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Finanzsystem: Das Ende der Regierbarkeit – Europa am Abgrund?

Angela Merkel: Türsteherin eines Geldspeichers mit immer weniger Inhalt.

Gestern. Ich lese Zeitung. Angela Merkel zur Seite geneigt auf einem Foto. Sie guckt missmutig. So, als wäre es eine unerträgliche Bürde, noch weiter zu regieren. Natürlich ist das nur ein Foto, nicht mehr. Nicht die Wirklichkeit. Garantiert dachte Angela Merkel – als dieses Foto aufgenommen wurde – an etwas ganz anderes als an ihre meuternden Parteikollegen, als an die EU und den Euro und Griechenland, Spanien und Portugal.

Auch nicht an die zurückliegende NRW-Wahl. Vielleicht hat sie einfach daran gedacht, was sie zu Mittag essen soll – und ihr ist nichts eingefallen.

Deutschland gespalten in arm und reich

Ihrem politischen Ansehen in der Republik hat es geschadet, dass sie Griechenland die Hilfsgelder bewilligt hat, wo doch die eigenen Staatsfinanzen so marode sind. Überhaupt ist all dies nur ein Puzzle-Stein in der internationalen Revolution des Geldes auf dem Weg zu einer gewaltigen Spreizung der Schere zwischen Arm und Reich. In Amerika besitzen bereits wenige den Großteil des Geldes. Weite Bevölkerungsgruppen dort sind verarmt. Die Mittelschicht in Deutschland wird vermutlich ein ähnliches Schicksal erleiden, die Schicht der Armen wird sich erweitern, die Schicht der Wohlhabenden und Reichen ebenfalls. Dazwischen wird es weit weniger geben, als heute noch.

Finanzinvestor Georges Soros wettet gegen den Euro-Raum und prognostiziert einen finanziellen Kollaps.

Der Griff nach der Macht

Schon Bundeskanzler Helmut Kohl konnte seine politischen Ziele nur mit dem Griff in die Rentenkasse finanzieren. Jetzt stellt sich die Frage, inwieweit sich Finanzkrise und nun Staatsschulden-Krise beherrschen lassen. Kollabiert erst Europa und dann Amerika – oder umgekehrt? Es zeigt sich, dass regieren im ursprünglichen Sinne für einen Staat nicht mehr möglich ist, weil die internationalen (Finanz-)Verpflechtungen Staaten je nach Bedarf unter Druck setzen oder zu Fall bringen können. Selbst Europa als ganzes ist nicht autark genug. Jeder Staat ist wie ein Domino-Stein. Wenn sich viele Dominosteine gegenseitig stützen, ist der Fall danach besonders hart.

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