ArtAtWork. Einer der größten Illustratoren Amerikas und darüber hinaus. Hier ein weiteres Video über die Skizzenbücher, die Visual Journals, von Barron Storey, dem Illustrations-Professor, der auch einen großen Einfluß auf die moderne Comickultur ausübt. Kommentieren.
G(r)ottenschlecht. Moderator Martin Bashir über Michele Bachmann’s Hurrikan-„Witz“. Wirbelsturm Irene hatte 35 Menschen ihr Leben gekostet. Vor diesem Hintergrund schlägt die verunglückte Rede hohe Wellen nicht nur in Amerika. Im Video kann man die umstrittene Rede sehen und die nachfolgende Relativierung durch Michele Bachman. Kommentieren.
Künstler-Pech. Die Zielgruppe von Meese und seiner Galerien ist gar nicht „die Masse“ sondern es sind betuchte Kunden, die sich Kunst leisten können und in Ausstellungen und Performances auch erwarten, überrascht, unterhalten und verblüfft zu werden. Da kommt Performer Jonathan Meese gerade recht. Wo Künstler wie der Chinese Ai Weiwei tatsächlich gegen Mißstände protestieren und dafür drangsaliert und ins Gefängnis geworfen werden, betreibt Meese Schattenboxen – in der satten Mediengesellschaft und von der Wirkung her nicht viel mehr als ein bunter Harlekin. Kommentieren.
Beuys-Faktor. Jonathan Meeses Werk profitiert von seiner medial verbrämten Selbst-Stilisierung. So wie Josef Beuys theatralisch-pathetisch und medial wirksam in einem recht eitlen Akt der Selbststilisierung in einem Ruderboot über den Rhein übersetzen ließ, um aus seiner Entlassung aus der Düsseldorfer Kunstakademie ein Kunststück zu machen, so tritt Meese mit Vorliebe in Performances an die Öffentlichkeit, um zu beeindrucken und die langweilige Wiederholung in seinem Werk mit einer Dachmarkenstrategie zu überdecken. Nach dem Motto: „Ist der Künstler originell, muß es sein Werk auch sein.“ Ist es aber nicht durchgängig. Kommentieren.
Massen-Produktion. Das Feuilleton verbreitet sich darüber, dass Meese wie ein Kind sei. Tatsächlich agiert er wie ein solches, ergeht sich in einer infantilen Selbstdarstellung und sondert in seinen Performances nicht enden wollende Plattitüden ab. Seine vermeintlich naive Weltsicht als „Enfant terrible“, als schreckliches Kind, ist nicht das Problem, es sind eher die ökonomischen Begleiterscheinungen: Seine Bilder, die er oft in Sekunden oder Minuten runterschruppt, die allesamt Geburten des Augenblicks sind, werden zwischen 5.000-60.000 Euro verkauft. Meese hat Verträge mit Galerien, für die er massenweise produziert. Er muß ständig Nachschub liefern, weil die Nachfrage groß ist – und er kommt dem nach. Kommentieren.
Kunst-Messias. Jonathan Meese proklamiert eine Auferweckung der Kunst aus einem selbstgewählten Dornröschen-Schlaf, dabei produziert er fließbandmäßig Austauschbares, hat sich ein paar simple Reizthemen gegriffen, wie „Militarismus“ oder „Hitler“, die er permanent – sich selbst wiederholend – bearbeitet. Er agiert marketingmäßig, indem er sich selbst stilisiert und dabei von Beuys oder Gilbert & George gelernt hat, anstatt neue künstlerische Inhalte zu schaffen. Dabei changiert er zwischen Hofnarr, Entertainer, Medienguru und – man glaubt es kaum noch – Künstler. Dass Meese sehr schnell von den Medien, die seine Botschaften weitertragen, vereinnahmt und zum simplen Unterhaltungsfaktor wurde, der weniger ernst genommen wird, als er es sich wünscht, nimmt er in Kauf – ähnlich wie Josef Beuys, der neben allem anderen ein Künstler für die Medien war. Kommentieren.
Naive Kunst. Künstler, die auf die Gesellschaft einwirken, müssen außen stehen, damit sie einen unverstellten Blick haben – so das gängige Bild. Wer nicht sozial eingegliedert ist, wer absonderliche Ansichten hat und ebensolche Verhaltensweisen an den Tag legt, ist niemals kompatibel mit der Mainstream-Gesellschaft und kann ihr so wunderbar den Spiegel vorhalten. Das hat etwas von einem Hofnarr, der bei Hofe gleichzeitig unterhielt und geistig anregte. Die zeitgemäße Kunst scheint genau aus diesen Ingredienzien zu bestehen: Sie muß unterhalten, mehr als ihr lieb ist, und zum Nachdenken anregen. Andy Warhol war unterhaltsam, Josef Beuys brachte seine künstlerischen Aussagen in platten Slogans auf den Punkt („Kunst = Politik“) und hatte dazu das Talent, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Meeses Slogans („Diktatur der Kunst.“ – „Die Kunst tut, was sie will.“ – „Die Kunst muß radikaler sein, als die Realität.“) bieten nicht viel Neues. Kommentieren.
Da bin ich. Ich schlendre lustlos auf das Krankenhaus zu. Große Ereignisse werfen lange Schatten. Für mich ist das jetzt ein besonderer Augenblick. Weiterlesen