ArtAtWork. Einer der größten Illustratoren Amerikas und darüber hinaus. Hier ein weiteres Video über die Skizzenbücher, die Visual Journals, von Barron Storey, dem Illustrations-Professor, der auch einen großen Einfluß auf die moderne Comickultur ausübt. Kommentieren.
Flower-Grafik-Power. Das Video ist grafisch eine Paraphrase von Heinz Edelmann’s Trickfim „Yellow Submarine“ für die Beatles. Einzige Neuerung diesem Klassiker gegenüber ist die animierte Typo. Schön anzusehen und anzuhören. Gemacht hat das Ding Steve Scott, ein begnadeter Animator. Hier kann man mehr von seinen animierten Zeichenwelten erleben. Kommentieren
Akustik-Bilder. „Tool“ gelten nicht nur als progressive Rock-Band. Bestandteil ihres Wirkens ist aber nicht nur die musikalische sondern auch die visuelle Seite. Tool-Gitarist Adam Jones ist ein versierter CGI-(Computer Generated Imagery)Spezialist, der beruflich eigentlich Special-Effects-Spezialist beim Film war. Gelernt hat er bei Stan Winston, der für Effekte und Kreaturen bei „Terminator“, „Jurassic Park“ oder „Predator“ verantwortlich zeichnete. Erstellt ist das Tool-Video in der Stop-Motion-Technik, bei der Figuren aus Knete oder anderen Materialien Bild für Bild bewegt werden – eine aufwendige und sehr langatmige Arbeit. Zugleich ist es eine Kooperation mit dem Künstler Alex Grey. Das letzte Album „10.000 Days“ bot darüber hinaus ein nie gesehenes, kunstverdächtiges Grafik-Design. Kommentieren.
Tele-Visionen. Der Comic-Schöpfer Frank Miller – Autor und Zeichner in Personalunion – hat begonnen, seine gezeichnete Welt in die Welt des Films zu übertragen. Er hatte zwischenzeitlich verlautbaren lassen, den Comics den Rücken kehren zu wollen. Doch der kommerzielle Erfolg in der Film-Branche läßt auf sich warten. Lediglich als Schöpfer der Original-Vorlage zum Zack Snyder-Film „300“ ist er über jeden monetären Zweifel erhaben. „Sin City“ war ein stilistischer Meilenstein aber in den USA erst ab 18 zu sehen, weshalb es dort aus kommerzieller Sicht ein Erfolg war – in Europa lief er besser als in den USA. Bei 40 Millionen Dollar Budget für die Filmproduktion hat der Film 150 Millionen Dollar eingespielt. „The Spirit“ nach der klassischen Comic-Figur von Will Eisner, bei dem Miller allein Regie geführt hatte, hat gefloppt. Jetzt wartet alle Welt auf die diversen anderen Miller-Projekte: Auf „Sin City 2“, auf „Hard Boiled“, auf die Verfilmung seines ambitioniertesten Comics „Ronin“ durch einen anderen Regisseur. Außerdem soll 2011 endlich die Comic-Miniserie „Xerxes“ erscheinen, ein thematischer Nachfolger zu „300“ – um dann, sofern sie für gut befunden wird, von Zack Snyder verfilmt zu werden. Zwischendurch ist Miller von Gucci beauftragt worden, einen futuristischen Spot zu filmen. Und seit langem ist ein umfangreiches Comic-Werk in der Pipeline, das erst ein „Batman-gegen-Al-Quaida“-Abenteuer „Holy Terror“ werden sollte und jetzt aber ohne Batman daherkommt, weil es wohl bei DC nicht den Zuspruch gefunden hat, den Miller gerne gehabt hätte. Ein einst einflußreicher Comic-Schaffender, der sein Renomee durch zunehmend halbherzige Comicarbeiten wie „Allstar-Batman“ oder die letzten „Sin City“-Comic-Episoden verspielt, um dann in der Film-Branche ebenso zu losen? Aus ästhetischer Sicht hat Miller mitgewirkt, einen neue Bildsprache im Film zu kreieren. Nur wird sich Hollywood fragen, ob er auch gut dafür ist, um Kasse zu machen. Schon ist Frank Miller zurückgerudert und hat gesagt, es dürfe bei Filmen nicht nur um den Kommerz gehen. Das ist ihm allerdings spät eingefallen; denn er war vor vielen Jahren angetreten, um die Comics durch gut erzählte Geschichten zu beleben, die zeichnerisch Neues brachten aber zugleich Kasse machten. Ok, Frank, wo geht die Reise hin? Kommentieren.
Massenmord.„300“ ist ein hochdekoriertes Comic-Buch, das in den USA zunächst zwischen Mai und September 1998 als Miniserie erschienen war, um dann in einem feisten, querformatigen Hardcover-Buch, den Anspruch seriöser Unterhaltung vorzugaukeln. Tatsächlich war es einmal mehr eine platte Männer-Fantasie. Es handelt von 300 Griechen – genauer gesagt: „Spartanern“ –, die sich einer persischen Übermacht stellen. Es war vielleicht das letzte Mal, dass Comic-Superstar Frank Miller, der der vielleicht einflußreichste Schöpfer von Comic-Erzählungen geworden war, eine richtige Geschichte erzählt hat. Die „Sin City“-Comics, die ebenfalls zum Spätwerk gehören, wurden immer plumper und erzählerisch immer schlechter. Die volle Pracht des Metzel-Stücks „300“ jedenfalls kann man hier im Video-Comic auf sich wirken lassen. Ist fast so „schön“ wie der Film von Zack Snyder. Kommentieren.
Möglichkeiten. Im letzten Teil der Arzak-Trickfilm-Serie setzt Moebius verschiedene Zeichen- und Maltechniken ein, um den Realitätsbegriff visuell zu hinterfragen. Ist etwas, das wir sehen, konkret da oder könnte es eine Fiktion sein? Wieder spielt der Fernseher eine Rolle und wieder kann man sich nicht sicher sein, wer in welcher Wirklichkeit agiert. All das kommt wie ein Witz daher oder wie eine Geschichte für Kinder. Jean Giraud, der Mann, der sich „Moebius“ nennt, hatte auch „Little Nemo in Slumberland“ in Form von Comicalben für sich entdeckt und wiederbeleb. „Little Nemo“ ist ein träumender Junge als Comicfigur, das Windsor McCay, einer der Ahnherren der Comic-Strips und einer der ersten Trickfilmer, zwischen 1905 und 1913 ersonnen hatte. Den Namen „Moebius“ als Pseudonym zu wählen, macht bei dem, was Moebius zu erzählen hat, Sinn. Das Pseudonym bezieht sich auf den Mathematiker August Ferdinand Möbius, der das sogenannte „Möbiusband“ ersonnen hat. Das Möbiusband ist eine mathematische Figur, die man sich als verdrehten Streifen vorstellen kann, bei dem Vorder- und Rückseite ineinander übergehen. Das Möbiusband ist ein Symbol für das Unendlichkeits- oder Wiederholungsprinzip. Wiederholungen sind der Baustein der kleinsten materiellen Strukturen, aus denen das Universum besteht. Dabei geht es um Begriffe wie Selbstreferenz, Selbstbezüglichkeit und Selbstähnlichkeit. Jean Giraud hat, wie man sieht, einen Namen gewählt, der in jene offene Unendlichkeit und Viel-Dimensionalität weist, um die es in seinen Geschichten oft geht. Jean Giraud scheint im übrigen, auch wenn er im Film den Fernseher und seine Bilder mit einem Schwert zerstört, ein durchweg positiver, heiterer Mensch zu sein. Seine Geschichten haben trotz Gewalt und einer permanenten Heimsuchung Arzaks durch Gefahren aller Art, kaum etwas Bedrohliches. Vielleicht ist es die als typisch angesehene französische lockere Lebenshaltung, die seinen Comics und auch den Kurz-Trickfilmen um Arzak ihre Leichtigkeit verleihen – obwohl es um durchaus tiefschürfende Inhalte geht. Das sind bei Moebius in jedem Falle Welten voller Möglichkeiten, die die Wahrnehmung bereichern und dem Denken eine ungewohnte Richtung geben. Alle „Arzak“-Folgen auf Endoplast im Überblick (bitte klicken):/1/2/3/4/5/6/7/8/9/10/11/12/13/Kommentieren.
Symbolismus.Moebius bereist in seinen fantastischen Comic-Geschichten andere Welten: Das können ferne Planeten, andere Zeiten oder Dimensionen sein, verfremdete oder virtuelle Realitäten oder Träume, wie in diesem Zeichentrickfilm, aus einer Reihe von 14 Kurzfilmen, die nach seiner Comic-Figur „Arzak“ entstanden ist. Manches, was er erzählerisch einsetzt, ist leitmotivisch angelegt und zieht sich durch viele seiner Geschichten. In dieser Folge sind wieder die Fleisch fressenden, lebensbedrohlichen Pflanzen zu sehen, die aber widersprüchlicherweise überhaupt kein Wasser vertragen. Moebius ist der Symbolist unter den Comic-Schaffenden, denn metaphorisch eingesetzt sind nicht nur Figuren, Handlungen oder Welten sondern vielerlei Gegenstände wie hier der Ring, der einen Zusammenhang zwischen dem Unwetter, das die Pflanzen vernichtet, und der Bedrohung im Traum bildet. Symbolisch gesehen hat sich der Kreis geschlossen. Alle „Arzak“-Folgen auf Endoplast im Überblick (bitte klicken): /1/2/3/4/5/6/7/8/9/10/11/12/14/Kommentieren.