wikipedia)</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Neal Adams, einer der wichtigsten Zeichner von Superhelden-Comics in den USA, ist zurück.<span id="more-13299"></span> „Zurück“ bedeutet: Er kreiert, tuscht und schreibt eine neue Heftserie namens „Batman Odyssey“. Adams hat Batman in den 70er Jahren neu definiert, hat ihn ernsthafter, geheimnisvoller und wütender gemacht – und damit einmal mehr den Realismus in die Comics hinein getragen.</strong></span></p>
<p>Er kann damit durchaus als Ahnherr von Comics wie Frank Millers „Dark Knight“ gelten. Adams&#8217; Batman bildete die <a href="http://www.alienjesus.com/wp-content/uploads/2006/08/joker.jpg">Ambivalenz</a> zwischen dem Rechts-System auf der einen Seite und Selbstjustiz als Antwort auf Kriminalität auf der anderen ab. Adams ließ seinen Helden auf einer sehr <a href="http://www.dynamicforces.com/images/batmanbynealadams-hc2.jpg">dünnen Trennlinie</a> zwischen beiden Welten wandeln, man sah seinem Batman die Belastung und Anstrengung, diesen Zwiespalt zu leben, stets an. Ein nicht zu unterschätzender Verdienst des Zeichners: Er hat <a href="http://www.comicfreaks.net/wp-content/uploads/2009/05/batmancollectionnealadams2_163.jpg">moralischer Wankelmütigkeit</a> ein Gesicht gegeben. Sein Batman war keine <a href="http://goodcomics.comicbookresources.com/wp-content/uploads/2007/05/Bob%20Kane%201.jpg">Karikatur</a> mehr, vielmehr war es, als wäre er zeichnerisch sehr real zum Leben erweckt worden. Für manchen eine Art Kulturschock, für andere ein erwachsen werden eines der infantilen Superhelden.</p>
<div id="attachment_13300" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><img class="size-full wp-image-13300" title="endoplast_batman_odyssee_neal_adams_1" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/08/endoplast_batman_odyssee_neal_adams_1.jpg" alt="Neal Adams, der Comic-Zeichner, der wie kein anderer dramatisch zeichnet, legt mit &quot;Batman: Odyssey&quot; nach langer Zeit wieder mal eine Heftserie für eine Major-Company vor." width="553" height="846" /><p class="wp-caption-text">Neal Adams, der Comic-Zeichner, der wie kein anderer dramatisch zeichnen kann, legt mit &quot;Batman: Odyssey&quot; nach langer Zeit wieder mal eine Heftserie für eine Major-Company vor. (Copyright: DC-Comics)</p></div>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Ein früher Höhepunkt: X-Men, Avengers und Green Lantern</strong></span><br />
<a href="http://latimesblogs.latimes.com/photos/uncategorized/2008/07/16/_batman_illustrated_by_neal_adams_v.jpg">Neal Adams,</a> Jahrgang 1941, hat zwischen 1969 und 1972 in einer manisch produktiven Phase die Welt der Superhelden-Comics visuell völlig umgekrempelt. Dabei haben die Helden zahlreicher Serien ein neues Antlitz und ein neues Image erhalten, Adams selbst wurde zum absoluten Superstar seiner Generation und er hatte dadurch die Möglichkeiten, in seinen <a href="http://www.nealadamsentertainment.com/">„Continuity-Studios“</a> eine Garde junger Zeichner heranzubilden, Comics nach zeitgemäßen Maßstäben zu zeichnen. Das war die Wachablösung für den ersten stilbildenden Comiczeichner-Superstar Jack Kirby. So unterschiedliche Zeichner wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Byrne">John Byrne</a>, <a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,571473,00.html">Frank Miller</a> oder <a href="http://www.endoplast.de/2010/08/17/bill-sienkiewicz/">Bill Sienkiewicz</a> wandelten auf Adams&#8217; Pfaden. All das, was der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Alternative_comics">„Image Comics“-Verlag als New Wave</a> in der Comic-Branche später schaffen sollte, war von ihm beeinflußt. Ebenso vieles, was in den letzten Jahren bei den Major-Verlagen <a href="http://marvel.com/">„Marvel“</a> und <a href="http://www.dccomics.com/dccomics/">„DC“</a> an „neuer“ Strichführung zu verzeichnen war. Und bei Batman hatte er sowieso den Alltime-Standard gesetzt, den es zu erreichen galt. Bis zu seinem Erscheinen auf der Bildfläche der Superhelden-Comics war die zeichnerische Arbeit an den Superhelden-Comic-Heften weitestgehend durch eine relativ simple und grobe Strichführung geprägt. Dominierende Vorbild-Zeichner wie <a href="http://fortressofbaileytude.com/viewsfromthelongbox/wp-content/uploads/2010/04/jack-kirby.jpg">Jack Kirby </a>waren anatomisch nicht einem harten Realismus verpflichtet. Die Kunst von John Buscema, eines anderen über-produktiven jener Zeiten lag in der Reduktion und Vereinfachung der Strichführung, nicht in der realistischen Abbildung von Wirklichkeit. Adams bediente sich einer Strichführung, die filigraner war.</p>
<div id="attachment_13302" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><img class="size-full wp-image-13302" title="endoplast_batman_odyssee_neal_adams_2" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/08/endoplast_batman_odyssee_neal_adams_2.jpg" alt="Neal Adams hat im Bereich der Comics viele Jahre lang, nachdem er sich nach den 70er Jahren von DC verabschiedet hatte, noch Titelblätter gezeichnet. Es galt damals, dass ein Comicheft mit einem Adams-Cover mehr Auflage macht." width="553" height="848" /><p class="wp-caption-text">Neal Adams hat im Bereich der Comics viele Jahre lang, nachdem er sich nach den 70er Jahren von DC verabschiedet hatte, noch Titelblätter gezeichnet. Es galt damals, dass ein Comicheft mit einem Adams-Cover mehr Auflage macht. (Copyright: DC-Comics)</p></div>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Neal Adams&#8217; Können: Anatomie, Perspektiven und Verzerrungen</strong></span><br />
Seine Helden waren drahtig, von muskulöser Spannkraft erfüllt aber nicht überbordend muskulbepackt – womit er einen neuen Typus definierte: Sein Batman wirkte nicht mehr wie ein Bodybuilder, eher wie ein <a href="http://2.bp.blogspot.com/_D__78jNTP6M/TBEFgHiVUbI/AAAAAAAAAQI/MTUtibim7_E/s1600/batman-neal-adams.jpg">Leichtathlet</a>. Adams orientierte sich bei der Darstellung der Physis an <a href="http://comicscomicsmag.com/wp-content/uploads/tarzan-hogarth-pict1.jpg">Burne Hogarth’s Tarzan</a>. Der Gesichtsausdruck seiner Helden changierte von gereizt zu agressiv, sie waren <a href="http://1.bp.blogspot.com/_Lj3TXUiWyUg/S42G2I-93xI/AAAAAAAAAB0/0KMPqg79tQQ/s400/neal.adams.batman.gif">mitgenommen</a> vom Unrecht in der Welt, waren nicht cool, sondern sensibel genug, wahrzunehmen, was um sie herum geschah – was sie in ihren oft wütenden Handlungen nachvollziehbar erscheinen ließ. Adams hatte ein profundes Wissen menschlicher Anatomie, er stellte kompetent und detailliert dort Muskeln bzw. Muskulatur-Gruppen dar, wo andere aus Zeitgründen abstrahierten. Zugleich simulierte er Extrem-Perspektiven oder Weitwinkelverzerrungen, <a href="http://img19.imageshack.us/f/avengers09401.jpg/">dramatisierte Blickwinkel</a> und stellte dies in einer schlafwandlerisch sicheren Strichführung dar. Alles grafische Tricks derer sich zwei Jahrzehnte später auch ein Frank Miller bedienen sollte. Es hat vor Adams vermutlich noch nie einen Zeichner gegeben, der die menschliche <a href="http://www.comicfreaks.net/wp-content/uploads/2009/05/batmancollectionnealadams2_163.jpg">Anatomie</a> in all ihren Details so beherrschte – inklusive Großmeister <a href="http://www.reuben.org/ncs/members/memorium/hogarth.jpg">Burne Hogarth,</a> der bei diesem Thema normalerweise das Maß aller Dinge ist und einige <a href="http://www.scribd.com/doc/9561347/Burne-Hogarth-Dynamic-Anatomy-in-English">Anatomie-Bücher</a> geschrieben und illustriert hat, die Standardwerke geworden sind. Nur: Hogarth war ein Perfektionist, der für die Tageszeitungs-Sonntags-Veröffentlichung eine Seite pro Woche abliefern mußte. Adams hatte den zigfachen Output. Der höchste Schwierigkeitsgrad der anatomischen Darstellung des menschlichen Körpers – <a href="http://4.bp.blogspot.com/_pdEw9cLo-s0/SHyznMltJmI/AAAAAAAAAXA/m6o-PGYX1I0/s400/DEADMAN_NealAdams.jpg">die perspektivische Verkürzung</a> – ist jedenfalls eine Spezial-Disziplin sowohl von Altmeister Hogarth als auch von Neal Adams. Während Hogarth die Anatomie seines Helden bis ins Übermenschliche übertrieb, holte Adams gerade in seinen Anfangsjahren den Superhelden als Übermenschen wieder ins relativ normale Maß zurück, brachte ihn <a href="http://journalistopia.com/wp-content/uploads/2006/09/greenlantern1.jpg">zurück auf den Boden der Tatsachen.</a></p>
<div id="attachment_13303" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><img class="size-full wp-image-13303" title="endoplast_batman_odyssee_neal_adams_3" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/08/endoplast_batman_odyssee_neal_adams_3.jpg" alt="Neal Adams war früher bekannt für aufregende Doppelseitenaufteilungen. Zwischendurch war diese Eigenschaft etwas eingeschlafen. Bei &quot;Batman Odyssey&quot; aktiviert er sie wieder." width="553" height="425" /><p class="wp-caption-text">Neal Adams war früher bekannt für aufregende Doppelseiten-Gestaltungen. Zwischendurch war diese Eigenschaft etwas eingeschlafen. Bei &quot;Batman Odyssey&quot; aktiviert er sie wieder. (Copyright: DC-Comics)</p></div>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Die Tuscheumsetzungen von Neal Adams&#8217; Bleistift-Vorzeichnungen</strong></span><br />
Das einzige <a href="http://highter.files.wordpress.com/2008/04/green-lantern-79-page-22.jpg">Manko</a> von Adams Möglichkeiten lag in seinem zu großen Output. Das bedeutet, dass die meisten seiner Bleistiftzeichnungen arbeitsteilig von anderen Tuschern umgesetzt wurden, was in der Regel <a href="http://3.bp.blogspot.com/_rLV-ZuNPwJ4/Sl7RIHwmRfI/AAAAAAAAE20/r0pdIw_Dfyo/s400/DEADMAN+086+016.jpg">nicht zum besten</a> der Zeichnungen geriet. Sowohl seine berühmten Batman-Comics als auch die komplette <a href="http://www.entrecomics.com/wp-content/uploads/2007/09/adams_arcimboldo.jpg">Deadman-Serie</a> litten unter einer unzureichenden Tuscheumsetzung. Sie werden zumindest in ihrer Ausführung <a href="http://media.photobucket.com/image/deadman%20neal%20adams/modesty_011/75.jpg">zu unrecht als Meisterwerke</a> gefeiert. Einzig Tom Palmer, mit seinem <a href="http://3.bp.blogspot.com/_HBKWtrKbYAk/SsAK3LWgwaI/AAAAAAAABGM/bJhaDx8QHo0/s400/Avengers+96.jpg">dünnen, exakten aber dennoch lebendigen Strich</a> konnte Adams Filligran-Schraffuren und Präzisions-Strichtechnik gerecht werden. So sind bereits die drei Hefte der „Avengers“ von 1971/72 (die Nummern 93-96) das beste, was er an Superhelden-Comics gezeichnet hat. <a href="http://2.bp.blogspot.com/_HBKWtrKbYAk/SsALfjH9iJI/AAAAAAAABGk/NgjnTxml2uc/s1600-h/Avengers+93.jpg">Speziell die Nummer 93</a> ist der frühe Höhepunkt von Adams‘ Zeichenkunst. <a href="http://twomorrows.com/comicbookartist/articles/03palmer.html">Tom Palmer</a> hatte vorher schon Adams‘ <a href="http://stormantic.files.wordpress.com/2008/11/gsxmen003005.jpg?w=480&amp;h=720">„X-Men“</a> getuscht. Die Ausgaben 56-63 und 65, die zwischen 1969-70 erschienen waren, arbeiteten zudem mit ungewöhnlichen Seitenlayouts, die nur durch seinen <a href="http://highter.files.wordpress.com/2008/04/green-lantern-78-page-14.jpg">„Green-Lantern“-Zyklus getoppt</a> wurden, in dem er noch ideenreichere und teils experimentelle Seitenaufteilungen einsetzte.</p>
<div id="attachment_13304" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><img class="size-full wp-image-13304" title="endoplast_batman_odyssee_neal_adams_4" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/08/endoplast_batman_odyssee_neal_adams_4.jpg" alt="Die Farben haben Adams' &quot;Continuity Studios&quot; angelegt. Sie dienen wie man sieht bei Comics dazu, die Bilder klarer zu strukturieren und so schneller wahrnehmbar zu machen. Hier sind sie zudem wichig dafür, eine düstere Stimmung zu erzeugen." width="553" height="427" /><p class="wp-caption-text">Die Farben haben Adams&#39; &quot;Continuity Studios&quot; angelegt. Sie dienen wie man sieht bei Comics dazu, die Bilder klarer zu strukturieren und so schneller wahrnehmbar zu machen. Hier sind sie zudem wichig dafür, eine düstere Stimmung zu erzeugen. (Copyright: DC-Comics)</p></div>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Die Leidenschaft der Buchhalter</strong></span><br />
Das Problem bei sehr detaillierten Zeichnungen ist, dass sie einer besonderen Art von Leidenschaft in der Tusch-Ausführung bedürfen. Tom Palmer hat diese Leidenschaft besessen, in frühen Jahren manchmal Neal Adams selbst, zum Beispiel auch bei seinem Schwarzweiß-Zeitungs-Comicstrip <a href="http://www.comicsfun.com/comicart/albums/comic_strips/BenCasey_8_29_63.gif">„Ben Casey“.</a> Es ist eine Leidenschaft, die eigentlich die Akribie eines Buchhalters erfordert, andererseits die Dynamik eines Kreativen. Ein Widerspruch, den kaum jemand auflösen kann. Es braucht sehr viel Detail-Besessenheit, um derart anspruchsvolle Zeichnungen kongenial umzusetzen. Den Fans war es oft genug, den unverwechselbaren Strich, die besonderen Layouts und <a href="http://www.4thletter.net/wp-content/uploads/2008/02/ali04.jpg">ungewöhnlichen Perspektiven</a> zu konsumieren. Dass mehr drin gewesen wäre, fällt bei einem sowieso begnadeten Zeichner kaum auf. Wer jedoch Publikationen wie <a href="http://vu.morrissey-solo.com/moz/perez/jla-a/adams2.jpg">„Art of Neal Adams 1“</a> (1975) und <a href="http://www.vanguardproductions.net/Adams2/AdamsArt.jpg">„Art of Neal Adams 2“</a> (1977), eine Mischung aus Werkschau und Skizzenheft, durchblättert und Einzelzeichnungen sieht, die Adams damals noch mit viel Muße selbst ausgeführt hat, der weiß, wovon ich rede.</p>
<div id="attachment_13305" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><img class="size-full wp-image-13305" title="endoplast_batman_odyssee_neal_adams_5" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/08/endoplast_batman_odyssee_neal_adams_5.jpg" alt="Hier zeigt sich, wie gut Neal Adams die Darstellung von Menschen, ihrer Gesichter und Körperhaltungen beherrscht." width="553" height="850" /><p class="wp-caption-text">Hier zeigt sich, wie gut Neal Adams die Darstellung von Menschen, ihrer Gesichter und Körperhaltungen beherrscht. (Copyright: DC-Comics)</p></div>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Die Mischung machts: Strichführung und Dynamik, Physis und Realismus</strong></span><br />
Die Kopplung von feiner, konstruktiver Strichführung mit einer <a href="http://www.coverbrowser.com/image/green-lantern-green-arrow/1-1.jpg">expressionistisch-agressiven Dynamik</a> der Gesamt-Darstellung, zusammen mit der <a href="http://dialbforblog.com/archives/266/gl84adams_wrightson.gif">neuartigen Physiognomie seiner Superhelden </a>und einer realistischen Darstellung war eine aufsehenerregende Mischung. Es gibt in der Historie der amerikanischen Superhelden-Comics keinen anderen Zeichner, der so viele andere Zeichner beeinflußt hat – und das bis heute. Das Vermögen, höchst kontrolliert zu zeichnen, dabei aber in jedem Bild dramatisch zu sein, entspricht der Erwartungshaltung der Comic-Konsumenten. In der Serie <a href="http://goodcomics.comicbookresources.com/wp-content/uploads/2008/04/adams.jpg">„Green Lantern“</a> (Ausgaben 76-87 und 89 von 1970-72) konnte Adams diese neuartige Herangehensweise dann auch noch inhaltlich mit <a href="http://www.alienjesus.com/wp-content/uploads/2006/08/GreenLanternGreenArrow85.jpg">sozialkritischen Themen</a> koppeln, was zu seinem realistischen Zeichenstil passte.</p>
<div id="attachment_13307" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><img class="size-full wp-image-13307" title="endoplast_batman_odyssee_neal_adams_6" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/08/endoplast_batman_odyssee_neal_adams_6.jpg" alt="Es wird gesagt, dass kein Zeichner Batman besser interpretiert hat als Neal Adams. Mir fällt noch Jim Aparo ein. Für Furore hatte eine kurze Zeit lang auch Marshall Rogers mit seiner Interpretation gesorgt." width="553" height="850" /><p class="wp-caption-text">Es wird gesagt, dass kein Zeichner Batman besser interpretiert hat als Neal Adams. Mir fällt noch Jim Aparo ein. Für Furore hatte eine kurze Zeit lang auch Marshall Rogers mit seiner Interpretation gesorgt. (Copyright: DC-comics)</p></div>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Mangelnde Inspiration führt zum Eigen-Plagiat</strong></span><br />
Adams war von Ende der 60er Jahre bis weit hinein in die 70er Jahre für eine große Zahl unterschiedlichster Serien bei Marvel, DC aber auch für den Warren-Verlag und seine Horror-Magazine tätig. Darüber hinaus zeichnete er eine fast unüberschaubare Zahl von Titelblättern, die die Comichefte besser verkauften als die jedes anderen Zeichners. Die dramatische Kraft seiner Zeichnungen ermöglichte das. Adams arbeitete neben seinem Engagement in den Comics aber auch in der Werbung, als Comic- und Storyboard-Zeichner, als Illustrator und Grafik-Designer. Seine „Continuity-Studios“ gestalten heute Computeranimationen und im Grunde fast alles, was im Kommunikations-Design möglich ist. Von Mitte der 80er Jahre bis 1990 schuf er dann verschiedene Serien für den eigenen Verlag „Continuity-Comics“. Hier zeichnete er einige Hefte <a href="http://www.nealadamsstore.com/thumbnail.asp?file=assets/images/concomarm1.jpg&amp;maxx=300&amp;maxy=0">verschiedener Serien</a> und ließ sie <a href="http://4.bp.blogspot.com/_pyfdT2-SXC8/R3ltRD101_I/AAAAAAAADhI/n9j3c_YvP2k/s320/CrazymanV2-001-00.jpg">von anderen Zeichnern</a> weiterzeichnen. Bereits hier zeigte sich eine Vergröberung und Standartisierung in der Strichführung. Die alte kompositorische und darstellerische Leidenschaft wich einer Art uninspirierten Abarbeitens. Das, was an Inspiration fehlte, wurde durch <a href="http://dialbforblog.com/archives/89/neal_adams.jpg">Eigen-Plagiate</a> und <a href="http://media.buch.de/img-adb/04567707-00-00/neal_adams_monsters.jpg">Manierismen</a> ersetzt.</p>
<p><object width="553" height="443" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/izsdIzfv7Ng?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="553" height="443" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/izsdIzfv7Ng?fs=1&amp;hl=de_DE" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Ein neuer Werk-Zyklus: Eine andere Formgebung und Strichführung für den alten Batman</strong></span><br />
Inzwischen ist Neal Adams 69 Jahre alt und hat in diesem Jahr eine neue <a href="http://images2.fanpop.com/images/photos/8300000/Batman-Odyssey-batman-8300215-499-266.jpg">12teilige Batman-Heftserie</a> gestartet, die alte Tugenden aktiviert. Adams selbst liefert die Vor- und Tuschzeichnungen und hat die Story verfasst, er hält also die kreativen Fäden in der Hand. Die sehr passende <a href="http://www.blogcdn.com/www.comicsalliance.com/media/2010/07/batman-odyssey-4.jpg">Farbgebung</a> steuert sein Studio bei. Die Layouts sind recht spektakulär, insbesondere fällt seine alte Fähigkeit auf, Doppelseiten als durchzukomponierende Einheit aufzufassen. Die Strichführung ist eher routiniert als leidenschaftlich, die Zeichnungen selbst sind aber immer noch ungewöhnlich detailliert und dramatisch – und ziehen den Leser direkt in die Geschichte hinein. Vielleicht wäre – wie in vergangenen Zeiten – etwas Weniger mehr gewesen. Früher, vor den Arbeiten für „Continuity-Comics“, beherrschte Adams auch mal die Kunst des Weglassens. Bereits bei „Ben Casey“ von 1962 beherrschte er es, Weißflächen mit Schwarzflächen zu kontrastieren und mit wenigen Strichen viel auszudrücken. <a href="http://www.heromachine.com/blog/wp-content/uploads/2008/10/neal-adams-catwoman2.jpg">Etwas mehr von dieser Eigenschaft</a> wäre hier gut gewesen. Aber dennoch, eine Comic-Heft-Reihe dieser Qualität hätte man von Adams nicht mehr erwartet. Frank Miller apostrophierte in seinem Blog ganz simpel <a href="http://frankmillerink.com/">„He’s back“.</a> Recht hat er. Neal Adams, dessen unverwechselbare Art der Formgebung und Strichführung tatsächlich mehrere Generationen von Zeichnern geprägt haben, zeigt einmal mehr, dass eine anspruchsvolle zeichnerische Umsetzung eine triviale Welt veredeln kann.</p>
<p><object width="553" height="443" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/MqTlp4tJN3c?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="553" height="443" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/MqTlp4tJN3c?fs=1&amp;hl=de_DE" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<p>Im Text war die Rede von <a href="http://lambiek.net/artists/h/hogarth/hogarth_b_tarzan.jpg">Burne Hogarth,</a> der mit seinen Tarzan-Sunday-Pages den perfektesten Abenteuer-Comic geschaffen hatte. Geprägt ist sein Stil von den Darstellungsweisen und der Ästhetik der Renaissance, wie man im nachfolgenden Lehrbuch zum Thema „Dynamic Anatomy“ ersehen kann:</p>
<p><object id="doc_981213531043394" style="outline: medium none;" width="100%" height="750" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="opaque" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="FlashVars" value="document_id=9561347&amp;access_key=key-2ov8pgsqfa2ulcxd3lmy&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><param name="src" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="flashvars" value="document_id=9561347&amp;access_key=key-2ov8pgsqfa2ulcxd3lmy&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed id="doc_981213531043394" style="outline: medium none;" width="100%" height="750" type="application/x-shockwave-flash" src="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" wmode="opaque" allowFullScreen="true" allowScriptAccess="always" FlashVars="document_id=9561347&amp;access_key=key-2ov8pgsqfa2ulcxd3lmy&amp;page=1&amp;viewMode=list" allowfullscreen="true" flashvars="document_id=9561347&amp;access_key=key-2ov8pgsqfa2ulcxd3lmy&amp;page=1&amp;viewMode=list" allowscriptaccess="always" /></object></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2010%2F08%2F19%2Fcomic-zeichenkunst-neal-adams-comeback-mit-der-heftserie-batman-odyssey%2F&amp;title=Comic-Zeichenkunst%3A%20Neal%20Adams%26%238217%3B%20Comeback%20mit%20der%20Heftserie%20%26%238220%3BBatman%20Odyssey%26%238221%3B" id="wpa2a_8"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Tablet-PC iPad: Der Hype-Pad-Verkauf ist angelaufen</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Apr 2010 21:17:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den USA hat am Samstag der Verkauf von Apples „iPad“ begonnen. 300.000 Stück wurden am 1. Tag abgesetzt. Bis zum 10. April waren es 450.000 Exemplare. Die Nachfrage war groß aber nicht so absurd irrwitzig wie beim „iPhone“. Indes war die den Launch des neuen digitalen Accessoires begleitende publizistische Bugwelle gewaltig und hat Wesentliches [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8049" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/04/endoplast_ipad_steve_jobs_wasselowski.gif"><img class="size-full wp-image-8049 " title="endoplast_ipad_steve_jobs_wasselowski" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2010/04/endoplast_ipad_steve_jobs_wasselowski.gif" alt="Apple, Steve Jobs und das &quot;iPad&quot;: Die Marketing- und die Business-Maschinerie rattern nebeneinander her. Aber nur eine von beiden wird in der Öffentlichkeit gesehen." width="553" height="326" /></a><p class="wp-caption-text">Apple, Steve Jobs und das &quot;iPad&quot;: Die Marketing- und die Business-Maschinerie rattern nebeneinander her. Aber nur eine von beiden wird in der Öffentlichkeit gesehen.</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>In den USA hat am Samstag der Verkauf von Apples „iPad“ begonnen. 300.000 Stück wurden am 1. Tag abgesetzt.<span id="more-8034"></span></strong></span><span style="color: #ff0000;"><strong> Bis zum 10. April waren es 450.000 Exemplare. Die Nachfrage war groß  aber nicht so absurd irrwitzig wie beim </strong></span><span style="color: #ff0000;"><strong>„</strong></span><span style="color: #ff0000;"><strong>iPhone</strong></span><span style="color: #ff0000;"><strong>“</strong></span><span style="color: #ff0000;"><strong>. Indes war die den Launch des neuen  digitalen Accessoires begleitende publizistische Bugwelle gewaltig und  hat Wesentliches an Informationen zur Seite geschwemmt.</strong></span></p>
<p>Bei Kritikern der alle Medien durchdringenden „Werbeveranstaltung  iPad“ trat allenthalben die Frage auf, was denn überhaupt so toll sei an  diesem Tablet-Touch-Screen-PC ohne Tastatur, diesem Lese- und Anzeigegerät für digitale  Inhalte. Die Medien haben sich zuletzt oft darauf konzentriert, die  Erfolgschancen des iPad zu prognostizieren. Meist ging es außerdem um  die Frage, ob und –wenn ja – wer das „iPad“ brauchen könnte.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Der Markt der digitalen Helferlein</strong></span><br />
Viele Menschen haben zuhause stationäre PCs. In den letzten Jahren  wurde erst der herkömmliche Laptop, dann das kleinere Surf-,  Web- oder Net-Book zum kommunikativen Standard technik-affiner Zielgruppen.  Parallel dazu hatte sich die Internet-Mobilität via Handy etabliert. Apple  war gleich mehrfach prägend für neue Märkte: Das Unternehmen war Wegbereiter im Marktsegment der klassischen hochwertigen Laptops,  mit dem „iPod“ im Bereich der MP3-Player und dem dazugehörigen  Geschäftsmodell „iTunes“ und schließlich bei den websurfenden Handys  mit dem „iPhone“. Inzwischen hat sich relativ unabhängig von dieser  technischen Kommunikations-Ausstattung das Marktsegment der  Buchlesegeräte entwickelt. In Deutschland ist zum Beispiel der „Kindle“ von Amazon erhältlich und ein  vergleichbares Gerät von Sony, der „E-Book Reader“. Apple zielt nun, wie an dieser Stelle  berichtet, auf den Markt des Lesens und Schauens am Bildschirm, was sich nicht nur auf  Bücher sondern auf Zeitschriften bezieht und erweitert dieses Konzept  um das Betrachten von Inhalten aus dem Internet sowie multimediale  Inhalte wie Videos.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Wer kauft warum das „iPad“? Oder: Ist das „iPad“ überflüssig?</strong></span><br />
Zum jetzigen Zeitpunkt danach zu fragen, ob man so ein Gerät  überhaupt braucht, greift inzwischen zu kurz, weil die Buchlesegeräte  auf dem amerikanischen Markt bereits auf Akzeptanz gestoßen sind, weil  es bei Apple-Geräten vordergründig nie um Technik sondern um Ergonomie  und Anwendung gegangen ist und weil Apple durch diese Faktoren gepunktet  hat und nicht durch üppige Ausstattung. Zudem ist der eigentliche Erfolgsfaktor das Geschäftsmodell hinter dem technischen Gerät. Beim „iPod“ war es die Web-Musik- und Video-Verkaufsplattform, beim „iPhone“ die Erweiterung der Funktionalitäten über kleine Programme, die so genannten „Apps“, im „App-Store“. Wer sagt, das wäre alles nicht neu gewesen, irrt. Es war zum jeweiligen Zeitpunkt neu und innovativ, marktgängige, einfache, sehr funktionale und ergonomische Geschäftsmodelle einem Markt anzubieten, in dem sie bis dahin nicht vorhanden waren. Technologien waren zwar oft vorher vorhanden, was aber fehlte, war das Vorstellungsvermögen wie das Produkt beschaffen sein sollte und warum man es kaufen sollte.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Goldgrube „Geschäftsmodell“</strong></span><br />
Apple wurde immer als ein Unternehmen gesehen, das technisch innovativ ist. Es hat 1984 mit dem „Apple Macintosh“ einen Computer auf den Markt gebracht, der zwischen dem, was man auf dem Bildschirm sah und dem, was auf dem entsprechenden Laserausdruck zu sehen war, keine gravierenden Unterschiede mehr machte. Das war vorher nicht möglich gewesen und hat nicht nur mit Apple zu tun, sondern auch mit anderen Softwareschmieden und technologischen Innovationen. Was nie im Vordergrund stand, war, dass Apple im Markt der Grafik-Industrie, bei Werbe- und Designagenturen, bei Druckereien und Druckvorstufenbetrieben lange Zeit eine Alleinstellung besaß, sich seine eigene Marktnische geschaffen hatte, in der das Unternehmen prosperieren konnte. Es hatte ein komplexes Geschäftsmodell geschaffen, worin auch heute noch ein wahrer Meister ist. Immer dann, wenn es um reine Technik ging, scheiterte Apple, dort wo es Technik, Marketing und Betriebswirtschaft auf die eigene originelle Art zu einem großen Ganzen formte, wurde es über die Maßen erfolgreich und erfand sich sogar jedesmal neu. Übrigens war selbst der erste WYSIWYG-Computer „Apple Macintosh“ bereits eine Neudefinition und Neuerfindung des Unternehmens, das mit dem „Apple II“ und einem ganz anderen Betriebssystem für ganz andere Zielgruppen bereits ein überaus erfolgreiches Vorleben geführt hatte. Jedesmal seitdem setzt Apple seine erfolgreichen Produkte mit einer Revolution gleich und lag, sofern es ein durchdachtes Geschäftsmodell dazu präsentieren konnte, eigentlich immer richtig.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Der höchste Aktienkurs in der Firmengeschichte</strong></span><br />
Und worin mündet nun diese Fähigkeit, Märkte nicht nur technologisch sondern marketingmäßig, designmäßig und sehr bedürfnisorientiert zu durchdringen, aktuell? Apple ist zur Zeit das heißeste Unternehmen an der Börse, hat mit 236 Dollar und 15% Plus den größten Einzelhändler der Welt, Wal-Mart, hinter sich gelassen und sieht vor sich nur Microsoft und das Ölunternehmen Exxon-Mobil. Damit ist Apple in Börsenwerten gemessen eines der drei wertvollsten amerikanischen Unternehmen. Das ist auch der Einschätzung von Börsenanalysten zu verdanken, die dem „iPad“ gute Marktchancen einräumen. Der Verkauf am Samstag entsprach dann auch nach 240.000 Vorbetsellungen in etwa dem, was man erwarten konnte – in einem relativ neuen Marktsegment ein guter Erfolg. Aber die Erwartungen sind hoch. Vom „iPhone“ hatte Apple 2007 in einem relativ gesättigten Markt 5,4 Millionen Stück abgesetzt, nun wird erwartet, dass 2010 zwischen 2-5 Millionen „iPads“ verkauft werden. Manch einer erwartet gar 6 Millionen Einheiten.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Fazit: Geschäftsmodell first</strong></span><br />
Das Wesentliche – auch für die Konkurrenz und den Aufbau des Gesamtmarktes – wird aber sein, wie griffig das Geschäftsmodell ist, wie gut es also funktioniert. Ein wesentlicher Zukunftsmarkt für das „iPad“ ist der Vertrieb elektronischer Zeitschriften und Zeitungen über Abonnements. Sich darüber aufzuregen, dass das iPad keine Kamera hat oder kein Multi-Tasking bzw. die Flash-Darstellung nicht unterstützt, greift ins Leere. Der Medienhype braucht nur ein Äquivalent auf Geschäftsmodell-Ebene, dann klappt das auch mit dem „iPad“ und einem weiteren digitalen Begleiter zwischen Laptop und Handy.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Links zu Beiträgen zum Thema „iPad“ auf Endoplast:</strong></span><br />
<a href="http://www.endoplast.de/2010/02/05/ipad-kann-ich-apple-auch-weiterhin-liebhaben/">Kritik am iPad</a><br />
<a href="../2010/02/05/ipad-technik-ja-ist-denn-schon-weihnachten/">Artikel  über einige technische Grundlagen des iPad</a><br />
<a href="../2010/02/05/2010/02/02/i-pad-potenziale-reale-eigenschaften-vs-musthave-faktor/">Artikel   über das iPad als Musthave-Accessoire</a><br />
<a href="../2010/02/05/2010/02/01/ipad-banging-hauen-und-stechen-im-verlagswesen/">Artikel    zum iPad und dem Verlagswesen</a><br />
<a href="../2010/02/05/2010/01/28/ipad-tablet-laptop-killer-oder-itampon/">Artikel    zur erstmaligen Vorstellung des iPad</a><br />
<a href="../2010/02/05/2010/01/13/apple-itablett-virtuelles-blattern-schauen-lesen/">Grundsatzartikel    zu Apple und dem Tablet-PC</a><br />
<a href="../2010/02/05/2010/01/28/der-fuhrer-zum-neuen-ipad/">Video  zum  wahren   Kern des iPad</a><br />
<a href="../2010/02/05/2010/01/28/ipad-tablet/">Video  zur  Vorstellung des  iPad   in San Francisco</a></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2010%2F04%2F05%2Ftablet-pc-ipad-der-hype-pad-verkauf-ist-angelaufen%2F&amp;title=Tablet-PC%20iPad%3A%20Der%20Hype-Pad-Verkauf%20ist%20angelaufen" id="wpa2a_10"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>David Foster Wallace</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2009/12/06/david-foster-wallace-2/</link>
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		<pubDate>Sat, 05 Dec 2009 22:01:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
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		<description><![CDATA[Literarischer Perspektivwechsel. Seitdem David Foster Wallace&#8217; Roman „Infinite Jest“ auf deutsch erschienen ist, war genug über ihn zu erfahren. In diesem Privat-Video ist er auf dem Anrufbeantworter einer Studentin zu hören. Eine lebensnahe Gotteslästerung. Kommentieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="350" height="292" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/RoSlnNaTpX0&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="350" height="292" src="http://www.youtube.com/v/RoSlnNaTpX0&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Literarischer Perspektivwechsel.</strong></span> Seitdem <a href="http://textundblog.de/?p=3058">David</a> <a href="http://eliterator.blog.de/2009/08/15/david-foster-wallace-infinite-jest-unendlicher-spass-endlich-deutsch-6722779/">Foster</a> <a href="http://blog.annamariamueller.de/2009/08/24/lesetagebuch-fundstuecke/infinite-summer-david-foster-wallace-infinite-jest/">Wallace&#8217;</a> <a href="http://www.endoplast.de/2009/08/22/roman-infinite-jest-ausfuhrliche-rezension-in-der-faz-von-heute/">Roman</a> <a href="http://www.endoplast.de/2009/11/05/infinite-jest-der-unendliche-spas-geht-weiter/">„Infinite Jest“</a> auf <a href="ttp://www.endoplast.de/2009/08/18/david-foster-wallace-infinite-jest-jetzt-auf-deutsch/">deutsch</a> erschienen ist, war genug über <a href="http://www.endoplast.de/2009/11/05/david-foster-wallace/">ihn</a> zu <a href="http://www.endoplast.de/?s=david+foster+wallace&amp;x=0&amp;y=0&amp;=Go">erfahren</a>. In diesem Privat-Video ist er auf dem Anrufbeantworter einer Studentin zu hören. Eine lebensnahe Gotteslästerung. <a href="http://www.endoplast.de/2009/12/06/david-foster-wallace-2/">Kommentieren.</a></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2009%2F12%2F06%2Fdavid-foster-wallace-2%2F&amp;title=David%20Foster%20Wallace" id="wpa2a_12"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Infinite Jest: Der unendliche Spaß geht weiter</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2009/11/05/infinite-jest-der-unendliche-spas-geht-weiter/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 19:20:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Wasselowski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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		<category><![CDATA[Avantgarde]]></category>
		<category><![CDATA[Irrwitz]]></category>
		<category><![CDATA[Postmoderne]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich halte ein schmales Bändchen in Händen, das dem geneigten Leser ergänzend zu Infinite Jest, dem als Jahrhundertroman apostrophierten Werk von David Foster Wallace, sekundärliterarisches Zusatzmaterial bieten möchte. Als 1998 William Gaddis&#8217; Roman „Die Fälschung der Welt“ (englisch: „The Recognitions“) herausgekommen war, wurde das umfangreiche Werk verlegerisch um das Bändchen „Die Fakten hinter der Fälschung“ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3178" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2009/11/endoplast_davidfosterwallace_wasselowski.gif"><img class="size-full wp-image-3178" title="endoplast_davidfosterwallace_wasselowski" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2009/11/endoplast_davidfosterwallace_wasselowski.gif" alt="Must the show go on? Der Spaß geht weiter, vielmehr: weiter im Text" width="553" height="312" /></a><p class="wp-caption-text">Must the show go on? In diesem Fall ja, also weiter im Text.</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Ich halte ein schmales Bändchen in Händen, das dem geneigten Leser ergänzend zu Infinite Jest,<span id="more-3177"></span> dem als <a href="http://www.endoplast.de/2009/08/18/david-foster-wallace-infinite-jest-jetzt-auf-deutsch/">Jahrhundertroman</a> apostrophierten Werk von <a href="http://fm4.orf.at/stories/1630138/">David Foster Wallace</a>, sekundärliterarisches Zusatzmaterial bieten möchte. </strong></span></p>
<p>Als 1998 <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/William_Gaddis">William Gaddis&#8217;</a> Roman „Die Fälschung der Welt“ (englisch: „The Recognitions“) herausgekommen war, wurde das umfangreiche Werk verlegerisch um das Bändchen „Die Fakten hinter der Fälschung“ ergänzt, das immerhin 290-seitig allerlei Erklärungen enthielt und den gelehrigen Leser tatsächlich noch schlauer machte. Als im letzten Jahr <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Wohlgesinnten">Jonathan Littells</a> hochliterarischer Blockbuster „Die Wohlgesinnten“ erschien, folgte auch ihm wie ein beredsamer Adlatus ein „Marginalienband“.</p>
<p><strong><span style="color: #993366;">Der neue Schlankheitswahn: Begleiter für die Westentasche</span></strong><br />
Inzwischen gehört das offensichtlich zum guten Ton. Es ist fast so, als müsste jede dicke Schwarte von einem magersüchtigen jüngeren Brüderchen begleitet werden, der, befreit vom Ballast der Dickleibigkeit, den großen Bruder – den eigentlich keiner versteht, mit dem sich aber jeder zeigen will – der staunenden Öffentlichkeit erklärt. Das scheint eine Art symbiotisches Huckepackverhältnis zu sein: Ein verlegerischer Schachzug, der unter Umständen eine Bereicherung für den Leser sein kann – wie es im erstgenannten Beispiel, in Sachen Gaddis, durchaus der Fall war.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Sekundärliteratur im dünnen Bändchen</strong></span><br />
Nach dem Büchlein „Über Infinite Jest“ (96 Seiten Umfang) des Übersetzers des Werkes, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Blumenbach">Ulrich Blumenbach</a>, ist also nun ein weiteres Bändchen erschienen, auf dem kleingedruckt und fast verschämt „Zusatzmaterial“ zu lesen ist. Das Bändchen bietet auf etwas mehr als 90 Seiten allerdings nicht viel Neues.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Infinite Jest: Neue Worte braucht das Land</strong></span><br />
Den sehr lesenswerten Text „Am Fuß vom Text“ konnte man lange vor Erscheinen des Romans in Deutschland im <a href="http://www.schreibheft.de/">Schreibheft</a> Nr. 68 lesen. Er thematisiert die besonderen Schwierigkeiten, die der Übersetzer mit diesem Romanungetüm hatte, vor allem mit dem Spleen <a href="http://www.endoplast.de/2009/08/22/roman-infinite-jest-ausfuhrliche-rezension-in-der-faz-von-heute/">David Foster Wallace’</a>, unbekannte oder seltene Worte zu verwenden, für die es eigentlich gar keine Übersetzung geben kann. Die Badische Zeitung von heute nennt ein paar Beispiele und schreibt davon, dass der Übersetzer jetzt wisse, „dass ‚Achondroplasie‘ Zwergwuchs ist, ‚gluteale Hyperadiposität‘ ein vornehmeres Wort für Fettarsch.“ Um das auf die Spitze zu treiben, widmet sich inzwischen ein <a href="http://infinitejest.wallacewiki.com/david-foster-wallace/index.php?title=Pages_3-27">Wort-Wiki</a> all jenen besonderen Worten, die Schöpfer Wallace seinem Publikum offeriert hat. Hier gibt es viel zu lesen und zu recherchieren – ein unendlich abendfüllender Spaß.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Weniger bekannte Fakten: Der Mensch, der auch ein Autor war</strong></span><br />
Bereits veröffentlicht ist auch der Artikel von David Lipsky über Leben und Sterben David Foster Wallace‘. Der war bereits im Dezember 2008 im deutschen <a href="http://www.rollingstone.de/">Rolling Stone</a> nachzulesen und ist deshalb gemäß unseres gelebten Zeitgeistes der Augenblicklichkeit vielleicht schon wieder in Vergessenheit geraten. Wenn das so sein sollte, hätte die Wiederveröffentlichkeit dann doch ihre Berechtigung. Den Artikel zu lesen bleibt jedenfalls eine Bereicherung für den am Leben Wallace‘ Interessierten.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Jonathan Franzen und Dave Eggers haben etwas zu sagen</strong></span><br />
Zum ersten Mal auf Deutsch zu lesen sind die Vorworte der Schriftsteller <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dave_Eggers">Dave Eggers</a> (aus der amerikanischen Ausgabe von Infinite Jest) und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jonathan_Franzen">Jonathan Franzen</a> (aus einer Ehrerbietungsrede „anlässlich der Gedenkfeierlichkeiten“ zum Tode David Foster Wallace&#8217;). Glück im Unglück, weil der geneigte Fan ja nach allem lechtzt, was mit dem verstorbenen Autor zu tun hat. Franzen schreibt aus der Buddyperspektive über seinen verstorbenen Freund. Er schreibt von der &#8220;knisternden Präzision seiner Satzstruktur, seines mühelosen und tonsicheren Wechsels zwischen zehn verschiedenen Ebenen&#8230;&#8221;</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Weiteres Material zu David Foster Wallace</strong></span><br />
Schön wäre es gewesen, hätte man noch etwas vom Autor selbst hinzuzugefügt, z.B. aus den Vorlesungen, die er gehalten hat und die man im Web nachlesen kann. Oder Auszüge aus den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/David_Foster_Wallace">Interviews</a>. Da die Namen Eggers und Franzen schon gefallen sind, könnte man noch das <a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~ED2C780A9D87D46E4A5262095763C80AF~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Interview </a>der FAZ mit dem postmodernen <a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,247772,00.html">Jeffrey Eugenides</a> nennen, das athmosphärische Einblicke in die Art Literatur gibt, wie sie Wallace geschrieben hat. Man könnte auch sagen, Eugenides&#8217; Thema ist jene Schriftstellergeneration, zu der er und auch Wallace gehören. Der <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,641795,00.html">Spiegel</a> hatte etwas über den Stellenwert der Familie Wallace hinzuzufügen, ein immer noch lesenswerter Aspekt. Ehre, wem Ehre gebührt: In der <a href="http://www.badische-zeitung.de/der-uebersetzer-ulrich-blumenbach-und-david-forster-wallaces-infinite-jest--18227170.html">Badischen Zeitung</a> vom heutigen Tag ist ein Artikel über den aufopferungsvollen und preisgekrönten Übersetzer von Infinite Jest erschienen. Dieser Artikel rundet den deutschen Wallace-Kosmos mit einem Blick hinter die Kulissen ab.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Das Genie, der Lehrer, die Bewertung</strong></span><br />
David Foster Wallace war ja nicht nur Autor: Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, hielt er Vorlesungen, z.B. am <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Pomona_College">Pomona Collage</a> für kreatives Schreiben und Englisch. Ganz witzig, <a href="http://www.ratemyprofessors.com/ShowRatings.jsp?tid=862916">hier</a> kann man sehen, wie David Foster Wallace von seinen Studenten als Lehrer bewertet wurde.</p>
<p><strong><span style="color: #993366;">Der Autor live im Interview</span></strong><br />
Als letztes ein Aspekte-Feature über den Autor. Auch wenn Moderator Wolfgang Herles nicht zu sagen vermag, wovon Infinite Jest handelt, der nachfolgende Beitrag gleicht dieses Manko gebührlich aus und wirft zum Schluß einen Blick auf den armen Übersetzer und sein Jahre währendes Martyrium. Ein Beitrag für alle also, die das Buch nie lesen werden aber dafür umso beflissener mitreden wollen:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="545" height="335" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/nZV9x8koFqA&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="545" height="335" src="http://www.youtube.com/v/nZV9x8koFqA&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 726px; width: 1px; height: 1px;">http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Blumenbach</div>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2009%2F11%2F05%2Finfinite-jest-der-unendliche-spas-geht-weiter%2F&amp;title=Infinite%20Jest%3A%20Der%20unendliche%20Spa%C3%9F%20geht%20weiter" id="wpa2a_14"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Lyrik: Horst Köhler und die Kunst der kleinen Form</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2009/10/31/lyrik-horst-kohler-und-die-kunst-der-kleinen-form/</link>
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		<pubDate>Sat, 31 Oct 2009 04:45:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rolf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute endet in Berlin die Festwoche zum 10jährigen Jubiläum von &#8220;Lyrikline.org&#8220;, einer Website, die sich vorbildlich der literarischen Form &#8220;Gedicht&#8221; verschrieben hat. (Ab 20 Uhr kann man den Abschluß der Veranstaltung per Live-Stream verfolgen.) Interessant ist, was Horst Köhler dazu zu sagen hatte. Ein Auszug aus der ansonsten guten Rede des Bundespräsidenten zur Eröffnung der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3084" class="wp-caption alignnone" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2009/10/endoplast_horst_koehler_wasselowski1.gif"><img class="size-full wp-image-3084" title="endoplast_horst_koehler_wasselowski1" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2009/10/endoplast_horst_koehler_wasselowski1.gif" alt="Bundespräsident Host Köhler lacht, wo er über den Niedergang der deutschen Lyrik eigentlich weinen sollte." width="553" height="312" /></a><p class="wp-caption-text">Der Bundespräsident frohlockt, wo er über den Niedergang der deutschen Lyrik eigentlich weinen sollte.</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Heute endet in Berlin die Festwoche zum 10jährigen Jubiläum von &#8220;<a href="http://www.lyrikline.org/">Lyrikline.org</a>&#8220;, <span id="more-3050"></span>einer Website, die sich vorbildlich der literarischen Form &#8220;Gedicht&#8221; verschrieben hat. (Ab 20 Uhr kann man den Abschluß der Veranstaltung per Live-Stream verfolgen.) Interessant ist, was Horst Köhler dazu zu sagen hatte. </strong></span></p>
<p>Ein Auszug aus der ansonsten guten <a href="http://lyrikline.wordpress.com/2009/10/26/gruswort-von-bundesprasident-horst-kohler-anlasslich-der-festveranstaltung-%E2%80%9E10-jahre-internetplattform-%E2%80%9Alyrikline-org%E2%80%99%E2%80%9C-am-26-oktober-2009/">Rede</a> des Bundespräsidenten zur Eröffnung der Veranstaltung:<em> <span style="color: #000000;">&#8220;Warum sind für viele Menschen Gedichte so wichtig &#8211; und vorgelesene Gedichte erst recht? Weil Gedichte die dichteste, anspruchvollste und subjektivste Art sind, Sprache zu gestalten, die Welt ins Wort  zu fassen, die Existenz zum Ausdruck zu bringen. Gedichte sind kleine Widerstandsnester gegen die riesige Flut an Sprachmüll, der uns täglich aus allen Medien entgegenkommt.&#8221;</span></em> Nun, wir alle wissen, dass Festreden oft dazu da sind, einem Sachverhalt die positiven Seiten abzugewinnen. Das aber, was Köhler hier gesagt hat, ist gleich in mehreren Punkten vollständig falsch, eigentlich ist in nahezu jedem Fall des zitierten Teils eher das Gegenteil des Gesagten richtig.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Lyrik – eine aussterbende Kunst</strong></span><br />
Lyrik ist außer vielleicht stellenweise im Privaten kaum noch für jemanden wichtig. Lyrik hat ihre gesellschaftliche Relevanz verloren und fristet ein Nischendasein. In fast jeder Buchhandlung findet man anspruchsvolle Literatur hinten links oder rechts in der Ecke. Wenn man Glück hat, gibt es in dieser Ecke ein kleines Regal mit Lyrikbändchen, was aber nicht selbstverständlich ist. In diesem möglicherweise vorhandenen Regal gibt es neben dickleibigen Sammelbänden der Marke &#8220;<a href="http://www.amazon.de/Weihnachtsgedichte-tausend-Jahren-Gesine-Dammel/dp/3458344853">Lyrik aus 1.000 Jahren</a>&#8221; und einigen wenigen Bänden kanonisierter Lyriker wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Hesse">Herrmann Hesse</a>, <a href="http://german.lss.wisc.edu/brecht/">Bertolt Brecht</a> oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hilde_Domin">Hilde Domin</a> kaum aktuelle Lyrik. Will man die lesen, guckt man lieber ins Internet oder hin- und wieder in eine Literaturzeitschrift wie das &#8220;<a href="http://www.schreibheft.de/">Schreibheft</a>&#8220;.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Das betriebswirtschaftliche Gewicht der Lyrik? Gleich Null!</strong></span><br />
Warum ist das auf der Buchhandelsebene so? Weil man mit Lyrik in der Regel kein Geld verdienen kann. Es gibt kaum Lyrik-Bestseller, Lyrikbände nehmen vielmehr den Büchern den Platz weg, mit dem man wirklich Umsatz machen kann. So setzt sich der negativ-kapitalistische Weg fort bis hin zu den Verlagen. Ein reiner Lyrikverlag ist praktisch betriebswirtschaftlicher Selbstmord. Ehrenwerte Verlage, die das trotzdem tun, sponsorn solche Projekte durch Querfinanzierung: Erfolgreiche andere Bücher des Verlagsprogramms werfen Gewinn ab und ermöglichen es, Zuschußprojekte wie Lyrikbände zu realisieren. Verlage, die mit Lyrik trotzdem erfolgreich sind, publizieren entweder klassische Gedichte, die zu Alltime-Sellern wurden, wie die von <a href="http://www.rilke.de/">Rainer-Maria Rilke</a>, <a href="http://mitglied.lycos.de/spangenberg/gedichte/kaest00.html">Erich Kästner</a>, <a href="http://www.hamburger-bildungsserver.de/welcome.phtml?unten=/faecher/deutsch/autoren/benn/index.htm">Gottfried Benn</a> oder <a href="http://www.erichfried.de/Gedichtindex.htm">Erich Fried</a> oder senken das lyrische Niveau – das heißt: publizieren massenkompatible Lyrik, die mit Qualität, Anspruch und Tiefgang rein gar nichts mehr zu tun hat.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Es gibt auch Gegenbeispiele: </strong></span><br />
Der von uns bereits gelobte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zweitausendeins">Verlag</a> <a href="http://www.endoplast.de/2009/07/31/2001-verlag-40-jahre-danach/">2001</a>, der seine Bücher über den Versand, eigene Läden und inzwischen über ein Shop-in-Shop-System innerhalb der Filialen einer großen Buchhandelskette vertreibt, hat Bestseller im Lyrikbereich vorzuweisen. Er hat lange Jahre die Gedichte von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wolf_Wondratschek">Wolf Wondraschek</a> oder <a href="http://www.bukowski-gesellschaft.de/home.htm">Charles Bukowski</a> publiziert. &#8220;Sex Sells&#8221; könnte man da sagen oder im Falle von Bukowski die Frage stellen &#8220;Wo ist das Niveau?&#8221;. Jedenfalls hat der 2001-Verlag es auch andernorts mit Publikationen wie dem Gesamtwerk von <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,394876,00.html">Robert Gernhardt</a> vorgemacht, dass man Lyrik für ein anspruchsvolles Publikum publizieren und vermarkten kann. Andere Fälle der &#8220;normalen&#8221; Verlagsszene wie das Buch &#8220;<a href="http://www.lyrikwelt.de/rezensionen/fieber-r.htm">Fieber</a>&#8220;, mit den nachgelassenen Gedichten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Kinski">Klaus Kinskis</a>, profitieren vom medial durchdrungenen Image des Autors und können so eine kleine Medienkampagne für sich verbuchen, um den Gehalt der Lyrik medienkompatibel zu steigern. Ein bekannter Name verkauft gut, auch wenn er gar kein Lyriker ist.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Das Buch als Ware, der Lyriker als Produzent</strong></span><br />
Der normale, nicht ans Marketing gewöhnte Lyriker mit ernstem Anspruch, originellem Sprachbild und mächtigem Sprachumfang hat innerhalb der Literaturszene die geringsten Aussichten auf Erfolg. Wobei man ja an dieser Stelle darauf hinzuweisen hat, dass Kurzformen jeder Art sich generell schlechter verkaufen als Romane: Die Kurzgeschichte – sofern nicht Nebenwerk eines berühmten Autors oder ausnahmsweise genialisch-kompakte Lebensäußerung eines Solitärs wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Munro">Alice Munro</a> – führt ein Nischendasein, ebenso mitunter Erzählungen oder Novellen. Auch hier ist der Grund in der Vermarktbarkeit zu finden: Der Leser will viel Buch fürs Geld. Ein kurzes Roman-Manuskript wird gerne mal mit größerer Schrift, größerem Zeilenabstand und voluminöserem Papier aufgebläht, damit die paar Seiten nach etwas Mehr aussehen und der Käufer nicht den Eindruck gewinnt, der Buchhändler wolle ihn über den Tisch ziehen.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Lyrik – Sprachmüll und Leerformeln am laufenden Band</strong></span><br />
Sind Gedichte &#8220;die dichteste, anspruchvollste und subjektivste Art [...], Sprache zu gestalten?&#8221; Richtig ist: Aufgrund der Kürze dieser literarischen Gattung muß sie von Haus aus kompakt sein, Werke wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Herman_Melville">Mellvilles</a> Roman &#8220;<a href="http://www.literaturport.de/index.php?id=28&amp;no_cache=1&amp;tid=175#">Clarel</a>&#8221; in Versform bleiben die Ausnahme. Und Lyrik vermag auf knappem Raum viel auszudrücken: Wer zum Beispiel nichts über <a href="http://www.kunstwissen.de/fach/f-kuns/b_mod/sOO.htm">Surrealismus</a> weiß, aber viel darüber erfahren möchte, schnappt sich das Buch &#8220;<a href="http://www.readme.cc/de/buchtipps-leser/buchtipp/showbooktip/1394/">Das surrealistische Gedicht</a>&#8221; und erfährt in dieser umfangreichen Ansammlung lyrischer Sprachbilder einiges über den Surrealismus – in bereits wenigen Zeilen vielleicht mehr, als läse er lange Werke der Sekundärliteratur zum Thema.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Gedichte als Seelen-Mülleimer</strong></span><br />
Sind Gedichte aber auch per se anspruchsvoll? Weit gefehlt! Da sie so kurz sind, laden sie niederschwellig praktisch jeden ein, sein Seelenleben in ein paar Zeilen zu offenbaren. Keine andere literarische Gattung kann in einer reduzierten Form zwar so viel erreichen und offenbaren wie die Lyrik, aber in keiner anderen literarischen Form wimmelt es nur so vor Betroffenheit, unreflektiertem Liebesleid, Kitsch und Gefühlsduselei, die maximal eine andere Person, der das Gedicht gewidmet sein mag, in einer bestimmten Lebenssituation ertragen kann. Bei der Lyrik sind Form und Inhalt oder Handwerk und Kunst aufs Engste miteinander verwoben. Jedes Wort, ja, jede Silbe, zählt und muß sitzen. Deshalb ist das künstlerische Scheitern wahrscheinlicher als bei anderen literarischen Gattungen.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Kurz und knapp oder kurz und schlecht?</strong></span><br />
Lyrik kann also anspruchsvoll sein, weil es äußerst schwierig ist, etwas in ein paar Sätzen auszudrücken und sich hier die Meisterschaft beweisen muß – sie ist es aber in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle nicht. Dafür sind zu viele Autoren, die sich der Lyrik verschrieben haben, tendenziell zu selbstverliebt und unbegabt. Denn das Formal-Handwerkliche, der Rhythmus, der punktgenau mit dem Inhalt korrespondieren muß, stellen höchste Anforderungen an inhaltliche Durchdringung und Formulierkunst. Zu leicht ist hier ein Versagen möglich. Hier also, irrte der Bundespräsident bzw. sein Redenschreiber eklatant.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Lyrik als Nebenbeschäftigung</strong></span><br />
Noch eine andere Falle gibt es, in die ein Autor tappen kann: Wer denkt, Lyrik &#8220;nebenbei&#8221; schreiben zu können, irrt in den meisten aller Fälle. Ein Romanautor wie <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/14976.html">Günter Grass</a> zu sein, der es gewohnt ist, komplexe Inhalte in seinen Romanen in der Breite zu entwickeln, wird Schwierigkeiten haben, sich gekonnt komprimiert zu äußern. Wer sich der Lyrik widmet, tritt sozusagen eine Reise in eine andere Dimension an, in der alles kleiner und sowieso ganz anders ist als in der epischen Dimension. Dort, in der anderen Dimension, muß er lange verweilen, sonst kann er den veränderten Naturgesetzen keine Rechnung tragen. Und welcher Autor von Belang entscheidet sich heute für L,yrik, die kaum einer zur Kenntnis nimmt, und gegen den Roman, der im Zweifelsfall eher Aufmerksamkeit, Renomee und Geld verheißt?</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Lyrik als Widerstand gegen den Sprachmüll?</strong></span><br />
Aus dem Vorhergesagten folgt fast unweigerlich der Schluß, dass durch so viel Unvermögen beim Formulieren von Gedichten, zwangsläufig auch viel Sprachmüll erzeugt wird. Horst Köhler hat insofern Recht, dass die Kürze der Form uns Glückseeligkeit verheißt, müssen wir doch im Falle der Lyrik Schwachsinn nur relativ kurz ertragen im Gegensatz zur langen Reizung unseres Geduldsfadens durch die meisten Romane. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Samuel_Beckett">Samuel Beckett</a> hat anlässlich eines Besuches seines deutschen Verlegers <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Siegfried_Unseld">Siegfried Unseld</a> gesagt, er sitze seit Tagen an einer Zeile und werde einfach nicht fertig damit. Das spricht Bände und könnte zum Vorbild gereichen.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Weniger Informationen, mehr Wirkung?<br />
</strong></span>Auch Literatur-Besser-Wisser <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marcel_Reich-Ranicki">Reich-Ranicki</a> äzt zuweilen völlig zu Recht gegen Weitschweifigkeit und das Unvermögen vieler Autoren, auf kleinem Raum überhaupt <a href="http://www.endoplast.de/2009/10/08/sprache-deutschland-eine-wortmacht/">etwas aussagen</a> zu können. A propos <a href="http://www.reich-ranicki.com/">Reich-Ranicki</a>: Wer sich in die traditionelle Ästhetik des Gedichts einarbeiten will, dem sei nach wie vor die Samstagsausgabe der F.A.Z. mit ihrer jeweiligen Folge der &#8220;<a href="http://www.anthologie.de/gedichte.htm">Frankfurter Anthologie</a>&#8221; ans Herz gelegt oder die entsprechende Jahres-<a href="http://www.literaturkritik.de/reich-ranicki/index.php?content=http://www.literaturkritik.de/reich-ranicki/content_themen_frankfurterAnthologie.html">Buchausgabe</a> als Sammelband dieser Gedichtrezensionen und -interpretationen. Leider sind manche Buchausgaben längst vergriffen.</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Sprachbilder als Ventil</strong></span><br />
Die Lyrik, die im Alltag unserer Gesellschaft produziert wird, ist aber meist gar nicht von diesem beckettschen Ringen um den richtigen Reflexionswinkel durchdrungen. Sie wird zunächst rein privat als Sprachventil in Krisensituationen genutzt, meist von Laien ohne ästhetischen Anspruch, hat aber andererseits immer mehr Einzug gefunden in populäre Formen wie Songtexte oder Werbung oder dient innerhalb eines Romans, als Konzeptabkupferung der Brechtschen Dramen mit Einschubfunktion – als kleines sprachliches Schmankerl, das die vermeintlich genialischen Variationsmöglichkeiten des Autors illustrieren soll. Oftmals ist die Lyrik dabei also ihres eigentlichen subjektivistischen, funktionalen Kerns der direkten Triebabfuhr entledigt. Wieder ein Nachteil, der – wie wir alle seit langem wissen – mit Verblödung und Kommerzialisierung eben zwangsläufig einhergeht.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="550" height="380" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/NsqEfNo2-vA&amp;hl=en&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="550" height="380" src="http://www.youtube.com/v/NsqEfNo2-vA&amp;hl=en&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Die schlechteste Lyrik der Welt</strong></span><br />
Kurz: Die meiste Lyrik, die uns so begegnet, ist fein ziselierter und damit besonders verwerflicher Sprachmüll, den man zwar schnell durchgelesen hat, den ich persönlich aber als widerwärtig empfinde, weil die meisten Lyriker für sich einen hohen Anspruch formulieren, ihn oft aber gar nicht einzulösen vermögen. (Siehe hierzu als Beweis die <a href="http://www.endoplast.de/category/lyrik/">schlechten Gedichte</a> auf www.endoplast.de).</p>
<p><span style="color: #993366;"><strong>Der Versuch zählt: Ein Schulterklopfen für den Bundespräsidenten</strong></span><br />
Rufen wir unserem Bundespräsidenten also zu: Eine Festrede mehr, die im Grunde zwar einem guten Zweck verpflichtet war aber bezüglich der zitierten Passage am eigentlichen Inhalt vorbeiging. Deshalb konnten meine Tränen, die ich mich nicht zurückhalten konnte beim Lesen dieser Rede zu vergießen,  nicht Sproß meiner Freude sein sondern einer tiefsitzenden Trauer um den vom Bundespräsidenten offenbar unbemerkten Niedergang einer literarischen Form. Das ist so, als stünde man vor einem offenen Grab, könnte vielleicht den Toten sogar noch erblicken oder ihn zumindest konkret erahnen und würde lachen anstatt zu heulen. Also ist wieder ein Versuch gescheitert, das Ableben der Lyrik konstruktiv zu beklagen.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2009%2F10%2F31%2Flyrik-horst-kohler-und-die-kunst-der-kleinen-form%2F&amp;title=Lyrik%3A%20Horst%20K%C3%B6hler%20und%20die%20Kunst%20der%20kleinen%20Form" id="wpa2a_16"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Mobilität</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Sep 2009 05:18:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit einem Fuß aufs Lande schlaufen schlitternd, schlierend über Eis in dem Movement in die Traufen laufen gottverdammt, was soll der Scheiß mit dem Stocke Wege machen Kassenpatientens Krückenlachen loben wir Mobilität das was vor dem Herzinfarkt noch geht Fotoillustration: Benjamin Baltus]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2009/09/endoplast_mobil_baltus.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-1919" title="endoplast_mobil_baltus" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2009/09/endoplast_mobil_baltus.gif" alt="endoplast_mobil_baltus" width="553" height="312" /></a></p>
<p>Mit einem Fuß aufs Lande schlaufen<br />
schlitternd, schlierend über Eis</p>
<p>in dem Movement<br />
in die Traufen<br />
laufen</p>
<p>gottverdammt, was soll der Scheiß<span id="more-1916"></span></p>
<p>mit dem Stocke Wege machen<br />
Kassenpatientens Krückenlachen</p>
<p>loben wir Mobilität<br />
das was vor dem Herzinfarkt noch geht</p>
<p><em>Fotoillustration: Benjamin Baltus</em></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2009%2F09%2F11%2Fmobilitat%2F&amp;title=Mobilit%C3%A4t" id="wpa2a_18"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>2001-Verlag: 40 Jahre aus der Reihe tanzen</title>
		<link>http://www.endoplast.de/2009/07/31/2001-verlag-40-jahre-danach/</link>
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		<pubDate>Fri, 31 Jul 2009 06:59:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rolf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[1969 war 2001 für jemanden, der sich selbstständig macht, die unvorstellbar weit entfernte Zukunft. Den Kubrick-Film im Kopf war die Jahreszahl reinste Science-Fiction &#8211; vor allem wenn man als kleiner, quasi noch nicht existenter Verlag und Versandhändler seine Päckchen &#8220;in der Kantine von Bärmeier &#38; Nikel&#8221; packt. &#8220;Bärmeier &#38; Nikel&#8221;, das war der Verlag, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_141" class="wp-caption aligncenter" style="width: 563px"><a href="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2009/07/2001Verlag_40Jahre_Wasselowski.gif"><img class="size-full wp-image-141" title="2001Verlag_40Jahre_Wasselowski" src="http://www.endoplast.de/wp-content/uploads/2009/07/2001Verlag_40Jahre_Wasselowski.gif" alt="Verlegerische Großtaten, niedrige Preise, ein gut geschütteltes und gerührtes Verlagsprogramm - vierzig Jahre lang. Wenn das nichts ist..." width="553" height="415" /></a><p class="wp-caption-text">Verlegerische Großtaten, niedrige Preise, ein gut geschütteltes und gerührtes Verlagsprogramm - vierzig Jahre lang. Wenn das nichts ist...</p></div>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>1969 war 2001 für jemanden, der sich selbstständig macht, die unvorstellbar weit entfernte Zukunft. Den <a href="http://www.kubrick2001.com/">Kubrick-Film</a> im Kopf war die Jahreszahl reinste Science-Fict</strong><strong>ion &#8211; vor allem wenn man als kleiner, quasi noch nicht existenter <a href="http://www.zweitausendeins.de/">Verlag und Versandhändler</a> seine Päckchen &#8220;in der Kantine von Bärmeier &amp; Nikel&#8221; packt.</strong></span></p>
<p>&#8220;Bärmeier &amp; Nikel&#8221;, das war der Verlag, der die Satirezeitschrift <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pardon_(Zeitschrift)">&#8220;Pardon&#8221;</a> herausgebracht hatte &#8211; und im Grunde so etwas wie der Vorläufer von <a href="http://www.titanic-magazin.de/">&#8220;Titanic&#8221;</a>, auch mit personeller Kontinuität. Lutz Reinecke (der sich später nach seiner Heirat in Lutz Kroth umbenannte) war Assistent des Pardon-Chefs Nikel und gründete zunächst einen Versandhandel, aus dem später ein richtiger Verlag wurde: der 2001-Verlag.</p>
<p>Der sorgte für Furore durch günstigste Preise vor allem für LPs, heute für CDs, DVDs und Hörbücher. Aber auch für &#8220;normale&#8221; Bücher. Bis heute kauft 2001 von renommierten Verlagen Restposten auf und verhökert die günstig. Ebenso<a href="http://www.rogner-bernhard.de/"></a> vertreiben <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Haffmans_Verlag">Haffmanns</a> und <a href="http://www.rogner-bernhard.de/">Rogner &amp; Bernhard</a> ihre Bücher nicht mehr über den Buchhandel sondern exklusiv über 2001. Der Verlag hat darüber hinaus ein eigenes Programm. Er druckt Klassiker in oppulenten dicken Paperbacks nach aber hat sich in den Jahrzehnten auch hervorgetan durch verlegerische Großtaten vor allem im Bereich der hohen Literatur.</p>
<p>So hat er <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/William_Gaddis">William Gaddis </a>mit seinem Roman <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_F%C3%A4lschung_der_Welt">&#8220;Die Fälschung der Welt&#8221;</a> zum seltsamen und späten Durchbruch verholfen. William Gaddis war bis dahin eine eher traurige Figur. Als junger Mann hatte er bereits 1955 den komplexen Roman veröffentlicht, der aber von der Kritik verrissen worden war. Offenbar spielte dabei auch eine Rolle, dass er eine persönliche Fehde mit <a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,125483,00.html">Anatole Broyard</a>, dem später einflußreichen Kritiker der New York Times, ausfocht. In seinem Buch &#8220;Die Fälschung der Welt&#8221; spielte er offensichtlich auf Broyard als Person an, der Zeit seines Lebens seinen afroamerikanischen familiären Hintergrund verheimlicht hatte. Jedenfalls war die Publikation ders 1.000-Seiten-Werkes ein verlegerischer Paukenschlag, der Gaddis als Autor über Umwege in der Folge sogar international rehabilitierte.</p>
<p>(Vergleichbar waren das damalige Medienecho und die positiven Reaktionen des Feuilletons eigentlich nur mit Ereignissen wie der Publikation von <a href="http://de.wordpress.com/tag/die-wohlgesinnten/">Jonathan Littels &#8220;Die Wohlgesinnten&#8221;</a>, das im letzten Jahr im Berlin-Verlag erschienen war und gerade eben wieder als <a href="http://www.gay-and-lesbianbooks.de/vmchk/Littell-Jonathan/7-Das-Besondere/Die-Wohlgesinnten-Studienausgabe.html">&#8220;verbilligte Studienausgabe&#8221;</a> in den Buchhandel gelangt ist. Immerhin hatte sich hierbei die <a href="http://lesesaal.faz.net/littell/">FAZ</a> stark gemacht mit einer ausführlichen Berichterstattung und einem eigenen Themenblog.)</p>
<p>Jedenfalls war Gaddis&#8217; &#8220;Die Fälschung der Welt&#8221; nicht nur ein literarischer Erfolg und das literarische Ereignis des Jahres 1998 sondern 2001 machte aus einem Werk der Hochliteratur, wie es kaum ein zweites gibt, natürlich auch einen Verkaufserfolg. Schon <a href="http://www.dieterwunderlich.de/Gaddis_JR.htm">&#8220;JR&#8221;</a>, zwei Jahre vorher publiziert, war erfolgreich gewesen. Wieder ein über 1.000 Seiten umfangreiches Werk. Übrigens ist &#8220;JR&#8221; vermutlich das Buch, das uns die augenblickliche ökonomische Krise aus einer zutiefst menschlichen Perspektive am besten nahe bringen kann.</p>
<p>Der Verlag hatte mit kleverem Marketing und einem Mix aus Hoch- und Unterhaltungskultur ein geschicktes Händchen dafür, schier Unverkäufliches einer Alt-68er-Hippy-und-Lehrer-Käuferschicht schmackhaft zu machen.</p>
<p>Als weitere mutige verlegerische Tat gilt die Publikation von <a href="http://www.lyrikwelt.de/hintergrund/melville-bericht-h.htm">Moby Dick in der Übersetzung von Friedhelm Rathjen</a>. Der hatte jahrelang im Auftrag des <a href="http://www.hanser-literaturverlage.de/buecher/buch.html?isbn=978-3-446-20079-1">Hanser-Verlages</a> an einer amibitionierten, ungeschliffenen Neuübersetzung des Schlüsselwerks der Weltliteratur gearbeitet. Dem Verlag war das Ergebnis aber offensichtlich zu extrem. Er lehnte ab und beauftragte Matthias Jendis mit einer Überarbeitung der rauen Übersetzung. Der Vorwurf stand im Raum, es gehe dem Verlag nicht mehr um eine möglichst werkgetreue Übersetzung. <a href="http://www.perlentaucher.de/autoren/22445/Norbert_Wehr.html">Norbert Wehr</a> nahm sich des Falles in seinem <a href="http://www.schreibheft.de/docs/rezensionen/index.html">Schreibheft</a> an und veröffentlichte dort Auszüge der Übersetzung von Rathjen und Gegenüberstellungen der Übersetzungsvarianten. Bis der 2001-Verlag das Werk in der Rathjen-Übersetung, in einer auf 3.400 Exemplare angelegten Auflage 2004 veröffentlichte – versehen mit den 269 Illustrationen der Originalausgabe von Rockwell Kent, zudem in bibliophiler Ausstattung, nummeriert und im Schuber.</p>
<p>Viele weitere Beispiele wären zu nennen. Dem bibliophilen Bücherfreund treiben einige Werkreihen Freudentränen in die Augen: Ob die vierbändige William S. Burroughs-Edition oder die nicht zuende geführte Werkausgabe Nelson Algrens &#8211; beide Reihen wurden gestaltet von Franz Greno, viele Jahre bevor er <a href="http://www.die-andere-bibliothek.de/">&#8220;Die Andere Bibliothek&#8221;</a> realisierte. Übrigens können die beiden genannten Reihen zusammen mit den Skizzenbüchern von <a href="http://www.crumbproducts.com/">Robert Crumb</a> als dessen gestalterische unf produktionstechnische Blütezeit gelten. Zu nennen wäre darüber hinaus die Werkkomplettausgabe von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Boris_Vian">Boris Vian</a>, mit Titelillustrationen von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Art_Spiegelman">Art Spiegelman</a>. Unvergesslich auch &#8220;Das Leben &#8211; Gebrauchsanweisung&#8221; von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Georges_Perec">Georges Perec</a>, geliefert mit beigelegtem Puzzle und Marginalienband in einer Pappschatulle. Oder die vollständige Edition der Werke <a href="http://www.kulturwerk-schlesien.de/kulturspiegel/literatur/art71,240.html?fCMS=678211b05aa70705a6677e66a0f9d87d">Max Herrmann Neißes</a> Viele weitere Projekte ließen sich nennen, in denen der Verlag, der ursprünglich mit Undergroundcomix und Tonträgern groß geworden war, literarischen und verlegerischen Wagemut bewiesen hat.</p>
<p>Als letztes Beispiel mag Arno Schmidt taugen. Der 2001-Verlag hielt dem Avantgardisten jahrzehntelang die Stange mit bibliophilen teils unglaublich aufwändig produzierten Bänden wie z.B <a href="http://www.bela1996.de/literature/schmidt-julia.html">&#8220;Julia&#8221;</a>.</p>
<p>Inzwischen ist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zweitausendeins">Lutz Kroth</a>, der für das ambitionierte Verlagsprogramm verantwortlich zeichnete, im Ruhestand. Sein Nachfolger Till Tolkemitt setzt einen anderen Schwerpunkt: Auf Multimedia und DVDs. Da schliesst sich der Kreis: Der Versandhandel hatte von 4 Jahrzehnten damit begonnen, Computer zu verkaufen &#8211; was aber nicht von Erfolg gekrönt gewesen war.</p>
<p>In diesem Jahr hat der Verlag als kleine Festschrift ein Taschenbuch zum 40jährigen vorgelegt: <a href="http://knobi-der-buechernomade.blog.de/2009/04/23/zweitausendeins-versand-40-jahre-danach-5994913/">&#8220;Zweitausendeins. Der Versand. 40 Jahre danach&#8221;. </a>Es ist mit 3,90 EUR zwar unverschämt teuer, erfreulicher wären z.B. 99 Cent gewesen und hätten auch zum witzigen Image des Verlages viel besser gepasst. In diesem Büchlein wird von Mathias Bröckers aufs Wesentliche konzentriert herausgearbeitet, was den Verlag ausmacht. Darin enthalten ist auch ein (seltenes) <a href="http://http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&amp;dig=2006/12/23/a0211">Interview mit Lutz Kroth</a>. Empfehlenswert.</p>
<p>Der Verlag wird sich vermutlich nach dem Ausscheiden Kroths anders ausrichten. Ob die Literatur den Stellenwert vergangener Tage bei 2001 auch zukünftig einnehmen wird, ist zu bezweifeln. Wir werden es sehen. Bis dahin empfehlen wir aber noch aus dem aktuellen Programm <a href="http://www.zweitausendeins.de/artikel/buecher/romane/?ArticleFocus=0&amp;show=102539">&#8220;Finnegans Wehg&#8221;</a>: Der definitiv unlesbarste Roman, von James Joyce, als Paperback mit 1.256 Seiten für sagenhafte 7,99. Das Werk als Paperback zu publizieren ist auch schon wieder eine dieser guten und witzigen Ideen.</p>
<p><span style="color: #000000;"><em>Alle Fotos und Bilder, die hier exklusiv veröffentlicht werden, können als Poster, </em></span><span style="color: #000000;"><em>auf T-Shirts, oder als </em></span><span style="color: #000000;"><em>Ausdrucke (auch in Großformaten) über uns bezogen werden. Wer Interesse hat, schreibt uns einen Kommentar, später veröffentlichen wir dazu eine E-Mail-Bestelladresse.</em></span></p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.endoplast.de%2F2009%2F07%2F31%2F2001-verlag-40-jahre-danach%2F&amp;title=2001-Verlag%3A%2040%20Jahre%20aus%20der%20Reihe%20tanzen" id="wpa2a_20"><img src="http://www.endoplast.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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