Adolf Hitler schreibt ein neues Betriebssystem

Mir träumte, der Führer war wiedererstanden. Nur war er in seinen jungen Jahren nicht ein verkrachter Künstler sondern ein Hacker in einem Computer-Club, der davon lebte, die Positionsdaten aller Menschen, derer er habhaft werden konnte, mit ihren Facebook-, Twitter- und Email-Konten und hundertten anderen persönlichen Daten zusammenzubringen, um virtuelle gläserne Abbilder aller Individuen der gesamten Menschheit zu schaffen und diese letztlich mit ihren individuellen Gen-Profilen zu koppeln.

Er ist dabei auf der Suche nach dem „Links“-Gen und gründet eine Partei, die auf dieser Grundlage alle Andersdenkenden auslöschen will.

Start your Day „Right“

Adolf Hitler programmiert als Avatar „Adolid“ ein neues gefaktes Betriebssystem, es heißt „Weißbroodt“. Es enthält im Wesentlichen Tools, die auf GPS-ermittelten Positions-Bestimmungsdaten des Nutzers basieren, damit ultrazielgruppengerechte Werbung seiner Faschisten-Partei sehr genau auf die Echtzeit-Lebensumstände der Menschen eingehen kann – sozusagen Ortsgruppen-GAU-genau. Gleichzeitig dient die Software der lückenlosen Überwachung. Hitler enteignet den Google-Maschinen-Park und überwacht damit die gesamte Menschheit total. Er weiß zu jedem beliebigen Zeitpunkt, was jeder beliebige Mensch auf der Welt gerade macht. Wie einer der verrückten Wissenschaftler von Jack Kirby steht er mit einem vom Wahnsinn übermäßig aufgerissenen Auge vor einer gigantischen Überwachungsmaschinerie und guckt auf zahllose Monitore.

Lord Schinken-Speaker und Lady Pomerscheroy helfen aus

Hitler schreit heraus, dass ein Nachteil des bestehenden riesigen Softwareangebotes die schlampige Programmierung sei. Der junge Politiker, den seine Bekannten wegen seines Haarschnitts und Bärtchens verhöhnen, ist exaltierter Bestandteil der hiesigen Programmier-Szene. Er schreit mit krächzender Stimme nur noch herum, wie scheiße und nachlässig alles programmiert sei. Man müsse sich jetzt mal zusammennehmen, verdammt nochmal, und stramm gestanden. Verdammte Scheiße. Der Mann tritt an, um alles perfekt zu programmieren. Völlig fehlerlos und klar. Die Leute glaubens ihm zunächst. Und er schafft es, alle anderen Betriebssysteme auf der Welt zu eleminieren.

De Power to do more

Alle scheinen begeistert, es bildet sich ein Kult, weil der Code, den er schreibt, offenbar so perfekt und schön ist, dass jedem Programmierer, der ihn liesst, vor Verehrung Tränen kommen. Bald schon hat Adolf Hitler einen Großteil der aktuellen Apps programmiert und stellt auch Hardware her. Er und seine verkulteten Produkte werden histerisch verehrt. Jedesmal, wenn ein neues Update herauskommt, zelten die Leute tagelang vorher vor seiner Burg. Niemand ahnt, dass er in seiner Software, die mit nichts kompatibel ist, ein Selbstzerstörungs-Virus implementiert hat, das auf Knopfdruck nicht nur die Software sondern auch alle Daten, die daraus generiert werden, löschen und die gesamte Hardware vernichten kann. Und das, obwohl doch die Hauptkunden Hitlers Regierung und Militärs sind. Mit seiner Software werden inzwischen die Atombomben und alle Kernkraftwerke der Welt gesteuert.

Ronald Bush, der wahnsinnige Wissenschaftler

Doch dann stellt sich heraus, dass Hitler kein Mensch sondern ein synthetisches Wesen ist, ein Android, der von einem größenwahnsinnigen Wissenschafter geschaffen wurde, der durch die Entwicklungsarbeit  für Kernkraftanlagen zum Multimilliardär geworden war und eines Tages alle Kraftwerke der Welt zeitgleich hochgehen lassen will, um die Zivilisation zu vernichten.

Vorhang. Software’s Traum

Ich wache auf. Der Fernseher läuft, aha, daher wohl die Zwischenüberschriften. Was für einen Dreck habe ich denn da geträumt? Bin ich von den Endlossendungen des Privatfernsehens und der Werbung umprogrammiert worden? Ich entdecke einen USB-Stick unter meinem Kopfkissen. Ich stecke den Stick in die USB-Buchse meines Net-Books. Aha, eine Audiodatei. Ich gehe auf „play“ und höre das irre Lachen Adolf Hitlers. Ich denke benommen nach: Doch kein Traum?