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Helden: Michael Jackson aus Neverwhere

Posted on 30 Juli 2009 by Rolf

Michael-Jackson-Übermensch: War er der einzige, der gemacht hat, was Schoppenhauer wollte?

Michael-Jackson-Übermensch: War er der einzige, der gemacht hat, was Schoppenhauer wollte?

Ich liege im Bett und schlafe sehr fest. Das weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Aber hinterher.

Eine Stimme spricht zu mir:
„Ralf…?“
„ja…?“
„Bist Du wach?“
„Ich glaube ja. Wer spricht denn da?“
„Ich bin’s, Michael.“
„Michael Jackson?“
„Ja.“
„Ich denke, Du bist tot?“
„Ja. Aber ich lebe in Euren Köpfen weiter.“
„Stimmt…“

Er ging durch die Hölle, um uns zu unterhalten.

Er ging durch die Hölle, um uns zu unterhalten.

„Ich habe mich sozusagen geopfert, habe all den Schmerz auf mich genommen…“
„Aber nicht bewußt…?“
„Nein, nicht bewußt.“
„Wie meinst Du das mit dem Schmerz?“
„Die Welt gebiert Menschen, die berühmt werden. Die leben so, wie es die Leute in ihren Träumen haben wollen. Michael Jackson gab es gar nicht in der Form. Die Leute dachten, ich wäre viel mehr als ein normaler Mensch. In Eurem deutschen Spiegel-Magazin stand nach meinem Tod, ich wäre ein Solitär. Ein Solitär ist immer allein, und das schmerzt.“
„Du warst so weit oben, da war kein anderer mehr.“
„Genau.“

Mensch, Künstler, Sozialwesen: Wo ist er gescheitert?

Mensch, Künstler, Sozialwesen: Wo ist er gescheitert?

„Bist Du ein zweiter Jesus?“
„Ich weiß nicht, ob man das so sagen kann. Erich Fromm, der große Sozialphilosoph, hat mal in einem Interview gesagt, er sei der Meinung, dass irgendwann wieder ein Messias auf die Welt kommen würde. Einer, der all das verkörpert, was die Leute sich wünschen (aber nicht zu sagen und zu leben trauen). Einer, der die Massen anzieht und lenkt. Danach würden sich die Menschen sehnen. So einer war ich, glaube ich, eine Zeit lang.“
„Ich finde es traurig, dass Du trotz Deiner Begabung kein gutes Leben mehr führen konntest.“
„Was weißt Du darüber? Aber meine Begabung kam aus meinem Schmerz. Ich konnte nur so gut werden, weil ich gut werden mußte. Sonst wäre ich vielleicht viel früher gestorben.“
„Aber es hat Dich eingeholt.“
„Ja.“

Ein Künstler im Abseits: Der Glanz der alten Tage war der Dunkelheit gewichen.

Ein Künstler im Abseits: Der Glanz der alten Tage war der Dunkelheit gewichen.

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11 Kommentar(e) zu diesem Beitrag

  1. Kony Island schreibt:

    Ein Prof. Borwin Bandelow vertritt die Theorie, wonach Menschen, die ganz oben sind, meist auf der einen Seite eine große Begabung auf der anderen Seite ein ebenso großes psychisches Defizit haben. Dass sie bei gleicher Begabung ohne ihre Krankheit nicht so weit gekommen wären.
    Was’n dann mit Jesus, Buddha und anderen Propheten? Waren die alle etwas daneben?
    Leider (oder Gott sei Dank) läßt es den Umkehrschluss, alle mit Macken behafteten werden berühmt oder alle Normalos bleiben in der Versenkung nicht zu…
    http://mittagsmagazin.zdf.de/ZDFde/inhalt/13/0,1872,7609869,00.html

    P.S. Der Prof. sagt: Es gibt auch normale Berühmte, die müssen aber dafür mehr ackern. Tja – da hab’ ich wohl so oder so keine Chance

  2. Ralf schreibt:

    Was bist Du denn? Deinen Ausführungen nach bist du nicht unnormal aber auch kein Normaler, der für seinen Erfolg ackern will. Ist das kein Widerspruch? Wobei Bandelow sich mit seiner Theorie auf Menschen aus dem Showbusiness beschränkt. Andersartige Erfolgreiche unterlägen ja nicht den Gesetzmäßigkeiten des psychotischen Genies. Eine Lücke für Dich, in anderen Bereichen Dein Glück zu versuchen, oder?

  3. planetbarb schreibt:

    Liebe Plasmaten, die Bilder zu diesem Beitrag gefallen mir wirklich gut. Auf mich wirken sie wie eine Mischung aus Energie, Verzweiflung und Mysterium. Eine sehr treffende Darstellung des Phänomen MJ.

  4. Ralf schreibt:

    Manches kann man in Bildern besser ausdrücken als in Worten…

  5. planetbarb schreibt:

    Soll das heissen, dass ich mich schlecht ausgedrückt habe? :-O

  6. Len schreibt:

    Wow the last picture is simply awesome and really captures so much about Michael Jackson. I’m sure there would be loads of Jackson fans who would be more than interested in having a copy of this. Get it out there I say. The others are great too and sum up also what he was all about. Great stuff and I look forward to seeing more.

  7. Ralf schreibt:

    @planetbarb: Nein, Du hast Dich hervorragend ausgedrückt. Ich finde auch, Deine drei Begriffe “Energie, Verzweiflung, Mysterium” treffen das sehr gut. Nur die Anschaulichkeit des Sachverhaltes liegt nicht in diesen Worten. Sie stimmen zwar und beschreiben die Person und ihren Konflikt sehr gut, nur: Zeichnest Du was, und das trifft, dann versteht es jeder sofort.

  8. Ralf schreibt:

    @len: Thanxalot! But how could I get it out there? Maybe Endoplast gets famous in the blink of an eye… In the next days there will be a second article about Michael Jackson, especially about his music. And there are some other pictures.

  9. Dunja schreibt:

    Einer der besten Beiträge zu Michael Jackson, die ich in den letzten Monaten gelesen habe ! Ich habe das Gefühl, daß die Industrie die Emotionen seiner Fans verstärkt und in für sie kontrollierbare Bahnen leiten will. Nun verstehe ich wie Religionen und Propheten “gemacht” werden können.
    Ich war nie MJ Fan, aber nach seinem Tod ist mir klar geworden daß hinter diesem Idol MJ mehr steckt als nur ein Popstar. Mit ihm, oder was man ihm in Mund und Kopf legt, können Millionen kontrolliert werden !

  10. Bettina schreibt:

    Vielen Dank für diesen Beitrag. Sehr respektvoll und tiefgründig analysiert. Und die gerade auch die Bilder dazu finde ich auch wirklich toll. Ich bin ein langjähriger MJ Fan und mir gefällt, wie Sie Essenz dieses großen Künstlers und sein Leid erkannt und beschrieben haben, ohne sich daran zu ergötzen…

    Es wurde und wird viel geschrieben. Wenig allerdings, was den Punkt trifft.

    Leider konnte ich den im Kommentar oben angekündigten zweiten Beitrag über MJ’s Musik nicht finden. Könnten Sie evtl. den Link hier posten?

    Vielen Dank!

  11. Ralf Wasselowski schreibt:

    Der andere Artikel steht hier. Aber wie ich gesehen habe, hast Du den schon gefunden.

1 Trackbacks für diesen Beitrag

  1. Jacko’s Moon-Walk (4) | endoplast.de schreibt:

    [...] Rhythm-Step. Vom Step-Tanz zum Wacko-Jacko-Step. Den Tanz-Rhythmus von Fred Astaire hatte Michael Jackson in seine Performances transferiert. Dass es aber nicht so einfach ist, genau so wie Fred Astaire zu [...]

Kommentare zu diesem Beitrag

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