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Roger Willemsen und die Uneigentlichkeit


WidderSpruch. Roger Willemsen über die fehlende Kultur des Widerspruchs in der postmodernen Mediengesellschaft, über Uneigentlichkeit anstatt Streitbarkeit und Ironie als zweifelnde Doppeldeutigkeit anstatt Eindeutigkeit. Wer ein mündiger Bürger sein will, muss mündig kommunizieren, wer mündig kommuniziert, läßt Meinungen aufeinander prallen, kurz: der streitet sich. Und wer sich streitet, tut etwas für das gesellschaftliche Miteinander. Dafür, so Willemsen, muss man Sätze sprechen, für die man durchs Feuer geht, mit denen man anecken kann und für die man also einsteht. Er erzählt von einer Veranstaltung von Bertelsmann, wo Thomas Middelhoff, der damalige Bertelsmann-Manager, einem amerikanischen Medienmanager („Mr. Jones“) sagt, dass er, Willemsen, gerade gesprochen habe. Der Mann erkundigt sich bei Willemsen, worum es gegangen sei. Der antwortet: „Content“. Darauf der Manager: „Are you for or against?“ Gute Frage. ;-) Kommentieren.

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