endoplast_tod_wasselowski

5.40 Uhr: Ich wachte durch den Schrei irgendeines Vogels draußen auf. Ich höre ihn noch krächzen, als ich meine Traumwelt verlasse.
6.10 Uhr: Ich wälze mich aus dem Bett, gehe zum Klo.
6.15 Uhr: Ich will die Kaffeemaschine ansetzen, mach‘ es aber nicht. Anstatt dessen gehe ich zum Fenster, um eine Zigarette zu rauchen.
6:18 Uhr: Ich habe die Zigaretten unter meiner Hose gefunden, die auf dem Stuhl liegt. Ich schwöre mir, nur diese eine zu rauchen. Gestern morgen habe ich 7 hintereinander geraucht, auf dem Stuhl gesessen vor dem weit geöffneten Fenster, hinausgeguckt – und geraucht.
6:33 Uhr: Ich blicke auf das Grün draußen. Wie eine grüne Wand, rauche dabei. Jetzt die siebte Zigarette.
6.54 Uhr: Ich gehe barfuß raus auf den Hof, gucke hoch zum Fenster.
6.55 Uhr: Da steht ein kleiner, alter, dicker Mann und raucht. Ich checke das nicht sofort, aber das bin ja ich. Ich gucke zu, wie er nacheinander genau 10 Zigaretten raucht. Er blickt dabei mit versteinertem Blick irgendwo hin, irgenwie in die Ferne.
7:09 Uhr: Ich habe mich gefangen, gehe wieder rein, zurück zum offenen Fenster. Da steht niemand mehr. Etwas nervös nehme ich noch eine, finde das Feuerzeug aber nicht, hole aus der Küche ein Streichholzbriefchen.
7.12 Uhr: Ich stehe wieder am Fenster. Unten sitzt ein Mann und blickt irgendwie dumm zu mir hoch. Wieder checke ich die Situation nicht sofort, denke spontan „Wer ist das?“ und „Was macht der hier vor dem Haus?“ Dann erst merke ich, dass ich das bin, der da sitzt. Erschütternd.
8:33 Uhr: Esse etwas, der Kaffee ist auch fertig. Ich habe mir ein Toast gemacht, belegt mit goldgelbem Chedar-Käse, Räucherlachs, ein ganz klein wenig frisch geriebenem Parmesan, einer Prise Pfeffer.
8:50 Uhr: Ich schließe das Fenster, weil ich wieder müde bin. Ich lege mich ins Bett, schließe die Augen und wache endlich auf.