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Europa trifft Amerika: Moebius als Superheldenzeichner

MarWell. Obelix hat immer gesagt Ich bin nicht dick und ich sage immer wieder, Ich verstehe überhaupt kein Französich. Ist aber auch egal. Hier im Video geht es um Moebius als Superheldenzeichner. Denn er hat für Marvel nachdem er 1988/1989 eine zweiteilige Silver Surfer-Miniserie gezeichnet hat, auch noch eine Posterserie geschaffen. Es sind sieben Motive: zu sehen sind Das Ding, Wolverine, Spiderman, Daredevil, Electra, Punisher und Ironman. Letzterer und Spiderman sind die gelungensten Motive. Spiderman hat Jean Giraud auch noch anderweitig gezeichnet. Außerdem hat er für DC ein Superman-Einzelbild gezeichnet und Batman ebenfalls, wie hier zu sehen. Manchmal hat er Batman auch nur skizziert. Zwischen Europa und Amerika gibt es in der allgemeinen Wahrnehmung eine klare kulturelle Arbeitsteilung: Die amerikanische Kultur ist zuweilen krass infantil – anders sind Superhelden als gezeichnete Allmachtsphantasien auch nicht zu verstehen. Europa bleibt die Heimstadt der echten, tiefer gehenden Kultur. Der Franzose Jean Giraud ist – vor allem unter seinem Psudonym Moebius – ein echter Comic-Künstler, einer der wenigen überhaupt. Amerika hat er nicht weniger als eine Gesamtausgabe seines Werkes in Buchform und andere schöne Publikationen zu verdanken – zumal im Marvel-eigenen Epic-Verlag. Dennoch ist es eine kleine Sensation gewesen, als Moebius den Silver Surfer und andere Figuren in den Einzelzeichnungen geschaffen hatte. Der europäische Anspruch traf die amerikanische Popkultur. Was soll man davon halten? Der Oberflächlichkeit Tiefe geben? Dem Superheldenkindergarten einen erwachsenen Anstrich verpassen, um den er seit langem ringt? Immerhin hat Marvels Stan Lee, der Erfinder bzw. Konzeptioner vieler Superheldenfiguren, in seinen Storys griechischen Tragödien entlehnte typische dilemmatäre Muster ganz gut auf den Punkt gebracht. Und Moebius hat diese Trivialität im Anspruchsgewand kurzzeitig veredelt.

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