ComiczeichnerAm 25. Mai 1949 wurde der Engländer und spätere amerikanische Comiczeichner Barry Windsor-Smith (der sich zunächst nur Barry Smith nannte) geboren und feiert heute seinen 72. Geburtstag. Der Zeichner und Autor gilt als einer der profundesten amerikanischen Superhelden-Zeichner, der allerdings gemessen an seiner langen Schaffenszeit von über fünf Jahrzehnten relativ wenig Comic-Serien veröffentlicht hat. Wir zeigen seine Einflüsse und seine Ausrichtung als Illustrator und Zeichner.

Unter den Comiczeichner*innen und kommerziellen Illustrator*innen gibt es solche mit eher freiem, improvisierten Strich (wie Joe Kubert) und solche, die ihre Strichführung hochgradig kontrollieren und viel Zeit für die Präzision bei der Strichanordnung aufwenden (wie Alex Raymond). Barry Windsor-Smith hat dabei in seiner frühen Hochphase in den 1970er-Jahren etwas erreicht, was kaum jemand außer ihm je geschafft hat: eine Art Mikro-Expressionismus bei der dennoch strukturierten Strichsetzung zu etablieren, weil er in seine Striche verliebt war und diese hochgradig kontrolliert ausgeführt hat.

Zwischen E- und U-Kunst

Dabei hatte Barry Windsor-Smith Vorbilder aus der Historie der Druckgrafik in der bildenden Kunst genauso wie aus dem Bereich der trivialen Comic-Zeichenkunst. Diese Kummulation verschiedener Einflüsse aus der bildenden Kunst, der Unterhaltungskunst der Comics und der kommerziellen Illustration hat sich bei Barry Windsor-Smith in einem eigenen Stil verdichtet. Erst wurde er der Großmeister des kontrollierten Strichs, später – etwa bei seiner Comicheft-Serie „Weapon X“ (1991) – fand er zu einem expressiven, improvisierten Strich. Sein aktuelles Werk „Monsters“ enthält Seiten bzw. Elemente beider Zeichen-Welten, auch wenn dessen zeichnerischer Schwerpunkt auf der eher spröden, unmodulierten Kreuzschraffur liegt.

Illustratoren vor Barry Windsor-Smith

Illustratoren sind auf der Suche nach ihrem eigenen, unverwechselbaren Stil. Dort gibt es immer wieder Zeichner, die sich zeichnerisch in eine vergangene Zeit versenken, zu denen auch Barry Windsor-Smith gehört. So gab es in der vergangenen Hochphase der Zeitschriften und Tageszeitungen vor und nach 1900 zahlreiche klassische Illustratoren, die Stilistiken vorheriger Zeichner aufgriffen, abwandelten oder verfeinerten.

  • Howard Pyle (1853-1911) war zum Beispiel solch ein stilbildender amerikanischer Illustrator.
  • Einer seiner Schüler war Newell Convers Wyeth (1882-1945), der ebenfalls ein bekannter Illustrator seiner Zeit werden sollte.
  • N. C. Wyeth war wiederum der Vater von Andrew Newell Wyeth (1917-2009), dessen Bild „Christina’s World“ (1948) als eines der Schlüsselbilder des 20. Jahrhunderts im Museum of Modern Art hängt und der in den USA eine Art Volksmaler mit großer Popularität wurde. (Übrigens ein Bild, das Barry Windsor-Smith am Ende seines aktuellen Werkes „Monsters“ paraphrasierend aufgegriffen hat.)
  • Sein Vater, Newell Convers Wyeth, hatte auch einen stilistischen Einfluss auf Frank Frazetta (1928-2010), der erst ein talentierter Comiczeichner war und später populär durch seine gemalten Buchcover wurde, deren Originale heute Kultstatus haben und wie Kunstwerke der bildenden Kunst gehandelt werden. Frank Frazetta wurde eine Berühmtheit in der Populärkultur, indem er malend Fantasy-Welten rund um Helden wie „Conan“, „Tarzan“ oder andere Pulp- und Trivialmotive erschuf.

Zeichner ob in Comics oder kommerzieller Illustration ließen meist Traumwelten auferstehen, schufen Fluchtpunkte für Leser und Betrachter und entführten sie oft mit zeichnerisch antiquierten Mitteln in futuristische Welten. So war etwa Alex Raymond, der Erfinder und Zeichner der Comics „Flash Gordon“ und „Rip Kirby“, neben seiner Comic-Arbeit ein bekannter Illustrator für Zeitschriften, Zeitungen oder Auftraggeber wie das Militär. Barry Windsor-Smith suchte nach einer kurzen heftigen Comic-Karriere früh sein Heil im Selbstverlag von Illustrationen im Kunstdruckformat.

Strichmuster: Strichführung und Schraffuren

Wer farbig malt, mit Öl, Kreiden, Tempera oder Aquarell, kann Räumlichkeit durch Farbgebung und Farbauftrag erzeugen. Wer nicht malt sondern zeichnet – einfarbig schwarz mit Tuschfeder, Füllfederhalter, Filzstift, Pinsel oder Kugelschreiber – hat nur Striche und deren Strichkombinationen verdichtet zu Mustern zur Verfügung, um den visuellen Eindruck von Räumlichkeit und Dreidimensionalität zu erzeugen. Dies erfolgt durch Strichensembles, die man „Schraffuren“ nennt. Schraffuren sind Strichmuster, die sich zum Licht hin verjüngen, um etwa Räumlichkeit zu erzeugen. Dabei können Striche zum gedachten Licht hin etwa dünner werden oder in gestrichelte Linien und Punkte übergehen. Über den Abstand der Striche zueinander kann ebenfalls der Eindruck von Hell und Dunkel vermittelt werden: Striche, die eng zusammen stehen, wirken dunkler, solche, die zunehmend weiter voneinander entfernt sind, vermitteln den Eindruck einfallenden Lichts. Schraffurmuster können sich auflockern und in ihrer Engmaschigkeit weiten, bis sie sich schließlich auflösen. Filigrane Schraffuren anzuwenden, ist beim Zeichnen die höhere Kunst. Barry Windsor-Smith hat mit verschiedensten Arten der Strichanordnung bei den Schraffuren experimentiert und dies eine zeitlang in den 1970er-Jahren weiter ausgereizt als jeder andere Comic-Zeichner oder Illustrator.

Einflüsse auf Barry Windsor-Smith

Unter den amerikanischen Comic-Zeichnern ist Barry Windsor-Smith nicht nur deshalb eine ähnlich genialische Figur wie vor ihm etwa Burne Hogarth. Wie dieser huldigte er dem männlichen Körper als Instrument des Kampfes und wollte aus seinen Kreationen mehr herausholen als schnöde Unterhaltung. Während Tarzan-Zeichner Burne Hogarth vor allem von Künstlern der formvollendeten Hochrenaissance wie Michelangelo Buonarroti (1475-1564) oder Leonardo da Vinci (1452-1519) inspiriert war, war Barry Windsor-Smith auch von der Lieblichkeit des Jugendstils etwa eines Alfons Mucha (1860-1939), vom morbiden Liebreiz eines Aubrey Beardsley (1872-1898) und speziell von den Präraffaeliten beeinflusst. Dazu gehörten zum Beispiel:

Romantik, Kitsch und Leidenschaft

Dass Barry Windsor-Smith etwa von Edward Burne-Jones beeinflusst war, sieht man im direkten Vergleich der Grafiken. Ein weiterer wichtiger Einfluss könnte ein klassischer Illustrator wie Howard Pyle gewesen sein, der technisch sowohl als Maler als auch als Zeichner eine Klasse für sich war. Barry Windsor-Smith, so kompetent er als Zeichner ist, wirkte andererseits wie aus der Zeit gefallen, favorisierte er doch auch fernab der Comics einen gerade aus Sicht der progressiven 1960er- und 1970er-Jahre konservativen Malstil, der von der Salonmalerei beeinflusst war, vom Symbolismus und dessen Motiven idealisierter Menschlichkeit, von Heldentum sagenhafter Gestalten – und der Kitsch lauerte jeweils direkt hinter der nächsten Ecke. So erschuf der Zeichner in seinem Werk ferne Traumwelten sowohl des Romantischen als auch von Gewalttätigkeit und Überlebenskampf. Andererseits hatte Barry Windsor-Smith immer auch den Anspruch, über die Simplizitäten des Mediums hinauszugehen.

Tradition der Zeichenkunst

Man kann Barry Windsor-Smith in seinen Anfängen und seiner zeichnerischen Hochphase in einer langen Tradition verorten, bei der der gesetzte Strich ein komplexes Muster erzeugte und dazu möglichst kontrolliert ausgeführt werden musste. Zu den frühen Meistern der Zeichen- und Drucktechnik gehörten

  • Albrecht Dürer (1471-1528) beispielsweise mit seinem Holzschnitt Rhinozeros oder
  • Gustave Doré (1832-1883) mit seinem Stich Tod auf blassem Pferd. Auch
  • Sandro Botticelli (1445-1510) war ein Vorbild von Barry Windsor-Smith.

Barry Windsor-Smith entwickelte einen eigenen ungewöhnlichen Zeichenstil, den er in den 1970er-Jahren mit der Feder realisierte. Später begann er zu malen und zu aquarellieren. Während er die Malerei eher sporadisch verfolgte, kultivierte er das Aquarellieren und wurde darin ähnlich gut und eigenständig wie als Zeichner. Manche seiner Werke leben geradezu von der Korrespondenz zwischen hartem Zeichenstrich und der weichen Aquarell-Farbgebung.

Superhelden in den amerikanischen Comics

Amerikanische Comicverlage sind die Erfinder von Superhelden, Superkräften und einer überaus maskulin geprägter Action. Diese Comics bilden nicht enden wollende Gewaltphantasien ab und huldigen der Männerkraft und Stärkedominanz. Das mag man infantil und niveaulos finden, weil es auf den ersten Blick wirkt wie der Traum eines trotzigen Jungen, der nicht wahrhaben will, wie schwach er in Wirklichkeit ist. Doch die amerikanischen Superhelden-Comics haben diesen Plot von der Grenzenlosigkeit exaltierter Allmachtsphantasien zum Teil zu einer Kunstform erhoben. Betrachtet man europäische und amerikanische Comics, fallen einige Unterschiede auf: Die Publikaionsform, die Inhalte der Comics und zuletzt das Artwork, das heißt, wie und mit welchen darstellerischen Mittel die Zeichner etwas umsetzen. Obwohl die amerikanischen Comics inhaltlich infantiler wirken (man denke nur an das übermächtig-überpräsente Superhelden-Genre), sind selbst durchschnittliche amerikanische Superhelden-Comics bezüglich der Strichführung oft komplex und handwerklich auf hohem Niveau.

Europäischer und amerikanischer Zeichenstil

Eine der großen Ausnahmen in der Comic-Kunst stellt Moebius/Jean Giraud dar, der in etwa zeitgleich zu Barry Windsor-Smith eine völlig neue Art kreierte, Comics zu zeichnen. Er arbeitete mit kunstvollen Schrafften und Strichensembles. In Amerika tat ein ähnliches etwa Alex Nino, der zeichnerisch noch variantenreicher war und vielleicht auch technisch der beste Zeichner ist. In Europa gab es einige Zeichner mit besonders detaillierter Strichführung, etwa die belgischen Comiczeichner Hermann Huppen (geb. 1938) oder William Vance (1935-2018). Aber die ganz großen kommerziellen Erfolge waren Serien wie „Asterix und Obelix“ oder „Tim und Struppi“ oder andere Funny-Serien, die zwar zeichnerisch gekonnt waren aber wenig detailreich. Im Gegenteil: sie wollten es gar nicht. „Tim und Struppi“ etwa war die Ausgeburt der „Ligne Claire“, der klaren Linie, die die Kunst des Weglassens formte. Viele andere Serien lebten vom Schwung der gekonnt einfach gesetzten Striche. Natürlich hat es das auch in Amerika immer gegeben aber die Superhelden-Comics wurden ab den 1970er-Jahren meist strichreicher.

Zeichentechnik in amerikanischen Comics

Dabei sah es in der US-Comiclandschaft, wie sie in den großen Tageszeitungen zu sehen war, vorher etwas anders aus. Viele traditionelle Abenteuercomics wie „Tarzan“, „Prinz Eisenherz“ oder „Flash Gordon“ setzten ihre Strichführung filigran und kunstvoll ein. Orientiert war das an der klassischen Illustration, in der der Zeichner zeigte, was er auch technisch konnte. Es ging um das Beherrschen komplexer Schraffuren, die auch schon in Schwarz-Weiß und ohne Grauwerte den Eindruck von Räumlichkeit vermittelten, indem sie mit vielen Strichen die Illusion von Schattierungen erzeugten.

Vorbilder Jack Kirby und Neal Adams

Der moderne Superhelden-Comic war in den 1960er- und 1970er-Jahren vor allem durch zwei Comiczeichner geprägt worden.

  • Das war zum einen Jack Kirby, der in seiner mittleren bis später Phase allerdings alles andere als detailliert zeichnete. Seine Stärke war eher die Vereinfachung.
  • Darauf folgte der realistisch-filigrane Zeichner Neal Adams, dessen Strichführung bis heute nachwirkt und Zeichner wie Todd McFarlane oder Frank Miller beeinflusst hat, die bei Adams und – bezüglich der Dynamisierung ihrer Figuren – auch bei Jack Kirby einiges gelernt hatten.

Todd McFarlane und Frank Miller konnte man auf ihrem Werdegang als Zeichner wachsen sehen. Die Fans aber auch die Experten begeistern sich gerade für Zeichner, die eine rapide Entwicklung durchmachen. Bei den regelmäßig erscheinenden Comics ist das eine Besonderheit. Zeichner, die als Kopie eines bekannten Zeichners beginnen und deshalb zunächst wenig originell sind, wie das etwa bei Frank Miller oder Bill Sienkiewicz (beide Neal-Adams-Schüler) ganz am Anfang der Fall war, und dann immer besser werden, begeistern jeden, der die visuelle Seite der Comics liebt. Das war auch bei Jean Giraud der Fall, der erst zeichnete wie sein erster Lehrer und Auftraggeber Jije, um später bei seinem Comic „Leutnant Blueberry“ von Geschichte zu Geschichte besser und eigenständiger zu werden. Neal Adams war hingegen ein Frühvollendeter, ebenso Hal Foster bei Tarzan und Prinz Eisenherz. Fosters Nachfolger Burne Hogarth bei den Tarzan-Sonntagsseiten für die Tageszeitungen entwickelte sich vom Foster-Epigonen zum zeichnerischen Schwergewicht und wurde später eigenständig wie kaum ein Zweiter. Solche Werdegänge zu verfolgen, fasziniert den Comic-Begeisterten.

Wandel eines Comic-Zeichners

Der Zeichner, der diesbezüglich in Amerika alle anderen überflügelte, was den Unterschied zwischen seinen simplen Anfängen verglichen mit seinem späteren Wirken anbelangte, war Jack-Kirby-Schüler Barry Windsor-Smith. Barry Windsor-Smith wurde zur Legende, weil er schnell der damals profundeste realistische Zeichner der Superheldencomics wurde. Der Engländer Barry Smith war in die USA gekommen und wurde dort ab Ende der 1960er-Jahre Comiczeichner bei Marvel Comics. Blickt man heute zurück, sieht man zunächst nur wenige Hefte oder Serien, die er damals zeichnete, es gibt aber zahlreiche Cover und Superhelden-PinUps, die er im Jack-Kirby-Stil ausführte. Die Wende kam mit der Figur des „Conan“. Ab Oktober 1970 erschien die Serie „Conan the Barbarian“, die Barry Windsor-Smith zunächst durchgehend zeichnete.

Der Wandel eines Comic-Zeichners

Der Serie wurden anfänglich nur geringe Chancen am Markt prognostiziert, wohl mit ein Grund, warum Barry Windsor-Smith überhaupt die Vorzeichnungen einer ganzen Serie anfertigen durfte. Ein weiterer war, dass er günstiger war als ein Star-Zeichner wie John Buscema. Obwohl Barry Windsor-Smith bei der Conan-Heftserie fast immer von anderen Zeichnern getuscht wurde, verbesserte er sich deutlich sichtbar von Heft zu Heft. Erst emanzipierte er sich vom einfachen und groben Kirby-Stil, dann arbeitete er an einem eigenen feineren Stil. Die Serie schlug ein und hatte sensationelle Verkaufszahlen. Beflügelt durch diesen Erfolg und ausgestattet mit einem entsprechenden Selbstbewusstsein verbesserte sich Smith immer weiter. Im März 1973 mit der Conan-Nummer 24 war Schluss. 1973 war übrigens auch das Jahr, in dem der europäische Zeichner Jean Giraud unter dem Pseudonym „Moebius“ im französischen Comic-Magazin „Pilote“ die Comic-Kurzgeschichte „La Déviation“ veröffentlichte, die einen revolutionär neuen Filigran-Zeichenstil darbot. Insgesamt hatte Barry Windsor-Smith 22 der 24 Conan-Hefte gezeichnet. Eine Nummer war nachgedruckt, zwei andere waren von anderen Zeichnern umgesetzt worden. Das deshalb, weil Smith zwischendurch die Brocken hingeworfen hatte. Ihm hatte es nicht gepasst, was vielen anderen – inklusive Jack Kirby – ebenfalls nicht passen sollte: Stress durch ein zu großes Arbeitspensum, eine schlechte Bezahlung und keine Rechte am eigenen Werk. Hinzu kam, dass Windsor-Smith zunehmend auch die Storys schrieb und dafür aber weder Geld noch Credits erhielt. In weniger als zweieinhalb Jahren hatte sich der junge Zeichner einen Zeichenstil angeeignet, der über das hinausging, was man kannte. Speziell die Action- und Kampfszenen hatten einen eigenständigen hochdramatischen Charakter.

Wendepunkt „Red Nails“

Was ihn in den Zechner-Olymp katapultierte war die Geschichte „Red Nails“, die ebenfalls noch 1973 in drei Fortsetzungen in Savage Tales #1–3 erschienen war. Während Barry Windsor-Smiths Artwork vorher von verschiedenen Tuschern manchmal weniger gut getuscht wurde, konnte hier Smith seine Bleistiftzeichnungen weitestgehend selbst interpretieren. Zutage trat eine Strichtechnik, die man in dieser Form noch nie gesehen hatte, schon gar nicht in der Comic-Welt. Barry Windsor-Smith hatte einen distinguierten zwischen feinen und groben Schraffuren wechselnden eigenen Stil geschaffen. Für diesen Stil wurde er berühmt. Noch im gleichen Jahr wollte er kein Comiczeichner mehr sein und gründete mit der „Gorblimey Press“ einen eigenen Verlag, in dem er ab 1974 Kunstdrucke und Portfolios seiner Arbeiten herausbrachte. Seinen zeichnerischen Höhepunkt hatte er dort bereits im Gründungsjahr. Aus diesem Jahr stammen einige seiner eindrucksvollsten Portfolios:

Weitere Einzelzeichnungen als Kunstdrucke aus der Zeit waren zum Beispiel

Änderung des Zeichenstils

Bis 1978 mit dem Portfolio „Fantastic Islands“ (4 s/w-Drucke) blieb er seinem technisch einmaligen Zeichenstil treu, danach wollte er nicht mehr auf seine damalige artistische Strichführung festgelegt werden und änderte bzw. variierte seinen Stil. Die Kämpfe, die er sich mit Verlagen lieferte, schluckten wohl viel von seiner Energie, finanzielle Nöte kamen hinzu. Als profunder Zeichner probierte er im Laufe der Jahre und Jahrzehnte immer neue Stilistiken aus. Dabei zeigte sich, dass Barry Windsor-Smith ebenso ein höchst talentierter Aquarellierer ist wie auch ein begnadeter visueller Geschichtenerzählrer. Später ersetzte er seine hochgradig modulierten dynamischen Striche durch ummodulierte, wenig spannende, wie sie durch Isographen/Rapidografen oder dünne Filzstifte erzeugt werden. Zum ursprünglichen Stil kehrte Windsor-Smith kaum mehr zurück. Manchmal verwies der Zeichenstil, in dem ein Cover seiner „Storyteller“-Heftserie ausgeführt war, auf die damalige Zeit oder einzelne Seiten oder Zeichnungen seiner „Rune“-Serie. Eine artifizielle wunderschöne Variante seiner Strichführung gab es noch einmal in der Kurzgeschichte „The Beguiling“ in Eric Illustrated Nr. 16, erschienen im Februar 1983. Windsor-Smith war inzwischen zunehmend von der Bildenden Kunst beeinflusst und verstand sich selbst längst als Künstler.