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Kopfmensch

Gedankennadelöhr

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Stillbeben

Stielleben im Trispalt.

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Antennen des Hasses

Der Weicheibrüter als Schwungrad der Wut.

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Fußball-Europameisterschaft 2016: Alte Säcke, junge Hüpfer

Alter vor Schönheit? Beim Spiel Italien:Spanien keine Frage. Italien gewinnt nicht nur den Alterswettbewerb sondern auch das Achtelfinale.

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Fußball-Europameisterschaft 2016: Three Tears From the Lion

Euro 2016, England gegen Island, Wunder gibt es immer wieder und zwar gestern am 27.06.2016.

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Immer wieder kann man lesen, dass Apples Steve Jobs ein guter und mitreissender Redner war. Manchmal, wie hier zu sehen, war er es. Sehr oft war er rhetorisch aber nicht so gut, wie über ihn geschrieben wurde. Es war etwas anderes, was seine Reden besonders machte: Ein Feld, in dem er nahezu genial war, war die Strategie seiner Vorträge, die er peinlich genau plante und nicht etwa aus der Hüfte schoss. Diese Strategie, die geschickt Fakten mit Images verwob und ihre Fühler stets am Zahn der Zeit hatte, war es, die die Zuhörer überzeugte und weitere Wellen in den Medien schlug. Steve Jobs fokussierte sich für seine Event-Präsentationen so sehr, dass er sich selbst damit strategisch verortete und sich damit eine ideelle Basis für die nächste Zukunft gab.
Das Video, das hier zu sehen ist, stammt von 1983 und ist quasi der Vorabend zur Einführung des Apple MacIntosh, der die Computerwelt revolutionieren sollte. „Revolution“ ist denn auch eines der Stichworte, die Jobs gewählt hatte, um seinen Ansatz als Geschäftsmann zu beschreiben. Er wollte nicht mitlaufen, sondern Neues schaffen. Apple sollte von Anfang an der technologische Standard für die Computerwelt werden: schneller, robuster, leichter, flacher – ein Computer oder Gadget von Apple musste immer etwas Besonderes haben. Revolutionär wollte Jobs auch im Marketing sein. Das ging über das Produkt und seinen Vertrieb hinaus und betrifft die Kommunikation des Unternehmens.
1983 lag bei Apple vieles im Argen: Das Management wollte Jobs isolieren und am liebsten aufs Abstellgleis schieben, weil er zu viele Fehlentscheidungen gefällt hatte. Jobs wollte den MacIntosh nach seinen Vorstellungen gestalten und sollte nach dessen Einführung damit zunächst einen finanziellen Misserfolg einfahren. Gleichzeitig torpedierte er das Produkt, das die Gewinne einfuhr: den Apple II.
Die Präsentation, in der er den Apple MacIntosh ankündigte, war für Jobs eine Flucht nach vorn. Er musste unbedingt Begeisterung auslösen, obwohl dem Apple MacIntosh der ersten Generation vieles fehlen würde: er hatte keine Festplatte, war zu langsam, er war nicht kompatibel mit anderen Systemen und er war kein Computer für Schrauber. All das wurde ihm im Vorfeld negativ ausgelegt, man konnte es aber auch positiv sehen: Es war ein Computer, den keiner durch Schrauberei vermusksen konnte und einer, der einen völlig neuen Ansatz für das User-Interface, die Benutzerschnittstelle, bot.
Aber Jobs ließ sich in seinem Vortrag gar nicht auf das technische Kleinklein ein. Er wählte eine größere Perspektive: Seine Strategie war es, Marktführer IBM als riesigen, unflexiblen Moloch zu skizzieren, der Fehlentscheidungen am laufenden Band fällte und durch seine Art zu wenig innovativ zu denken, die Möglichkeiten und damit Freiheit der Menschen beschnitt. Jobs wollte einen Personal-Computer für jeden, IBM dachte hingegen nur in Dimensionen von Business-Computern in größeren Maßstäben. Indem Jobs IBM mit George Orwells 1984 in Zusammenhang brachte, ging er einen entscheidenden Schritt weiter und zeigte damit, wie virtuos er Apples Positivimage in Abgrenzung mit einem Negativimage des Konkurrenten koppeln konnte. Wenn IBM so marktbeherrschend und freiheitsberaubend war, dann musste es jemanden geben, der dagegen ankämpfte – und das musste Apple sein. So einfach war die Gleichung und sie zeigte auf dem Event und in den Medien Wirkung.


Hier zu sehen ist ein preisgekrönter Kurzfilm aus 2004, den Deadpool-Regisseur Tim Miller mitgeschrieben und abgedreht hat. Witzig, dass die Zeitlupen-Szene mit der fliegenden Kuh der Einleitungssequenz von Deadpool ähnelt. Fliegende komplizierte Sujets in Zeitlupe scheinen es Tim Miller angetan zu haben. Für ihn ist es sein Spielfilm-Debut – der Regisseur hat vorher als Second-Unit-Man und Special-Effects-CGI-Spezialist gearbeitet. Zu Thor, Dark Kingdom hat er das Intro beigesteuert. Er zählt zu jener Garde neuer Filmemacher, die ihre Kernkompetenz in der Beherrschung der neuen Animations-Technologien haben. Dabei geht er durchaus originell und innovativ zu Werke.
Das ist auch nötig. Wenn zu lange alles beim alten bleibt, wird es langweilig. Zuschauer streben zu neuen Ideen, die die alten Filmemacher nicht mehr haben. Auf ihrer Suche nach kreativer Beständigkeit wählen sie dabei manchmal die Dekonstruktion. Ergebnis einer solchen kulturellen Strömung, in der Althergebrachtes zerstört wird, ist der Film Deadpool aus diesem Jahr. Fielen die Comics als Vorlage schon durch Irrwitz-Humor auf, setzt der Film gerade im Verhältnis zu anderen Superheldenfiguren noch einen drauf. Zwar hört man im Nachhinein die Filmemacher darüber sinnieren, welche schrägen und dunklen Momente sie dem Helden erspart haben, weil das dann doch zu weit gegangen wäre, aber der Film schlägt sich in Sachen schrägen Humors schon ganz gut.
Eine der eindrucksvollsten Szenen, die sowohl die Eröffnung des Filmes ist als auch später noch ausführlicher gebracht wird, ist eine durch die Luft geschleudertes Auto inkl. Held Deadpool und seinen Gegnern an Bord. Ein reines CGI-Stück mit einer nie gesehen Kamerafahrt im Intro. Ob fliegendes Auto oder fliegende Kuh: Mal sehen, ob Tim Miller, sofern er den zweiten Deadpool dreht, noch weiter abhebt.


Deadpool ist in aller Munde. Der Film, der mit einem vergleichsweise geringen 58-Millionen-Dollar-Budget 780 Millionen Dollar eingespielt hat und dabei verschiedene Zuschauerzahl-Rekorde gebrochen hat, erscheint wie ein Befreiungsschlag in der pathetischen Superhelden-Film-Suppe. Vor allem die postmoderne Selbstironie toppt alles bisher dagewesene. Nichts wird mehr ernst genommen, weder Schauspielerkollegen wie Hugh Jackman noch Ryan Reynolds selbst, der Deadpool verkörpert und Witze über sich macht.
Wie immer ist der eigentliche Deadpool in den irrwitzigen Actionsequenzen oft ein Computerprodukt – Actionsequenzen, die ansonsten kaum zu drehen wären. Das kann man hier im Special-Efects-Video beispielhaft sehen.
Der Deadpool-Film ist durchsetzt mit Referenzen, Anspielungen und Zitaten aus anderen Filmen. Man kann ihn so auf der sprachlichen Ebene als eine Art Hypertext-Film ansehen. Hol’ sie dir, Tiger! sagt ursprünglich in Spiderman Kirsten Dunst zu Tobey Maguire. Ein Angebot, das ihr nicht ablehnen könnt gemahnt an Marlon Brando in Der Pate, der dort gesagt hat: Ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. (Gemeint ist, dass er danach jemandem, den er umstimmen will, den abgeschnittenen Kopf seines Pferdes ins Bett legt.) Ich bin nur ein Junge, der vor einem Mädchen steht stammt aus dem Film Nottinghill und wird dort von Julia Roberts zu Hugh Grant gesagt. Der freundliche Pool aus der Nachbarschaft ist wieder ein Zitat aus Spiderman, als dort Tobey Maguire Die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft sagt. Mit einer Anspielung auf Hugh Jackman sagt Deadpool alias Ryan Reynolds über sich selbst, dass er dem Sexiest man alive … die Eier kraulen mußte, um einen eigenen Film zu bekommen. Hugh Jackman kommt an anderer Stelle im Film übrigens auch visuell als karikierte Zeichnung vor.


Deadpool ist ein anderer Typus von Held. Man ist versucht zu sagen: ein ganz neuer Held, aber das stimmt nicht. Betrachtet man die Genese der Superhelden in den Comics – und Deadpool kam wie all die anderen verfilmten Superhelden aus den Comicheften – dann haben diese Helden sich von triefendem Pathos etwas wegentwickelt. Zwar gibt es immer noch Helden, die nichts dazu gelernt haben aber viele sind vielschichtiger geworden, stellen sich in Frage oder werden in Frage gestellt. Die Postmodernität hat in die Trivialgeschichten Einzug gehalten. Deadpools Indigrenzien wichen davon ab, der schräge Witz jenseits eigener Selbstbeweihräucherung ist sein Markenzeichen als Comic-Charakter geworden, der allgegenwärtige Unernst zum Konzept geworden.
Die Zutaten des Films: Herkömmliche Handlung, ein beissender Witz, der alles und jeden in Frage stellt und Action, die an Videospiele erinnert. Da kann man sich die Zukunft des Kinos schon ganz cool vorstellen: Man sitzt feixend mit dem Joystick vor sich im Kino und spielt gemeinsam mit allen Zuschauern auf der großen Leinwand ein Video-CGI-Spiel, bei dem man alternative Optionen wählen kann, wem man denn nun den Kopf wegballert.
Immer öfter ist die Gewalt in Hollywood-Blockbustern entmenschlicht und stakkato-gewalttätig. Wenn Deadpool mit einer Kugel gleich drei Gegnern auf einmal durch den Kopf schießt, sorgt das dramaturgisch für Lacher. Nie war Unmenschlichkeit witziger, nie war aber auch alles andere inklusive der Standardhandlung von der Rettung einer Frau und dem Besiegen des Bösewichts witziger in Frage gestellt. Denn so traditionell die Inhalte, so modernisiert die Erzählweise und die Joke-Corona. So wie jeder Gegner jenseits von Recht und Ordnung zum Abschuß freigegeben ist, so ist alles und nichts Gegenstand des schrägen Witzes. Die Tendenz Mord am Laufenden Band wie eben im Videospiel mit Mainstreamkino zu verbinden, hat Deadpool nicht erfunden aber gekoppelt mit den Witzkanonaden führt er sie auf ein neues Level.

Anlässlich des Todes von Prince konnte man noch einmal über seinen musikalischen und businessmäßigen Werdegang nachdenken. Er war in den 1980er Jahren ein weltweiter Megastar gewesen. Dann hatte er sich von der Plattenindustrie distanziert, hatte sich sogar seines Namens (The Artist formaly Known as Prince) entledigt und war gemessen am vorherigen Erfolg in der medialen Versenkung verschwunden. In Interviews hatte er sein Businessmodell erklärt: Anstatt an Millionen verkaufter CDs, die von der Plattenindustrie vertrieben wurden, nur jeweils Cents zu verdienen, verdiente er als Ich-AG bei kleineren Plattenauflagen, die nur in die Hundertausende gehen mussten, mehrere Dollar pro Stück, weil er alles selbst gemacht hat und nicht den „Sklavenzoll“ an Plattenfirmen entrichten musste. So kam er auf seinen Schnitt. Angesichts dessen kann man sich fragen: Was tun Plattenfirmen eigentlich für den Erfolg eines Musikers?

Hier oben ist Adele in 2008 zu sehen. Sie stand damals am Anfang ihres Erfolgs und war noch kein Superstar. Mit der Mütze auf dem Kopf sieht sie künstlerisch-idealistisch aus. Später wurde sie als Lady verkauft und entsprechend gestylt. Eigentlich gibt das schon einen Hinweis auf das, wo Plattenfirmen mitreden. Bei Künstlern, die kommerzielles Potenzial erahnen lassen, wird ein Image geformt. Es geht dabei um das Produkt Musik und darum, wie man es vertreibt und bewirbt. Outfits, Images und crossmediale Kampagnen werden wichtig und immer wichtiger, die Musik gerät dabei oft ins Hintertreffen. Es geht in einem Wort um Politik. Alles, was die Musikerin medial von sich gibt, was sie sagt, wo die auftritt und wie sie aussieht wird perfektioniert, damit all dies verstärkend innerhalb des Marketing-Mix wirkt.

So etwas nennt man Mainstream. Adele tritt in ihrem letzten Album auf der Stelle. Immer noch stimmgewaltig, immer noch beseelt von Musik versucht sie ihren Kopf im Meer der politischen Entscheidungen hoch zu halten. Denn Das Produkt Musik ist beim Megaerfolg ebenfalls ein Politikum. Die Plattenfirmen reden mit beim Repertoire, überlegen, welche Stücke sich als Singles eignen, welche radiokompatibel sind und welche zu anspruchsvoll für den Mainstream und so kommerzielle Ladenhüter wären. Das ist Fluch und Segen zugleich. Ein Fluch deshalb, weil man zur Genüge die Geschichten kennt, in denen Plattenfirmen Künstler erdrückt hat.

Zum Beispiel bei der Gruppe Talk Talk (1982-1991), die ausgehend vom Synthie-Pop musikalisch immer anspruchsvoller geworden war. Ihre Plattenfirma wollte die Musiker zur Kommerzialität verpflichten, das ging allerdings nach hinten los. Talk Talk produzierte zwei letzte Alben, die keine Hitparadenmusik mehr enthielten und lösten sich auf. Auch in der Autobiografie von Musik-Produzent Nile Rodgers, dem Kopf der Disco-Funk-Gruppe Chic, Le Freak, ist einiges zum Thema zu finden. Er schreibt darin über seine Kämpfe als Produzent der Platte Diana von Diana Ross, die ein Millionenseller wurde, oder über das Album Like a Virgin für Madonna. Beides Mal gab es Einflußnahmen von Seiten der Plattenfirma, die das musikalische Repertoire, Produktion und Arrangement betrafen. Das muss aber nicht nur schlecht sein. Der Segen kann sein, dass ein Musiker einen Gegenpart hat, der ihn kritisch überprüft. Die Plattenfirma diskutiert mit Musikern und Produzenten, wo sie unter Umständen in die falsche Richtung gehen – ein Prinzip, das nicht schlecht sein muss, ginge es bei musikalisch ambitioniertem Material nicht immer auch um Kommerzialität und Stromlinienförmigkeit.

Vorurteile sind ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite helfen sie, Entscheidungen schnell zu fällen, auf der anderen Seite helfen sie, Fehlentscheidungen schnell zu fällen. Im Miteinander der Völker wirken Vorurteile sogar lächerlich. Sie besagen, dass Italiener Nudeln essen, Franzosen Weißbrot und Deutsche Kartoffeln. Nicht ganz falsch aber inzwischen auch gar nicht mehr richtig. Und was zum Beispiel denken Amerikaner über Deutschland? Land der Autos (Mercedes, BMW, Porsche, Audi), Lederhosen, Bier, Ingenieurskunst, Maschinenbau? Oder eben Nazis und einfach: „Hitler.“ Ein Video, das zeigt, wie einfach die Welt sein kann, wenn man mal die 99% an differenzierenden Details weg lässt. ;-)

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Under-Bewusstseins-Berg

Posted on 03 März 2016

…bis dem Bewusstsein klar geworden war, dass es neben den unklaren, den ungefühlten und unbewusst-versteckten Gefühlen bewusste aber auch völlig unbewusste rationale Gedanken gab und er sich Continue Reading

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Gesichtsqualle

Posted on 02 März 2016

Qual der Freude. Als Kind hatte Tom mit einer Blumenkohlspinne gesprochen. Jahre später hätte er schwören können, auch mit einer gespielt zu haben. Continue Reading

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Schalentier

Posted on 01 März 2016

Tom hielt einen unansehnlichen Kieselstein in der Hand. Gleich würde es schellen und die Stunde würde anfangen. „Was hat der da?“ fragte einer lachend. Tom antwortete nicht. „Einstein“, sagte jemand anders, „er verzaubert ihn.“ Ein paar guckten, ein paar grinsten, ein paar lachten. „Wer denn wen?“ fragte noch jemand. Dann waren sie heldenhaft im Inneren […] Continue Reading

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Glutengel

Posted on 29 Februar 2016

Als Junge in der Schule hatte er immer Nasenbluten, ein Mädchen aus der Klasse nannte ihn Blutbengel. Es klang komisch und niemand lachte und deshalb wiederholte sie es nicht mehr. Ein Glück. Tom lag mitten in der Nacht im Bett – was ungewöhnlich war, weil er nachts oft auf war. Sie hatte ihn angestupst. „Was?“ […] Continue Reading

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