G-Eazy

Die Populärmusik in Amerika folgt einem immer wiederkehrenden Muster. Farbige Musiker fungieren als Innovatoren und führen einen neuen Musikstil ein, weiße Musiker adaptieren die Musik und werden mitunter schneller erfolgreich.

Das kann man an vielen Musikstilen sehen: an Blues, Rock’n’Roll, Jazz, R&B und auch am Rap. Es ist nicht so, dass farbige Künstler nicht auch erfolgreich wären, wie man an Jay Z., Dr. Dre und anderen sehen kann.

Enimen und G-Eazy: Weißer Rap im Kommerz-Olymp

Aber Dr. Dre konnte seine kommerziell größten Erfolge als Produzent des weißen Enimen feiern. Der Grund dafür ist der größere Markt: Weiße Jugendliche konnten sich wohl besser mit Enimen identifizieren bzw. ihn als Sexsymbol sehen. gerade an der Rap-Musik kann man beides sehen: Dass sowohl deutliche Rassenschranken in den USA nach wie vor lebendig sind, andererseits reisst die Musik sie aber auch wieder ein. Ein ähnliches Erolgs-Muster wie bei Enimen wiederholte sich mit dem weißen Rapper G-Eazy. Einen richtig großen Erfolg konnte aber schon Vanilla Ice 1990 verbuchen, wenn auch nur als One-Hit-Wonder und obwohl er eher wirkte wie jemand, der den Rapper nur spielt. Sein Erfolg und seine Medienpräsenz damals waren allerdings dimensionssprengend. Die Beastie Boys als Gruppe wurden gar zu Pop-Rap-Ikonen.

Multi-Kulti-Rap für musikalische Vielfalt

Inzwischen gibt es eine Fülle an Rappern mit verschiedensten kulturellen Einflüssen. Pitbull etwa hat einen kubanischen Hintergrund, Fat Joe stammt ursprünglich aus Puerto Rico, Termanology ist puerto-ricanisch-französischer Abstammung und Sabac Red kann italienisch-puerto-ricanische Wurzeln vorweisen. Auch Bleichgesichter sind immer zahlreicher vertreten. Namen von weißen Rappern sind zum Beispiel:

Schwarz oder Weiß: Wer kann’s besser?

Und wer kann besser rap-reimen? Was den Rhythmus anbelangt natürlich die Erfinder, die farbigen Reimkünstler aus den amerikanischen Ghettos. Sie haben den Flow, das richtige Gefühl für die Rhythmik und man hört, dass sie sich dafür kein Stück anstrengen müssen. Manch weißer Rapper punktet durch Sprachwitz oder Sprachakrobatik. Die Beastie Boys haben eine seltsame Mischung aus Pop-Rap und Rap-Persiflage hingelegt. Watsky setzt ganz andere inhaltliche Akzente. G-Eazy kann gar nicht rappen, wie viele andere seiner Kollegen auch nicht. Aber das fällt nicht sehr auf und seinem kommerziellen Erfolg tut das keinen Abbruch.