Featured, Geist, Philosophie, Tagebuch

Philospohie-Tagebuch: Der Tod als transformative Innovation

Der Tod ist aus dem Blickwinkel des menschlichen Lebens ein Endpunkt.

Weiter lesen

Featured, Illustration

Auf der Suche nach dem Wesen der Wirklichkeit: Djeudbjceh auf der Zeitachse

Djeudbjceh betrachtete im Rückblick seinen Tagesverlauf: Er war in die Stadt gegangen, hatte in einem Café etwas

Weiter lesen

Featured, Illustration

Trommelwirrbel: 6 Jahre Endoplast

Surrealismus? Dadaismus? Punk? Brave Kulturbeflissenheit? Bedeutungssuche in der Bedeutungslosigkeit.

Weiter lesen

Featured, Illustration

Eierköpfe

Kopfbrei(tsaite)

Weiter lesen

Featured, Illustration

Erdkenntnis-Theorie…

…als Quīnque-Lorraine

Weiter lesen

Wir hatten über Werbeclips so ambitionierter Leute wie dem Horror- und Drama-Regisseur David Cronenberg sowie den filmischen Surrealisten David Lynch und Jean-Pierre Jeunet berichtet. In diese Reihe gehört der Franzose Jean-Paul Goude (geboren 1940), auch wenn der aus einer ganz anderen Ecke kam. Bekannt geworden ist er als Lebensgefährte und Art-Director der Musikerin Grace Jones, deren Image, Videos und Outfits er Anfang der 1980er-Jahre gestaltete. Goude arbeitet als Fotograf und Regisseur von Werbeclips, sowie als Illustrator und Medien-Designer. Hier im Video findet sich ein Zusammenschnitt seiner Werbefilmarbeiten, die genauso verspielt sind wie seine Fotos und Illustrationen. All das ist infantil und locker. In Zusammenarbeit mit Grace Jones bekamen seine Entwürfe mehr Strenge und Ernsthaftigkeit.

Harte Schale, weicher Kern: Ein endopsychotischesplasmatisches Reticulum ist innerhalb des Zellkörper eine vielseitige Membranstruktur im Spannungsfeld zwischen Rauheit und Weichhheit. Anders ausgedrückt, besteht es aus Hohlräumen, in denen permanent hauchdünne transparente Wände erschaffen werden. (Es könnten zum Beispiel Projektionswände für eine Filmvorführung sein). In der Zelle hat das endoplasmatische Reticulum einen wesentlichen Anteil an der Signaltransduktion, das heißt, es trägt zur innerzellulären Kommunikation mit dem Ziel der Umwandlung äußerer Reize und Signale in Handlungen im Zellinneren bei. Die Signalübersetzung spielt auch in unserer codierten Welt eine große Rolle. Wie groß mag in unserer Welt in Schräglage der Abstand zwischen echter Bedeutsamkeit, Bedeutungsträchtigkeit und Bedeutungslosigkeit sein? In unseren Zeiten werden im Spannungsfeld zwischen Politik und dem großen Geld Begriffe, ihre Bedeutungen sowie ihre Inhalte gebeugt und in ihr Gegenteil verkehrt. Da wird ein Krieg zur Friedensmission hochstilisiert, Konsumwahn wird zum „Sich-reich-kaufen“ oder Massenbevormundung zur Terrorismusbekämpfung. So ermittelt der Generalbundesanwalt gerade gegen die, die zur Aufklärung beitragen, und er ermittelt nicht gegen die, die das Gesetz gebrochen haben. Aus Unrecht wird Recht, aus Böse Gut, aus Krieg Frieden. Mit dem Aufkommen der großen Medienwirklichkeiten, die sich verselbständigt haben, versucht Endoplast etwas von dem Irrwitz deutlich zu machen, Medienrealitäten zu hinterfragen, virtuelle Welten zu offenbaren und dabei nebenbei auch etwas schrägen Spaß zu haben.

Regisseur Marc Caro hatte 1995 zusammen mit Regiepartner Jean-Pierre Jeunet sowie Modeschöpfer Jean-Paul Gaultier an seinem Film Die Stadt der verlorenen Kinder gearbeitet. Bereits fast 10 Jahre vorher hatten Caro und Gaultier an diesem Video kooperiert. Gaultier war unter den Modeschöpfern in den 1980er- und 1990er-Jahren höchst innovativ und schillernd popkulturell tätig. Gaultier war in dieser Zeit ein ästhetisches Vorbild für viele andere zwischen Medienwelt und Kunst. Das auch deshalb, weil er zwei von Madonnas großen Touren kostümmäßig ausgestattet hatte: Die Blonde Ambition-Tour (1990) und ihre Confessions-Tour (2006). Über die Konzerte selbst hinaus schlugen sich die popinspirierten und provokativen Kostüme natürlich in der Medien-Berichterstattung, in Dokumentarfilmen, auf Fotos und später im Netz nieder, vor allem auf YouTube. Was Gaultier entwarf prägte die popkulturelle Videoästhetik wesentlich. Gaultier saß übrigens nicht von ungefähr auch in der Jury der 65. Internationalen Filmfestspiele von Cannes (2012); denn an seiner Affinität zu Medienwelt und Film kam man lange Zeit nicht vorbei. Der Grund dafür war sein wunderbar überdrehter Popstil für Ausstattungsarbeiten für Filme wie Das fünfte Element (oder andererseits eher klassisch für Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber von Peter Greenaway). Hier im Video Le Défilé von 1986 ist die nicht minder ideenreiche, für den Tanz prägende und stilbildende Choreografin Regine Chopinot mit von der Partie. Marc Caro hat sich als Regisseur um die filmische Umsetzung gekümmert. Was passt da noch in diesen Talentreigen abedrehter Popkultur besser hinein als die Musik der Residents?

Schon lange sind alle kulturellen und subkulturellen Grenzen, die man  kannte, eingerissen. Künstler verkaufen sich für Geld – was allerdings nicht neu ist – und Nichtkünstler sonnen sich im Licht dieser käuflich erworbenen Kunst, die als Bezahlprodukt jedoch nicht unbedingt Kunst ist. Manch ein Werber aus einer großen Agentur freut sich, wenn er einen berühmten Regisseur für seine Werbespots verpflichten kann, um seine Minderwertigkeitsgefühle als Pseudokünstler auszugleichen. Gerne kauft man also auch mal „richtige“ Künstler als Pflster für den schöden Kommerz ein. So einer, der der Kommerzialität völlig unverdächtig ist, ist David Cronenberg, ein kanadischer Regisseur, der sich erst im Horrorgenre einen Namen gemacht hat, um dann ernste Dramen zu inszenieren – in der zweiten Phase seines Schaffens auch mal nach hochkulturellen Romanvorlagen wie Naked Lunch von William S. Burroughs (mit den Themen Drogen, schreiben und halluzinieren) oder Cosmopolis (mit den Themen Irrsinn und Finanzwelt) von Don DeLillo. Cronenberg hat aber auch einiges an Werbung inszeniert, wie man sehen kann: Hier oben ist ein Beispiel von Nike zu sehen, das motivisch an Alien erinnert und damit eher auf die frühen Horrorfilm-Jahre von Cronenberg verweist, auch wenn der nie einen Alien-Film inszeniert hat. Der Spot wirkt etwas uninspiriert, fast so, als habe die Agentur Cronenberg darauf verpflichtet, ein selbstähnliches Klischee seiner eigenen Ästhetik zu inszenieren.

Das ist eine gute Idee: Gregor Gysi 2007 in einem Interview, in dem es nur um Angela Merkel, die Politikerin, geht. Es wird ein Gregor Gysi gezeigt, der um ein vermeintlich objektives Bild eines linken Politikers auf eine rechte Politikerin ringt. Gysi bemüht sich darum, einen ausgewogen-sachlichen Blick auf Bundeskanzlerin Angela Merkel zu werfen und sie so als Politikerin in ihren Eigenschaften zu portraitieren. Das Ergebnis ist viel weniger polemisch oder kritisch, als man das erwartet hätte. Gysi ist eines jener seltenen Exemplare von Politikern, die nicht nur redegewandt, sondern auch ausdrucksstark und rhetorisch originell sind. So gesehen ist er das genaue Gegenteil von Angela Merkel, deren Kommunikationsstrategie hier auch noch einmal zur Sprache kommt, nämlich oft nichts zu sagen und anderen den Vortritt zu lassen. Bei Helmut Kohl hieß das „aussitzen“, von ihm hat sie das gelernt. Wichtig auch die Analyse ihres politischen Werdegangs in der CDU. Sie kam in der damals krisengeschüttelten Partei als der Korruption unverdächtige Ostdeutsche gerade recht und wurde zunächst Parteivorsitzende. Nur so ist zu erklären, dass eine protestantische ostdeutsche Frau, dazu noch Naturwissenschaftlerin, an die Spitze der CDU kam, obwohl sie in der Partei zunächst keine Machtbasis hatte.

Regisseur Jean-Pierre Jeunet hatte zusammen mit Regiepartner Marc Caro (der auch ein begnadeter Comiczeichner ist) seine beiden besten Filme gedreht: Delicatessen (1991) und Die Stadt der verlorenen Kinder (1995). Beide sind Meilensteine der Filmgeschichte, beide sind zugleich surreal, technisch, bezüglich der Regie als auch erzählerisch höchst originell. Jeunet drehte danach Alien, Die Wiedergeburt (1997), wurde aber vor allem mit seinem Solowerk Die fabelhafte Welt der Amélie (2001). Wie viele andere Regisseure, die nicht dem Mainstream zuzurechnen sind, wie zum Beispiel David Lynch oder David Cronenberg, hat auch Jeneut Werbung gedreht. Schönere Bilder als hier in seinem Chanel-No.5-Spot gab es selten in einem Werbefilm zu sehen, obwohl die Werbewelt vor schönen Bildern nur so wimmelt. In der Hauptrolle darin zu sehen ist hier auch Audrey Tautou, die in Die fabelhafte Welt der Amélie die Amélie Poulain gespielt hatte. Das kommt nicht von ungefähr. Jeunet greift seinen Amélie-Filminhalt assoziativ auf und führt ihn im Werbefilm weiter. Gagig aber nicht ohne Fallschlingen für einen ernstzunehmenden Regisseur.

Illustration

Der mundfaule Maulwurf…

Posted on 15 April 2015

…und sein umwerfender Humor. Continue Reading

Comments (1)

Fotografie, Illustration

In den Rachen geschaut: Verschlingung

Posted on 15 April 2015

Seilschaften: Konkludente Verdrehung Continue Reading

Comments (1)

Film, Musik, Tagebuch

Digitalismus (1): Tod der Musik-CD und das Ende des Abspielgerätes

Posted on 14 April 2015

Was ist MP3? Vordergründig ein Musik-Datei-Format, technisch gesehen ein Kompressionsformat. Die Digitalisierung der Musik in Continue Reading

Comments (1)

Literatur, Story

Leben mit Marga (6): Reinkarnierte Hunde

Posted on 13 April 2015

Marga bemerkte, dass sie sich nicht besonders gut fühlte. Jean-Pierre hatte sie damals natürlich nicht erschossen. Sie glaubte auch nicht, dass er es jemals tun würde. Sie hatte an Continue Reading

Comments (8)

Illustration

Die Rückkehr des Würgers

Posted on 13 April 2015

Der Würgemaler – – - Continue Reading

Comments (1)

Fotografie

Perspektivwechsel: Innovation und Einsamkeit

Posted on 07 April 2015

Der Innovator versucht sein Alleinsein in der Ideenwelt dadurch auszugleichen, dass er Jünger und Gläubige Continue Reading

Comments (1)

Literatur, Story

Leben mit Marga (5): Jean-Pierres Wunsch geht in Erfüllung

Posted on 06 April 2015

Jean-Pierres Frau verließ ihn. Er merkte es kaum. Er musste sich jetzt allein um die Ziege kümmern. Im ersten Moment fürchtete er, dass Marga ihn hinauswerfen würde, daher Continue Reading

Comments (8)

Fotografie

Gabelsalat

Posted on 05 April 2015

Gabeljau: Als ich einmal einen Gabelhochstapler gefahren hatte, ohne die Fallhöhe zu kennen. Continue Reading

Comments (1)

Fotografie

Nervennarrung

Posted on 05 April 2015

Als ich meinen Psychotherapeuten eines Tages dabei beobachtet hatte, wie er heimlich im Baumarkt eine Continue Reading

Comments (1)

Literatur, Story

Leben mit Marga (4): Griselidis

Posted on 04 April 2015

Als Jean-Pierre am nächsten Morgen ins Schloss ging und Marga das Frühstück brachte, war alles wieder wie zuvor. Marga schaute im Fernsehen die Nachrichten an Continue Reading

Comments (11)

SEE MORE ARTICLES IN THE ARCHIVE

Advertise Here

Unsere Fotos auf Flickr

Alle Fotos ansehen

Advertise Here